The Unity Archiv

...auf den Pfaden der Wahrheit
HëllRÆZØR - 25.3.2006 um 17:46

Hi zusammen,

hab' gestern rausgefunden, dass ich wohl überzeugter Pantheist sein muss,
und da bin ich dann auf euer hübsches Forum gestoßen.

Ich studiere z.Zt. in Bonn Informatik mit Nebenfach Musikwissenschaft,
hobbymäßig bin ich Musiker (E-Gitarre und ein bisschen Klavier / Geige)
und beschäftige mich viel mit der Frage, auf welchen akustischen Grundlagen
unsere Harmonielehre basiert, von welchen Grundlagen man alternativ ausgehen kann
und was für eine Harmonielehre man auf diesen Grundlagen aufbauen kann.

...außerdem spiele ich gerne unkonventionelle Brettspiele (z.B. DOOM, Robo Rally, Arkham Horror, Cthulhu 500, ...),
höre progressiven Metal, Klassik und Sachen wie Filmmusik oder Musik aus Computer- / Videospielen (Favorit: Starcraft-Soundtrack).

Der Philospohie-Unterricht in der Schule hat mir auch immer viel Spaß gemacht (lang, lang ist's her),
und ich freue mich schon auf interessante Diskussionen mit euch. ;)

Entschuldigt, wenn ich die nächsten Tage nicht so viel Zeit habe,
Mittwoch und Donnerstag stehen zwei fiese Klausuren an
(die eigentlich gar nicht so fies wären, wenn die Vorlesungen nicht so inkompetent gehalten worden wären).

Viele Grüße,

Johannes, Yog-Sothoth, HëllRÆZØR oder wie auch immer ;)


deep7 - 25.3.2006 um 18:53

Zitat
Original von Yog-Sothoth
Hi zusammen
hallo zurück =)

[QUOTE]hab' gestern rausgefunden, dass ich wohl überzeugter Pantheist sein muss, und da bin ich dann auf euer hübsches Forumgestoßen.[/QUOTE]genauso gings mir auch! nur nicht gestern.


Seneca - 25.3.2006 um 19:38

Willkommen zuhause!


Soulmirror - 25.3.2006 um 20:16

[QUOTE]höre progressiven Metal, Klassik und Sachen wie Filmmusik oder Musik aus Computer- / Videospielen (Favorit: Starcraft-Soundtrack).[/QUOTE]

hehe ich wusste 3/4 davon als ich den ersten abschnitt bis dahin gelesen hab :D

trotzdem sehr feiner musikgeschmack und sc (broodwar *schwärm) soundtrack ist echt absolut top.

also dann willkommen hier ;)


HëllRÆZØR - 25.3.2006 um 21:19

Zitat
Original von Soulmirror
[QUOTE]hehe ich wusste 3/4 davon als ich den ersten abschnitt bis dahin gelesen hab :D

...und ich wusste danach direkt, dass du entweder Naturwissenschaftler oder Psychologe bist ;)

Zitat
Original von Soulmirror
[QUOTE]trotzdem sehr feiner musikgeschmack und sc (broodwar *schwärm) soundtrack ist echt absolut top.

Ich muss zugeben dass ich überrascht bin.
Hier sind übrigens ein paar Download-Seiten für Spiele-Soundtracks (Nostalgie pur!):
http://nescenter.de/
http://www.classicgaming.com/vgtunes/index_files/gamelist.htm
http://www.doom2.net/~doomdepot/music.html
@Zelder: Falls dein Name was mit der Zelda-Reihe zu tun hat, solltest du auch mal reinschauen. ;)

Zitat
Original von Seneca
[QUOTE]Willkommen zuhause!

Hm, zuhause...klingt auf jeden Fall angenehm.

@deep7: Bist du auch Naturwissenschaftler, oder fühlst du dich einfach "nur so" mit der Natur verbunden?

...ach so, teilt eigentlich irgendwer meine Begeisterung für Lovecraft?


deep7 - 25.3.2006 um 21:33

Zitat
Original von Yog-Sothoth@deep7: Bist du auch Naturwissenschaftler, oder fühlst du dich einfach "nur so" mit der Natur verbunden?
ne, ich bin Schüler, 17 Jahre, und naja, "mit der Natur verbunden" hört sich so nach Grünen-Wähler an. so ist das nicht. am besten, du liest meinen gästebucheintrag auf pantheismus.de (zweite von oben glaub ich, auch deep7): http://www.eguest.net/eguest/gbook.php3?gb=pantheismus

btw: ich bin potenzieller fdp-wähler


HëllRÆZØR - 25.3.2006 um 21:51

Ist bei mir genau umgekehrt, ich wähle grün und kann mit FDP nur wenig anfangen. ;)


nightrainmonk - 26.3.2006 um 00:38

Zitat
...ach so, teilt eigentlich irgendwer meine Begeisterung für Lovecraft?


ja, den find' ich schon sehr gut. Stilistisch schon beeindruckend, wie er eine Atmosphäre des Grauens schaffen kann, ehe überhaupt irgend etwas passiert.


quaid - 26.3.2006 um 01:16

ja dann auch hallo von mir.

nettes avatar, im übrigen.
darüber hinaus sehe ich es immer gerne, wenn jemand alle gegebenen möglichkeiten nutzt und sich direkt einen titel verpasst sowie sich selbst im profil ausführlicher beschreibt ;)

aber sag mal..wie bist du auf dein pseudonym "Yog-Sothoth " gekommen?


HëllRÆZØR - 26.3.2006 um 02:50

Zitat
Original von Qaber sag mal..wie bist du auf dein pseudonym "Yog-Sothoth " gekommen?

Yog-Sothoth ist einer der äußeren Götter in Lovecrafts "Cthulhu-Mythos"
(dieser Begriff wurde erst nach Lovecrafts Tod eingeführt),
also eines der mächtigsten Wesen im Universum.
Yog-Sothoth wird mit unendlichem Wissen über das Universum
und mit der Zeit als vierte Dimension des Raumes in Verbindung gebracht,
er hat den Beinamen "der einer-in-allem-und-alles-in-einem"
und er ist "der Schlüssel und das Tor".

Er ist weder gut noch böse und die Menschheit bedeutet im nichts, sie spielt auch innerhalb des Universums keine Rolle.
Es gibt Geschichten, in denen er der Menschheit feindlich gesinnt zu sein scheint,
in einer anderen dagegen gewährt er Randolph Carter, einem großen Träumer,
Einblicke in sein Wissen, und dieser willigt ein, obgleich er sich der Gefahr bewusst ist, wahnsinnig zu werden.
(Die Geschichte befindet sich übrigens in dem Buch "Die Katzen von Ulthar".)

