The Unity Archiv

Das Einmaleins der Destruktivität
Ina - 20.6.2007 um 07:12

Na gut, da @Maverick und anscheinend auch noch @Arne nicht Ruhe geben mögen, sondern tatsächlich wollen, dass ich hier krudes Zeug ausbreite, müssen sie es jetzt halt ertragen. Die Erklärung wird ungenau und unvollständig sein, mit dem guten alten Alltagsverstand beliebig angreifbar und doch unberührbar - das liegt in der Natur der Sache.

Destruktivität beruht auf der Prämisse/dem Glauben/der instinktiven Empfindung, dass etwas Grundlegendes an der Welt "tieffalsch" ist. Wenn was "mein Einmaleins" ist, dann wohl das. Der "Fehler" dürfte dabei weniger "an der Welt selbst" liegen (wie sollte das auch gehen), sondern viel mehr an unseren Konstruktionen. Und dabei rede ich nicht von Dingen, die man mit etwas geistiger Weiterentwicklung auflösen könnte, sondern eben von Tief-Grundlegendem, das nicht "richtigzustellen" ist, ohne dass alles zusammenbräche.

Davon zu schreiben ist eigentlich schon schwachsinnig, weil auch Sprache nur wieder die selben, faulen Wurzeln hat... und gar "exakt" und "präzise" davon zu sprechen, wird immer irgendwie Lüge sein - deshalb hätte ich den Thread auch nicht von mir aus angefangen. Aber was solls, weiter im Text:

Weiterentwicklung und Fortschritt würde nun auf diesem maroden Fundament nur ein weiteres Stockwerk aufrichten und so eine weitere Hürde erschaffen, die uns davon abhält, zum Grund zu sehen - es ist jetzt schon praktisch unmöglich.
Das wäre ja an sich nicht so schlimm, könnte man meinen. Dann baut man eben weiter, irgendwann wird dann dieses Gebäude unweigerlich einstürzen. Doch "wir" sind ja nicht blöd... ein Großteil des konstruktiven Fortschritts wird darin bestehen, immer mehr Stützbalken aufzurichten und die Zimmer immer hübscher und schalldichter zu machen, um das bedrohliche Knarren auszusperren, bzw. erfolgreich ignorierbar zu machen. Wir sind jetzt schon derart zwischen Plüsch und Stützbalken eingeklemmt, dass es z.B. verdammt schwer ist, sich bei halbwegs klarem Verstand umzubringen - "konstruktiver Fortschritt" wird uns nur noch mehr einwickeln, die Ketten, die uns an die "grundlegende Falschheit" binden, weiter stärken und unser Gefängnis vervollkommnen.

Mit dieser Aussicht scheint Destruktivität das einzig noch halbwegs Richtige. Alles unterspülen, hintertreiben, einreißen... Doch dabei kommt man eines Tages auch selbst dran, sowie Dinge, die man immer noch "liebt", und die Gefängnismauern der eigenen Instinkte nutzen diese Tatsache für ihre Selbsterhaltung, die einen wesentlichen Teil ihrer Ketten ausmacht: "Es gibt doch kein Richtig und kein Falsch, wie kann also Zerstörung richtig sein? Wie kannst du aufgrund von Voraussetzungen agieren, die alle Voraussetzungen in Frage stellen - ja ersatzlos vernichten wollen, so dass es keine mehr gibt und so auch keinen Grund zum Handeln?"
Ja, und so sitzt man dann eben doch weiter in seinem Plüschzimmerchen und sagt sich "scheiß drauf". Dem konstruktiven Fortschritt sei gedankt.

Aber mal ganz abgesehen davon @Maverick: falls du dich schwertust, diese naturgemäß wirren Gedanken nachzuvollziehen, das ist streng genommen gar nicht nötig. Jemand, der nicht an Konstruktivität und die Allmacht der Vernunftgründe glaubt, kannst du einfach nicht damit kritisieren, dass er wenig konstruktiv sei bzw. nicht "ordentlich begründen" würde. Das ist, wie wenn du einen Atheisten mit empörter Miene auf seine Gottlosigkeit aufmerksam machst - das berührt den nicht, da lacht der höchstens drüber.


Eins noch, was Mathe und so angeht - ja, das hängt damit zusammen, in der Tat ;)

Zitat
Original von Benway
das könnte man nun durchaus als Indiz für eine gewisse Auto-Destruktivität in deinem Wesen werten @Ina, dass du mit 18 noch Physik und Mathe studieren musstest, wo du es doch eigentlich längst besser hättest wissen müssen


Da stimme ich dir nicht zu. Mathe ist eben ein Versuch, völlig losgelöst von einer Welt, in der nichts selbstverständlich und gewiss ist, über klar angegebenen und definitionsgemäß unbegründeten Prämissen ein System zu errichten. Das taugt natürlich zu nix, aber es beschäftigt den Geist, der dann in diesen Gefielden turnen und sein Leben rumbringen kann, ohne dass dabei die eigenen Fragwürdigkeiten irgendwie berührt würden. Die Sache hätte ja fast geklappt bei mir, aber man lässt ja heutzutage die Wissenschaftler nicht mehr in ihren Elfenbeintürmen in Ruhe vor sich hinspinnen, sondern nervt sie so mit "Wirklichkeit", dass es einfacher wird, putzen zu gehen und QVC zu glotzen.

Ach, und @Maverick noch: das Einmaleins ist wirklich nicht selbstverständlich. 6x7 ist für den Alltagsgebrauch schon 42, kann aber auch mal 52 sein - oder 3, oder 9, oder 19... (selbst wenn man es nicht sonderlich mit den Eigendefinitionen übertreibt und nur bei Fünftklässler-/Erstsemestlerzeug wie verschiedenen Zahlensystemen und Restklassen bleibt).


Kebap - 20.6.2007 um 09:00

Hehe, das finde ich lustig. Obwohl ich deine pessimistischen Schlussfolgerungen daraus nicht unterstützen kann, finde ich es gut, sich über diese Unzulänglichkeiten Gedanken zu machen! :)


Boss - 20.6.2007 um 09:04

[QUOTE]Destruktivität beruht auf der Prämisse/dem Glauben/der instinktiven Empfindung, dass etwas Grundlegendes an der Welt "tieffalsch" ist. Wennwas "mein Einmaleins" ist, dann wohl das.[/QUOTE]

Das glaube ich dir.

[QUOTE]Der "Fehler" dürfte dabei weniger "an der Welt selbst" liegen (wie sollte das auch gehen), sondern viel mehr an unseren Konstruktionen. Und dabei rede ich nicht von Dingen, die man mit etwas geistiger Weiterentwicklung auflösen könnte, sondern eben von Tief-Grundlegendem, das nicht "richtigzustellen" ist, ohne dass alles zusammenbräche.[/QUOTE]

Wenn es dann wirklich die Konstrukte sind die diese Welt aufrechterhalten dann willst du also trotzdem nicht, dass sich was ändert. Die Logik dahinter ist mir schleierhaft. Die Welt ist nicht umsonst so wie sie ist. Es liegt in erster Linie auch daran, dass die Menschen sie so gemacht haben. Aber du siehst ein Risiko darin wenn man etwas richtigstellen will, worin? Wenn etwas neues durch etwas altes ersetzt wird dann bricht nichts zusammen. Sie werden blos ersetzt aber das passiert auch bereits automatisch durch den Wandel der Zeit, nur nicht zu unserem Vorteil.

