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scaydcast
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Verfasst am: 8.5.2007 um 15:20 |
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| Zitat | Original von Tetrarchos
Aber wie denn? Geh für die marktüblichen, sich ausbreitenden, Dumpinglöhne malochen und schon bist Du wieder von ARGE abhängig. In dem Fall musst
Du dann das fehlende Geld zum Existenzminimum beim Amt erbetteln. |
Dann versuchs mit den nicht marktüblichen, bestimm deinen eigenen Lohn, mach dich nicht abhängig, sondern fang selbst an zu bestimmen. Dein
Existenzminimum kannst du damit allemal bestreiten und betteln gehört dann der Vergangenheit an. Dazu gehören eben zwei Gedanken und nicht nur
einer.
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Jack
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 8.5.2007 um 16:34 |
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>Obwohl ich keine Lust habe bei Ihnen zu arbeiten..."
Da würde der Interpretationsspielraum aber zu eng werden, denke ich.
Ich geb, zu ich habe keine Ahnung wie das so laeuft und ob in deinem Vertrag drin steht, dass du Lust haben musst JEDEN Job anzunehmen. Und ueberhaupt
wie das aussieht - ist das ein richtiger Job fuer den du dich bewirbst oder nur was, was du tun musst bis du einen richtigen bekommst?
Ach mich kotzt grad, dass viele es als selbstverstaendlich ansehen irgendetwas arbeiten zu muessen, um leben zu duerfen, besonders wenn man sich
betrachtet, dass es uns so gut, geht, dass wir sowas nicht noetig haben. Ich mein, es waere auch rein wirtschaftlich und Gesellschaftlich sinnvoll
jeden arbeiten zu lassen, was ihm Spass macht und was er am Besten kann, denn da wird er mehr als doppelt so effektiv arbeiten.
Liebe Gruesse
Jack
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Unmensch
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Verfasst am: 8.5.2007 um 16:42 |
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| Zitat | Original von Jack
Ich geb, zu ich habe keine Ahnung wie das so laeuft und ob in deinem Vertrag drin steht, dass du Lust haben musst JEDEN Job anzunehmen.
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So ungefähr. Was zumutbar ist (und das ist eigentlich alles, was in die Legalität fällt, sogar Prostitution), das hat man zu machen. Ob man will,
kann, Lust dazu hat oder nicht, das spielt dabei keine Rolle.
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...
Beiträge: 4247
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Verfasst am: 9.5.2007 um 02:35 |
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Also, nochmal:
Sofern Du keine Probleme mit dem doofen Bewerbungstraining hast, würde ich das so machen, dass Du schon mal verbal heftigst protestierst, und dabei
nebenbei Deinen Sachbearbeiter evtl. eine Etage höher denunzierst, dass er von Dir erwartet, dass Du astreine Bewerbungen schreibst, Dir aber kein
Bewerbungstraining zukommen lässt.
Dieser Bewerbungstrainingsscheiß gehört nämlich wohl, wie mir jemand erzählte, zu den Standardprogrammen, die die haben, da schicken die
eigentlich jeden hin, den sie irgendwie schikanieren müssen.
Wenn Du dem Amtsleiter mitteilst, dass der Dir das nicht vermittelt hat und sich nun aufregt, dass Deine Vorstellung Arbeitsmotivation zu zeigen, wohl
von einem Arbeitgeber missverstanden wurde (Immerhin kannst Du behaupten, dass Du damit zum Ausdruck bringen wolltest, dass Du ein gehorsamer
Arbeitnehmer sein wolltest. Woher solltest Du auch wissen, dass die Dich da an irgendwelche kommunistischen Wehrdienstverweigerer vermitteln
wollten.), dann kann da wenig passieren.
Wenn Du die Knete hast, auch noch mit einem Drittel weniger 'ne Zeit auszukommen, dann mach das so, dass Du abwartest, bis von denen was schriftlich
kommt und leg' dann Widerspruch ein.
NUR:
Der hat keine aufschiebende Wirkung, das Drittel weniger hast Du für einen oder mehr Monate, insofern ist die präventive Maßnahmen, sich an den
Chef zu wenden, was für einen unfähigen Sachbearbeiter Du hast, der Dir nicht mal Hilfestellungen bei Bewerbungen geben kann.
Und was die Sache anbelangt, wie wir die dazu bekommen, dass die Dich nie wieder belästigen werden, weil Du eben von denen mal die Beratung
verlangst, dass Du Dich als Lieferant für einen Betriebszweig eines EU-Staates (NL) als Lieferant anbieten willst, machen wir mal genauer aus, wenn
ich meine Prüfung hinter mir habe, also die schriftlichen hab' ich nächsten Dienstag geschafft.
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Tetrarchos
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Verfasst am: 9.5.2007 um 02:37 |
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Ähm Unmensch, prostitution ist NICHT zumutbar bei Arbeitsvermittlung durch die ARGE.
Das ist nämlich wiederum der Seiltanz der Bonzen, Die gehen Grade soweit das sie noch ohne Volkskrawalle durchkommen. Oder was glaubst Du würde
passieren, wenn 2,5 Millionen Arbeitslose Frauen und Mädchen (etwa die Hälfte der Arbeitslosen insgesamt) als Prostituierte zwangsarbeiten sollen??
:12: Eine sehr sehr seltsame Behauptung...
Hartz-IV ist wie ein Konvoiangriff:
Das Alg2 ist der Frachtdampfer, den ich mir immer holen will. Die Sachbearbeiter der ARGE sind die Zerstörer, die außenherumschwirren und es mir
maximal erschweren wollen.
Ich bin quasi das U-boot. ähnlich subversiv und mit "Schleichfahrt" gehe ich meine Ziele an.
:D Ok, Die jüngste Aktion meinerseits war wohl ein dreister Deckgeschützangriff. Aber ich bin ja noch nicht am Ende. Wie sagte Jürgen Prochnow?
"Wer viel schmeisst hat irgendwann nix mehr." Das gilt für die Sachbearbeiterin. :D
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Unmensch
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Verfasst am: 9.5.2007 um 05:36 |
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| Zitat | Original von Tetrarchos
Ähm Unmensch, prostitution ist NICHT zumutbar bei Arbeitsvermittlung durch die ARGE.
Das ist nämlich wiederum der Seiltanz der Bonzen, Die gehen Grade soweit das sie noch ohne Volkskrawalle durchkommen. Oder was glaubst Du würde
passieren, wenn 2,5 Millionen Arbeitslose Frauen und Mädchen (etwa die Hälfte der Arbeitslosen insgesamt) als Prostituierte zwangsarbeiten sollen??
:12: Eine sehr sehr seltsame Behauptung... |
Doch, das ist so. Kannst du auch auf diversen (seriösen) Seiten im Netz nachlesen. Mittlerweile ist Prostitution keine sittenwidrige Angelegenheit
mehr und die Zumutbarkeit eines Arbeitsangebotes ist nach unten hin offen. Auch das Gesetz, welches damals mit diesem Hartz-Kram in Kraft tat,
schliesst Prostitution nicht aus. Das einzige, was es noch verhindert und wo du Recht haben könntest mit deiner Aussage, dass man sich einfach noch
nicht traute, auch diese Hemmschwelle zu überwinden, ist die Tatsache, dass die Arbeitsagenturen sich eine Selbstverpflichtung auferlegt haben,
solche Sachen nicht zu vermitteln. Zumindest noch nicht. Aber vom Gesetz her spricht wirklich absolut nichts dagegen, sie wollen halt nur (noch)
nicht. Hmm, wie soll man das jetzt formulieren? Stolz, ausbeutungsscheu oder Respekt vor der Menschlichkeit wäre jetzt irgendwie der falsche Begriff,
finde ich.
| Zitat | Original von Tetrarchos
Hartz-IV ist wie ein Konvoiangriff:
Das Alg2 ist der Frachtdampfer, den ich mir immer holen will. Die Sachbearbeiter der ARGE sind die Zerstörer, die außenherumschwirren und es mir
maximal erschweren wollen. |
Also das sehe ich jetzt wirklich als reine Jammerhaltung. Und was du da schreibst, glaubst du doch nicht ernsthaft, oder? Falls doch, vielleicht
solltest du dir auch mal an deine eigene Nase fassen.
