Seneca
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 13.2.2005 um 03:17 |
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Ich hier
Hallo zusammen,
wie ihr sicher gleich an meinem Namen gesehen habt, bin ich so ziemlich neu hier. Aber des ändert nichts daran, dass ich von der Unity schlicht und
einfach begeistert bin. Und begeistert nicht in dem Sinne, als dass ich mir einen der Texte ausdrucken und übers Bett hängen würde oder anderen
Leuten in der Hoffnung, dass ich mich damit beliebt mache zuschicken würde. Ich bin mehr oder weniger rein zufällig hier gelandet und ich muss
sagen, dass vieles von den Gedanken hier mich selbst zum Denken angeregt hat. Dies ist jedoch keinesfalls zufällig, sondern liegt ganz einfach daran,
dass ich mir in letzter Zeit öfter Gedanken gemacht hab über so Dinge, wie den Sinn des Lebens, die Ursache für Zwischenmenschliche Probleme und
Ähmliches.
Das liegt vielleicht daran, dass ich kein Mensch bin, der nach der Definition der Mehrheit der Gesellschaft als "Normal" angesehen werden kann.
Hierzu eine kleine Geschichte:
Bis zu meinem 6. Lebensjahr wahr ich ein ganz normaler Junge, in behüteten Verhältnissen aufgewachsen. Dann haben sich meine Eltern scheiden lassen.
Diese Scheidung habe ich vergleichsweise sehr gut überstanden, was unter anderem daran lag, dass meine Eltern sich auf freundschaftlicher Basis noch
gut verstanden haben.
Jedoch war diese Scheidung mit einem Umzug verbunden, was dazu führte, dass ich vier Jahre meiner Kindheit, nämlich das 1.-4. Schuljahr in einem
Autohaus verbracht habe. Hier hatte ich einen Haufen zu tun, konnte basteln, mit den Hunden spazieren gehen, auf den nahegelegenen Feldern mit den
Nachbarskindern spielen usw.. Aufgrund dieser vielen Beschäftigung hatte ich es nicht nötig mir Freunde zu suchen. Ganz im Gegenteil: Obwohl ich in
der Klasse recht beliebt war, war ich jedes mal froh, nach der Schule wieder zuhause zu sein und meine Mitschüler interessierten mich nicht.
Dies hatte nicht nur zur Folge, dass ich keine Freunde hatte, was mir wie gesagt damals egal war, sondern führte dazu, dass ich nicht wusste, wie man
mit Freundschaften umgeht, wie man sie pflegt, wie man sich Freunde macht, all das habe ich damals nicht gelernt.
Dafür sollte ich in Klasse 5 und 6 bitter bezahlen. Ich war ein Idiot, ein Außenseiter und bin so tief gefallen, wie man in einer
Klassengemeinschaft eben fallen kann. Und Freunde hattte ich eben auch keine. Als sich dann meine Mutter von ihrem Freund trennte, war auch mit
Autohaus und großer Freiheit Schluss.
So endete ich Ende Klasse 6 ohne Freunde, ohne Beschäftigung und die Schule war der Horror.
Aber ich habs ja gemerkt: Ich lag daneben und musste kitten, was zerbrochen war. So habe ich es tatsächlich geschafft mein Verhältnis zur Klasse zu
normalisieren. Bis Ende Klasse 7 das Schullandheim anstand und ich auf kleinstem Raum mit meinen Mitschülern zusammenlebte. Darauf war ich nicht
vorbereitet und machte Fehler: Der erneute Absturz
Seither habe ich mich über Klasse 8, in der wirklich eine super Stimmung war gegen Ende, war einfach nur toll, über Klasse 9, in der die Schüler
neu verteilt wurden, was mir Probleme machte, über Klasse 10, in der ich das Verhältnis zur Klasse normalisierte und mir auch noch ein paar Freunde
machte bis hin zur Klasse 11, in der ich mich gerade befinde "hochgearbeitet".