[QUOTE]Davon zu schreiben ist eigentlich schon schwachsinnig, weil auch Sprache nur wieder die selben, faulen Wurzeln hat... und gar "exakt" und "präzise" davon zu sprechen, wird immer irgendwie Lüge sein - deshalb hätte ich den Thread auch nicht von mir aus angefangen. Aber was solls, weiter im Text:[/QUOTE]

Das halte ich für eine äußerst billige Ausrede für mangelnde Präzision. Sprache kann schon ziemlig präzise sein und wenn du das was du da sagtest wirklich glaubst dann schränkst du dich selber gewaltig ein. Da bin ich auch ganz schön enttäuscht, dass ausgerechnet das jetzt als Begründung für deine Pampigkeit herhalten muss. Von wegen, du kannst die ganzen Vorgänge auch gut in Texte verfassen. Wie man sieht kriegst du es auch gut mit deinen Emotionen hin aber wenn es um die sachliche Ebene geht dann soll das deiner Meinung nach auf einmal nicht funktionieren können.....
Was für Wurzeln meinst du? Perfekt ist natürlich garnichts von menschenhand aber das muss es auch nicht um zu beschreiben. Nur sind deine Beiträge ziemlig unpräzise in dieser Hinsicht um sie auch nur halbwegs nachzuvollziehen.

[QUOTE]Weiterentwicklung und Fortschritt würde nun auf diesem maroden Fundament nur ein weiteres Stockwerk aufrichten und so eine weitere Hürdeerschaffen, die uns davon abhält, zum Grund zu sehen - es ist jetzt schon praktisch unmöglich.[/QUOTE]

Eins kann ich dir mit Sicherheit sagen. Du hättest ohne Sprache und Fortschritt nichtmal deine jetzige Meinung und würdest garnichts durchblicken. Der Grund wie du es nennst ist jedenfalls nicht mangelnde Fähigkeit. Schau dir die ganzen Leute in den dritte Welt Ländern an die haben es auch nicht besser und müssen 12 Stunden am Tag in einer Weberei spinnen. Ich glaube kaum, dass die mehr von der Welt verstehen als wir. Und all die Kommunikationsmöglichkeiten sind erst seit circa 20 Jahren gegeben. Vorher ohne diesen Fortschritt wärst du mit deiner meinung alleine und hättest kein Forum. Und falls du meinst mangelnder Fortschritt sei erstrebenswert mit dem dazugehörigen Grund dann ziehe nach Afrika. Falls es dir zu heiß ist gibt es noch ein paar Waldgegenden in Mitteleuropa. Aber hör auf jetzt dem technischen Fortschritt die Schuld zu geben es ist eher die mangelnde geistige Entwicklung der Leute.

[QUOTE]Das wäre ja an sich nicht so schlimm, könnte man meinen. Dann baut man eben weiter, irgendwann wird dann dieses Gebäude unweigerlich einstürzen. Doch "wir" sind ja nicht blöd... ein Großteil des konstruktiven Fortschritts wird darin bestehen, immer mehr Stützbalken aufzurichten und die Zimmer immer hübscher und schalldichter zu machen, um das bedrohliche Knarren auszusperren, bzw. erfolgreich ignorierbar zu machen. Wir sind jetzt schon derart zwischen Plüsch und Stützbalken eingeklemmt, dass es z.B. verdammt schwer ist, sich bei halbwegs klarem Verstand umzubringen - "konstruktiver Fortschritt" wird uns nur noch mehr einwickeln, die Ketten, die uns an die "grundlegende Falschheit" binden, weiter stärken und unser Gefängnis vervollkommnen.[/QUOTE]

Die Fehlentwicklung ist mangelnder Fortschritt, und zwar der psychologische und geistige der Menschen. Und ich kann es nicht ab wenn du dich über ein angebliches Gefängnis beschwerst. Dir geht es einfach nur zu gut und du bist deiner guten physischen Lage nicht bewusst. Du hast durch diesen Fortschritt kein Gefängnis sondern einen PC, genug zu Essen, Fernsehen. Wenn du meinst das ist ein Gefängnis dann ziehe nach Afrika. Das wird dir zwar freier vorkommen und mir gefallen die endlosen Steppen dort auch wo man sich frei fühlt allerdings wird bei dir garantiert schnell wieder Sehnsucht nach Wohlstandsland Deutschland aufkommen.

[QUOTE]Mit dieser Aussicht scheint Destruktivität das einzig noch halbwegs Richtige. Alles unterspülen, hintertreiben, einreißen... Doch dabei kommt man eines Tages auch selbst dran, sowie Dinge, die man immer noch "liebt", und die Gefängnismauern der eigenen Instinkte nutzen diese Tatsache für ihre Selbsterhaltung, die einen wesentlichen Teil ihrer Ketten ausmacht: "Es gibt doch kein Richtig und kein Falsch, wie kann also Zerstörung richtig sein? Wie kannst du aufgrund von Voraussetzungen agieren, die alle Voraussetzungen in Frage stellen - ja ersatzlos vernichten wollen, so dass es keine mehr gibt und so auch keinen Grund zum Handeln?"
Ja, und so sitzt man dann eben doch weiter in seinem Plüschzimmerchen und sagt sich "scheiß drauf". Dem konstruktiven Fortschritt sei gedankt.[/QUOTE]

Warum fängst du nicht mit der Destruktivität erstmal bei dir selber an?
Ich habe bereits erwähnt, dass der technishce Fortschritt nicht das Problem ist. Und wenn du meinst ja dann kann ich dir ein paar nette Reiseziele geben in ein schönes Land wo es bereits alles schön kaputt ist. Da wirst du dich sicher wohl fühlen.
Es ist eher der mangelnde geistige Fortschritt der meisten Menschen.

[QUOTE]Aber mal ganz abgesehen davon @Maverick: falls du dich schwertust, diese naturgemäß wirren Gedanken nachzuvollziehen, das ist streng genommen gar nicht nötig. Jemand, der nicht an Konstruktivität und die Allmacht der Vernunftgründe glaubt, kannst du einfach nicht damit kritisieren, dass er wenig konstruktiv sei bzw. nicht "ordentlich begründen" würde. Das ist, wie wenn du einen Atheisten mit empörter Miene auf seine Gottlosigkeit aufmerksam machst - das berührt den nicht, da lacht der höchstens drüber.[/QUOTE]

Deine Gedanken sind zwar in der Tat ziemlig verwirrt aber verständlich.
Du schottest dich von den Meinungen anderer ab und willst/kannst auch nicht bei Dikussionen argumentieren. Das alles unter dem Vorwand einer destruktiven Einstellung. Vielleicht beschreibst du es einfach mal noch weiter, vielleicht ergibt das Zeug bvon dir dann auch einen Sinn.

[QUOTE]Ach, und @Maverick noch: das Einmaleins ist wirklich nicht selbstverständlich. 6x7 ist für den Alltagsgebrauch schon 42, kann aber auch mal 52 sein - oder 3, oder 9, oder 19... (selbst wenn man es nicht sonderlich mit den Eigendefinitionen übertreibt und nur bei Fünftklässler-/Erstsemestlerzeug wie verschiedenen Zahlensystemen und Restklassen bleibt).[/QUOTE]

Das brauchst ausgerechnet du mir nicht zu sagen immerhin hast du es als selbstverständlich bezeichnet. Und außerdem solltest du erstmal auf meinen vorigen Beitrag eingehen bevor du den Klugscheißer raushängen lässt. Auf Kleinigkeiten herumzureiten verstehst du wirklich. Aber auf Argumentationen kannst du nicht eingehen.
Für mich ist es dahingehend selbstverständlich weil es so ziemlig jeder in Deutschland kennt. Und du könntest weil du so gerade so schön am Schreiben bist auch mal Argumente nennen. Ich meine damit nicht nur deine Ansichten sondern auch wie du sie begründest.


Benway - 20.6.2007 um 16:51

Zitat
Mathe ist eben ein Versuch, völlig losgelöst von einer Welt, in der nichts selbstverständlich und gewiss ist, über klar angegebenen und definitionsgemäß unbegründeten Prämissen ein System zu errichten.