----------------------

So, ich hoffe ich habe das halbwegs korrekt wiedergegeben.
Mich fasziniert die Ansicht, dass wir nur ein ziehmlich geringes Wissen über das Universum besitzen,
und Yog-Sothoth ist für mich der Inbegriff dieses Wissens.
Ich habe diesen Namen nicht gewählt, weil ich mich anmaße, viel zu wissen,
sondern weil mein Wissensdurst und meine Neugier nach dem Abschluss meiner Kindheit nicht verloren gegangen sind,
und es hoffentlich auch niemals sein werden.


... - 26.3.2006 um 02:51

"Harmonielehre"?
Hilf´mir mal auf die Sprünge. Ich war die Generation, die sich theoretisch ab der 7. Klasse vollkommen vom Musikunterricht hätte drücken können, weil es dafür keine Lehrer gab. (Ich hab´aber doch immer wieder lieber Musik als Kunst genommen, auch in der Oberstufe dann.)
War das das mit "Terz", "Quinte" "Quarte" etc? Und den ganzen einzelnen Tonleitern mit den unterschiedlichen Abständen in Dur und Moll bzw. bei einigen Kirchentonarten ist das ja noch anders, wenn ich mich jetzt recht entsinne!

Und @Soulmirror: Psychologe oder Naturwissenschaftler?? Höhö!!!


HëllRÆZØR - 26.3.2006 um 03:00

Ja genau.
Der Ganze Kram mit den Stufen, Funktionen, Intervallen, Akkorden, Tonleitern,
Konsonanz und Dissonanz, Auflösung usw.,
und alles basiert auf physikalischen Gesetzen.


Ina - 26.3.2006 um 03:19

Hmm, das ist ein faszinierender Mythos, von dem du da erzählst, den muss ich mir mal antun. Ich muss so ungefähr 14 gewesen sein, da wollte ich unbedingt wissen, wie das Universum funktioniert und fands total schrecklich, dass ich nicht hinter die Dinge sehen kann und nur dieses erbärmliche Leben, diese lächerlich schmale Größenordnung und dieses beschränkte Gehirn zur Verfügung habe. Ich hab da abends im Bett rumgeflennt, mich in die Bettdecke gekrallt. "Zeig mir, was du bist. Zeig mir, was in dir ist, Zeig mir, was Materie ist, was der Raum ist. Zeig mir, was ist, wenn es keine Zeit gibt. Warum sehe ich es nicht? Es ist doch genau hier, genau vor mir."

Aber naja, so wie unsere Welt ist, ist Physiker zu werden die beste Möglichkeit, sich solche Ideen auzutreiben :12:
Jedenfalls ist mit diese Zudringlichkeit dem Universum gegenüber weitgehend abhanden gekommen.
"Resigniert unter den erbarmungslosen Augen Yog-Sothoths." Auweia.


... - 26.3.2006 um 03:37

Das interessiert mich jetzt aber auch.
Hat das irgendetwas mit Physik zu tun, daß wir einen Terz harmonischer empfinden als eine Quarte manchmal?
Das hätte ich nicht gedacht, ich hätte eher auf Gewöhnung getippt.


golesipe - 26.3.2006 um 09:53

Schön das du bei uns bist.


Soulmirror - 26.3.2006 um 14:57

[QUOTE]Und @Soulmirror: Psychologe oder Naturwissenschaftler?? Höhö!!![/QUOTE]

hehe hab ich mir auch gedacht :D


@yog

ich denke wir werden usn bestimmt mal bissl musikalisch austoben. endlich mal jemand hier der auch so bissl was in die richtung hört :)
hörst du auch so post-rock sachen? oder math-rock?

@tonleitern

hmm hab von sowas ehrlich gesagt 0 plan aber hat das dann auch was damit zu tun, dass wir wenn wir einen zackigen stern und einen glibberigen kleks ham den kleks eher glubber und stern tecki oder so nennen?
gibts doch son experiment drüber.


Ina - 26.3.2006 um 16:51

Das liegt bloß an den Frequenzverhältnissen der akkustischen Schwingungen. Einfache Verhältnisse klingen harmonisch. Das simpelste Verhältnis, 2:1, entspricht der Oktave und klingt am harmonischten, die Quarte ist glaube ich 4:3, also auch noch ganz gut.
Irgendwas wie z.B. 97:29 hingegen klingt dissonant.
Gewöhnung spielt aber natürlich auch eine Rolle. Die Quinte z.B. hat 3:2, gilt aber trotzdem nicht als so harmonisch, wie man meinen sollte - im Mittelalter war das anders.
Andererseits sind wir sicher an gewisse Dissonanzen gewöhnt, es hat etwas Interessantes, wenn der Ton nicht ganz sauber gespielt wird.


Unmensch - 26.3.2006 um 17:17

@Maria: Wäre das nicht eher was für den Angeber-Thread?

Aber tolles Wissen, das habe ich nicht, obwohl ich Instrumente spiele und den ganzen Tag Musik um mich herum habe. :)


hopeless - 26.3.2006 um 17:59

schade, oder?


HëllRÆZØR - 26.3.2006 um 20:39

Tja, wie soll ich anfangen? Leider ist das nicht ganz so einfach...
Theoretisch gilt ein Intervall dann als konsonant / dissonant, wenn es ein möglichst kleines Intervallverhältnis hat.
Basierend auf der reinen Stimmung sind die Frequenzverhältnisse:
Reine Intervalle: Oktave 2:1, Quinte 3:2, Quarte 4:3
Konsonanzen: große Terz 5:4, kleine Terz 6:5, große Sexte 5:3, kleine Sexte 8:5, große Sekunde 9:8, kleine Septe 16:9
Dissonanzen: große Septe 15:8, kleine Sekunde: 16:15, verminderte Quinte 36:25, übermäßige Quarte 25:18, alle verminderten übermäßigen Intervalle.

Das war allerdings nicht immer so, früher empfand man alle Sekunden und die Quarte als dissonant.

Wie gesagt habe ich mich auf die reine Stimmung bezogen.
Da unsere Instrumente heutzutage aber in der gleichstufigen Stimmung gestimmt sind gibt es ein kleines Problem:
Unsere Quinte hat in wirklichkeit nicht das Verhältnis 3:2=1.5, sondern 2^(7/12) = 1.4983..., also eine irrationale Zahl.
Theoretisch hätten wir also ein unendlich großes Frequenzverhältnis,
allerdings ist der Unterschied kaum erkennbar.
Bei der großen Terz sieht das schon anders aus: Sie hat bei uns nicht das Verhältnis 5:4 = 1.25,
sondern 2^(4/12) = 1.2599..., gerundet also 1.26, und diesen Unterschied kann man wahrnehmen.
Unsere große Terz ist also nicht so rein wie die damalige.
Konsonanz und Dissonanz definieren sich also nicht nur durch das Frequenzverhältnis,
sondern auch dadurch, wie weit sie sich von dem "theoretischen" Frequenzverhältnis entfernen.