Soviel zu meinem bisherigen Leben. Inzwischen hab ich ja einiges durchgemacht sozial gesehen und kann behaupten, dass ich jetzt mit dem Verhältnis
zu meine Freunden mal generell zufrieden sein kann. Es sind so ne Hand voll Freunde, von denen ich behaupten kann, dass sie gute Freunde sind, wenn
ich auch keine wirklich sehr engen freundschaftlichen Bindungen habe.
Aber dennoch ist nicht alles überstanden, denn die Retourkutsche kommt bestimmt:
Meine etwas gestörte Vergangenheit hat Spuren hinterlassen und meine "sozialen Kompetenzen" sind auch noch nicht vollständig normalisiert. So
werde ich hier und da von gewissen Ängsten geplagt an denen ich noch arbeiten muss und auch schon gearbeitet habe (hättet ihr mir vor einem halben
jahr die Hand auf die Schulter gelegt, hätte ich euch eine reingehauen, als Abwehrreaktion sozusagen). Dies äußert sich auch in Verlustängsten:
Jetzt wo ich Freunde haben, möchte ich sie nicht wieder verlieren. So kann es vorkommen, dass wenn einer meiner Freunde aus irgendeinem Grund
(Müdigkeit etc.) mal am Telefon nicht so freundlich ist, dass ich mir dann länger Gedanken drüber mach, ob er sauer ist und was ich falsch gemacht
habe.
Kurzum: Ich bin nicht das, was man als einen normalen Menschen bezeichnen würde., obwohl ich mich schon weitgehend normalisiert habe. Aber genau das
ist der gedankliche Ansatz:
Muss man "normal" sein? Die Frage hab ich mir erst gestellt, als ich gemerkt hab, dass die Anpassung gefährliche Tücken hat . Und als dann noch
der Gedanke an die Relativitätstheorie dazukam, hab ich mir ernsthaft die Frage gestellt:
Könnte es sein, dass die anderen falsch sind und du richtig?
Und meine Antwort war:
Könnte sein, aber muss nicht.
Daraufhin war ich völlig verwirrt und habe ne ganze Weile nur mir über sowas Gedanken gemacht. Und dann bin ich auf den Toleranz- und
Einheitsgedanken gekommen und hab mir gesagt:
Die anderen sind anders, manche noch anderers, doch es gibt den gemeinsamen Nenner des Menschseins, mit dem man die meisten Probleme überwinden
kann.
Doch das gelingt nicht mit dem bisherigen System aus Religionen und Staatsformen.
Das einzige, was verlässlich ist, ist Vernunft, Menschlichkeit und die Fähigkeit beide Ding zu nutzen.
Dieser Gedanke überkam mich erst vor kurzem wie aus heiterem Himmel.
Und siehe ich bin hier gelandet. Rein zufällig. Hab die URL im Schulforum aufgeschnappt. Und wie gesagt ich bin begeistert, denn ich habe eine
geistig Heimat gefunden. Was nicht heißt, dass ich das eigene kritische Denken abschalten werde. Das haben schon genug Leute vor mir gemacht.
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CP
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Verfasst am: 13.2.2005 um 09:46 |
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Hallo und erstmal willkommen hier (ich bin ja selbst noch recht neu).
Ich hab mir gerade eben Deinen ersten Post durchgelesen und mir ist immer wieder der Gedanke durch den Kopf gegangen, dass ich das, was Du alles
erlebt hast, keineswegs den Sonderfall finde. Es wird bestimmt vielen Menschen so gehen.
Meine ersten Freunde habe ich auch erst in der 11 Klasse gefunden, davor war ich auch so eine Außenseiterin. Und von diesen ersten Freunden ist mir
bis heute nur eine erhalten geblieben. Die Freunde, mit denen ich durch dick und dünn gehen kann, und mit denen ich mich über all das unterhalten
kann, was mich bewegt kann ich an einer Hand abzählen. Und davon mal abgesehen weiß ich bis heute immer noch nicht, was das Patentrezept für eine
gute Freundschaft ist. (Vielleicht gibt es auch keines...)
Jedenfalls möchte ich damit nur sagen, dass man nicht so voreilig denken sollte, man ist so viel anders als andere Menschen, nur weil es eben nicht
auf der Stirn eines jeden abzulesen ist wieviel geistiges Potential in ihm steckt.