Es wundert mich ehrlich, dass du das Glasperlenspiel jetzt nach der Uni als Nebenbeschäftigung nicht intensiver betreibst. Verliert das selbsterklärende System seinen Reiz, wenn man ständig von selbsterklärenden Fichten und Felsen umgeben ist? Oder ist QVC einfach die wirkungsvollere Methode, den Geist langfristig auf Leerlauf rotieren zu lassen? Oder denkst du da gar nicht drüber nach, hat sich die Suche nach Sinn und "Sinn" tatsächlich erledigt inzwischen?


Ina - 20.6.2007 um 21:24

@Benway:
Ich wüsste nicht, wozu ich das jetzt tun sollte. Ganz von selber versteh ich neuen Mathekram auch nicht, das kostet schon Mühe. Beim Studium wurde man dafür von den Eltern ausgehalten und bekam jede Woche mit den Übungsblätterrückgaben ein paar Brocken Anerkennung zurück. Dann noch Kommilitonen, die einen um Rat fragten und so und zum Semesterabschluss nen Platz in der Jahrgangsrangliste, an dem man sich aufgeilen kann - ja, das hat dann schon gereicht, um das ne Zeitlang mitzumachen, bzw. nicht allzu viel drüber nachzudenken. Aber jetzt? Wozu den Arsch hochkriegen und sich durch formalen Dschungel wühlen, wenn in der Glotze das Schmuck-Outlett läuft? ;) (Ich mein, es kommt ja schon mal vor - aber nicht systematisch und regelmäßig.)
Und "Sinn" anders als zynisch gegenüberzustehen, bring ich tatsächlich nimmer fertig.


@Maverick: ich hab doch gesagt, dass es nix bringt.

Es ist gut, dass du nicht kapiert hast, worum es geht. Das ist zwar mit Sicherheit kein Garant für ein glückliches Leben, aber ne notwendige Voraussetzung dafür dürfte es sein.

Ich betrachte diese Diskussion mit dir als beendet. Du darfst auch gern "der Gewinner" sein, wenn dir was daran liegt, hast dir immerhin ziemlich Mühe gegeben. Tja, schade drum.

Aber keine Sorge, wir finden schon irgendwann mal ein scheiß Thema, das für uns beide gleich belanglos ist und wo wir uns dann aneinander austoben können. Irgendwas, wo ich nicht nur in unbeholfenen Bildern daherschwallen kann und wo man mich nur versteht, wenn man zufällig die gleichen im Kopf hat (und z.B. bei "Gefängnis" nicht an nen Ort denkt, wo man schlecht behandelt wird, bei "Konstrukten" nicht an Nachgeburten wie diverse Philosophien und Gesellschaftssysteme, sowie "Fortschritt" und irgendwelche "Stockwerke" nicht an Differenzen zwischen Europäern und Afrikanern festmacht, sondern an denen zwischen Mensch-Affe, Mensch-Einzeller oder Mensch-Stein.)

Bloß eins, das hast du voll erfasst, mit Kleinigkeiten komm ich super klar, um damit präzise umzugehen, reicht die Sprache nämlich zur Abwechslung mal aus - achja, wenn wir gerade dabei sind, ich habe übrigens nie behauptet, dass das Einmaleins selbstverständlich ist, sondern dass es selbstverständlich ERSCHEINT. Moment, wie war der Satz?

Zitat
es gibt halt für jeden Dinge auf der Welt, die ihm so selbstverständlich erscheinen wie das Einmaleins

ok, du beziehst "erscheinen" nur auf die "Dinge", ich beziehs auf die "Dinge" UND aufs "Einmaleins" - achja, siehste, das mein ich doch :D


Aguirre der Zorn Gottes - 20.6.2007 um 22:31

Also im Zusammenhang mit Mathematik ergibt das AUCH Logik. Mathematik gilt ja bisher als einzige "absolute" Wissenschaft. Und ein gewisser Fortschritt /Veränderung in Bewußtseinsebenen kann zu offenbar gewaltigen Diskrepanzen im Umgang mit anderen Menschen führen. Letztere Erfahrung mache ich auch dauernd.


Boss - 20.6.2007 um 23:26

[QUOTE]Es ist gut, dass du nicht kapiert hast, worum es geht. Das ist zwar mit Sicherheit kein Garant für ein glückliches Leben, aber ne notwendigeVoraussetzung dafür dürfte es sein.[/QUOTE]

Das Geschreibsel da oben kann sich jeder Depp zusammendichten. Der Text von dir hat auch keinen weiteren Sinn als das, was ich bereits analysiert habe. Aber wenn du es nicht einsehen willst dann ist mir das auch egal. Es gab schon immer Leute die in ihrer eigenen Welt lebten, ich glaube du Ina bist ein solcher Mensch, aber wenigstens konnten die anderen deiner Art ihre Welt auch erklären. Das kannst du nicht weil du selber nicht weißt was du da faselst.

[QUOTE]Ich betrachte diese Diskussion mit dir als beendet. Du darfst auch gern "der Gewinner" sein, wenn dir was daran liegt, hast dir immerhinziemlich Mühe gegeben. Tja, schade drum.[/QUOTE]

Natürlich machst du das weil es jetzt sachlig wird. Warum wird es schade? Dass ich etwa nicht noch mehr von deinen Spinnereien lesen muss? Mir kann es recht sein, demnächst werde ich deine Beiträge auch überfliegen weil ich keine Lust auf Inas pseudorebellische Träumereien habe. Ich rate dir deine Zukünftigen wiedersprüchlichen Gedankenkonstrukte in einem Extrathread zu posten.

[QUOTE]
Aber keine Sorge, wir finden schon irgendwann mal ein scheiß Thema, das für uns beide gleich belanglos ist und wo wir uns dann aneinander austoben können. Irgendwas, wo ich nicht nur in unbeholfenen Bildern daherschwallen kann und wo man mich nur versteht, wenn man zufällig die gleichen im Kopf hat (und z.B. bei "Gefängnis" nicht an nen Ort denkt, wo man schlecht behandelt wird, bei "Konstrukten" nicht an Nachgeburten wie diverse Philosophien und Gesellschaftssysteme, sowie "Fortschritt" und irgendwelche "Stockwerke" nicht an Differenzen zwischen Europäern und Afrikanern festmacht, sondern an denen zwischen Mensch-Affe, Mensch-Einzeller oder Mensch-Stein.)[/QUOTE]

Man sieh es ein oder nicht aber mit dir gibt es nciths zu bereden. Dass diese Wörter auf einmal jetzt andere Synonyme sind als allgemein bekannt kaufe ich dir nicht ab. Und ich habe auch keine Lust mit dir zu reden weil du selber keine eigene Meinung hast sondern nur daherfaselst.
Und mal @ all, jeder kann jetzt posten was er aus Inas Beitrag am Anfang des Thread so für Aussagen gezogen hat. :D Meherere Versionen sind erlaubt. :D
Was glaubst du Ina, wie viele werden den Scheiß von dir kapieren?


[QUOTE]Bloß eins, das hast du voll erfasst, mit Kleinigkeiten komm ich super klar, um damit präzise umzugehen, reicht die Sprache nämlich zur Abwechslung mal aus - achja, wenn wir gerade dabei sind, ich habe übrigens nie behauptet, dass das Einmaleins selbstverständlich ist, sondern dass es selbstverständlich ERSCHEINT. Moment, wie war der Satz?
Zitat:
es gibt halt für jeden Dinge auf der Welt, die ihm so selbstverständlich erscheinen wie das Einmaleins

ok, du beziehst "erscheinen" nur auf die "Dinge", ich beziehs auf die "Dinge" UND aufs "Einmaleins" - achja, siehste, das mein ich doch grinsen[/QUOTE]

Und soll das jetzt mein Argument wiederlegen? Nein das tut es nicht, in der sachlichen Ebene habe ich immer noch Recht. Aber für dich kann natürlich nichts sein was nicht sein darf. Und bevor du weiterhin mit kleinigkeiten kommst lese dir erstmal den oberen Beitrag von mir durch, denn den hast du anscheinend immer noch ncith gerafft.