Zugegeben, paradiesisch geht es dort nicht zu, aber fairerweise muss auch ich mal meine Erfahrungen schildern, damit andere das Bild mit ihren
maßlosen Übertreibungen nicht zu sehr verzerren.
Und da sieht es nun mal so aus, dass ich dort immer nett und fair behandelt wurde. Wenn ich hier solche Sachen lese, zum Beispiel dass das da
irgendwelche Roboter sind, die herum sitzen und auf Schikane programmiert sind, muss man sich wirklich fragen, ob man hier im Kindergarten ist.
Genauso denken diverse Schüler auch, die alle Lehrer als ihre Feine betrachten. In Wirklichkeit passt es denen nur nicht, dort zu sitzen und quasi
eingesperrt zu sein. Aber was haben sie denn tatsächlich gegen den Menschen, der hinter der Lehrermaske steckt, welche sie sehen und sonst aber
nichts wahrnehmen?
Ich meine, klar, dort auf den Arbeitsagenturen machen die auch nur ihren Job und der bedeutet nun mal das, was den meisten hier nicht passen wird -
Leute in Arbeit und in dämliche Maßnahmen zu vermitteln. Beides verachte auch ich. Dennoch kann ich mich aus rein menschlicher Sicht nicht beklagen,
dort irgendwie fies behandelt worden zu sein, oder dass man auf mich gar ein Kopfgeld aussetzte, um mich mit allen erdenklichen Mitteln zu zerstören
(um jetzt mal in der Sprache derer zu sprechen, die sich immer für die armen Opfer halten).
Ich finde, so wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch heraus. Und wenn ich diverse Beiträge zu dem Thema lese (auch in anderen Foren)
und mir dann vorstelle, wie die Leute sich dort im Amt aufspielen, ist es für mich absolut kein Wunder, dass sie eins reingedrückt bekommen (und
dass sich das Amt wiederum mit Sicherheitskräften schützen muss). Würde ich nicht anders machen. Allerdings nicht aus arbeitsamttechnischer Sicht,
sondern aus meinem Menschsein. Einfach weil mich jemand blöd anmacht und sich dabei auch noch so toll fühlt (siehe Beispiel Maverick). Da würde
sich jeder wehren. Ob ich mich dabei dann wirklich meiner Macht bedienen würde, die ich als Beamter habe, sei mal dahin gestellt. Das wäre
höchstens noch das einzige, was man den Leuten dort vorwerfen kann - nämlich dass sie den Hebel des Amtes in Gang setzen, um die eigenen Ziele zu
erreichen. Dass sie sich aber wehren, das ist ihnen absolut nicht zum Vorwurf zu machen. Und warum müssen die das eigentlich das überhaupt? Bestimmt
nicht, weil es alles Zombies sind, die jeden Menschen hassen, der vor ihnen steht und ihn nun systematisch schikanieren wollen. Oh nein, das hat ganz
andere Gründe und mal eben so aus sadistischen Motiven (obwohl es das in Einzelfällen sicher gibt) macht das niemand.
Ich finde einfach, jeder sollte sich mal an seine eigene Nase fassen. Kann ja sein, dass viele schon schlechte Erfahrungen gemacht haben, aber ich
hatte sie nun mal nicht (und ich habe schon diverse Sachen abgelehnt und dass ich nicht gerade herumlaufe wie die Masse, war auch noch nie ein Grund,
mir eines reizuwürgen). Muss also irgendwie an anderen Gründen liegen und da sollte jeder mal selbst nachdenken, woran genau.
Ich gelte dort sogar als Problemfall, der schwer vermittelbar ist, man gab meinen Fall sogar schon ab, ich bekam eine neue Sachbearbeiterin, und statt
des grossen Terrors, den einige jetzt sofort kommen sehen, muss ich sagen, nein, es kam zu keinem Terror, die neue Sachbearbeiterin war sogar netter
als alle bisherigen zuvor. Ich konnte mir sogar herausnehmen, meine alternativen Gedanken auszusprechen und das kuriose daran war, sie sagte, sie
könnte es sogar verstehen, das sei gar nicht mal so verkehrt, nur dennoch könnte sie mich halt nicht weiterhin im Leistungsbezug und ansonsten in
Ruhe zu lassen, denn dann bekäme sie wiederum Ärger. Konnte ich auch nachvollziehen. Sie ist ja letztendlich auch nur ein Sklave der Behörde und
muss sich vor ihrem Chef rechtfertigen, wieso der Problemfall dem Staat noch immer auf der Tasche liegt.
Was ich damit sagen will: Sicher gibt es dort Idioten, so wie es sie überall gibt, aber so infantil alles herunterzuputzen, was beim Amt passiert,
zeugt für mich irgendwo von einer grossen Schwäche. Man muss doch unterscheiden können. Bei einigen Kommentaren, die ich aber hier schon las, kommt
es mir wirklich nur noch so vor, als ob das Klischeedenken schon sehr weit fortgeschritten ist. Auf der Strasse läuft jemand mit grünen Haaren,
schon ist er für die Gesellschaft Abschaum und ein asozialer Nichtsnutz. Sowas wird hier ja angekreidet. Seht ihr aber jemanden in Uniform, denkt ihr
absolut genauso. Und ich persönlich habe durchaus schon Beamte erlebt (auch bei der Polizei), die nett und zu mir korrekt waren. Ich meine, das muss
ja irgendwo einen Grund haben, oder? Und den sehe ich persönlich schon am Verhalten von so manchen. Wer sich mies benimmt, bekommt das zurecht auch
ganz genauso zurück. So ist es auch im wahren Leben, fernab sämtlicher Ämter. Und wenn ich hier bereits Mordgelüste lese, nur weil ein Arbeitgeber
etwas getan hat, was man nicht so gut findet, kommt wieder diese Unreife hervor, die ich bereits ansprach.
Ich glaube Tetrarchos würde auch im Spiel ein sehr, sehr schlechter Verlierer sein, das Schachbrett umwerfen und seinen Mitspieler ins Krankenhaus
schlagen (übertriebenes Beispiel).
Ich meine, natürlich sollte man sich wehren, wenn man schlecht und WIRKLICH fies behandelt wird, aber bei manchen glaube ich echt, die sehen sich
schon vor den Kopf gestossen und persönlich beleidigt, wenn sie einen Brief vom Arbeitsamt bekommen. Das ist bei denen jedoch standard und es kriegt
ihn jeder zuhauf, nicht nur ihr. Und das geht vielen wohl gar nicht erst in den Kopf. Die denken immer, sie persönlich seien gemeint und reagieren
dann entsprechend. Wie im Kindergarten halt, ich sagte es bereits. Die Tante schimpft, die Kinder heulen. Nur die sind noch zu jung, um wirklich zu
begreifen, dass nicht sie als Personen gemeint sind, sondern nur aufgrund dessen angemeckert wurden, weil sie sich eben zu einem anderen Kind so böse
und unfair verhalten haben.
Doch noch mal zurück zum Arbeitsamt: Klar sind das Marionetten, die dort arbeiten, aber letztendlich stehen die doch auch bloss in einem
Abhängigkeitsverhältnis und haben eigentlich keine Lust jeden Morgen im Büro zu erscheinen (die Worte einer Sachbearbeiterin), - natürlich
könnten die sich alle etwas besseres vorstellen, als sich das ganze Jahr mit Leuten wie Tetrarchos herum zu ärgern, aber was sollen sie machen?
Über die Runden müssen sie genauso kommen und den Mut so wirklich offen ihr Leben und ihre Meinung auszuleben, haben die nun mal nicht (oder sie
haben es nie gelernt oder nie ausprobiert). Doch mich widert diese Pauschalisierung an, die hier stattfindet. Erst mal sind ALLE schlecht. Wo ist da
denn bitte der Unterschied zu dem Schwachsinn, den Maverick in seinen Thread losgelassen hat? Und wieso gelten die überhaupt alle als faule Beamte,
die nur Kaffee trinken, aber machen sie dann doch mal ihren Job, so wie es in ihrem Arbeitsvertrag steht, dann werden hier auch bloss Hetzbeiträge
geschrieben von wegen bösen Staat, faschistische Sachbearbeiter und weiteren Dingen, die man mit ihnen gerne noch anstellen würde.