Aber ich wünsch Dir hier viel Spaß und dass es die richtige Umgebung für Deine Gedankengänge ist 
~ cp ~
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Seneca
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 13.2.2005 um 12:55 |
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| Zitat | | Ich hab mir gerade eben Deinen ersten Post durchgelesen und mir ist immer wieder der Gedanke durch den Kopf gegangen, dass ich
das, was Du alles erlebt hast, keineswegs den Sonderfall finde. Es wird bestimmt vielen Menschen so gehen. |
Da hast du wahrscheinlich nicht unrecht. Was ich damit sagen wollte war vielmehr, dass ich durch diese besondere Lage von Schuljahr 1-4 selbst
jahrelang danach noch etwas aus dem Rahmen falle und auch dies der Grund ist, warum ich mir Gedanken gemacht habe und letztendlich mich hier auch
gleich wohlgefühlt habe. Was das ganze noch begünstigt hat war, dass mir von vorne herein die Identifikations gefehlt hat. Fast meine gesamte
Familie ist ziemlich konservativ und da pass ich mit meinen Besonderheiten rein geistig nicht rein. Auch sonst kann ich nicht behaupten, dass ich in
meiner Umgebung irgendetwas hätte, von dem ich sagen könnte, dass es meiner Lebenseinstellung entspricht. Von daher habe ich schon früh eine
ziemlich liberale Persönlichkeit entwickelt was natürlich auch nicht immer unproblematisch war. Aber gut so ist es eben.
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CP
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Verfasst am: 13.2.2005 um 13:13 |
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Sind die ersten 4 Schuljahre wirklich so prägend und essentiell für das spätere Leben? [nur so als Frage]
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Seneca
Beiträge: 565
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 13.2.2005 um 14:13 |
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Für mich war es so. Für das spätere Leben vielleicht nicht unbedingt. Aber wenn man sie von sozialen Aspekten her betrachtet verpasst dann
hinterlässt das eben Spuren.
Spuren die mit der Zeit verwischen, aber eben nie verschwinden. Aber es wäre auch falsch zu sagen, dass einen das unumkehrbar prägt. Ich könnte
mich jetzt total in die Form eines Durchschnittsmenschen pressen lassen aber das würde auch nicht bringen. Ich habe schon Leute gesehen, denen es
ähnlich ging wie mir. Und jetzt sind sie die Sklaven der Masse, weil sie zu sehr mit dem Strom geschwommen sind. Genauer gesagt mit dem falschen
Strom und dann den Wasserfall herabgestürzt sind.
Von daher bin ich froh, dass mir das im Moment nicht mehr passieren kann. Und ich nehme an, dass ihr ebenfalls aus dem Strom herausgeschwommen seit.,
um ein freies und neues Leben zu führen, mit neuen Ansätzen, mit neuen Gedanken.
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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 13.2.2005 um 14:56 |
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Herzlich Willkommen auch von mir, Seneca!
Zumindest hier im Forum dürftest du mit deiner Lebensgeschichte eher die Regel als die Ausnahme sein... bin mir sicher, dass sich einige hier gut in
deine Lage reinversetzen können.
Vielleicht mal ein paar Worte dazu, wie das damals bei mir war:
In der Grundschule war ich eigentlich noch ganz normal... hatte nicht viele Freunde, aber war auch kein absoluter Aussenseiter.
Dann, ab der fünften oder sechsten Klasse, wurde aber alles anders. Ich interessierte mich nicht für das, wofür sich "normale" dreizehnjährige
Jungs interessieren... sprich Mädchen, Autos oder Alkohol.
Stattdessen zockte ich den ganzen Tag Videospiele oder schaute mir irgendwelche Filme an, die erst ab 18 freigegeben waren und daher einen besonderen
Reiz auf mich ausübten.