...außerdem spielt die Obertonreihe noch eine Rolle, aber dazu später vielleicht...


Ina - 26.3.2006 um 22:48

Tja @Unmensch, wenn da seit Neuestem alles rein muss, was rein gehört, müssen wir wohl ein eigenes Angeberforum aufmachen.
Aber die Dinger darf man offenbar nicht so nennen, insofern passt es schon so, wie es ist.


... - 27.3.2006 um 00:36

Aber letztendlich ist es doch also so, daß unsere Ohren diese bestimmten Frequenzen als angenehm betrachten, weil wir uns daran so gewohnt haben, oder ist das von Natur aus so??
Das kann ich mir nicht vorstellen, da dann ja heute völlig andere Menschen leben würden als zu den Zeiten, wo z.B. die Kirchentonarten noch in waren.
Ich finde die auch sehr schön. Viele russische Sachen sind ja darin noch geschrieben.


HëllRÆZØR - 27.3.2006 um 01:59

Ja, die Gewohnheit kommt natürlich auch mit dazu.
Und da unsere Stimmung ja nur eine Annäherung an die tatsächlichen Frequenzverhältnisse ist,
besteht auch eine gewisse Interpretationsfreiheit, welches Intervall "tatsächlich" gemeint ist.
Wie euch vielleicht aufgefallen ist, setzen sich die Intervalle in unserer Theorie nur aus den Primfaktoren 2, 3 und 5 zusammen.
Den Tritonus (übermäßige Quarte / verminderte Quinte) könnte man aber auch z.B. als 7:5, 10:7, 11:8 oder 16:11 wahrnehmen,
das ist auch der Grund, warum man ihn im Jazz teilweise als relativ konsonant ansieht.

Ich hoffe ihr habt mich nicht falsch verstanden: unsere Harmonielehre basiert zwar auf physikalischen Gesetzen,
allerdings nur auf einen bestimmten Tonraum bezogen, gewisse Fakten hat man auch außer acht gelassen,
und manches ist auch einfach wilkürlich.
...trotz allem baut sehr viel auf der Physik auf.

Die Kirchentonleitern basieren übrigens - wie auch die Pentatonik - auf der pythagoräischen Stimmung,
die zwar nicht so reine Intervalle wie die reine Stimmung besitzt,
dafür aber für Melodik und Tonleiterwechsel (Modulation) wesentlich besser geeignet war.
Es gibt halt keine perfekte Stimmung, jede ist ein Kompromis aus Reinheit, Melodik, Flexibilität und Komplexität.

Ich bin übrigens auf eine Stimmung gestoßen, die zwar ziehmlich komplex ist, dafür aber alle anderen Aspekte erfüllt.
Genau wie bei unserer Stimmung wird die Oktave in gleich große Teile unterteilt,
allerdings nicht in 12, sondern in 53.
Die Intervalle sind zwar auch nicht in der Form n/m darstellbar,
aber sie sind so gut angenähert dass das menschliche Ohr den Unterschied nicht hört.
Diese Stimmung kann sowohl die pythagoräische, als auch die reine Stimmung simulieren,
also auch beide kombinieren.
Im Prinzip ist es das, was ein guter Streicher intuitiv macht, da er ja - abgesehen von der Oktavlage - jedes denkbare Intervall spielen kann.

Ich muss zugeben, dass ich mich mit den Primfaktoren 7,11,... in Intervallverhältnissen noch nicht SO sehr auseinandergesetzt habe,
erst mal konzentriere ich mich auf die 2, 3 und 5.

:12: Hm, hoffentlich habe ich euch nicht zu sehr verwirrt.


Jan - 27.3.2006 um 16:35

Bei mir is irgendwas mit ner Geige hängengeblieben, nachdem ich den Text nun schnell überflogen habe.. :D ;)

Nene, is schon OK.. ;)


nightrainmonk - 27.3.2006 um 20:24

hallo @yogi,

find' ich alles sehr interessant, ich versteh' nur leider nicht 'mal die Hälfte :D
Hast du vielleicht 'ne Buchempfehlung, wo das ganze ausführlich erklärt wird und man 'mal von Anfang an einsteigen kann?


deep7 - 27.3.2006 um 20:34

für was man sich so alles interessieren kann...


nightrainmonk - 27.3.2006 um 21:05

ja, z.B. für die FDP oder reaktionäre Hackfressen wie Alexander von Stahl... :D


... - 27.3.2006 um 21:47

Zitat
Original von nightrainmonk
ja, z.B. für die FDP oder reaktionäre Hackfressen wie Alexander von Stahl... :D


LOL



@Yog-Sothoth:
Pentatonik?
Pythagoraische Stimmung?
Mir würde schon eine kleine Erklärung dazu reichen!


@NIghtrainmonk:
Wo muß das Buch denn anfangen?
Noten lesen kannst Du aber???? :D


deep7 - 27.3.2006 um 21:57

@nightrainmonk:

das war aber lieb ausgedrückt. kommunistenheinis wie du mit null ahnung von wirtschaft würden solchen leuten natürlich die stasi aufhetzen, schon klar, dass solche faschistoiden ausgemerzt gehören 8-)


nightrainmonk - 27.3.2006 um 22:03

Zitat
Noten lesen kannst Du aber???? :D

ja, Banknoten...
Es geht mir eher um solche Sachen wie die von Yogi angesprochene Verbindung von Physik und Harmonielehre in verschiedenen Epochen. Ich weiß, was auf meiner Gitarre eine Terz oder eine Quart ist, aber von einem Tritonus oder einer pythagoräischen Stimmung hab' ich noch nie was gehört.

P.S.: off topic - mit Otto hattest du recht!

@deep7
Zitat
kommunistenheinis wie du mit null ahnung von wirtschaft...


von einem 17jährigen, nationalliberalen Alexander-von-Stahl-Fan der Unkenntnis in Ökonomie bezichtigt zu werden, das hat echt was...
:37:
Und "Kommunistenheini"?! Boah, ich glaube, mit deinen knallharten politischen Analysen werde ich noch viel Spaß haben.


deep7 - 27.3.2006 um 22:29

Zitat
Original von nightrainmonkvon einem 17jährigen, nationalliberalen Alexander-von-Stahl-Fan der Unkenntnis in Ökonomie bezichtigt zu werden, das hat echt was...
ich bin auf dem gebiet sicherlich noch nicht sehr erfahren, mir aber zumindest im klaren darüber, dass das Modell des Kommunismus, meist gleichzusetzen mit Verstaatlichung / Zentralverwaltungswirtschaft längerfristig zum ruin deutschlands führen würde.