Ich finde das alles sehr unreif.
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Ina
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Verfasst am: 9.5.2007 um 11:19 |
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Boah @Unmensch, weißt du, was ich für "unreif" halte??
Diese Einteilung der Menschen in Gut und Böse, dieses platte Schema, in das du jeden presst, ohne auch nur ansatzweise seine Seele zu verstehen bzw.
überhaupt auf die Idee zu kommen, da könnte irgendetwas sein, das über dein fixes Weltbild hinausgeht. Ich will es dir nicht ausreden, es ist
faszinierend, dass es so etwas überhaupt geben kann, aber es gibt tatsächlich Menschen, die komplizierter gestrickt sind als du, auch wenn du
aufgrund unzureichender Wahrnehmung glaubst, ihnen überlegen zu sein.
Wenn ich nicht im Einzelnen auf deine Beiträge eingehe, so liegt das übrigens daran, dass mich derart platte Phrasen wie
| Zitat | | Ich finde, so wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch heraus. |
| Zitat | | Ich finde einfach, jeder sollte sich mal an seine eigene Nase fassen. |
oder das wiederholte Gerede von Kindergärten schlicht geistig kapitulieren lassen. Diesen zähen Hirnschlamm kenne ich aus meinem Alltag und den
bewegen zu wollen ist Verschwendung. Man kann höchstens zwischendurch mal draufkotzen, so wie ich es hiermit tue :D
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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 9.5.2007 um 11:21 |
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@ Unmensch:
| Zitat | | natürlich könnten die sich alle etwas besseres vorstellen, als sich das ganze Jahr mit Leuten wie Tetrarchos herum zu
ärgern, aber was sollen sie machen? Über die Runden müssen sie genauso kommen und den Mut so wirklich offen ihr Leben und ihre Meinung auszuleben,
haben die nun mal nicht (oder sie haben es nie gelernt oder nie ausprobiert). Doch mich widert diese Pauschalisierung an, die hier stattfindet. Erst
mal sind ALLE schlecht. |
Ich weiß nicht, wie ich das jetzt formulieren soll, ohne meine bekannte zurückhaltende Art aufgeben zu müssen...
aber du schreibst hier und in anderen Beiträgen in letzter Zeit so eine gequirlte Scheiße, dass ich mich echt zu fragen beginne, was du in einem
Forum wie diesem überhaupt verloren hast.
Erst fängst du an, hier in bösartiger Weise Leute rauszumobben, dann verteidigst du diese Beamtenschweine, weil sie ja nur ihren Job machen und man
ihnen halt freundlich begegnen soll...
Du hättest wahrscheinlich auch noch ein paar tröstende Worte für die abtransportierten Juden im Dritten Reich gehabt (sorry, dass jetzt wieder ein
Nazivergleich kommt, aber das bietet sich bei dieser Thematik ja förmlich an...)
"Was beschwert ihr euch, dass ihr geschlagen werdet? Das ist nunmal der Job der SS, euch ins Konzentrationslager zu bringen. Und wenn ihr nicht brav
in einer Reihe lauft und den ganzen Verwaltungsakt unnötig verzögert, dann braucht ihr euch nicht zu wundern, wenn die SS-Männer genervt reagieren
und euch eine reinhauen. Das sind ja schließlich auch nur Menschen, die Familien haben und ihren Job nicht so einfach aufgeben können, weil sie ja
einen Eid auf den Führer geschworen haben... Denen müsst ihr einfach mit Respekt begegnen, dann respektieren sie euch auch."
Also wirklich... wenn du Maverick wegen ein paar kruden Äußerungen über Frauen schon dazu aufforderst, sich aus dem Forum zu verpissen, dann bin
ich gerade zehnmal mehr motiviert, dir wegen deinen lemming-konformen Äußerungen das selbige nahe zu legen. Gleiches Recht für alle!
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Unmensch
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Verfasst am: 9.5.2007 um 11:39 |
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| Zitat | Original von dian
Also wirklich... ich frage mich gerade, wenn du Maverick wegen ein paar kruden Äußerungen über Frauen schon dazu aufforderst, sich aus dem Forum zu
verpissen, dann bin ich gerade zehnmal mehr motiviert, dir wegen deinen lemming-konformen Äußerungen das selbige nahe zu
legen. |
Wieso lemming-konform? Meine Äusserungen finde ich sogar durchaus alternativer als so manche Ansichten hier. Denn gegen die lehne ich mich auf, statt
sie irgendwie zu schlucken und das genauso zu machen, wie es der Unity-Kodex befielt. Der interessiert mich aber nicht. Ich denke immer noch frei von
jeglichen Erwartungshaltungen. Daher hasse ich auch nicht alle Beamten, weil man das gefälligst so zu machen hat, um ja auch ein guter
Gesellschaftskritiker zu sein.
Ich habe beispielsweise auch nie verstanden, was es mit Punk zu tun hat, wenn man sich mit Bier vollkippt und sich wie ein Schwein benimmt. Nicht
anders ist es jetzt auch hier. Wenn das nicht in dein Weltbild passt, dann hast doch vielmehr du das Problem, nicht ich. Du glaubst doch, dass jeder
Beamte ein heimlicher Sadist ist und nur in den Beruf ging, um andere Menschen zu schikanieren und am Boden zu sehen. Allerdings ist das grosser
Schwachsinn. Das ist genauso ein Job wie der Fensterputzer von nebenan, halt die einen sind hier reingeraten, die anderen eben dort. Froh sind sie
beide, dass sie etwas zu tun haben. Und hier würde ich mal lieber mit der Kritik ansetzen, wie das überhaupt sein kann und wie es überhaupt
möglich ist, regiert und von Ämtern verwaltet zu werden, statt restlos alle zu hassen, nur WEIL sie es tun. Für mich sind die genauso in einer
Abhängigkeit und daher Opfer. Das gilt ganz genauso dann, wenn jemand seine Amtsmacht missbraucht und tatsächlich jemanden schikaniert (was ich ja
nicht bestreite, dass es das gibt). Dann ist aber auch nicht der böse, böse Beamte schuld, sondern der widerliche Mensch, der dahinter steht. Der
wäre auch Dreck, wenn er nicht am Bürotisch sässe und ist es nicht nur, WEIL er dort sitzt. Und das scheinst du nicht zu verstehen. Immer nur
pauschalisieren, ja, das hat mich in der Tat schon bei Maverick genervt.
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dian
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Verfasst am: 9.5.2007 um 14:04 |
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| Zitat | | Wieso lemming-konform? Meine Äusserungen finde ich sogar durchaus alternativer als so manche Ansichten
hier. |
Mit "lemming-konform" meinte ich, dass dieses Verständnis und diese Toleranz gegenüber der Obrigkeit und deren Handlangern, das du uns hier als
revolutionäre neue Denkweise verkaufen willst, doch im Grunde seit vielen hundert Jahren von einem Großteil der Bevölkerung praktiziert wird.
Dass die Angestellten vom Arbeitsamt oder der freundliche Schutzmann, der die Wohnung von Leuten durchsucht, die den G8-Gipfel stören wollen, auch
menschliche Wesen sind, die nur ihren Job machen, ist mir schon klar. (Wahrscheinlich weiß das sogar Tetrarchos, tief in seinem Inneren. )
Die Frage ist aber doch: Wollen wir sie dabei unterstützen, so dass es auch noch in hundert Jahren Menschen gibt, die so einen Job freiwillig machen
wollen? Oder wäre es nicht vielleicht die bessere Taktik, sie zu ächten und zu verspotten, wo immer es nur möglich ist?
Angenommen, die Beamten und Polizisten dieser Welt würden zukünftig vom Rest der Bevölkerung komplett mies behandelt werden... jeder würde die
Straßenseite wechseln, wenn sie ihm begegnen, ihre Freunde und Frauen würden sie verlassen, und kein Kneipenwirt würde ihnen noch ein Bier
ausschenken..