Hansi - 21.6.2007 um 01:21

Zitat
Das Geschreibsel da oben kann sich jeder Depp zusammendichten. Der Text von dir hat auch keinen weiteren Sinn als das, was ich bereits analysiert habe. Aber wenn du es nicht einsehen willst dann ist mir das auch egal. Es gab schon immer Leute die in ihrer eigenen Welt lebten, ich glaube du Ina bist ein solcher Mensch, aber wenigstens konnten die anderen deiner Art ihre Welt auch erklären. Das kannst du nicht weil du selber nicht weißt was du da faselst.


Kannst du etwa die Welt erklären? Erzähl mal...


Boss - 21.6.2007 um 02:49

Jaja ich weiß du stehst Ina bei und so... und jetzt nerv mich nicht kommt sowieso nichts konstruktives bei raus oder es gibt hier bald einen Maverick vs Hansi-Thread.


Hansi - 21.6.2007 um 02:58

Och nö, dich mag ich noch irgendwie auf eine komische verrückte Art und Weise.


Boss - 21.6.2007 um 03:17

Auf eine unherkömmliche Art und Weise verstehen wir uns immer noch einfach.


... - 21.6.2007 um 05:02

Ich hab' überhaupt keine Schwierigkeit damit, @Inas Gedankengänge nachzuvollziehen, evtl. ist dafür ein mathematisches Verständnis der Welt nötig. K.A.
(Mathematik btw, @Tetrachos ist keine Wissenschaft im Sinne einer Naturwissenschaft, sondern eine Philosophie. Darüber hatten wir mal einen langen Thread mit @Jack; war eigentlich interessant, weil man z.B. jede Philosophie dadurch auseinandernehmen kann, indem man die Logik ausschließt für Folgerungen. :D)

Aber ich bin völlig unfähig so ein Gefühl in Worte zufassen, ohne dass es so unpräzise würde wie Deine Antwort, @Maverick. Ich würde einfach den Film "Koyaanisqatsi" empfehlen. Der drückt das besser als Worte.

Nur eines fehlt mir bei Deiner Betrachtung, @Ina. Nämlich das selbstverständliche Recht auf Destruktivität. Da braucht man nix zu erklären. Man kann das auch einfach durch Empirie erfassen (muss man allerdings vorab anders evtl. gehandelt haben und das evtl. auch schon einige Jahre lang).

Und, @Maverick:
Wirklich!!
Präzession der Sprache! Und dann kommt "Dritte Welt". Haben wir so viele Welten? Hast Du die persönlich nummeriert?
Und dann noch solche sonderbaren Schlampereien, dass für Dich was selbstverständlich ist, weil es in Deutschland selbstverständlich ist.
Das soll ein Wertmaßstab sein. Dann muss Völkermord ja zeitweise selbstverständlich sein.
Insofern bist Du dann aber gar nicht so weit vom Nihilismus weg.


Boss - 21.6.2007 um 05:17

[QUOTE]Ich hab' überhaupt keine Schwierigkeit damit, @Inas Gedankengänge nachzuvollziehen, evtl. ist dafür ein mathematisches Verständnis der Welt nötig. K.A.
(Mathematik btw, @Tetrachos ist keine Wissenschaft im Sinne einer Naturwissenschaft, sondern eine Philosophie. Darüber hatten wir mal einen langen Thread mit @Jack; war eigentlich interessant, weil man z.B. jede Philosophie dadurch auseinandernehmen kann, indem man die Logik ausschließt für Folgerungen. grinsen )[/QUOTE]

Das kann jeder behaupten. Gib mal jetzt deine Version davon ab.

[QUOTE]Aber ich bin völlig unfähig so ein Gefühl in Worte zufassen, ohne dass es so unpräzise würde wie Deine Antwort, @Maverick. Ich würdeeinfach den Film "Koyaanisqatsi" empfehlen. Der drückt das besser als Worte.[/QUOTE]

Mach es mal selber, wird wahrscheinlig nicht präziser als meins.

[QUOTE]Nur eines fehlt mir bei Deiner Betrachtung, @Ina. Nämlich das selbstverständliche Recht auf Destruktivität. Da braucht man nix zu erklären. Man kann das auch einfach durch Empirie erfassen (muss man allerdings vorab anders evtl. gehandelt haben und das evtl. auch schon einige Jahre lang).[/QUOTE]

Selbstverständlich ist es nicht, schin gar nicht ohne Begründung. sonst könnte jeder Nazi sagen sein Recht auf Nationalsozialismus wäre selbstverständlich.

[QUOTE]Und, @Maverick:
Wirklich!!
Präzession der Sprache! Und dann kommt "Dritte Welt". Haben wir so viele Welten? Hast Du die persönlich nummeriert?
Und dann noch solche sonderbaren Schlampereien, dass für Dich was selbstverständlich ist, weil es in Deutschland selbstverständlich ist.
Das soll ein Wertmaßstab sein. Dann muss Völkermord ja zeitweise selbstverständlich sein.
Insofern bist Du dann aber gar nicht so weit vom Nihilismus weg.[/QUOTE]

Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Wo habe ich behauptet der Wohlstand hier ist selbstverständlich? Das sagte ich überhaupt nicht. Ich habe mit Afrika verglichen und ihr eben gesagt es sei nicht selbstverständlich, dass sie hier PC, Fernsehen und Essen hat und es auch schätzen soll.

Also spar dir deine an den Haaren herbeigezogenen Unterstellungen.


... - 21.6.2007 um 05:28

Nee, es geht um die Unpräzision Deiner Sprache. Um nix anderes. Das war kein inhaltliches Argument, sondern nur ein Hinweis darauf, dass jemand, der Worte wie "Dritte Welt" gebraucht, einen Ausdruck wählt, der einfach unsinnig ist.

Sollte nur zur Reflexion anregen, ob das Argument, unsere Sprache sei ausreichend, wirklich immanent ist.


Boss - 21.6.2007 um 05:35

Wenn du meine Sprache unpräzise findest dann ist das deine Sache, das ist sie aber nicht. ich habe mich immer klar und deutlich ausgedrückt und drifte nicht in wirre Gedankenkonstrukte ab. ansonsten ist das eine Ansichtssache. Und das von dir ist wieder ein inhaltsleeres Argument weil du nicht erkärst was an der dritten Welt, wo sich zeigt dass nicht mal Grundbedürfnisse selbstverständlich sind, falsch ist. Natürlich gar nichts weil du im Grunde nur ein wenig Ina beistehen und dich streiten willst.


... - 21.6.2007 um 05:41

Wo liegt die dritte Welt, will ich nur wissen!

Kein Mensch, der etwas auf Sprache Wert legt, benutzt noch diesen Begriff der fünfziger Jahre. Du sollst einfach konkretisieren, was Du meinst.
Afrika?
Okay, mein Onkel hat da ein paar Jahre gelebt. In Südafrika war auch alles fast genau so wie hier.

Mit solchen geographischen Zuordnungen kommt man nicht weit, weil sie eben sehr ungenau sind.


Boss - 21.6.2007 um 05:58

Die dritte Welt steht für Entwicklungsländer wo Grundbedürfnisse unzureichend gedeckt werden.
Stellst du dich jetzt dumm oder bist du wirklich senil? Wie oft ich den Begriff dritte Welt bereits in Nachrichten und Dokumentationen gehört habe... von wegen 50jahre, das ist schon ziemlig dummdreist.
Südafrika ist übrigens das Land mit dem höchsten Bruttosozialprodukt in ganz Afrika. Dein Onkel hätte sich den kargen Rest dort anschauen sollen wo es durch die Armut Kinderarbeit und Kriminalität gibt. Und wo vor allem Grundausstattung und Nahrung ein Luxus sind.
Die Entwicklungsländer sind außerdem klar definiert, also nichts ungenaues.


