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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 20.12.2004 um 01:37 |
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Das Leben und Sterben von Dian the Saint
Ich dachte mir, ich stell mich am besten auch mal vor... damit auch die Neuen ne ungefähre Ahnung bekommen, mit wem sie es da eigentlich zu tun
haben. ;-)
Also... geboren wurde ich unter einem anderen Namen, der aber schon lange nicht mehr von Bedeutung ist für mich.
Ich war ein ganz normales Kind, naja, vielleicht etwas lernfreudiger als der Durchschnitt (was aber auch an der Erziehung gelegen haben kann). Ja, ich
war sogar ein fröhliches Kind, was mir heute irgendwie fast schon ein wenig peinlich ist.
Bis zur fünften Klasse verlief mein Leben völlig durchschnittlich. Dann ging es langsam mit der Pubertät los... meine Mitschüler interessierten
sich zunehmend für das andere Geschlecht, ich mich eher für Videospiele und ab 18 freigegebene Action- und Horrorfilme. Meine Mitschüler waren für
mich damals fast Luft. Ich fand sie fast genauso uninteressant wie die Lehrer oder die anderen Erwachsenen in meiner Umgebung. Hab mich in Traumwelten
verloren, mir Geschichten ausgedacht und mich so immer mehr von den anderen entfernt. Ich war nicht mal völlig unbeliebt in der Klasse (was mich
irgendwie schon überrascht), hab Klassennachmittage, Ausflüge und Partys meist freiwillig gemieden, weil ich bei dem Zusammensein mit den anderen
einfach nichts besonderes empfand.
Warum das so war, kann ich mir nur im Nachhinein erklären... damals hab ich es einfach so hingenommen, ohne großartig darüber nachzudenken.
So verbrachte ich mehr oder weniger die ganze Schulzeit. Später fand ich's dann teilweise doch schade, dass ich so isoliert war... aber sämtliche
Versuche, mit den anderen Freundschaften zu schließen, scheiterten. Nicht, weil meine Mitschüler so scheiße gewesen wären, sondern weil ich
einfach unter Freundschaft etwas völlig anderes verstand als sie. Ich wollte die Freundschaft, wie ich sie aus den asiatischen Gangsterfilmen
kannte... eine Freundschaft, für die man sterben würde. Die anderen wollten einfach nur jemanden, mit dem sie in die Disse oder zum Billardspielen
gehen konnten.
Ok, kleiner Sprung nach vorn:
Abi überstanden, ohne mich irgendwie besonders reinzuhängen... und plötzlich gemerkt: Au Scheiße, jetzt geht der Ernst des Lebens los. Jetzt musst
du einen Platz in der Welt finden, die dir doch eigentlich voll am Arsch vorbeigeht. Zum Glück bot sich der Zivildienst an, die Sache mit dem Ernst
des Lebens noch ein Weilchen vor mir herzuschieben. Hab mir, clever wie ich war, eine ziemlich lockere Stelle rausgesucht. Morgens ein paar Patienten
mit dem Rollstuhl schieben oder ihnen Essen bringen, nachmittags im Zivi-Zimmer sitzen und Bomberman auf dem SNES zocken. Ja, so ließ sich das
aushalten...
Dann kam der Knackpunkt, an dem sich alles verändern sollte.
Ich lernte (anders als in meinem Buch beschrieben nicht in der Schule, sondern wie gesagt beim Zivildienst) einen Typen kennen, der mich total
fasziniert hat. Einfach, weil er irgendwie etwas merkwürdig war und sich nicht im Geringsten in eine Schublade stecken ließ wie die meisten anderen
Menschen, mit denen ich zu tun hatte.
Zum ersten Mal realisierte ich so richtig, was mir die ganzen Jahre über gefehlt hat... eine richtige Freundschaft. Eine wie in den Filmen. Und er
sollte mein bester Freund werden.
Hat sich leider anders ergeben... das erzähl ich jetzt aber nicht nochmal.
Jedenfalls war ich danach ziemlich geknickt... um nicht zu sagen, ich fühlte mich, als wäre mein bester Freund (obwohl er es ja nie war) im
Kugelhagel einer verfeindeten Gang draufgegangen. Ich dachte an Selbstmord, nahm irgendwann ein leeres Schulheft und fing an, meine Version der
Ereignisse niederzuschreiben. Wurde natürlich dann wie ihr vielleicht wisst kein Doku-Drama draus, sondern ne ziemlich heftige Bloodshed-Story...
jedenfalls merkte ich dann, dass ich auf dem Gebiet nicht ganz unbegabt war. Ich schrieb also mehr und mehr, und je mehr ich schrieb, desto mehr
Gedanken machte ich mir auch. Über Freundschaft... aber nicht nur. Auch darüber, wieso viele Menschen zu so einer Freundschaft, wie ich sie mir
wünschte, nicht fähig oder willens waren. Und mit diesem Gedanke war ich eigentlich schon mitten in meinem heutigen Element.
Ich überspring jetzt mal ein paar Sachen, sonst wird das hier zu lang.