Soziale Kontakte in der Klasse hatte ich zwar auch da noch... aber eben vor allem mit anderen Freaks und Aussenseitern. Und die sind später einer
nach dem anderen von der Schule gegangen oder geschmissen worden... ja, einer von denen ist meines Wissens sogar vom Gymi bis in die Sonderschule
durchgereicht worden und sass mal im Knast, weil er seinen Lehrer mit nem Messer bedroht hatte.
Tja, jedenfalls war die Klasse irgendwann von den meisten Freaks gesäubert, nur ich war halt noch da.
Schullandheim... hab ich auch ganz und gar keine guten Erinnerungen dran. Ist schwer zu beschreben... ich war damals auch auf dem RPG-Trip, hab
stundenlang "DSA" gezockt, (falls das einer kennt), und fühlte mich irgendwann eher wie ein Besucher aus einer mittelalterlichen Fantasy-Welt als
wie ein zeitgenössischer Erdenbürger.
Ihre Bräuche und Sitten waren mir fremd... ich hatte mich wohl schon zu sehr in Fantasie-Welten geflüchtet, die mir eben einfach besser gefielen,
als die triste Realität.
Aber diese ganze Aussenseiterrolle, die ich gespielt habe, hatte definitiv auch ihre positiven Seiten:
Ich hatte Zeit.
Zeit, stundenlang in meinem Zimmer zu liegen, an die Decke zu starren und über den Sinn des Lebens nachzudenken.
Wenn du dagegen ständig (wie wohl die Mehrheit der jungen Leute) viele Freunde um dich hast, dann noch in ein paar Sportvereinen bist und am
Wochenende immer auf Partys gehst, dann bist du, wenn du mal nachdenken tust, eher damit beschäftigt, deine vielen Termine zu koordinieren...
aber du kommst nicht dazu, dir noch grossartig über andere Leute, dich selbst oder irgendwelche Hintergründe den Kopf zu zerbrechen.
Damit will ich nicht sagen, dass einsame Aussenseiter grundsätzlich mehr Durchblick haben als andere... nein, viele gehen auch einfach nur an dieser
Einsamkeit zu Grunde oder werden zu Psychopathen.
Aber wenn man die Chance, die sich einem durch die Einsamkeit bietet, nutzt, kann man zu einem ganz besonderen Menschen werden, und letzten Endes auch
sich selbst aus dieser Einsamkeit befreien.
Bei mir war das so, dass ich erst durch die lange Zeit der Einsamkeit begriffen habe, dass das, was mir in meinem Leben am meisten fehlte, echte
Freunde waren. Keine Freunde wie es meine Mitschüler für mich hätten sein können... denn die waren ja alle viel zu sehr mit ihrem Ego und ihren
Hobbys beschäftigt, und konnten mir nicht das geben, was ich von einem echten Freund erwarte.
Nein, ich wollte Freunde haben, die so sind wie ich... die meine Gedanken und Gefühle verstehen, und die eben nicht, wie du es so treffend
geschildert hast, zu müde sind, um mit mir zu telefonieren.
Ich habe dann bewusst nach solchen Freunden gesucht... und einen habe ich mittlerweile auch gefunden.
Was ich sagen will:
"Normal sein" würde mich nur krank machen. Das ist, bei allem Respekt für die "Normalen", einfach nicht meine bevorzugte Art zu leben.
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quaid
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Motto: their law
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Verfasst am: 13.2.2005 um 15:53 |
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ich heiße dich natürlich auch willkommen. ich denke, hier wirst du noch einiges an interessanten texten finden..
kurz zum thema:
"normal sein" ist heute nur eine andere wortgruppe für "anpassen". am besten bist du amish veranlagt, magst es früh aufzustehen und direkt an
die arbeit zu gehen. am besten pflanzt du einen baum (und rettest den regenwald), zeugst ein kind (oder gleich zwei) und baust ein haus, um nicht im
strom unterzugehen.
das ist die regel: sei etwas besonderes, ein alpha-tier, oder geh unter.
aber auf eine andere art und weise aus der menge hervorzustechen, dass gefällt den menschen nicht. sie kennen es nicht, sie können es nicht, sie
verabscheuen es. 10jährige kinder quälen andere aus angst, neid oder wut.