Zitat
Und "Kommunistenheini"?! Boah, ich glaube, mit deinen knallharten politischen Analysen werde ich noch viel Spaß haben.
aso, willst du lieber hackfresse genannt werden? (ein wenig muss ich mich deinem niveau ja wohl anpassen, zum schluss kommst du nicht mehr mit, gelle?)


nightrainmonk - 27.3.2006 um 22:38

Zitat
...mir aber zumindest im klaren darüber, dass das Modell des Kommunismus, meist gleichzusetzen mit Verstaatlichung / Zentralverwaltungswirtschaft längerfristig zum ruin deutschlands führen würde.


Na, wenn das zu sowas führt, werd' ich vielleicht doch noch Kommunist... :D
So, und jetzt lass' 'mal gut sein, das gehört hier nicht in den thread.


deep7 - 27.3.2006 um 23:01

wer lesen kann, ist klar im vorteil... :O

die kommunistenbeschimpfung nehme ich zurück, den rest nicht. aber kommunitarismus wird ebenso wie kommunismus langfristig wahrscheinlich nicht durchsetzbar sein. Auf keinen Fall auf Länder begrenzt.

Und auch bleiben Definitionsfragen beim Kommunitarismus offen, das ganze ist viel zu schwammig. mehr eine einstellung als eine konkrote politische einstellung, die man mit konkreten wirtschaftlichen als auch gesellschaftlichen maßnahmen verknüpft.

aber dazu vllt. mal ein extra strang...


Seneca - 27.3.2006 um 23:10

Kommunismus an sich heißt ja nur "klassenlose Gesellschaft". Und ich wüsste nicht was an diesem Begriff an sich so sonderlich falsch wäre.
Was allerdings bisher daraus gemacht wurde, ist eine ganz andere Sache.

Man kann übrgens ohne größere Probleme eine staatliche Planwirtschaft und eine freie demokratische Gesellschaft miteinander kombinieren, da gibt es alle Möglichkeiten. Dass bisher sämtliche Staaten ohne freie Wirtschaft gleichzeitig Diktaturen ohne jegliche persönliche Freiheiten und Grundrechte waren, ist leider so heißt aber nicht, dass es nicht auch anders ginge.


deep7 - 27.3.2006 um 23:16

@seneca:

zum begriff kommunismus: mein wortlaut war folgender:

[QUOTE]dass das Modell des Kommunismus,[U] meist gleichzusetzen[/U] mit Verstaatlichung / Zentralverwaltungswirtschaft[/QUOTE] =)

[QUOTE]Man kann übrgens ohne größere Probleme eine staatliche Planwirtschaft und eine freie demokratische Gesellschaft miteinanderkombinieren[/QUOTE]und das in zeiten der globalisierung ganz toll. eindeutig fortschritts- und somit wohlstandsfeindlich.


HëllRÆZØR - 27.3.2006 um 23:34

Zitat
Original von Arne Kroger
@Yog-Sothoth:
Pentatonik?
Pythagoraische Stimmung?
Mir würde schon eine kleine Erklärung dazu reichen!

Ich versuch's mal:

Die pythagoräische Stimmung ist so aufgebaut, dass mehrere reine Quinten (3:2) übereinander gelegt werden.
Bei 4 Quinten hätte man z.B. "C G D A E", "C-Dur-Pentatonik" wäre "c d e g a c",
"a-Moll"-Pentatonik entspricht "a c d e g a".

Bei 6 Quinten erhalten wir z.B. "F C G D A E H", genannt das "ionische System".
Die verschiedenen Kirchentonleitern erhält man, indem man von verschiedenen Grundtönen ausgeht,
also z.B. E-Phrygisch = "e f g a h c d e".
Da die große Terz in dieser Stimmung allerdings aus 4 reinen Quinten zusammengesetzt wird, ist das Verhältnis nicht gerade klein:
(3/2)^4 = 81/16, nach Oktavverschiebung erhalten wir 81/64,
während die große Terz in der reinen Stimmung 5:4 (= 80:64) war.

Die große Terz ist hier also nicht so konsonant wie in der reinen Stimmung,
aber sie ist auch nicht wirklich dissonant,
da man sie nicht als 81:64-Intervall wahrnimmt, sondern um ein "etwas zu großes" 5:4-Intervall.

Da man mit diesen Terzen (auch die kleine Terz und andere Intervalle sind betroffen) unzufrieden war,
entwickelte man die reine Stimmung, in der man abwechselnd kleine (6:5) und große (5:4) Terzen übereinanderlegte,
wobei eine große und eine kleine Terz zusammen immer eine reine Quinte ergeben: 5/4 * 6/5 = 6/4 = 3/2 = reine Quinte.
Man erhält dann also die reine Dur-Stimmung: "f a c e g h d" mit den Funktionen S(f a c), T(c e g) und D(g h d),
oder die reine Moll-Stimmung: "d f a c e g h" mit den Funktionen s(d f a), t(a c e) und d(e g h).

Das Problem bei der reinen Stimmung war, dass man nicht einfach so die Tonleiter wechseln konnte,
schon alleine der Wechsel in die Paralleltonart (also von C-Dur nach a-Moll oder umgekehrt) funktionierte nicht richtig,
da man zwei verschiedene "d"s hat.
Das d in der C-Dur-Stimmung liegt 2 Quinten überm c, hat also das Verhältnis 9:8 (normaler Ganzton),
während das d in der a-Moll-Stimmung eine Quarte minus eine kleine Terz überm c liegt,
woraus sich das Verhältnis 10:9 ergibt, also ein "kleiner Ganzton".

Mit der Zeit entwickelte sich dann unsere Stimmung, in der die Oktave in 12 gleich große Teile (Halbtöne) geteilt wurde.
Dank dieser gleichgroßen Intervalle kann man von jedem Ton aus jede Tonart spielen,
man hat allerdings "künstliche" Intervalle, die von den theoretischen abweichen.

:12: Ups, ist jetzt doch was länger geworden.

@nightrainmonk: Ein gutes Buch kenne ich da eigentlich nicht, aber hier ist das alles recht gut erklärt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stimmung_%28Musik%29
...und für Fortgeschrittene, speziell zur reinen Stimmung:
http://delphi.zsg-rottenburg.de/linkmusik.html

Auf die "Dissonanz" der Quarte komme ich auch noch mal zurück.


HëllRÆZØR - 27.3.2006 um 23:41

...ach so, @deep7 und andere:

Wenn ihr 'nen neuen Thread eröffnet beteilige ich mich gerne an der Diskussion ;)


nightrainmonk - 27.3.2006 um 23:51

Zitat
Und auch bleiben Definitionsfragen beim Kommunitarismus offen, das ganze ist viel zu schwammig.