Ich glaube, wir hätten ziemlich schnell und vor allem sehr unblutig eine andere Gesellschaftsform... denn außer ein paar wenigen Psychopathen würde
sich keiner mehr solch eine Erniedrigung antun wollen. Dann würden sie alle ihre Jobs hinschmeißen, und das System könnte von unten herauf neu
aufgebaut werden.
Also warum Verständnis für diese Leute wecken? Willst du nicht, dass sich etwas ändert? Und falls du das doch willst: Wie soll sich denn jemals
etwas ändern, wenn man nicht seinen Unmut bekundet und diesen Handlangern sagt, was man von ihnen hält?
Willst du dich mit denen an einen Tisch setzen und ihnen mit einem Lächeln im Gesicht von deiner alternativen Lebenseinstellung erzählen? So
erreicht man doch nichts... man hat vielleicht dann weniger Stress mit denen, weil die natürlich dankbar für jeden sind, der sich ihnen gegenüber
angemessen verhält... aber das System ändert man dadurch kein Stück. Im Gegenteil: Ich würde sogar behaupten, man festigt das System, in dem man
dessen Gesetzen und denen, die diese Gesetze ausführen, mehr Achtung und Respekt entgegenbringt als unbedingt nötig ist.
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Unmensch
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Verfasst am: 9.5.2007 um 15:13 |
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| Zitat | Original von dian
Also warum Verständnis für diese Leute wecken? Willst du nicht, dass sich etwas ändert? |
Ich verstehe schon, auf was du hinaus willst. Im Grunde sehe ich das sogar genauso. Es ist ähnlich wie bei einem Soldaten, der in den Krieg zieht und
dort vom Feind eine Ladung Raketen serviert bekommt. Er ist doch selbst schuld, was opfert er sich für einen dämlichen Staat auf und macht willenlos
alles, was dieser von ihm verlangt? Hier haben wir ja bereits durchaus Parallelen zum Arbeitsamt. Ist ja auch alles richtig, aber die eigentliche
Kernaussage aus meinem langen Beitrag war doch eine ganz andere. Mich nervt einfach diese entsetzliche Jammerhaltung (die Welt ist ja so schlecht,
alle haben sich gegen mich verschworen und die Arbeitsagentur wurde auch nur gegründet, um mich klein zu kriegen, aber das schaffen sie nicht, denn
ich bin der Grösste!).
Ich finde das schwachsinnig und denke, man sollte einfach mal wieder auf den Boden zurück kommen. Ich sage das nicht, um die irgendwie zu
verteidigen, sondern wenn man schon meckert, dann sollte man es bitte wahrheitsgetreu machen. Und für mich sind das nun mal keine Sadisten, die aus
Spass alles und jeden moppen und sich jeden Morgen auf ihren Bürojob freuen, weil sie dem arbeitsunwilligen Pack mit der gesamten Palette an
staatlichen Sanktionsmaßnahmen auf die Pelle rücken können. Wer so denkt, hat zu viele schlechte Filme gesehen, aber noch nie ein Arbeitsamt von
innen. Oder aber er sah es schon, hat sich dort aber so dermaßen unmöglich aufgeführt, dass es mich ehrlich gesagt überhaupt nicht wundert, dass
sämtliche Register der Schikane gezogen werden. Dann aber jedoch nicht, weil die Mitarbeiter in einem solchen Fall vom Staat dazu angehalten sind,
sondern lediglich weil der Mensch dahinter sich ganz persönlich angegriffen gefühlt hat und ganz persönlich Rachepläne schmiedet und dabei - und
das ist jetzt wirklich fies - sich seiner Stellung als Beamter bedient. Aber wie ich schon mal sagte, hat das dann nichts mit dem bösen, bösen
Beamtentum zu tun, denn der Feind ist dann ja nicht Sachbearbeiter Mustermann, sondern es ist der Mensch dahinter, der Herr Mustermann, der zu feige
ist, persönliche Differenzen dann auch persönlich mit seinem Gegenüber zu klären, sondern stattdessen sich lieber der Hilfsmittel seines Jobs
bedient.
Sowas ist fies, klar, absolut keine Frage.
Natürlich nervt es mich genauso, dort vorgeladen zu werden und ich bin alles andere als hocherfreut. Aber ich besitze immerhin noch die Fähigkeit zu
unterscheiden, dass das nicht gegen mich persönlich geht, sondern man mich halt vorlädt, weil das dort in einem gewissen Zeitraum so üblich ist.
Und manche verstehen das einfach nicht, die denken dann immer gleich wieder "oh, dieser Drecksladen, haben sich bestimmt wieder was neues ausgedacht,
um mich fertig zu machen. Diese Schweine, aber mich kriegen sie nicht klein, ich zünde denen die Bude an!!!).
Meine Güte, ich sehe das viel lockerer. Setze mich da kurz hin, höre mir das an, das geht zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Das
war's. Natürlich versklave ich mich in dem Moment und gehorche denen alleine schon deshalb, weil ich mich auf den Weg zu ihnen gemacht habe, aber
meine Güte, dann doch lieber 5 Minuten meines Lebens dafür opfern, als mich irgendwo Tag für Tag 8 Stunden von einem Chef herumkommandieren und
WIRKLICH schikanieren zu lassen. Ist halt immer die Frage, wie man diese Verhältnismäßigkeit für sich persönlich vereinbaren kann. Und ich habe
nun mal kein Problem damit, diese 5 Minuten mit einem Beamten "zusammenzuarbeiten", die restliche Zeit dafür aber umso intensiver machen zu
können, was ich will bzw. was ich nicht will - schlichtweg weil ich meine Ruhe habe. Dass ich für diese 5 Minuten auch noch Geld kriege und den
Staat damit prima ausnutze, ist sogar noch ein netter Nebeneffekt. So macht man das System von innen kaputt - was zwar jetzt auch nicht die Welt
rettet, aber immerhin alle mal mehr, als wenn ich jetzt böse Schimpfworte den Beamten vor den Kopf knalle. Denn was bringt es? Für mich doch nur
noch mehr Rennerei und Ärger mit dem Amt und im schlechtesten Falle sogar kein Geld, aber ansonsten ist doch rein gar nichts bezweckt. Oder glaubt du
ernsthaft, weil ich besonders böse gucke, kündigt jemand seinen Job dort und schliesst sich anschliessend einer Guerilla-Gruppe an? Sehr
unwahrscheinlich. Das prallt bei denen sowieso ab, die werden auf sowas ja bereits auf Schulungen vorbereitet. Notfalls rufen sich halt den
hausinternen Sicherheitsdienst, spätestens danach geht es ihnen wieder gut und dann darf man erst mal wirklich die Amtswillkür spüren, wenn man von
zwei Mann herausgezerrt wird, und nur noch ein fieses Grinsen der Sachbearbeiterin im Raum zurück bleibt. Der geht es danach zweifelsohne noch besser
als vorher.
Soll so deine Strategie zum stürzen des Systems aussehen? Naja, halte ich strategisch nun nicht für sooo klug, aber wie ich schon sagte, jeder so,
wie er es für sich vereinbaren kann. Und wenn ein normales Verhalten (du sollst ja niemanden gleich um den Hals fallen) absolut keine Option für
dich ist und du lieber den Höhlenmenschen mit Keule mimst, dann sollst du damit glücklich werden. Aber ich will genauso mein Recht darauf haben,
mich so zu geben, wie ich gerne möchte. Und nicht dieses oder jedes gut oder mies zu finden oder durch den halben Laden zu brüllen, nur weil man das
ja so handhaben muss, um auch tatsächlich alternativ genug für die Unity zu sein.