wir bilden praktische einen aussenposten.
ich habe mal gehört, dass sogenannte genies sich nicht in einer normalen umgebung entwickeln können. sie würden sich eher anpassen und
durchschnittliche leistungen zeigen - dabei auch noch sehr unglücklich sein. bildet man dieses muster auf jede andersdenkende form ab, dann wäre
dies hier die ideale umgebung. hier kann man sich frei schreiben, gedanken manifestieren für die man sonst verspottet werden würde und letztendlich
kann man hier gleichgesinnte treffen.
vielleicht können die anderen nichts dafür, dass sie sind, wie sie sind. aber wir können auch nichts dafür, dass wir uns denen nicht anpassen
können..
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Seneca
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 13.2.2005 um 20:32 |
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| Zitat | Was ich sagen will:
"Normal sein" würde mich nur krank machen. Das ist, bei allem Respekt für die "Normalen", einfach nicht meine bevorzugte Art zu
leben. |
Meine ist es auch nicht. Aber anderes zu sein an sich ist ja nicht das Problem. Das Problem ist, dass es zwischen verschiedenen Menschen eine völlig
unsinnige Inkompatiblität gibt.
Unterschiede kann man sich nicht erklären (und wenn überhaupt dann nur mit Idiot, Psycho, Freak oder ähnlichen weit gespannten Bezeichnungen). Des
is ja des eigentliche Problem und war auch meins:
Man hat mich nicht verstanden und ich war damals halt au zu blöd mich den anderen so gut und so anders zu "verkaufen" wie ich bin. Daher auch die
Probleme. Und so kommt es halt auch zu Anfeindungen unterschiedlichster Art.
Wenn man "Aus der Art geschlagen" ist fehlen halt gewisse Gemeinsamkeiten mit den "Normalen", was natürlich für beide Seiten schwer ist.
Aber man muss es so sehen: Man kann froh sein, wenn man mit dem heutigen Durchschnittmenschen vieles NICHT gemeinsam hat. So zum Beispiel die Neigung
alles zu glauben, was in der Zeitung steht, der Hang zur Gewaltbereitschaft, Gruppenzwänge (woher auch?) oder Ähnliches. Das kann man nicht
verallgemeinern. Aber im Großen und Ganzen ist es so, dass die weniger "Normalen" auch von vielen Flüchen verschont bleiben. Zu deren Glück.
Zu dem was q gesagt hat
| Zitat | | vielleicht können die anderen nichts dafür, dass sie sind, wie sie sind. aber wir können auch nichts dafür, dass wir uns
denen nicht anpassen können.. |
Ich könnte mich auch nicht wirklich anpassen, aber dennoch mal nen falschen Schleier über sich zu legen kann in manchen wenigen Situationen
hilfreich sein. Aber nützen tut es letztendlich auch nix. Durch Make-Up ist noch niemand schöner geworden und das merkt man auch.
Aber die Hauptsache ist: Im Auftritt und Verhalten anpassen ist notfalls mal möglich. Aber wer sich im Geiste anpasst verkauft sich und lebt das
Leben eines anderen und nicht mehr sein eigenes. Und das ist das Schlimmste was passieren kann. Wir können froh sein, dass wir das in soweit alle
erkannt haben. Doch die, die da draußen rumlaufen und immernoch Fremde Gedanken leben, die tun mir in gewisser Weise Leid.
@ q: Wir kennen uns nicht zufällig von einer Micronation namens Moncao? Wenn nicht is das ne Verwechslung am
Namen.
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quaid
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Verfasst am: 13.2.2005 um 20:59 |
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micronation habe ich noch nie gehört..
allerdings bin ich neugierig - was hat es damit auf sich?
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Seneca
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 13.2.2005 um 22:07 |
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Na dann. Eine Micronations ist ein Staat, der auf Internetbasis simuliert wird. Reine Spielerei. Und ich war mal "Bürger" im Königreich Moncao
und dort gabs auch nen "q". Von daher dachte ich könnten wir uns kennen. Aber das I-Net ist ja groß und von daher gibts den Namen wahrscheinlich
öfters.