Auch wenn ich für "Schluss der Debatte" war:
um nur mal meine Lieblingstitel zum Kommunitarismus aufzuzählen

Alasdair MacIntyre, Der Verlust der Tugend [B]381 Seiten[/B]
Michael Walzer, Sphären der Gerechtigkeit [B]478 Seiten[/B]
Charles Taylor, Quellen des Selbst [B]911 Seiten[/B]

Knappe 1800 Seiten, da bleiben natürlich viele Fragen offen, und das ganze ist viel zu schwammig, vor allem, wenn man's erstmal mit "Kommunismus" verwechselt...
Du hast schon recht: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.


deep7 - 28.3.2006 um 00:11

Zitat
Original von nightrainmonkKnappe 1800 Seiten, da bleiben natürlich viele Fragen offen, und das ganze ist viel zu schwammig, vor allem, wenn man's erstmal mit "Kommunismus" verwechselt...
Du hast schon recht: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
Das sind von meiner Seite natürlich Vorurteile. Inwiefern diese berechtigt sind, das weiß ich nicht. Mit der Nennung von Buchtiteln kannst du mich aber sicherlich nicht überzeugen.

Anmerkung am Rande: du verwechselst deinerseits gerade Verwechseln und Verlesen. Da kann mir in Sachen (Ver-)Lesen also offensichtlich jemand Konkurrenz machen :p


nightrainmonk - 28.3.2006 um 00:16

@Yog-Sothoth
danke für die Links, und sorry, dass wir deinen thread zweckentfremdet haben...


Soulmirror - 28.3.2006 um 00:57

yog nochmal die frage ob dus mit math-rock (-metal/-core) hast? :)

oder auch mit eher dekonstrukttiven arten der musik so á la industrial, grind und sowas hehe


hopeless - 28.3.2006 um 13:10

industriöööl! ;) aber da kenn ich auch nur NIN und ministry

aber was isn math-rock? also vielleicht auch mit beispielen..


Soulmirror - 28.3.2006 um 14:23

Zitat
Original von hopeless
industriöööl! ;) aber da kenn ich auch nur NIN und ministry

aber was isn math-rock? also vielleicht auch mit beispielen..


ministry und nin sind ja noch eher industrial rock/metal

hmm band mäßig hmm... hör das ja selbst eiglt gar net *g*

hier mal wikiquote:

Math-Rock: Der Math-Rock bezeichnet eine im Progressive Metal verwurzelte musikalische Erscheinung der 90er Jahre. Bands des Genres sind für ihre riffdominierte Rockmusik bekannt und legen mit einer geradezu mathematischen Perfektion Wert auf ungerade Taktarten, vertrakte Rhythmen und dissonante Klänge. Als bekannteste Band des Math-Rock gilt Spastic Ink.


hopeless - 28.3.2006 um 15:50

klingt gut, ick werd da mal dranbleiben.


... - 28.3.2006 um 22:13

Danke erstmal für die Erläuterungen, @Yog-Sothoth.
Ich hab´da auch noch ein bißchen dran zu knacken. Ich bin kein Musiker und auch kein Physiker.

Nur kenne ich gar keine Lieder in Kirchentonarten, wo überhaupt das Geschlecht gewechselt wird. Gibt es denn überhaupt Beispiele dafür, wo es wenigstens versucht wurde???


HëllRÆZØR - 28.3.2006 um 23:13

@arne: Ist ja auch eigentlich nicht der Fall, dass ein Stück in eine andere Kirchentonart wechselt,
wie kommst du denn darauf?
Das mit dem Tonartenwechsel war in Bezug auf das Dur-Moll-System gemeint,
oder woher kommt das Missverständnis?

@soulmirror: Das mit dem Math-Rock klingt interessant, so 'ne Art Steigerung von Dream Theater vielleicht?

Wie auch immer, meine Lieblingsbands sind zur Zeit:
Opeth (<- allen voran), Dream Theater, Children of Bodom, Blind Guardian, (+ Savage Circus + Demons & Wizards natürlich),
Die Apokalyptischen Reiter, alte Sachen von Soilwork, ab und zu auch mal Apocalyptica oder Dimmu Borgir.

Ich hab' auch keine Probleme mit härteren Sachen, aber damit's mir gefällt sollte es schon halbwegs melodisch und progressiv sein,
wobei Dissonanzen ja nicht unbedingt unmelodisch sein müssen (siehe Opeth).

Außerdem mag ich Bach (vor allem die Orgelwerke), Beethoven (die Klaviersonaten), den Star-Wars-Soundtrack von John Williams (am liebsten Episode V),
und dann noch teilweise Musik aus Computer- und Videospielen, u. a. Starcraft, Diablo, Secret of Mana (SNES) und verschiedene andere Spiele.

...so, jetzt muss ich mich aber wieder an Mathe ransetzen (passend zum Math Rock),
morgen ist die Klausur, und übermorgen direkt Info. :12:


dian - 29.3.2006 um 00:43

@ Yog:
Wow. Metal, Klassik und Videospiel-Soundtracks... das nenne ich mal eine interessante Mischung.
Wobei mich die Musik in Videospielen meist eher nervt. Secret of Mana hab ich gerade leider nicht mehr im Ohr, ist schon zu lange her.
Richtig cool fand ich jedoch früher das Turrican-Thema von Chris Hülsbeck. (aber shit, das ist ja eigentlich noch länger her. Das kennt hier wahrscheinlich keiner mehr.)

Was die akademische Noten-Diskussion angeht, muss ich sagen, dass ich mir beim Lesen deiner Ausführungen ein leicht verwundertes Grinsen nicht verkneifen konnte.
Dieses kopflastige Reden über Musik hat mich schon damals in der Schule am Musik-Unterricht abgeschreckt, obwohl ich Musik eigentlich sehr gerne mag.
Ich finde, irgendwelche coolen Sachen von Mozart oder Beethoven muss man fühlen. Der Versuch, diese Gefühle intellektuell zu erfassen und in mathematische Formeln zu pressen, befremdet mich schon ein wenig.
Aber trotzdem danke für deine Ausführungen. Davon hatte ich bisher echt noch nix gehört. Was es nicht alles gibt...


Soulmirror - 29.3.2006 um 13:13

naja dian sieh es doch mal andersrum... da siehst du mal wie fühlbar mathe sein kann ;)
ist ja dasselbe wenn so autisten aus mathematischen formeln eben spiralen etc. malen. für den ist das mathe und für uns dann eben ein "kunstwerk" oder eben ein hübsches bild.

@yog

dann kennst du doch garantiert sorgens kammer von dimmu oder? genialer song und vonnem videospiel "geklaut" hehe.

videospiel musik hat teilweise wirklich schon geniale sachen dabei. weiß ja net obs jemand kennt aber diablo 1 schonmal ist schon sehr fein genug aber dann mit dem add on hellfire in die gruft woahhh... hammer song.
werd den vielleicht mal bei gelegenheit aufnehmen und bereitstellen.

natürlich auch nicht die metal tributes to super mario usw. vergessen :D


... - 29.3.2006 um 17:24

Zitat
Original von Yog-Sothoth
@arne: Ist ja auch eigentlich nicht der Fall, dass ein Stück in eine andere Kirchentonart wechselt,
wie kommst du denn darauf?
Das mit dem Tonartenwechsel war in Bezug auf das Dur-Moll-System gemeint,
oder woher kommt das Missverständnis?