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Benway
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Motto: fire walk with me
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Verfasst am: 9.5.2007 um 15:55 |
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Unmensch schrieb:
[QUOTE]Doch noch mal zurück zum Arbeitsamt: Klar sind das Marionetten, die dort arbeiten, aber letztendlich stehen die doch auch bloss in einem
Abhängigkeitsverhältnis und haben eigentlich keine Lust jeden Morgen im Büro zu erscheinen (die Worte einer Sachbearbeiterin), - natürlich
könnten die sich alle etwas besseres vorstellen, als sich das ganze Jahr mit Leuten wie Tetrarchos herum zu ärgern, aber was sollen sie
machen?[/QUOTE]
Und du siehst da wirklich keinen unüberbrückbaren Gesinnungskonflikt zwischen den Leuten hinter dem Schreibtisch und dir? Allein um sich vor sich
selbst zu rechtfertigen, müssen diese Beamten sich doch durch deine bloße Existenz angegriffen fühlen - völlig nebensächlich, ob sie nun
persönlich eine sadistische Ader in sich tragen oder nicht. Du tust doch, wovon deine Sachbearbeiterin nur träumt...und trotzdem verläuft euer
Zusammentreffen besser als das zwischen einem selbstbewussten Schwulen und einem konservativen Lokalpolitiker, der nur in seiner Jugend mal ganz
flüchtig homosexuelle Neigungen gespürt, sie aber schnell unterdrückt hat? Kann ich nicht so recht glauben, oder du verstellst dich wirklich seeehr
gut.
[QUOTE]dann doch lieber 5 Minuten meines Lebens dafür opfern, als mich irgendwo Tag für Tag 8 Stunden von einem Chef herumkommandieren und WIRKLICHschikanieren zu lassen. Ist halt immer die Frage, wie man diese Verhältnismäßigkeit für sich persönlich vereinbaren kann.[/QUOTE]
Jepp, das ist es...Gibt's ein richtiges Leben im Falschen? Die Frage wird jeder für sich selbst beantworten, die meisten ganz intuitiv auf die selbe
Weise. Ich weiß nicht, wie ich mich in deiner Situation entscheiden würde. Zur Zeit bin ich in der glücklichen Situation, noch keine Kompromisse
eingehen zu müssen, das Härteste, was passieren kann ist, dass man mich als arrogant abstempelt, wenn ich ihm mehr oder weniger ins Gesicht sage,
dass ich ihm nichts zu sagen habe. Wenn in Bälde auch meine Existenz davon abhängen wird, dass ich brav Männchen mache, weiß ich nicht, wie ich
reagieren werde.
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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 9.5.2007 um 19:00 |
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@ Unmensch:
Ok, ich verstehe schon, was du mir sagen willst.
Dass es nichts bringt, den Sachbearbeiter zu bedrohen oder im Amt Krawall zu machen, ist klar.
Genauso wenig, wie es was bringt, sich gegen Bullen zu wehren, wenn die einem schon Handschellen angelegt haben.
Würde ich ja auch nicht machen. Da ist das, was du machst, natürlich klar die sinnvollere Methode.
Weshalb streiten wir uns doch gleich?
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Soulmirror
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Motto: Bunti 1 - die Welt 0
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Verfasst am: 9.5.2007 um 19:07 |
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[QUOTE]Weshalb streiten wir uns doch gleich? [/QUOTE]
wegen der verallgemeinerung, dass alle beamten und überhaupt leute die nen "assigen" job machen arschlöcher sind und schergen des systems. :p
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dian
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Verfasst am: 9.5.2007 um 19:20 |
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Ich dachte eher, wegen der Verallgemeinerung, dass alle Beamten und überhaupt Leute, die nen "assigen" Job machen, respektvoll und freundlich
behandelt werden sollen? :D
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Soulmirror
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Verfasst am: 9.5.2007 um 20:20 |
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naja dann wohl eher, dass man auch so leute so behandeln sollte das man selbst am ende den umständen entsprechend am besten dasteht. wenn man
natürlich unbeugsam da reingeht wird man eben "gebrochen" nicht verbogen.
ich teile da auch unmensch´s ansicht, dass man bei sowas lieber 5 minuten mitspielt als rumzuplerren und dann die rechnung dafür zu kriegen.
wie war das mit dem herrn k. der sich gegen die gewalt aussprach? *g*
btw. der kommentar das er verschwinden solle ist ja wirklich witzig wenn du dich noch kurz zuvor über das "rausmobben" anderer beschwerst. ums mal
gesagt zu haben :p
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...
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Verfasst am: 10.5.2007 um 02:54 |
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@Unmensch;
Ich weiß jetzt nicht, woher Du Deine Kenntnisse vom Aufbau der Arges hast, denn um die geht es hier, nicht um das Arbeitsamt alleine, das ist nur
noch für ALG I zuständig.
Ich kann Dir mal kurz meine Kenntnisse schreiben:
Die dort Tätigen (die beileibe nicht alle Beamte sind, das sind nur die, die auch wirklich hoheitliche Tätigkeiten ausführen, z.B., wenn
@Tertrarchos 'ne Kürzung bekommen sollte, dann müsste das schon jemand unterschreiben, der dazu die Befugnis hat) werden in unterschiedliche
Gruppen aufgeteilt. Es gibt eine Gruppe, die nach dem Beamtentarif bezahlt wird und der ist per Gesetz festgelegt, da gibt es nur gesetzliche Zulagen.
Dabei dürfte es sich um die Sachbearbeiterin z.B. handeln, die Du bekamst, nachdem Du als Problemfall (=schwer vermittelbar) eingestuft wurdest.
Solange Du da noch nicht drin bist (und das Kontingent für solche Fälle ist klein), bekommen die Sachbearbeiter dafür Prämien, wenn sie Dich
entweder vermitteln oder an Deinen Bezügen so sparen, dass es sich lohnt für den Staat.
Die Vorstellung, dass der normale Sachbearbeiter also nicht an seinen Profit denkt, wenn er Dich eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben
läßt, ist also Unsinn.
Dann, es sind eben keine Beamte, sondern in erster Linie Angestellte und die Beamten, die dort sitzen, sitzen deshalb dort, weil man sie schon
überall herausgemobbt hat. Sozialamt und Arges sind der letzte Dreck, den kein Mensch machen will, der im ÖD ist.
(Evtl. könnte @PigPen mal erzählen, ob das auch da, wo er arbeitet, so ist. Hier im Ruhrgebiet gibt es ganz klare Hierarchien in den Ämtern, wo es
am Schönsten ist, und wo man unter keinen Umständen arbeiten sollte.)
So, und dann ist Deine Sichtweise auch sehr kurzsichtig, @Unmensch:
Schön, dass Du Dich nur für 5 Minuten verstellen musst, um Dein Geld zu bekommen (und btw @Tetrarchos hat nicht gejammert, sondern hat nach
Möglichkeiten gefragt, gegen den Scheiß Aktionen zu machen, das ist das genaue Gegenteil!!!).
Also nach 5 Minuten hast Du Dein Geld.
Erstmal zu der Lüge, dass man mit Krawall oder Bedrohungen kein Geld bekommt.
Es gibt die Fälle, wo Sachbearbeiter sich aufgrund von Einschüchterungen haben korrumpieren lassen und wegen Zahlungen sowieso und es dürften Mio.
Fälle sein, die wir aber nicht erfahren, weil es dann alle machen würden.
Dann zum Zweiten:
Weißt Du zufällig, wo die höchste Selbstmordquote im ÖD ist? (Jetzt ÖD, der eben auch Büroarbeit ist, im medizinischen, pflegerischen oder
pädagogischen und polizeilichen Bereich mal ausgenommen, da ist die sowieso höher)
Eben bei der Arbeitslosen - oder Sozialhilfebetreuung.
Da gab es schon vor Jahren den Fall, dass die das nicht mehr vertuschen konnten, weil irgendwie im Arbeitsamt Bonn sich gleich 5 Mitarbeiter direkt
aus der Dienststelle in einem höheren Stockwerk aus dem Fenster stürzten.
So, mal ein paar Fakten noch zu den Mitarbeitern:
1.Die verdienen nicht besonders, ich hab' mit meinen Zuschlägen und Samstags-, Sonntagsdiensten mehr in der Tasche, wenn ich nur 'ne
Zweidrittelstelle mache als die.
2.Die haben meistens nur Zeitarbeitsverträge, weil die irgendwoher rekrutiert worden sind, wo sie nicht mehr gebraucht wurden.
3.Diejenigen, die schon in der Stadt oder bei irgendeinem Amt waren, wurden dahin abgeschoben, weil sie unbeliebt waren, bei Kollegen oder beim Chef
oder so.
Das sind oftmals Typen, die das letzte Scheißleben haben.
Und die willst Du weiterhin in einer so suizidalen Stellung lassen, einfach weiter sterben lassen bis zum Kopfsprung vom Balkon???