... - 22.6.2007 um 02:09

Ja, aber dann nenn' mal die Kriterien.
Afaik geht das über BSP pro Kopf und da haben wir dann nämlich wieder 'ne Wertung drin, nämlich die, dass jemand, der mehr verdient auch nicht mehr entwicklungsbedürftig (oder entwicklungsfähig?) ist.

Und das halte ich einfach der Genauigkeit für notwendig, dass erstmal klar zu sagen, damit man weiß, welche Prämissen man setzt.

Ich persönlich z.B. sehe das nicht so, dass es das wichtigste auf der Welt wäre, ein möglichst hohes Einkommen zu erreichen.


Boss - 22.6.2007 um 03:20

Das BSP ist nur in Südafrika am höchsten genau deswegen kann man es nicht mit dem Rest Afrikas vergleichen weil dort sieht es ganz anders aus. Nicht umsonst gibt es zahlreiche Hilfsorganisationen die sich für Afrika einsetzen. Oder meinst du die wären da nicht wenn sie keine Hilfe bräuchten? Die sind auch nicht dort um irgendwem bei der Jobsuche zu helfen sondern um überhaupt Nahrungsmitteln und etc zur Verfügung zu stellen.

Es geht auch nicht um ein möglichst hohes Einkommen sondern darum, dass dort viele Leute überhaupt kein Geld und keine Möglichkeit haben für ihr Leben zu sorgen.


... - 22.6.2007 um 05:42

Und wo ist da der Unterschied zu den meisten sog. Industriestaaten?

Ich hab' kein eigenes Grundstück wie die meisten hier in der BRD und kann insofern auch nur für mein eigenes Leben sorgen, indem ich mich als Arbeitnehmer irgendwo versklave.

Außerdem glaube ich, dass die Hilfsorganisationen auch dann da wären, wenn da niemand Hilfe braucht, denn das schafft Abhängigkeiten, die man dann auch ausnutzen kann, wie es die Industriestaaten letztendlich machen.


Boss - 22.6.2007 um 05:54

Der Unterschied besteht in Südafrika nicht. Ausnahme sind dort die Townships, das sind verwahrloste Slums rundherum der Städte.
Abgesehen davon ist Afrka ein unterversorgtes Land, dass man mit den Indeustriestaaten nciht vergleichen kann.
Dafür hast du was zu Essen, ein Dach überm Kopf und einen PC. Ist für viele Leute in Afrika bereits undenkbar.
Das mit den Abhängigkeiten von den Hilfsorganisationen ist purer Quatsch weil sie davon nicht profitieren. Das ist nicht vergleichbar mit den abhängigkeiten hier wo die Industrien vom Konsum profitieren und einem sinnlosen Scheiß anderehen wollen.


... - 22.6.2007 um 06:02

Warum ruinieren dann erst die Industriestaaten die Selbstversorgung z. B. der afrikanischen Staaten, wenn die doch so uneigennützig handeln???

Evtl. solltest Du mal sagen, welche Hilfsorganisationen Du meinst!


Boss - 26.6.2007 um 03:56

Na dann sag mal wieso die Industriestaaten das machen. Und was das mit Hilfsorganisationen zu tun hat. Und eventuell mal selber Namen nennen ehe ich das mache. Und vor allem kannst du auch sagen was das mit dem Thema zu tun hat und wenn du schon dabei bist was du sonst noch für Probleme hast.


... - 26.6.2007 um 04:51

Die Industriestaaten machen das, damit sie mehr Profit haben, wenn sie die funktionierenden Märkte des Trikonts zerstören und den Menschen dort die Möglichkeit der Selbstversorgung nehmen.

Und Du hast die "Dritte Welt" ins Spiel gebracht, als hättest Du sie selber nummeriert, als Du @Ina vorgeschlagen hast, dorthin zu gehen, weil sie ja so destruktiv wäre.
Destruktiv ist man aber eher hier in Industrieländern, weil die eben nur zerstören, z.B. die Märkte in den Trikontländern und die Menschen da verhungern lassen.


Boss - 26.6.2007 um 05:48

Sie würden mehr Profit machen wenn sie einen fähigen Handelspartner hätten, der ist bei einem unterversorgten Dritteweltland nicht gegeben. Westiche Geschäfte lassen sich in Bürgerkriegsgegenden nur schwer ansiedeln und es wäre sowieso zu teuer. Außerdem haben viele afrikanische Staaten eine veraltete Infrastruktur mit der Transporte nicht nur aufwändig sondern auch viel zu teuer wären.

Falls du es noch immer nicht verstanden hast; ich habe Ina geraten in die dritte Welt zu gehen weil sie sich nicht um physischen Komfort und Destruktivität beklagen braucht. Weil es gibt Länder die sind wirklich kaputt von welchem Standpunkt man es auch sehen kann aber wahrscheinlig hätte es Ina dort auch nicht gefallen.
Die Industrieländer zerstören die Märkte nicht sondern versuchen ganz im Gegenteil die Leute dort zu einer Konsumgesellschaft heranzuzüchten. Weil sich damit dann Firmen aus dem Ausland ansiedeln lassen können die wiederrum für mehr Umsatz sorgen.


Hansi - 26.6.2007 um 20:03

Kam dir auch schon mal der Gedanke, dass man in Entwicklungsländern meist wichtige Rohstoffe findet und sich da soger sehr viel Profit machen lässt?!?


... - 27.6.2007 um 02:18

Zitat
Original von Maverick
Sie würden mehr Profit machen wenn sie einen fähigen Handelspartner hätten, der ist bei einem unterversorgten Dritteweltland nicht gegeben.


Stimmt, die Kapitalinhaber handeln ja immer sehr logisch und überhaupt nicht nach dem Konkurrenzprinzip, sondern rein solidarisch untereinander.
Man weiß ja das dauernde Jammern vom Arbeitgeberpräsidenten, dass Hartz IV sofort um das zehnfache erhöht werden soll, damit die Menschen mehr haben, um zu handeln.
Oder die langwierigen Verhandlungen bei Tarifrunden, wenn die Arbeitgeber wieder nicht unter 20% Lohnerhöhung haben wollen und die Gewerkschaften sie dann mühsam auf 3% runterhandeln müssen. :12:

Die haben überhaupt kein Interesse an Handelspartnern, sondern die fallen da einfach ein und holen sich, was sie brauchen. Die bestechen ein paar Politiker, die an der Spitze sind oder vergeben durch die Weltbank Kredite, die mit Auflagen verbunden sind, dass die Länder dann nur ihre Rohstoffe von den Ländern ausschlachten lassen, die dort das Sagen haben.

Zitat

Westiche Geschäfte lassen sich in Bürgerkriegsgegenden nur schwer ansiedeln und es wäre sowieso zu teuer.


Dafür haben wir ja auch die Bundeswehr, die unsere Freiheit am Hindukusch oder im Kongo verteidigt. Die Freiheit, dort jederzeit von deutschen und anderen Unternehmern die Rohstoffe des Landes ausbeuten zu lassen.

Zitat

Außerdem haben viele afrikanische Staaten eine veraltete Infrastruktur mit der Transporte nicht nur aufwändig sondern auch viel zu teuer wären.


Wenn es aber sonst nirgendwo mehr Öl gibt oder eben Kupfer nur im Kongo gibt, dann kann der Preis egal sein. Die Nachfrage und das Angebot regeln den Preis, nicht die Unkosten.