Deshalb sprach ich ja auch vom TonGESCHLECHT!!!

Viel Glück bei der Matheklausur btw.


HëllRÆZØR - 30.3.2006 um 02:39

@dian: Die Musik wie wir sie kennen ist ja nur mit Hilfe physikalischer Beobachtungen und mathematischer Berechnungen entstanden.
...wobei man natürlich auch ohne Kenntnisse der Naturwissenschaften gute Musik machen kann,
wenn die Voraussetzungen erstmal da sind.

@soulmirror: Natürlich kenne ich Diablo 1, ich bastel grad ein Brettspiel!
Im Anhang sind die Druckvorlagen für die 1.5cm x 1.5cm x 1cm großen Aufstellfiguren,
bisher sinds 6 Helden, 4 Golems, Butcher, Leoric und Diablo und 12x14 Monster.
Einfach schwarze Linien ausschneiden und grau knicken, wenn sich jemand die Mühe machen will. ;)
Die Figuren sind deshalb so klein, weil das Spielfeld Originalgröße hat, also ein Dungeon aus 79x79 Feldern,
die großen Räume aus dem ersten Level sind 21x21 Felder groß.

Kennst du eigentlich die "Minibosses"?
Von denen gibt's auch ziehmlich geile Videospiel-Cover, vor allem das von Doom!
Von Dimmu kenn ich nur die aktuellen beiden Alben, in die Stormblast hab' ich auch mal reingehört.

@Arne: Wie auch immer, damals im Mittelalter war das jedenfalls nicht üblich.
In moderner Musik dagegen sollte das zumindest im Jazz zu finden sein.

Edit: (Anlage gelöscht, da 0x heruntergeladen)


Soulmirror - 30.3.2006 um 10:38

@diablo 1

also wenn du mit minibosse in diablo1 die monster helden meinst, also den kultigen el chupacabras, foulwing etc. dann kennsch die, ja :)
doom hab ich nie wirkliich gezockt :/ hab erst mit quake 1-3 angefangen

also die neue aufgenommene stormblast sagt mir gar net zu ham auch sorgens kammer ziemlich verhunzt wie ich finde. kann dir mal bei gelegenheit die alte schicken.


HëllRÆZØR - 30.3.2006 um 16:21

Ne, ich meinte die Band "Minibosses", die covern Sachen aus Nintendo-Spielen,
unter anderem auch Zelda oder ein 9-minütiges Mega Man 2 - Medley,
und das Doom-Cover ist auch für nicht-Doom-Fans sehr zu empfehlen. :62:

...ach so, bei Dimmu meinte ich die Death Cult und die Puritanical,
die Neuauflage der Stormblast kenn ich noch nicht, aber ich hab mir schon gedacht dass das nix wird. :12:


HëllRÆZØR - 31.3.2006 um 02:19

Zitat
Original von Seneca
Willkommen zuhause!

Ich wollte an dieser Stelle nochmal erwähnen dass ich mich hier richtig wohl fühle
und dass ihr mir ohne Ausnahme absolut sympathisch seid,
"Willkommen zuhause" trifft's schon ziehmlich gut.:62:


MAUS - 1.4.2006 um 12:35

Hallo von Kölle nach Bonn! :)


HëllRÆZØR - 1.4.2006 um 18:53

Hey, das is ja toll dass jemand hier in der Nähe wohnt.
Ich wohn auch eigentlich nicht in Bonn,
sondernb genau zwischen Köln und Bonn.
Bis Köln sind's von hier aus etwa 35 Minuten mit der Bahn ;)


MAUS - 1.4.2006 um 19:04

Brühl?


HëllRÆZØR - 1.4.2006 um 19:26

Fast, Walberberg, also direkt am Phantasialand.
Und in welchem Stadtteil von Köln wohnst du?


MAUS - 1.4.2006 um 20:17

zugezogen rechtsrheinisch in höhenberg, also kölner 3. klasse *g*, wärste was eher zu uns hier gestoßen, hättest du es schön nah zum unity treffen gehabt.


HëllRÆZØR - 2.4.2006 um 17:10

Wer wohnt denn noch so in der Gegend?


... - 2.4.2006 um 23:52

Es kommen noch einige aus dem Ruhrgebiet (unter anderem ich) oder aus Ddorf.


HëllRÆZØR - 18.4.2006 um 00:26

@arne: Du hattest doch mal gefragt, warum man damals in der Musik die Quarte als dissonant empfunden hat.

Das Frequenzverhältnis ist sehr rein (4:3), daran kann's also nicht liegen.

Der Grund ist meiner Meinung nach folgender:
Es gibt ja die Obertonreihe, also die Töne, die in 2,3,4,5,...-facher Frequenz mit dem Grundton mitschwingen.
Der 1. Oberton ist die Oktave (2-fach).
Töne die sich nur in der Oktavlage unterscheiden betrachten wir im Prinzip als einen Ton.
(nehmen wir das einfach mal so hin)
Der 2. Oberton (3-fach) ist die oktavierte Quinte (2 * (3/2) = 3), die Quarte ist kein (direkter) Bestandteil der Obertonreihe.
Die Quinte wird somit als fester Bestandteil des Grundtons betrachtet, sie bestätigt ihn also.
Bei Grundton und Quarte ist es umgekehrt:
Da der Grundton (in oktavierter Form) als Quinte in der Obertonreihe seiner Quarte auftaucht,
ist er ein Bestandteil seiner Quarte, bestätigt diese also als neuen Grundton.
D.h. die Quarte ist nicht dissonant im eigentlichen Sinne (dissonare = auseinanderklingen),
sie erhebt allerdings sozusagen den Anspruch, neuer Grundton zu sein.
Diesem Anspruch kann man nachgeben (Kadenz / Quintfall: Dominante "löst sich auf" in Tonika) oder auch nicht (Quartvorhalt: Quarte "löst sich auf" in Terz oder Quinte),
oder man lässt die Quarte einfach stehen und ignoriert diese "Dissonanz" (hat man damals nicht gemacht).