Das ist aber nicht sehr einfühlsam.
Ich kenne vier Leute aus dem Öffentlichen Dienst (also, ich kenne natürlich mehr, ich bin ja selbst im ÖD, ich meine jetzt in dem ÖD, wo auch
Büroarbeit anfällt).
Fall 1:
Mein bester Schulfreund damals. Hat direkt gesagt, wenn sie ihn dahin versetzen, dann wird der sofort die Seite wechseln und seinen Beamtenjob
hinschmeißen. Um das zu verhindern, ist der sogar in eine Mehrheitspartei gegangen, das beste Mittel hier im Ruhrgebiet, um nicht dort zu landen.
Fall 2:
Mein Exlover aus Düsseldorf. Der arbeitet beim Regierungspräsidenten, der hat somit keine Probleme, mal in einer Arge zu arbeiten. Aber dem reicht
das Klima da auch schon lange. Der braucht schon 2 Joints vor der Arbeit, um die Hackfressen da zu überleben. Der hatte auch schon mal gekündigt,
aber die haben die Kündigung nicht angenommen, weil der auch noch, seitdem der in dem Job ist, 'ne affektive Psychose hat und die meinten, das wäre
eine manische Phase gewesen. (Man kommt eben genauso schlecht aus dem ÖD raus, wenn man einmal drin ist wie da hinein.)
Fall 3:
Ein ehemaliger Beamter, den ich eher so nebenher kenne von der ein oder anderen Bumsgeschichte. Das war'n Punkie, der 1990 noch so naiv war, und
meinte, wenn er Beamter wird, dann hat der seine Ruhe und muss nicht viel machen. Aber denkste als Punkie. Die haben den erst ins Sozialamt versetzt,
und da der da auch nicht kuschte und z.B. solche Briefe, wie sie @Tetrarchos geschrieben hat, einfach durchgehen ließ, ist der dann noch gemobbt
worden und dann haben die die arme Sau auch noch in den Außenschnüffeldienst versetzt, also dann durfte der draußen bei den Stütze- oder
ALG-Empfängern nachgucken, ob die nicht doch am Arbeiten waren. Ein Job, wo die eingeschlagenen Zähne garantiert sind, insbesondere für Menschen,
die nicht ganz so aussehen wie sich das die Masse vorstellt.
Der hat dann auch seinen Beamtenjob an den Nagel gehangen und lebt trotzdem (oder gerade deswegen???).
Und der vierte Fall war auch beim Arbeitsamt, der ist noch ausgestiegen, direkt nach der Ausbildung (Made in just in Time!!)
Und mich wollten die doch auch schon haben, als ich noch Rehafall der BfA war. Weil ich halbwegs deutsche Briefe schreiben kann. Ich hab' schon am
zweiten Tag der Auswahl Kopfschmerzen bekommen, wie das immer ist, wenn ich zuviel sitze. Leider gehörte ich zu den drei von den 120, die eine Stelle
hätten bekommen können, aber ich habe auch lieber jemanden, der eventuell etwas mehr Schwierigkeiten mit seiner Gesundheit noch hat als ich
überlassen (der hat evtl. die Zyankalikapseln schon! :D).
ALSO RETTET DIE ARGE-MITARBEITER: MACHT IHNEN DAS ARBEITEN SO SCHWER, DASS SIE KÜNDIGEN, BEVOR SIE ALLE DRAUF GEHEN!
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Unmensch
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Verfasst am: 10.5.2007 um 04:52 |
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| Zitat | Original von Arne Kroger
@Unmensch;
Ich weiß jetzt nicht, woher Du Deine Kenntnisse vom Aufbau der Arges hast, denn um die geht es hier, nicht um das Arbeitsamt alleine, das ist nur
noch für ALG I zuständig. |
Natürlich waren meine Beispiele jetzt mehr auf die ARGE gemünzt und es gibt auch Beamte, wo davon überhaupt nichts greift, weil sie einen
vollkommen anderen Job machen, der beispielsweise sich wirklich nur mit der Kontrolle und dem Schikanieren der Leute befassen. Gibt es sicher, dort
sollte man aber auch immer den Einzelfall sehen und nicht über einen Kamm scheren.
Aber da wir ja hier im Thread ursprünglich beim Thema Arbeitsamt bzw. ARGE waren, habe ich mit meinen Beiträgen auch vornehmlich darauf Bezug
genommen. Selbstverständlich ist das jetzt nicht universell verwertbar für zig andere Behörden, zumal wie könnte ich, wenn ich bestimmte Stellen
noch niemals von innen gesehen habe?
Dass in den Arbeitsämter gar keine echten Beamten sitzen, weiss ich. Grösstenteils haben die dort alle nur Zeitverträge, wobei es natürlich
trotzdem welche gibt, die fest angestellt sind. Aber wir sollten uns auch nicht zu sehr an diesem Begriff "Beamter" hochziehen, wogegen ich mich
nach wie vor wehre, sondern es geht schlicht um die Leute, die das dort ausführen. Ob das nun Beamte sind oder Schlüpfe, spielt dabei erstmal ja
keine Rolle. Und ich weiss auch, dass dort niemand sitzt, der mal eben entscheiden kann, dass dir das Geld gestrichen wird. Die leiten das weiter an
die Leistungsabteilung und du treffen die Entscheidung aufgrund der Sachlage. Ist ja einerseits eine gar nicht mal so dumme Schutzmaßnahme, denn es
dämmt die Willkür ein. Gleichzeitig gibt es aber auch immer eine Spezies Leute, die ernsthaft meinen, nur weil sie von ihrem Bearbeiter nicht
gemocht werden, drückt der eben mal einen Knopf und schon gibt es kein Geld mehr. Das ist natürlich Quatsch. Zumindest so, wie es dargestellt wird.
Dass es theoretisch durchaus so laufen KANN, weiss ich natürlich. Die Bearbeiter brauchen ja nur die entsprechenden Zeilen zu formulieren und
irgendwelche nicht vorhandenen Tatsachen zu erlügen, und schon wird die Leistungsabteilung das schlucken und entsprechend sanktionieren. Inwieweit
die das selbst noch mal gegenprüfen und auf Wahrheitsgehalt testen, weiss ich nicht. Vermutlich müssen sie es gar nicht, denn in eigentlich kaum
einen Fall haben die irgendwelche Beweise, denen sie nachgehen könnten (und die Zeit dazu, angesichts dass jeder mindestens schon einmal sanktioniert
wurde, schon gar nicht).
| Zitat | Original von Arne Kroger
Die dort Tätigen (die beileibe nicht alle Beamte sind, das sind nur die, die auch wirklich hoheitliche Tätigkeiten ausführen, z.B., wenn
@Tertrarchos 'ne Kürzung bekommen sollte, dann müsste das schon jemand unterschreiben, der dazu die Befugnis hat) werden in unterschiedliche
Gruppen aufgeteilt. |
Ja, genau das schrieb ich eben. Wofür die Sachbearbeiter aber durchaus befugt sind, das ist die Maßnamengeschichte, um die Leute dort reinzustecken.
Absegnen muss das niemand, im Gegenteil, die sind ja sogar dazu angehalten, ihre Maßnahmen mit Leuten zu füllen. Und hier zeigt sich dann schon das
erste Mal, was es heisst, einfach mal mit etwas Verstand an die Sache heranzugehen. Im ersten Augenblick sieht das zwar schon so aus, als ob ich
schwach bin, nachgebe und mit den Beamten kooperiere, indem ich sie nicht bei jedem Besuch vollschnauze, aber letztendlich ist das absolut nicht so
kurzsichtig, wie du sagst. Denn zustimmen tust du mir schon, dass man so eher vor irgendwelchen Quatsch verschont wird, als wenn man Rambazamba macht,
oder? Dass es irgendwann eh jeden einmal trifft, ist natürlich klar - vermutlich muss das sogar so sein. Ist halt der übliche Amtslauf und der gibt
wohl vor, dass jeder mindestens einmal gefördert werden muss, zumal es nebenbei ein netter Test ist, um die Arbeitsbereitschaft zu testen. Dadurch
konnte man gewiss schon einige Millionen einsparen, deshalb halten die auch weiterhin an dem bewährten System fest. Ist ja auch irgendwo logisch.
| Zitat | Original von Arne Kroger
Es gibt eine Gruppe, die nach dem Beamtentarif bezahlt wird und der ist per Gesetz festgelegt, da gibt es nur gesetzliche Zulagen. Dabei dürfte es
sich um die Sachbearbeiterin z.B. handeln, die Du bekamst, nachdem Du als Problemfall (=schwer vermittelbar) eingestuft wurdest.