Zitat

Die Industrieländer zerstören die Märkte nicht sondern versuchen ganz im Gegenteil die Leute dort zu einer Konsumgesellschaft heranzuzüchten. Weil sich damit dann Firmen aus dem Ausland ansiedeln lassen können die wiederrum für mehr Umsatz sorgen.


Dann müssten die aber aufhören, übersubventionierte Lebensmittel aus den USA oder der EU dort hinein zu pumpen. Warum sollten die die dortigen Bürger als Kunden haben wollen?
Es gibt doch in Westeuropa und den USA genug nützliche Idioten, die für Sachen wie "Brot für die Welt" spenden und die die eigentlichen Kunden sind. D.h., man braucht überhaupt keine Kundschaft im Trikont. Der blöde westliche Steuerzahler zahlt doch alles. Wenn die BRD mal ein paar Mio wegen eines Tsunamis spendet, wird doch sofort dafür ein deutsches System zur Frühwarnung gekauft.
Spendet für den Profit der deutschen Kapitalinhaber! :09:


Boss - 27.6.2007 um 07:48

[QUOTE]Stimmt, die Kapitalinhaber handeln ja immer sehr logisch und überhaupt nicht nach dem Konkurrenzprinzip, sondern rein solidarisch untereinander.
Man weiß ja das dauernde Jammern vom Arbeitgeberpräsidenten, dass Hartz IV sofort um das zehnfache erhöht werden soll, damit die Menschen mehr haben, um zu handeln.
Oder die langwierigen Verhandlungen bei Tarifrunden, wenn die Arbeitgeber wieder nicht unter 20% Lohnerhöhung haben wollen und die Gewerkschaften sie dann mühsam auf 3% runterhandeln müssen.[/QUOTE]

Die Steuern, Löhne und Tarife die du angesprochen hast wären noch deutlich höher wenn Deutschland kein Exportland wäre. Genauso sieht es bei anderen Ländern aus deren Wrtschaft auch stark vom Export abhängt. Daher wäre eine weitere Konsumgesellschaft für sie noch profitabler.
Wenn die Leute in Afrika also auch Handys und Coca Cola haben dann machen diese Unternehmen die übrigens Auslandsunternehmen sind mehr Profit weil sie mehr Kundschaft haben. Deswegen expandieren die erfolgreichen Firmen auch. Cola, Burger King und andere erfolgreiche Firmen wären längst nicht so reich wenn sie in ihrem eigenen Land geblieben wären.

[QUOTE]Die haben überhaupt kein Interesse an Handelspartnern, sondern die fallen da einfach ein und holen sich, was sie brauchen. Die bestechen ein paar Politiker, die an der Spitze sind oder vergeben durch die Weltbank Kredite, die mit Auflagen verbunden sind, dass die Länder dann nur ihre Rohstoffe von den Ländern ausschlachten lassen, die dort das Sagen haben.[/QUOTE]

Das ist auch eine Methode dennoch wäre eine Konsumgesellschaft für sie profitabler immerhin stellt sie dann mehr Konsumgüter zur Verfügung als blos Rohstoffe.

[QUOTE]Dafür haben wir ja auch die Bundeswehr, die unsere Freiheit am Hindukusch oder im Kongo verteidigt. Die Freiheit, dort jederzeit von deutschenund anderen Unternehmern die Rohstoffe des Landes ausbeuten zu lassen.[/QUOTE]

Hast du dafür auch Quellen? Natürlich haben die Auslandseinsätze der Bundeswehr wie in Afghanistan nichts mit der Verteidigung Deutschlands zu tun die sind einfach nur dort weil sie sich noch an einen Vertrag aus der Vergangenheit halten müssen.

[QUOTE]Wenn es aber sonst nirgendwo mehr Öl gibt oder eben Kupfer nur im Kongo gibt, dann kann der Preis egal sein. Die Nachfrage und das Angebotregeln den Preis, nicht die Unkosten.[/QUOTE]

Gibt es aber. Für Kupfer gibt es sowieso massenweise Anbieter und außerdem ist Kongo immer noch ein schwaches Exportland weil dort eben die Infrastruktur entweder veraltet oder überhaupt nicht vorhanden ist.

[QUOTE]
Dann müssten die aber aufhören, übersubventionierte Lebensmittel aus den USA oder der EU dort hinein zu pumpen. Warum sollten die die dortigen Bürger als Kunden haben wollen?
Es gibt doch in Westeuropa und den USA genug nützliche Idioten, die für Sachen wie "Brot für die Welt" spenden und die die eigentlichen Kunden sind. D.h., man braucht überhaupt keine Kundschaft im Trikont. Der blöde westliche Steuerzahler zahlt doch alles. Wenn die BRD mal ein paar Mio wegen eines Tsunamis spendet, wird doch sofort dafür ein deutsches System zur Frühwarnung gekauft.
Spendet für den Profit der deutschen Kapitalinhaber![/QUOTE]

Das machen auch nicht die Länder sondern Organisationen. Die Länder wollen sie als Konsumenten haben weil sie dann zum Beispiel für die Lebensmittel zahlen und vor allem arbeiten müssten. Das ganze Geld würde aus wirtschaftlicher Sicht dann wieder an den eigenen Staat gehen anstatt in's Ausland. Vor allem sind Spender nicht die eigentlichen Kunden. Das was du da beschreibst hört sich einfach nur nach einer schwachsinnigen Weltverschwörung an, es ist einfach zu sehr an den Haaren herbeigenzogen. Man kann nicht genau einkalkulieren kann wohin die Spendengelder gehen, so wie du es beschreibst wahrscheinlig auch an die Konkurrenz. Deutschland ist sicher nicht das einzige Land mit einem hochwertigen Frühwarnsystem.


... - 28.6.2007 um 01:08

Man kann das schon sehr gut bestimmen, wo die Gelder hingehen, weil die meisten Staaten eben abhängig sind von Krediten der Weltbank. Natürlich kann da auch mal was daneben gehen, dass der Konkurrent den Auftrag erhält, aber die BRD ist nicht umsonst Exportweltmeister, denn die BRD galt bis Mitte der 90er Jahre lt. OECD als das korrupteste Land in der Welt überhaupt.
Das ist also keine Schwierigkeit, wenn sich schon alle deutschen Politiker schmieren lassen, auch ein paar Staats- und Wirtschaftschef in Trikontländern zu bestechen.

Kupfer ist zwar zur Zeit noch genügend erhältlich, aber es geht eben darum, sich jetzt schon die Rohstoffe von morgen zu sichern. China wird die BRD nächstes oder übernächstes Jahr als Exportweltmeister ablösen und ist dicke drin im afrikanischen Geschäft. Hier geht es darum, die Konkurrenz aus China und den USA auszuschalten schon präventiv.

Und das natürlich es wesentlich intelligenter und sogar noch sinnvoller wäre für alle, für die industrialisierten Staaten wie auch für die Trikontländer, wenn auch die Bewohner Afrikas z.B. genügend Mittel hätten, sich Wohlstandsgüter zu leisten, bestreitet niemand, nur leider ist der Kapitalismus eben nicht auf Logik und Solidarität aufgebaut, sondern gegen den kategorischen Imperativ gerichtet, weil er das Konkurrenzprinzip an oberster Stelle hat.

Und deshalb funzt der auch immer schlechter.


Boss - 28.6.2007 um 03:55

[QUOTE]Man kann das schon sehr gut bestimmen, wo die Gelder hingehen, weil die meisten Staaten eben abhängig sind von Krediten der Weltbank. Natürlich kann da auch mal was daneben gehen, dass der Konkurrent den Auftrag erhält, aber die BRD ist nicht umsonst Exportweltmeister, denn die BRD galt bis Mitte der 90er Jahre lt. OECD als das korrupteste Land in der Welt überhaupt.
Das ist also keine Schwierigkeit, wenn sich schon alle deutschen Politiker schmieren lassen, auch ein paar Staats- und Wirtschaftschef in Trikontländern zu bestechen.[/QUOTE]

Das wäre eventuell möglich nur würde das ein oder andere mal offiziell durchsickern müssen wenn es dauerhaft wirklich so wäre. Ich hab auch noch nie gespendet weil man den Leuten lieber beibringen soll wie sie sich selber versorgen sollen anstatt ihnen immer wieder neue Vorräte bereitzustellen.

