
ich sehe gerade fight club und komme nicht drum rum das mir ein paar paradoxe sachen auffallen:
"selbstverbesserung ist masturbation. selbstzerstörung hingegen.."
1) ist was..?
2) wieso wird selbstverbesserung als schlecht,selbstzerstörung als gut bezeichnet?`
oder kurz davor:
(beide im bus)
"sollte man so aussehen`?"
tyler macht den abgebildeten mann schlecht. er protzt zuviel mit seinen muskeln.
später sieht man tyler (die szene wo der andere sich den zahn rausholt) samt seines waschbrettbauches und seiner trainierten bizeps. wo ist da der
sinn`? niemand wird so geboren.
vllt habt ihr ja drauf ne antwort.
naja das mit der selbstzerstörung ist eben der prozess auf dem weg zum 0 punkt. wies ja im film gesagt wird.
und tyler hat son waschbrettbauch weil brad pitt son waschbrettbauch hat :P
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Ich würde das noch ein bißchen weiter definieren.
Der ganze Film ist voll von Anspelungen auf die letztendlich für jeden aufgeklärte Schizophrenie des Protagonisten.
Ich hatte da schon mit anderen drüber gesprochen und mir war ab der Szene, wo die beiden im Auto saßen und Tyler die Hände vom Steuer weg hat. Das
Auto verunglückt dann ja auch irgendwie. Ab dem Moment war ir klar, daß tyler nicht real sein konnte. Ich weiß ncht, warum, vielleicht hatte ich
zuviel Lynch-Filme vorab gesehen.K.A.
Aber solche Anmerkungen, die mir gar nicht so bewußt aufgefallen waren, deuten auch stark auf die Assoziation zu Schizophrenie hin. Der Schizophrene
hat ja in dem Sinne gar kein "Ich", daß er noch verbessern kann. Er muß, um wieder "Ich" zu sein, das "Ich" , das er nicht selber ist, ja
zerstören, um wieder sein "ich" erhalten zu können. Letztendlich redet da kein Tyler, sondern es ist ein langer Monolog Jacks mit seiem anderen
"Ich", das er ja auch mehr und mehr als Bedrohung auffasst. (ist auch ein typisches kennzeichen von gewissen Formen dr Schizophrenie.)
Das mit dem Waschbrettbauch sehe ich auch mal so wie @Dian. Da ist vor allem Selbstironie von Brad Pitt im Vordergrund.
Aber auch hier fragt sich das ja Jack sich selber, ob man so aussehen soll. Auch hier fragt er sich, ob seine schizophrene Kunstfigur a la Tyler
akzeptabel ist. Jack kämpft da, auch gegen die optische Vereinnahmung seiner Wahnvorstellung durch ihn.
Da sind noch viel mehr Anspelungen drin, die letztendlich für mich auch darauf hindeuten, daß der Autor sich entweder sehr genau mit dem Phänomen
auseinander gesetzt hat, oder vielleicht selber mal so schizophrene Phasen gehabt hat.
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Tyler verkörpert optisch und charakterlich Jacks Ideal, kompensiert also in jeder Hinsicht die eigene Unzulänglichkeit Jacks, nicht der
(vorgegebenen) Norm entsprechen zu können. Umgekehrt ist es auch genau dieses Ideal, das angegangen und zerstört werden soll... bis ein einziger
Trümmerhaufen zurückbleibt, auf dem sich eine neue Gesellschaft bzw. ein neues Ich entwickeln kann.
Durch die gesamten Romane von Palahniuk (von dem die Vorlage stammt) zieht sich dieses Motiv der bewussten oder unbewussten Selbstzerstörung. Die
Protagonisten sind stets blind, in einem fremdbestimmten bzw. blinden Dämmerzustand, aus dem sie in der Regel durch einschneidende Erkennnisse (z.B.
der Schizophrenie), der berüchtigten 180Grad-Wendung, gerissen werden, und gezwungen sind das Steuer, das sie zuvor aus der Hand gegeben haben, zu
umfassen (in Jacks Fall durch den Kopfschuss und die Vernichtung seiner zweiten Hälfte).
Die Selbstzertsörung in Fight Club würde ich als praktische Umkehr der "Lifestyle-Obsession" betrachten, als Befreiungsakt eines Individuums, das
sich als vollkommen von außen bestimmt und geformt begreift.
Lonewolf
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in der reportage zum film (auf der DVD drauf) wird dieser punkt angesprochen es handelt sich tatsächlich um eine hinzugefügte szene um ein bischen auf brad anzuspielen...