Solange Du da noch nicht drin bist (und das Kontingent für solche Fälle ist klein), bekommen die Sachbearbeiter dafür Prämien, wenn sie Dich
entweder vermitteln oder an Deinen Bezügen so sparen, dass es sich lohnt für den Staat.
Die Vorstellung, dass der normale Sachbearbeiter also nicht an seinen Profit denkt, wenn er Dich eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben
läßt, ist also Unsinn. |
Das mit den Prämien war mir in der Tat neu, auch wenn man immer mal wieder solche Gerüchte hört. Scheinbar stimmt es also doch, interessant.
Nun, aber ohne dass man mir wieder Lobpredigen auf Beamte unterstellt, will ich jetzt trotzdem mal betonen, dass ich es dann doch sogar ERST RECHT
etwas sonderbar finde, dass die mich nicht wie den grössten Dreck behandeln, obwohl ich ihnen de facto doch bares Premiengeld koste. Behandelt und
terrorisiert wie Tetrarchos werde ich dennoch nicht. Seltsam. Woran liegt's? Ich sehe eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder Tetrarchos
übertreibt wirklich maßlos und badet sich im Selbstmitleid, weshalb ich ja überhaupt erst hier angefangen habe im Thread zu schreiben, weil mich
das einfach nervt. Oder aber, und das ist die zweite Möglichkeit, mein Auftreten dort ist so gut, dass ich deren Augen gar nicht als Feind gesehen
werde, sondern man eher noch Mitleid mit dem armen Arbeitslosen hat, als ihn von Grund auf zu schikanieren.
Vielleicht ist es aber auch eine Mischung aus beidem. Im Grunde ist es ja egal. So unweitsichtig, wie es den Anschein macht, kann es jedenfalls nicht
sein, denn ich komme gut durch. Auch mit meiner Devise, wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch hinaus. Ich meine, es ist doch irgendwo
auch eine Sache von Logik, wenn man da reinstürmt wie der Letzte Dreck und sich genauso verhält. Gerade deshalb, weil dort nun mal auch nur Menschen
sitzen, werden die sofort einen Ersteindruck daraus ziehen und dich entsprechend behandeln. Das machen die vielleicht noch nicht mal aus einem bösen
Grund heraus, sondern es geschieht völlig unterbewusst. Wenn ich Leute auf der Strasse sehe, denke ich mir auch meinen Teil und manche widern mich
sogar sofort an, obwohl ich noch nicht ein einziges Wort mit ihnen gewechselt habe. Oder anderes Beispiel: Eine gut aussehende Frau steht am
Strassenrand und hat einen Motorschaden. Ein paar Meter weiter steht genau das Gegenteil an Schönheit, vielleicht handelt es sich dabei sogar noch um
einen Mann - tja, dass der hilfsbereite Autofahrer dann sofort der Frau hilft, weil sie auf ihm - unterbewusst aber auch völlig bewusst - einfach den
besseren Eindruck macht, versteht sich natürlich von selbst.
Das war jetzt einzig auf das Aussehen bezogen. Dass es sich nicht anders mit dem Verhalten zuträgt und man einem schüchternen Mädchen eher hilft
als einem wilden Rocker, ist natürlich ebenso so logisch. Und auch in dem Amt sieht es nicht anders aus. Und da ich sowieso kein Mensch bin, der mit
dauerhaft angefressenen Hass das Haus verlässt und jedem sofort umlegen würde, der nur falsch guckt, fällt es mir auch nicht sonderlich schwer,
dort im Amt die fünf Minuten ruhig zu bleiben, auch wenn die irgendwas von dem faseln, was für mich ohnehin niemals in Frage kommt: Nämlich
arbeiten und einer Gesellschaft nützlich zu sein, die ich zutiefst ablehne. Und wenn ich nun mal schon die nützliche Gabe besitze, selbst bei so
einem Müll die Ruhe selbst zu bleiben, wieso mich dann verbiegen, laut losschreien und mir dadurch mehr Probleme einhandeln, als dass es mir etwas
bringt?
| Zitat | Original von Arne Kroger
Schön, dass Du Dich nur für 5 Minuten verstellen musst, um Dein Geld zu bekommen (und btw @Tetrarchos hat nicht gejammert, sondern hat nach
Möglichkeiten gefragt, gegen den Scheiß Aktionen zu machen, das ist das genaue Gegenteil!!!). |
Das sieht wohl jeder anders, für mich wirkte es nun mal mehr wie Jammern. Liest dir doch noch mal den ersten Beitrag hier aus dem Thread durch. Wirkt
das für dich wirklich wie ein Hilferuf, was man machen kann, um denen dort Paroli zu bieten, oder wollte sich Tetrarchos lediglich den Frust von der
Seele reden? Ich meine, beides ist doch okay und hat seine Daseinsberechtigung, aber mir kommt Tetrarchos dann doch eher so vor, als ob er sich nur
mal Luft machen will, weil er nun mal der Typ ist, der sich schnell aufregt, was man ja auch an seinen heimlichen Fantasien merkt, was er mit Leuen
anstellen will, die zwar nicht wirklich nett zu ihm waren, aber die letztendlich ihn auch nicht gerade mit kochenden Wasser überschüttet haben.
Auch damals, als es um seine Maßnahme ging und er dort rechtswidrige Sachen machen sollte, hat er das doch mehr über sich ergehen lassen, als
wirklich einzugreifen und zu handeln. Genügend Tipps hat er bekommen, auch von dir, Arne, aber ist er den Sachen auch wirklich nachgegangen und hat
sich darum gekümmert, dass er zu seinem Recht kommt? So wirklich die volle Bandbreiten der Möglichkeiten hat er doch gar nicht ausgeschöpft, dazu
ist er gar nicht der Typ. Dass du dagegen weitaus konsequenter vorgehen würdest, glaube ich dir hingegen auf's Wort.
| Zitat | Original von Arne Kroger
Das sind oftmals Typen, die das letzte Scheißleben haben.
Und die willst Du weiterhin in einer so suizidalen Stellung lassen, einfach weiter sterben lassen bis zum Kopfsprung vom Balkon???
Das ist aber nicht sehr einfühlsam. |
Ach, das käme jetzt immer auf die Betrachtung an. Einerseits könnte ich sagen, die machen sich selbst dem Staat zum Untertan und wer mit dem Feuer
spielt, braucht sich über verbannte Hände nicht zu wandern. Mitleid habe ich keines.
Andererseits könnte man es natürlich auch so machen, wie es Dian im Zivilcourage-Thread begründet hat, weshalb es durchaus legitim ist, bei
Sachschäden einfach vom Unfallort abzuhauen Denn immerhin zerstört es im schlechtesten Fall die Existenz und das wäre dann ja ganz schlimm. Naja
und wenn es das tatsächlich ist, wie ist es dann moralisch vertretbar, die Leute bei der ARGE in die Arbeitslosigkeit und damit in die Armut zu
moppen? Ist das dann nicht auch verwerflich? Die haben jahrelang auf der anderen Seite des Schreibtisch gesessen, sich über Leute erhoben und sind
dann in die Kantine gegangen und haben sich vollgestopft. Meinst du, dass solche Leute ernsthaft fähig wären, mit 345 Euro im Monat auszukommen?
Zumal das wäre erst mal die finanzielle Seite, wie sähe das erst sozial aus? Jemanden, der sich bisher nur über seinen Job definiert hat, wo er den
grossen Max markieren konnte, geht doch erst recht zugrunde und fühlt sich unendlich wertlos, wenn er ein unnützer Arbeitsloser ist, den niemand
mehr haben will und der alle paar Wochen bei seinen Ex-Kollegen antanzen muss, um sich nun auf der anderen Seite des Schreibtisches verhöhnen zu
lassen.