Ich hab nach dem Zivi ein bisschen studiert (Lehramt Grund- und Hauptschule), was aber gründlich daneben ging, weil ich gemerkt habe, dass ich lieber
mit den Schülern nen Joint rauchen möchte als mit den Lehrern Kaffee zu trinken.
Nächste Station: ein paar Jahre in der Verpackungsfirma, wo auch mein Dad gearbeitet hat. Mal am Fließband, dann als "Mädchen für alles" im
Entwicklungsbereich. Ich war sozusagen auf einmal mitten an der Quelle des Kapitalismus, hab den Bossen über die Schulter geschaut, hab die ganze
Heuchelei des modernen Geschäftslebens beobachten können.
"Du musst hier raus, so schnell wie möglich!", hab ich mir oft gesagt. Hab weiter meine subversiven Texte geschrieben, mich abends betrunken und
tagsüber versucht, zu arbeiten und die Kollegen zufriedenzustellen.
Dann kam ich endlich auf die Idee, meinen PC auch mal dafür zu benutzen, ins Internet zu gehen. Das erste, was ich gesehen habe, war das alte
Weltverschwörungsforum bei Parsimony. Hatte die Adresse von nem Kollegen bekommen. Hat mich zwar irgendwie nicht wirklich interessiert, aber ich habe
gesehen, wie einfach es ist, ein Internet-Forum aufzumachen...
Ideen hatte ich ja genug, Texte hatte ich auch schon einige. Auf den Namen "Unity" kam ich durch einen Techno-Song, wo irgendwas von "peace and
unity" geträllert wurde... eine Zeile, mit der mein damaliger Zivikollege und Beinahe-Freund mal aus Langeweile oder Protest die Wand des
Krankenhausflurs bekritzelt hatte.
Den Rest der Story kennen ja die meisten.
Das Unity-Forum hat sich im Netz einen gewissen Ruf erworben, ist gewachsen, wieder geschrumpft, wieder gewachsen etc. Leute kamen und gingen, einige
zerstritten sich gar fürchterlich mit mir, andere wurden einfach nur "erwachsen"...
aber es kamen auch immer wieder neue nach. (und ein paar der alten Garde sind ja auch noch da...)
Dadurch, dass ich ein bisschen was geerbt hatte, konnte ich dann endlich den scheiß Job in der Firma an den Nagel hängen und mein erstes Buch
produzieren. Von da an bis zum heutigen Zeitpunkt versuche ich das Unity-Projekt voran zu bringen, etwas Erfolg mit meinen Büchern zu haben und
ansonsten neue Leute aufzustöbern, die sich von unseren Idealen ebenfalls angesprochen fühlen.
Erwachsen geworden bin ich irgendwie immer noch nicht, das wird wohl auch nix mehr werden. Hab mich höchstens in sofern verändert, dass mich so
schnell nichts mehr aus der Bahn wirft, weil ich mittlerweile auf nem völlig anderen Level schwebe als die meisten meiner Mitmenschen.
Egal, was die Zukunft bringt, einen Bürojob oder ein Studium kommen für mich nicht mehr in Frage. Auf die drängende Frage meiner Mutter danach
antwortete ich neulich erst wieder: "Es gibt nur drei Dinge, die ich in dieser Welt werden könnte. Künstler, Gammler oder Terrorist. Also sei froh,
dass ich momentan ein Künstler sein will."
Damit war das Thema vom Tisch.
Das heißt, ich sehe mich als Künstler, irgendwie auch als Philosoph, aber dann auch wieder als jemanden, der einfach nur eine gerechte Welt haben
möchte und dem man besser keine automatischen Waffen in die Hand geben sollte.
Dass mein Leben "gut" ausgehen wird, halte ich für eher unwahrscheinlich. Wobei, "gut" ist ja relativ. Das schlimmste wäre für mich, als
tattriger Greis im Altersheim dahinzusiechen und von irgendeinem unmotivierten Zivi wie ich einer war das Essen ins Maul gestopft zu bekommen.
Dann lieber ein Ende mit Knalleffekt. Wobei ich eigentlich aber ein ziemlich friedliebender Mensch bin und das, wenn keine gravierenden Dinge
geschehen, auch zu bleiben beabsichtige.
So, das war jetzt mal das Wichtigste von meiner Geburt bis zu meinem Tod. Aber sicher wird noch vieles dazwischenkommen.
Wäre interessant, wenn auch der eine oder andere von euch mal so einen Text über sein bisheriges Leben posten würde...