Das soll jetzt kein "Beweis" sein, nur meine Sichtweise, und evtl. die Sichtweise die man damals gehabt hat.
Ich hoffe du hast einigermaßen verstanden was ich meine, ich kann nicht so gut erklären. ;)


... - 18.4.2006 um 02:24

Da müßte ich demnächst mir mal ein Beispiel reinziehen, wo man die Quarte einfach hat stehen lassen. Da bin ich auch nicht so der Experte, ich brauche da meistens auch Hörbeispiele.
Da werde ich mich mal drum kümmern, daß ich da was finde.
Aber bei Deiner Grundvoraussetzung, daß man die Oktaven immer als einen Ton betrachtet, ist mir aufgefallen, daß ich eigentlich gar nicht weiß, wie sich die Notenschrift und - bezeichnungen überhaupt entwickelt haben.
Gab´es da denn nicht schon evtl. irgendwelche Vorläufer, aus denen man das dann wieder erklären könnte (eben eine Notenschrift, in der z.B. eine Quarte nie existierte)? Das wäre doch dann auch erstmal einleuchtend, wenn die evtl. mal in einer früheren Tonschrift gar nicht auftauchen würde, dann würde das manches erklären.
Ich mein, irgendwie müssen sich die Leute ja auch schon zu Zeiten der Minnesänger etwas gemerkt haben. Mein alter Musiklehrer sagte immer, daß das kein Mensch wisse, was die gesungen haben. Aber ich vermute fast, daß es mal eine Notenschrift gab, die unabhängig von den ganzen Vorzeichen evtl. in jeder Tonart anders gewesen ist. Und das die heutige Notenschrift das alles nur vereinheitlichen sollte, und dabei evtl. auch solche Töne wie die Quarte automatisch dazu kamen, obwohl man sie z.B. beim Komponieren gar nicht benötigte.
Wäre auch ein Erklärungsansatz erstmal dafür, daß man überhaupt dissonante Töne in der Tonleiter hat. Aber, wie gesagt, ich bin da auch nur ein Laie.


HëllRÆZØR - 18.4.2006 um 03:32

Naja, die Quarte ist ja auch nicht wirklich "dissonant", sonst würde man eine Gitarre ja nicht in Quarten stimmen. ;)
Es ist eher so, dass eine gewisse Unruhe entsteht, etwas was einen aufhorchen lässt,
je nach Empfinden kann das erwünscht oder unerwünscht sein.
Beim Martinshorn z.B. verwendet man als Intervall die Quarte, und die alten Römer haben mit ihren Trompeten soweit ich weiß auch quartversetzt gespielt.
(kennt man ja aus diversen Filmen ;) )

In der europäischen Musik dürfte die Quarte jedenfalls immer fester Bestandteil von Tonsystemen gewesen sein,
da die Quinte und die Oktave immer dazugehörten und da sich zwischen diesen Intervallen nunmal die Quarte befindet.
Wenn man ein Intervall als "dissonant" empfunden hat heißt das nicht unbedingt dass man es komplett weggelassenhat,
man durfte es halt nur unter bestimmten Umständen spielen und musste es in ein "konsonantes" Intervall auflösen.

Notenschrift ist übrigens nicht unbedingt Voraussetzung für Musikkultur:
In Indien z.B. wird alles ohne Notenschrift überliefert (zumindest war es noch vor einiger Zeit so).


... - 19.4.2006 um 02:41

Das mit Indien ist interessant. Da muß ich mal morgen nach googlen, oder hast Du da ´n Link?
Die traditionelle indische Musik ist ja auch ganz anders aufgebaut, soweit ich sie kenne, als unsere traditionelle Musik.


HëllRÆZØR - 20.4.2006 um 00:59

Ich kenn eigentlich nur den Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Raga

Es ist aber recht mühsam, sich da im Internet schlau zu machen.

6 der Skalen unter "Raga Skalensystem" entsprechen übrigens unseren Kirchentonleitern (außer Lokrisch),
2 andere entsprechen Zigeuner Moll (von der ersten / 5. Stufe aus),
lediglich die 5 und die 6 sind in unserer europäischen Kultur eher unbekannt.
Auffällig ist, dass immer die Quinte mit drin ist (hier das g), deswegen gibt's auch kein Lokrisch.

Man wird allerdings nicht so hundertprozentig schlau aus diesen Informationen,
zum Beispiel ist von diesen 22 Shrutis die Rede, es wird in den Tabellen aber nur
von einem begrenzten Tonvorrat Gebrauch gemacht.
Falls du irgendwelche interessanten Seiten findest, gib mir auf jeden Fall bescheid.


... - 20.4.2006 um 02:28

Oh Gott, ich hab gerade mal die Wikipediaseite mir angeschaut, das ist ja schon:|

Ja, ich such mal weiter, wird aber noch ´ne Zeit dauern. Morgen muß ich arbeiten (Spätdienst Gott sei Dank!), aber am Wochenende habe ich wohl frei, mal sehen, ob ich was finde.
Ich weiß, daß Phil Glass für seine Oper "Satyagraha" auch was aus der indischen traditionellen Musik übernommen hat, ist aber bei Sachen wie Minimalmusic wohl auch sehr schwer da das entscheidende "indische" Merkmal herauszuhören.


Ina - 1.5.2006 um 11:01

Also ich kann nicht so schön gelehrt über Musik schwallen, aber ich mag minimalistische Musik. Steve Reich ist mir zwar nicht düster genug, aber Philip Glass gehört zu meinen absoluten Favoriten.
Ich finde, diese Musik ist unerbittlich, kalt und fesselnd wie das Weltall - allerdings kann ich nachvollziehen, dass man das einschläfernd findet, es gibt ja auch Leute, die der Sternenhimmel langweilt, weil sich das Programm von Abend zu Abend kaum ändert *g*


... - 2.5.2006 um 02:20

Mein Gott, @Maria!
Du bist ja wirklich ein Wunderkind.
Ich dachte schon, daß ich mit meiner Vorliebe für Minimal - Music ein Leben lang alleine hier durchs Forum rennen muß.
Also, Glass ist so ungefähr imo der absolute Dogmatiker in der Minimalmusic. Der hat wirklich nur eine Tonreihe, die er minimal variiert. Aber wie herrlich das sein kann, ist mir damals klar geworden, als ich "Koyaanisqatsi" sah. Da war eine Szene, wo massenweise Hochhäuser gesprengt wurden, dazu paßte die Musik wie nix anderes. Ein völlig eintöniger blöder Einheitsbaustil wird genauso beliebig zerstört. Und dies zu schneller minimalistischen Tonreihen, ein Hochgenuss in Bild und Ton (wäre natürlich auch bei Reihenhaussiedlungshäusern schön gewesen).
Ich hab´auch noch mehrere Opern von ihm gehört und "Satyagraha" ist wirklich toll. Da müssen dann auch die Sänger diese Tonreihen rauf und runter singen und das hört sich wunderschön an, besonders, wenn eine Altstimme das macht.
Reich ist schon ein bißchen variationsreicher, das stimmt. Kann ich mich auch nicht so schnell einhören als wie in Glass.
Kennst Du auch noch Nyman?
Das ist derjenige, der alle Greenaway - Filme bislang instrumentiert hat und der hat auch ´ne schöne Oper geschrieben: Der hat das Buch "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte" als Oper herausgebracht.