Also hier ist es wirklich eine klare Auslegungssache und je nachdem, wie man zu der Sache steht, entscheidet man. Eines bleibt aber immer gleich: Die
Welt wird DAS nicht retten. Klar, könnte ich die Leute dort den ganzen Tag beschimpfen, aber was bringt es, ausser noch mehr Maßnahmen,
Leistungskürzungen und vielleicht noch eine Anzeige wegen Beleidigung? Bringt doch nichts. Zumal ich konsequent sein müsste und wenn ich schon den
widerlichen Beamten beschimpfe, weil er im Dienste des Staates Menschen nötigt und ihn damit unterstützt, dann müsste ich genauso die Kassiererin
bei Schlecker vulgär attackieren, wenn sie mir einen schönen Tag wünscht - denn letztendlich arbeitet und unterstützt sie auch mit ihrer
Tätigkeit solche Leute wie Anton Schlecker, der ja für alles bekannt ist, nur nicht für humane Arbeitsbedingungen.
Und auch die Verkäuferin bei C&A müsste von mir die volle Ladung Hass bekommen, da sie für einen Konzern tätig ist, der durch Kinderarbeit und
Ausbeutung reich geworden ist und das ja nur soweit kommen konnte, weil Leute wie die Verkäuferin überhaupt erst dort angefangen hat zu arbeiten.
Und so könnte man das jetzt unendlich weiterspinnen. Letztendlich müsste man IMMER mit vollen Hass durch die Strassen gehen, und wo ich mich einfach
frage, was hat man da selbst noch von seinem Leben? Zumal für was gibt man sein eigenes Leben überhaupt auf? Selbst wenn man jeden Tag jedem
Menschen sagt, wie doof man ihn und seine Arbeit findet, macht das die Welt doch auch nicht besser, geschweige denn die Menschheit fängt plötzlich
an ihren Verstand zu benutzen. Das wird nicht passieren, diese Kraft kann man sich dann schon eher für die Leute aufheben, wo man Potenzial erkennt,
aber die vom Rechten weg abgekommen sind. Die kann man anbrüllen, denn dort hat das heiser werden wenigstens einen Sinn, wenn man sie dadurch
missioniert und zu einem den Teil der Armee der Guten macht. Das wäre doch mal ein Erfolg, aber wahllos irgendwelche Menschen anzubrüllen, die viel
zu sehr schon in den Fängen einer Drecksgesellschaft stecken, ist in meinen Augen reine Zeitverschwendung. Ausserdem sind mir auch viel zu egal, als
dass ich es jemals tun würde. Soll der Beamte doch bleiben, wie er ist. Und wenn er sich aus dem Fenster stürzt, dann immerhin nicht, weil ich ihn
systematisch fertig gemacht habe, sondern weil er selbst erkannt hat, dass in seinem Leben etwas gewaltig schief läuft. Letztendlich kann man eh nur
Leuten helfen, die das selbst auch wollen. Und solange man nicht selbst will, wird sich niemand in seiner Art oder in seinem Verhalten ändern. Da
kann man noch so viel brüllen oder quatschen, irgendwann kommt es zu einer Schutzreaktion, und spätestens dann wird auf Durchzug geschalten.
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Tetrarchos
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Verfasst am: 10.5.2007 um 17:48 |
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So Unmensch, jetzt langts mir:
1. Ich wage zu behaupten intelligenter zu sein als Du.
2. ich wurde mit schikanen GRUNDLOS belästigt, als ich noch den Ball flachgehalten habe. im August 2006!
3. ich frage mich, ob wir einen V-Mann von den Schlapphüten im Forum haben??
Und allgemein zu der Sache:
gestern war ich in der Hoffnungstr. in Essen (ist echt lustigerweise der Straßen-name :15 . Dort habe ich das HAUPTBÜRO der DKP besucht.
dachte mir die interessieren sich für derartige Vorfälle bei ARGEN besonders gern. Und siehe da, die haben mir einen Spitzenanwalt in Bochum
empfohlen der auch die Parteigenossen in solchen Sachen verteidigt. Dort war ich heute.
Ergebnis der Beratung: Rechtsgrundlage für eine Kürzung ist praktisch nicht vorhanden. Ich habe in eine Gesetzeslücke getroffen, für die es
praktisch keinen § gibt. Der inhalt der Bewerbung ergibt keine eindeutige Arbeitsweigerung meinerseits her, derartige Interpretationen sind subjektiv
und nicht mit § zu untermauern. kürzung sollte daher trotz Drohung nicht stattfinden. wenn doch so hat besagter Anwalt großes Interesse an meiner
Verteidigung. Die DKP möchte in diesem Fall dann auch in ihrer Parteizeitung darüber berichten. Vorläufig soll ich gelassen abwarten was kommt.
Eventuelle Anhörungen oder Aussagen soll ich vorläufig verweigern.
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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 10.5.2007 um 18:14 |
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Bitte nicht schon wieder eine Debatte über Unmenschs Intelligenz, bei der jeder das letzte Wort haben will. Das bringt uns in der Sache nicht
wirklich weiter. 
Ansonsten kann ich nur sagen: Glückwunsch, Tetrarchos! Das mit der DKP scheint ja eine richtig gute Idee gewesen zu sein. Musst halt nur aufpassen,
dass die dich nicht vor ihren eigenen Karren spannen und du dann am Ende als Depp dastehst. (Ein gesundes Misstrauen gegenüber Politikern JEDER
Richtung ist meines Erachtens immer angebracht.)
Halte uns auf jeden Fall auf dem Laufenden, wie sich das weiterentwickelt.
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Darkeastwood
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Verfasst am: 10.5.2007 um 18:44 |
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@Tetrarchos
"3. ich frage mich, ob wir einen V-Mann von den Schlapphüten im Forum haben?? "
Möglich
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...
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Registriert seit: 12.7.2007
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Verfasst am: 10.5.2007 um 22:15 |
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Meine früheren Erfahrungen aus der autonomen Bewegung sind eher, dass sich V-Leute sehr unauffällig verhalten, das wären eher stille Mitleser hier,
evtl. registriert, aber ansonsten bestimmt nicht so drauf wie @Unmensch in den letzten Tagen.
@Tertrarchos:
Die DKP in Essen ist eigentlich ziemlich in Ordnung, da die PDS in Essen ziemlich reformistisch ist, wie ich mal mitbekommen habe. Früher war
Mülheim und Essen nämlich ein Kreisverband der PDS und daher kenne ich noch die Essener, die waren eben etwas zu "liberal", daher sind wir jetzt
als KV auch eigenständig, obwohl ich zur Zeit eh nur Karteileiche bin und nach den Prüfungen mal nachschauen muss, was da eigentlich zur Zeit
läuft.
Mitglied bei der DKP werden würde ich aber zur Zeit noch nicht. Ich wär' ja schon froh, wenn hier im Westen wenigstens eine etwas linkere Partei
wie die SPD mal sich halbwegs etabliert.
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Tetrarchos
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Verfasst am: 14.5.2007 um 08:59 |
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In Bremen hat nun die Linkspartei zum ersten Mal einen westdeutschen Landtag mit 8,5% erreicht. Trotz der massiven Schädigungspropaganda der
Regierungsmedien scheint die Linkspartei langsam zu wachsen. Am erfreulichsten ist, daß CDU und SPD weitere 10% Wähler verloren haben. Jetzt
zusammen noch 60%. Immerhin ist damit die Zweidrittelmehrheit für Verfassungsänderungen bei der nächsten Kanzlerwahl weg! 
(66,6% erforderlich)
Ich habe bisher noch keinen Kürzungsbescheid der ARGE. Das verstärkt etwas meine Hoffnung. Der Vorfall ist heute ja schon immerhin 1 Woche alt.
Vielleicht hat ein Oberfuzzi von der Leistungsabteilung jetzt auch bemerkt, daß dieses Spiel riskant ist? Oder Maulkorb von oben? Man bedenke: Würde
ein Gericht in dieser Sache zu meinen Gunsten entscheiden, dann würden alleine in Essen TAUSENDE Arbeitslose demnächst den gleichen Trick anwenden.
Für die ARGE eine hochgradige Horrorvision. :D
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