[QUOTE]Kupfer ist zwar zur Zeit noch genügend erhältlich, aber es geht eben darum, sich jetzt schon die Rohstoffe von morgen zu sichern. China wird die BRD nächstes oder übernächstes Jahr als Exportweltmeister ablösen und ist dicke drin im afrikanischen Geschäft. Hier geht es darum, die Konkurrenz aus China und den USA auszuschalten schon präventiv.[/QUOTE]

Soweit ich weiß sind die Truppen der Bundeswehr nur im Kongo weil sie dort wegen EU-Richtlinien für politische Stabilität sorgen sollen. Von Rohstoffausbeutung habe ich nichts gehört, kannst du deine Thesen auch decken?

[QUOTE]
Und das natürlich es wesentlich intelligenter und sogar noch sinnvoller wäre für alle, für die industrialisierten Staaten wie auch für die Trikontländer, wenn auch die Bewohner Afrikas z.B. genügend Mittel hätten, sich Wohlstandsgüter zu leisten, bestreitet niemand, nur leider ist der Kapitalismus eben nicht auf Logik und Solidarität aufgebaut, sondern gegen den kategorischen Imperativ gerichtet, weil er das Konkurrenzprinzip an oberster Stelle hat.[/QUOTE]

Ich habe auch nie behauptet, dass sie es wegen Solidarität und Uneigennutz machen würden sondern nur aus reinem Profit. Humanismus und Kapitalismus sind immer noch gewaltige Gegensätze und keine Firma würde sich für irgendwas engagieren wenn da für sie nichts bei rausspringen würde.


HëllRÆZØR - 28.6.2007 um 05:49

Zitat
Original von Ina
Mit dieser Aussicht scheint Destruktivität das einzig noch halbwegs Richtige. Alles unterspülen, hintertreiben, einreißen... Doch dabei kommt man eines Tages auch selbst dran, sowie Dinge, die man immer noch "liebt", und die Gefängnismauern der eigenen Instinkte nutzen diese Tatsache für ihre Selbsterhaltung, die einen wesentlichen Teil ihrer Ketten ausmacht:

"Was dich liebt, tötet dich. Darum töte das, was du liebst" (Crowley, K.A. in welchem Zusammenhang)
Darüber habe ich auch schon öfter nachgedacht - wie wir mit der Zeit immer mehr Besitz anhäufen, wodurch auch die Angst wächst, diesen wieder zu verlieren. Spontan ist mir direkt die Szene aus Fight Club eingefallen, in der Jack seine Wohnung mit der ach so geliebten Ikea-Garnitur in die Luft sprengt. 8-)

Zitat
Original von Ina
"Es gibt doch kein Richtig und kein Falsch, wie kann also Zerstörung richtig sein? Wie kannst du aufgrund von Voraussetzungen agieren, die alle Voraussetzungen in Frage stellen - ja ersatzlos vernichten wollen, so dass es keine mehr gibt und so auch keinen Grund zum Handeln?"
Ja, und so sitzt man dann eben doch weiter in seinem Plüschzimmerchen und sagt sich "scheiß drauf". Dem konstruktiven Fortschritt sei gedankt.

Wenn es kein Richtig und kein Falsch gibt braucht man auch nicht darüber nachzudenken, ob irgendwas "richtig" ist. Wenn du von einer Voraussetzung ausgehst, die alle Voraussetzungen negiert und du somit einen Widerspruch erhälst sehe ich da 3 Möglichkeiten:
1) Stagnation: Deine Gedanken kreisen in einer Endlosschleife, was weder konstruktiv noch destruktiv ist.
2) Du kannst aus diesem Widerspruch alles schließen, was du willst -> Chaos (Veränderung = konstruktiv & destruktiv, siehe Evolution).
3) Du kannst die Voraussetzung ändern - wie, bleibt dir überlassen. ;)

Sorry übrigens für den konstruktiven Teil am Schluss. :p


Kebap - 28.6.2007 um 12:07

Ein destruktiver Trip ist zur Hälfte kreativ und zur Hälfte lemminghaft.

Auch ein konstruktiver Trip ist nur zur Hälfte kreativ und zur Hälfte lemminghaft.

Einzig ein kreativer Trip ist zu 100% kreativ, er zerstört einiges und fügt anderes neu zusammen.


Boss - 28.6.2007 um 12:17

Punkt drei ist nur eine Ergänzug für die beiden vorigen Punkte. Ein kreativer destruktiver Trip ist kreativ, lemminghaft und kontraproduktiv und ein kreativ konstruktiver Trip ist kreativ, produktiv und vor allem selten.


Ina - 28.6.2007 um 16:34

Wieso @Kebap, du kannst doch durchaus auch die Lemminghaftigkeiten beider Welten zu erhabenen 100% vereinigen.


HëllRÆZØR - 28.6.2007 um 22:51

Zitat
Original von Kebap
Einzig ein kreativer Trip ist zu 100% kreativ, er zerstört einiges und fügt anderes neu zusammen.

Ist für mich nachvollziehbar, auch wenn's vom Wortstamm her paradox klingt (kreativ -> kreieren = erschaffen, Gegenteil von zerstören); aber der Aufbau der Sprache ist sowieso nicht immer sinnvoll...hässliches Wort, "kreieren"...

@Maverick: Wenn du "produktiv" im Sinne von "produzieren" meinst, magst du recht haben; nach meiner Auffassung des Begriffs ist es aber z.B. deutlich produktiver, Müll zu beseitigen, als welchen zu produzieren (und schon wieder so eine hirnlose Wortverwandtschaft).

@Ina: Das würde auf eine unkreative Vereinigung zutreffen, ich sehe da allerdings keinen Widerspruch zu dem von Kebap gesagten.


... - 29.6.2007 um 02:32

@Maverick:
Wo sind die Unterschiede zwischen "EU-Richtlinien umsetzen" und bessere Voraussetzungen für die Rohstoffausbeutung eines Staates schaffen???


@Yog:
Wo ist der Unterschied zwischen "Stagnation" und "Destruktivität"?
Wieso soll Destruktivität auch was mit dem "Zerstören" zu tun haben, das wäre ja wieder konstruktiv. Du gehst von den völlig falschen Definitionen aus, wenn Du "Destruktivität" bestimmen willst.


Boss - 29.6.2007 um 02:53

@ Arne

Das eine ist etwas Offizielles um sich einen guten Namen zu machen und das andere eine einfache Behautung ohne Beweis. Was nicht heißen muss dass es nicht stimmen kann aber damit erreicht man keinen Erfolg wenn man es nicht decken kann.


... - 29.6.2007 um 03:01

Ja gut, was erwartest Du jetzt?
Dass die EU zukünftig sich umbenennt in "Kapitalistische Internationale"?

Natürlich wird das anders erzählt.
Aber, wenn es genügend Interessen gibt von europäischen Anleger, in die Rohstoffausbeutung im Kongo zu investieren, warum sollte dann die EU andere Motive haben?
Warum ist sie im Kongo aktiv und nicht im Sudan z.B.?

Warum wählt sie sich aus allen Staaten der Erde, in denen es keine politische Stabilität gibt, ausgerechnet ein Land aus, in dem sie auch als Kapitalanleger tätig ist?