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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 14.2.2005 um 12:23 |
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| Zitat | | Ich könnte mich auch nicht wirklich anpassen, aber dennoch mal nen falschen Schleier über sich zu legen kann in manchen
wenigen Situationen hilfreich sein. Aber nützen tut es letztendlich auch nix. Durch Make-Up ist noch niemand schöner geworden und das merkt man
auch. |
Ich denke, dass es unsereins leichter fällt, mal für ein paar Tage einen Normalo zu spielen, als den Normalos, für ein paar Tage einen Freak zu
spielen.
Die Frage ist aber, was bringt uns zu viel Anpassung an den Mainstream?
In der Schule oder am Arbeitsplatz kann das sicher sinnvoll sein, um nicht zu sehr an den Rand gedrängt zu werden... andererseits, wahre Freunde oder
gar die wahre Liebe findet man dadurch halt nicht. Die anderen lieben ja dann höchstens das, was man vorgibt zu sein. Sie freunden sich
allerhöchstens mit deiner Maske an.
Was ich aber immer interessant finde, ist die Frage: Was wäre aus uns geworden, wenn wir deren Leben gehabt hätten?
Würdest du sagen, dass da unabhängig von der Isolation in deiner Kindheit etwas ist, was dich "anders" macht... oder liegt es deiner Meinung nach
einzig an den Umständen, dass du so geworden bist wie du bist, und nicht wie die anderen?
Bei mir war es so, dass ich zwar recht gut sozial integriert war im Kindergarten und der Grundschule, aber trotzdem war denke ich auch damals schon
was, was mich etwas unterschieden hat von den anderen. Eine gewisse Hochbegabung in mancher Hinsicht, starker Hang zu Tagträumereien, extremer
Trotzkopf, etc... da erscheint es mir dann zuweilen fast so, als dass ich auch, wenn ich in einer anderen Umgebung aufgewachsen wäre, nicht viel
anders geworden wäre als ich es heute bin. Als ob das in gewisser Weise vorherbestimmt war.
Wie ist das bei dir?
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Seneca
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Verfasst am: 14.2.2005 um 14:54 |
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Ich kann in der Hinsicht eigentlich nur sagen, dass ich schon immer von klein auf mich nicht zufrieden gegeben hab, mit dem was ich weiß. Ich habe
alles hinterfragt. Und mir auch Gedanken gemacht über die Dinge, die um mich herum vorgehen, selbst über Dinge, die für mein damaliges Alter nicht
üblich waren, dass man darüber nachdenkt.
Aber erst durch diese Isolation kam das ganze auch zum Durchbruch. Ich behaupte, dass wenn ich ein durchschnittliches Leben gehabt hätte, dann wär
dieses Andersdenken bzw. dieses überhaupt Denken gar nicht durchgebrochen sondern unterdrückt worden.
Aber damals war es auch noch so, dass ich in gewisser Weise versucht hab mich normal zu machen, was mir natürlich nicht gelungen ist. Wie auch?
Der Hang zur größeren Unzufriedenheit mit der heutigen Gesellschaft kam erst später, als ich dann gemerkt habe, dass die Probleme die es um uns
herum gibt und den Ärger, den ich hatte nicht (nur) durch mich, sondern durch Fehler in der Gesellschaft entstanden sind. Ich hab gemerkt, dass es
nicht nur kleine Pannen sind, sondern zwischen den Menschen was schiefläuft.
Und da hatte ich dann das erste mal des Gefühl, dass ich über solchen Dingen wie Neid,Eifersucht , Gewalt und andere Fehler der Gesellschaft, dass
ich über solchen Dingen drüberstehe, was nicht heißt, dass es mich nicht auch mal erwischen kann, aber solche Dinge hab ich immer vernünftig aus
der Distanz betrachtet und nicht das Spinnennetz wie die zappelnde Fliege ausgekundschaftet.
Und das hat in gewisser Weise das Andersein ausgemacht. Aber ohne die Isolation wäre das wahrscheinlich nicht zum Durchbruch gekommen.
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