Ina - 2.5.2006 um 20:30

Ach da ist kein Wunder dabei, die gute Maria vegetiert halt in der Schule so vor sich hin und plötzlich dudelt da ein Stück von Phil Glass und Maria erwacht aus ihrer Lethargie und denkt sich "wow, was ist denn das?"

Das Zeug von Reich ist gut, geile Strukturen und so, geradezu mathematisch präzise, aber imho schon ziemlich verkopft und uhrwerkartig, interessant, aber irgendwie emotionsfrei - manchmal braucht man das, aber ich befriedige meinen Trieb nach mathematischer Präzession lieber direkt und nach Pulse - Sections I - X - Pulse habe ich meistens das Bedürfnis nach irgendjemandem, der ganz und gar ungeordnet seinen Schmerz in irgendein Mikrophon schreit und das ganze möglichst chaotisch und primitiv-aggressiv untermalt ;)
Nyman kenne ich nur vom Namen, das Zeug ist halt doch eher deine Generation als meine.

Aber so streng scheint mir Glass mit dem Minimalismus auch nicht zu sein, mal nicht mit den neueren Sachen, Naqoyqatsi z.B. klingt für mich nicht sonderlich minimalistisch, da wird nicht so exzessiv mit Wiederholungen umgegangen und es gibt tatsächlich Brüche und Wendungen innerhalb eines einzelnen Stücks.
Na gut, was die Theorie von dem ganzen angeht, kenne ich mich nicht sonderlich aus, aber wenn du eine geringe Variationsbreite an Tonleiten als Kriterium ranziehst, ist so ziemlich jedes Stück in den Charts plötzlich "minimalistisch" :D

Bei Koyaanisqatsi kam mir die Symbolik erstmal schon arg vordergründig vor, aber je öfter man den Film sieht, desto mehr Feinheiten erkennt man und desto meisterhafter erscheint er.
Du kannst mir nicht zufällig die Szene mit der Luftspiegelung des Flugzeugs erklären, also ich hab nie so ganz begriffen, wo das Ding jetzt eigentlich ist und wie es sich spiegelt...


hopeless - 2.5.2006 um 21:33

schmerz in mikrofon schreien, primitiv.. probiers doch mal mit death metal ;)


... - 3.5.2006 um 02:24

Die ganz neuen Sachen von Glass muß ich mir auch erstmal reinziehen. Ich bin ja da auch eher die konservative, ältere Generation.

Zu dem Flugzeugbild:
Ich weiß es auch nicht hundertprozentig. "Koyaanisqatsi" entstand ja in einem Zeitraum von über 8 Jahren. Und der Film entstand erst, nachdem Glass die Musik komponiert hatte.
Zwei Sachen wären möglich:
Entweder ist dies einfach nur ein Kameratrick, und die Kamera ist einfach mit einem guten Teleobjektiv ausgestattet worden und nachträglich wurden diese Schlieren eingeblendet, die eben das Bild einer Spiegelung vortäuschen sollten.
Wäre insofern sinnvoll, als es ja eben auch darum geht, dieses monströse Ding da immer näher und immer bedrohlicher auf sich zukommen zu sehen.Und es geht ja eben darum, daß sich die Situationen aus dem Leben, das nicht mehr im Gleichgewicht ist, sich auch in unserer Alltagssituation spiegeln soll.
Das wäre die einfachste Lösung.
Die andere müsstest Du besser kennen. Ich kann mich da ganz dumpf an meinen Physikunterricht erinnern, daß es doch sowas wie Luftspiegelungen gibt. Ich habe auch schon Bilder gefunden, wo diese sehr deutlich waren, auch farbig. Und die Schlieren bei der Aufnahme deuten ja wohl auch darauf hin, daß es da ziemlich heiß gewesen sein muß, wo immer diese Maschine gelandet ist (imo sieht das so aus, als daß sie ausrollt und nicht startet).Dann kann das auf einem Flughafen aufgenommen worden sein, der irgendwo eine Asphaltbahn vor dem Tower hat. Die gibt es, sogar beim Starten. Ich selber fliege nicht so gerne, aber mir hat mal wer erzählt, daß z.B. der Flughafen von Athen, Athen war es, glaube ich, so gebaut wurde, daß Du faktisch schon beim Starten auf eine riesige Mauer zu rast. Wie die dann angelegt sein müßte, damit sich die Lichtstrahlen da zu einer Spiegelung bündeln, überlasse ich jetzt mal Deinen physikalischen Kenntnissen. Optik war so das i - Tüpfelchen, weshalb ich dann doch lieber Physik abwählte und Chemie weitermachte, da lag ich schon in der Zehnten 2 Noten auseinander zwischen den beiden Fächern und habe auch nur noch eine drei bekommen in Physik, weil wir bei einer Klassenfahrt in Amsterdam unserem Lehrer das Notenbuch klauten. Und da wir bei dem auch Mathe hatten, hat der mich wohl auch in Physik etwas besser in Erinnerung gehabt, als wie ich damals da wirklich war.

So, damit auch alle wissen, wovon wir reden, falls jemand diesen wirklich schönen Film nicht kennt:


Ina - 3.5.2006 um 21:31

Was mich verwirrt hat, war, dass das Flugzeug nach links abdreht und gleichzeitig von links kommt und weiter auf einen zufährt. Mindestens ein Flugzeug ist da ne Spiegelung, das ist klar, doch ich steh irgendwie total auf dem Schlauch und verstehe nicht, wie das so aussehen kann.
Aber eine lebenswichtige Frage ist das nicht.
Obwohl, andere Leute versuchen Lynch-Filme komplett zu verstehen :12:


... - 4.5.2006 um 02:44

Stimmt, das mit dem Abbiegen habe ich ganz vergessen.
Auch bei Lynch - Filmen ist Nachdenken erst erlaubt, wenn der Film auf einen gewirkt hat, hab´ich ja schon @hopeless erklärt.
Aber hier bei Koyaanisqatsi ist es ja auch so, daß es z.Tl. auch Archivmaterial war. Vielleicht war das mal ´ne seltene Szene, die aus irgendwelche Gründen tatsächlich mal irgendwo aufgenommen wurde, wo z.B. eine zweigeteilte Fläche reflektiert. Da müßte ich mir aber auch noch mal die Szene genau angucken. Ich fand sie nur immer unheimlich bedrohlich, wie das Ding immer näher kommt und dann erst abbiegt.
Vielleicht findet ja mal irgendwer ´ne Drehbuchbeschreibung zu dem Film. Ich habe schon gegoogelt, aber für manche Sachen ist mein Englisch einfach zu schlecht.

Kann Holländisch nicht die neue Weltsprache werden???