Boss - 29.6.2007 um 03:21

Wie ich bereits alles mal sagte, aus Profit. Ich bin natürlich nicht so gutgläubig und kaufe denen ihren angeblichen Humanismus natürlich nicht ab. Dennoch sind das nach wie vor alles nur Behauptungen die du nicht beweisen kannst. Eventuell sollte man sowas eher in's Verschwörungsunteforum posten. Natürlich würde niemand Soldaten irgendwo hinschicken die sich dort im schlimmsten Fall abknallen lassen wenn dabei nichts für sie rausspringen würde. Miltäreinsätze laufen nach einem selben Muster wie bei der Wirtschaft ab wo man nichts macht was einem keinen Profit einbringt.
Im Sudan gibt es noch Rohöl aber wahrscheinlig haben sie noch keinen Vorwand für gefunden um dort einzumarschieren.


HëllRÆZØR - 29.6.2007 um 22:13

Zitat
Original von Arne Kroger
@Yog:
Wo ist der Unterschied zwischen "Stagnation" und "Destruktivität"?
Wieso soll Destruktivität auch was mit dem "Zerstören" zu tun haben, das wäre ja wieder konstruktiv. Du gehst von den völlig falschen Definitionen aus, wenn Du "Destruktivität" bestimmen willst.

Ich gehe von einer Definition aus, die nicht in gut/böse oder richtig/falsch einteilt, auch wenn es nicht der allgemein üblichen (richtigen?) entsprechen mag (das selbe gilt für "konstruktiv"). Aber wir können ja mal Ina fragen, von welcher Definition sie ausgeht, schließlich ist das ihr Thread. ;)


... - 30.6.2007 um 02:53

Würde mich auch mal interessieren, @Ina!

Und @Maverick:
Im Sudan ist im Süden Öl. Und Gründe in den Sudan einzumarschieren gäbe es hunderte mehr als wie im Kongo rumzumachen oder im Kosovo. Nur hat über den Süden die sudanesische Zentralregierung die Macht und die unterstützt irgendwelche islamistischen Typen, die in Darfur tausende von Menschen abschlachten und daher ist das uninteressant für die EU.
Da die Amis aber dort nicht im Geschäft sind, versuchen die schon seit einiger Zeit, die UN für ein Mandat in Darfur zu überzeugen, aber das scheitert zur Zeit noch am europäischen Widerstand, weil es eben europäische Firmen sind, die den Goodwill der islamistischen Regierung im Sudan brauchen.


Ina - 30.6.2007 um 06:52

Hmm, ehrlichgesagt kenne ich hier meine Definition selbst nicht so genau, ich würde sagen, ich habe hier einfach das übernommen, was "allgemein darunter verstanden" wird. D.h. "Destruktivität" = "was kaputt machen", "einen Zustand niedriger Entropie in einen mit höherer überführen", während "Konstruktivität" = "etwas aufbauaen", "sich an einen Tisch setzen und Lösungen finden", "der Welt etwas schenken, was die Herzen der Masse erhebt/ihr Wohlbefinden steigert" - sowas.
Aber EIGENTLICH ist es verdammt schwer zu sagen, ob etwas "destruktiv" oder "konstruktiv" ist, das ist wie mit gut/böse, streng genommen braucht dazu einen Bezugspunkt. Aber den kann ich wohl liefern, denn ganz so schwammig ist das hier doch nicht. Denn der menschliche Verstand bzw. die Gesellschaft haben sich im Laufe der letzten Jahrmillionen bzw. Jahrzehntausende ziemlich eindeutig zu komplexeren Konstrukten entwickelt. Also lautet meine persönlich verwendete Definition hier und heute nach bestem Wissen und Gewissen: "Aufbau solcher Konstrukte" = "konstruktiv", "Abbau selbiger" = "destruktiv".


... - 1.7.2007 um 00:30

Eventuell sollte man damit mal anfangen, bevor man ins Detail geht.

Mir fällt die ganze Zeit bei der Diskussion mit @Maverick nämlich auf, dass man da u.U. auch von völlig anderen Konstrukten ausgeht.

Fragen wir doch mal so:
Was ist an Leben, spätestens ab dem Ende des Wachstums nicht destruktiv???

Es gibt doch da auch so 'ne buddhistische These, dass selbst der Zeugungsprozeß destruktiv ist, weil er letztendlich zum Tode des gezeugten Wesens führt.
Und jedes Leben ist endlich und ab einem bestimmten Zeitpunkt entwickeln wir uns zumindest körperlich nicht mehr weiter, sondern bauen formal ab, unabhängig davon, ob wir kurzfristig mal wieder genesen oder mal ein bisschen Muskelaufbau betreiben, insgesamt sind wir ab einem gewissen Zeitpunkt immer auf dem Weg zum Tode und damit auf dem Weg zum Zerstörten, zur Destruktivität.

Leben ist überhaupt nicht möglich ohne Destruktivität.

Insofern würde mich mal interessieren, was man, sofern man ein lebendes Wesen ist, dann überhaupt an seiner Existenz als "konstruktiv" bezeichnen kann???


HëllRÆZØR - 1.7.2007 um 01:14

@Arne: Das Leben selbst entsteht und verschwindet meist auch wieder irgendwann, von dem Aspekt her ist Leben für sich selbst betrachtet mindestens genauso konstruktiv wie destruktiv, möglicherweise überwiegt sogar die Konstruktivität (abhängig davon, ob die Spezies mal ausstirbt oder nicht).

Leben sorgt aber auch für gewöhnlich für (bleibende) Veränderungen in deren Umwelt, ist also deshalb nach außen hin konstruktiv / destruktiv, je nachdem wie man die Veränderung wertet.

Zitat
Original von Arne Kroger
Insofern würde mich mal interessieren, was man, sofern man ein lebendes Wesen ist, dann überhaupt an seiner Existenz als "konstruktiv" bezeichnen kann???

...das hängt ganz davon ab, was man für sinnvoll oder sinnlos hält. ^^


... - 1.7.2007 um 02:37

Dann muss man sogar noch vorab fragen, für wen es konstruktiv sein soll bzw. destruktiv.

Wenn ich den Vorgang des Sterbens, auf den jedes Leben unweigerlich zuläuft, als destruktiv bezeichne, ist das einzelne Leben für jeden individuell erstmal destruktiv, wenn ich jetzt andere Objekte, wie Du, eben die Umwelt betrachte, ist es fast immer konstruktiv.

Das geht also an sich gar nicht, wenn man nicht vorher die Frage beantwortet, für wen oder was, diese Konstruktivität bzw. diese Destruktivität von Belang sein soll.


Benway - 1.7.2007 um 13:31

Zitat
Wenn ich den Vorgang des Sterbens, auf den jedes Leben unweigerlich zuläuft, als destruktiv bezeichne, ist das einzelne Leben für jeden individuell erstmal destruktiv


Tja, teleologische Betrachtungen des Lebens gehen dooferweise meistens am Gegenstand vorbei. Was man dafür machen kann, ist die ideal gedachte "Zeit" nach guter alter Holzfällermanier in unendlich viele unendlich kleine unteilbare hypothetische Urmomente einteilen und dann "feststellen", dass alles was lebt zu jeder Zeit auch Leben WILL, sonst qualifiziert es sich nicht als Leben. Das ist meine Lieblingslösung, weil man da so schön wenig begründen muss.
Konstruktiv scheint mir dann tatsächlich alles zu sein, was diesem postulierten konkreten "Zweck" der Seinserhaltung dienlich ist, selbst großartige Anstrengungen in die falsche Richtung gelten komischerweise ja als destruktiv. Ein Konstrukt von Wert misst sich also anhand seiner Nützlichkeit im Kampf ums Dasein - freilich kann man auf solchen tautologischen evolutionspsychologischen Quark auch verzichten und wie Ina einfach nur diagnostizieren, dass menschliche Meme mit der Zeit immer komplexer (und immer noch bekackter) werden.