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quaid
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Verfasst am: 15.1.2005 um 23:56 |
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ich hatte mir jetzt erst die zeit genommen, den text durchzulesen.
wieder einmal merke ich, dass text erst dann kleiner wirken, wenn man sie liest. ich dachte, für diesen post würde ich an die 5 minuten brauchen,
und dann war ich schneller drüber als ich erwartet hatte.
liegt aber vllt auch an der sanften schreibweise. liest sich wie geschmiert, um mal etwas bildliche sprache reinzubringen.
mich würde an dieser stelle interessieren, ob du genug geerbt hast, um zumindest vorerst in eine art ruhestand zu gehen. es klang ja so, als hast du
erstmal alles hingeschmissen und die freizeit genossen..
ansonst kann ich sagen.. ich war dabei da war die unity noch das schwarz-grüne parsimony-forum. das klingt unglaublich lange her..ist es
wahrscheinlich auch. aber es gibt hier sicher noch welche, die länger dabei sind als ich (früher bekannt als val - eine abkürzung für valcyr)
damals dachte ich "hey wow, was für ein underground-forum..". und ich schrieb echt gerne dort.
es war ein ort, wo ich nach einem harten schultag hingehen und mich frei schreiben konnte. wo ich etwas lesen konnte, was über dem niveau von "den
anderen" lag. wo man nicht ausgelacht wurde, wenn man mal fremdwörter verwendete. wo man verstanden wurde und gleichgesinnte fand.
ich frage mich, wie die unity ohne mich heute aussehen würde. immerhin sieht das forum jetzt so gar nicht mehr underground aus.
wie alt bist du, dian? wenn du das verraten möchtest.. ich befinde mich in etwa momentan an der stelle deines lebens, wo du schreibst "ich muss hier
raus".
scheisse man, wir müssen echt aufpassen, dass das hier nicht ausartet. das darf nicht zu einem beliebigen forum werden. es sieht ja schon nicht mehr
extra-ordinär aus - gut musses auch nicht. auch wenn es schade ist, dass man uns hier nicht mehr auf dem ersten blick ansieht, wie "anders" wir
sind oder sein möchten.
eines wollte ich noch sagen: wenn rudolph mooshammer drauf geht, sieht man das einen tag lang in den news. und irgendwann kommt eine reportage mit
details darüber.
wenn die unity nichts erreicht, wird der untergang der einzelnen untergehen im schatten anderer, so wie es bei jedem anderen auch ist. das bedeutet,
dass der tod für uns aus uns das macht, was wir nicht sein wollen: mainstream-biomasse.
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Jolle
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Verfasst am: 16.1.2005 um 02:22 |
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hurgh.
Meine Lebensgeschichte...
ich denke mal in ca 4 zeilen hab ichs hinter mich gebracht.hab ja noch nicht mal zwo dekaden aufm buckel...
Von 0- 14 Jahren lebte ich ein ganz normales leben...
dann...als ich anfing, nachzudenken, dachte ich nach...fand leute die auch nachdachten, die über ahnliche dinge wie ich nachdachten...traf mich mit
ihnen, diskutierte dachte weiter nach, bekam denkanstöße, gab aber hoffentlich auch welche, besoff mich mit ihnen, ging auf konzis mit ihnen...und
lebte weiter ein normales leben...inkonsequenz at its best...und dafür hasse ich mich...wir labern und labern, labern über klassenkämpferische
aktionen, und tuen ungefähr...gar nichts...
ich denke viel drüber nach in welcher art und weise ich den karren vor die wand setzen könnte...und tue nichts...damit mein tolles leben ja nicht
aus der bahn gerät...autsch...
also, ab 14 lebte ich dann weiter mein normales leben...und ich bin immer noch ein abgefucktes kiddie das noch so stark von seinen eltern abhängig
ist, wie jeder andere sechzehnjährige auch...oh fuck mir fällt gerade auf dass ich bevor ich euch zulabere wenigstens teilweise in die grundelemente
der_Jungens-Ideoligie einweihen sollte...najo ich kann mich nicht wirklich gut ausdrücken, was nicht nur daran liegt dass die wirkung oben erwähnter
rauschmittel langsam anfängt langsam einsetzt...najo,ich hoffe mal dass ihr trotzdem halbwegs versteht was ich sagen will...jo ich glaub ich sollte
mal nen text drüber verfassen damit ihr überhaupt nachvollziehen könnt warum ich mein verhalten als inkonsequent bezeichne usw...naja, eiegntlich
dneke ich mal dass dies hier die einzige internetplattform ist auf der leude rumkrauchen die des halbwegs anchvollziehen können...ach scheisse ich
hör lieber auf diesen ungeordneten geistigen dünnschiss niederzuschreiben...morgen wenn ich wieder nüchtern bin versuche ich mal nen halbwegs
verständlichen text zu verfassen...
bis denne
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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 16.1.2005 um 02:59 |
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@q:
| Zitat | | mich würde an dieser stelle interessieren, ob du genug geerbt hast, um zumindest vorerst in eine art ruhestand zu gehen. es
klang ja so, als hast du erstmal alles hingeschmissen und die freizeit genossen.. |
"Ruhestand" ist bullshit. Ich bin in der glücklichen und ungemein seltenen Situation, dass ich genug Kohle habe, um ohne Kompromisse und ohne
gieriges Schielen nach kommerziellem Erfolg meine Kunst verwirklichen zu können. Und ich konnte mich dadurch zumindest für den Moment aus den
Mühlen des Kapitalismus befreien.
Aber das sehe ich auch als eine art Verpflichtung an. Viele andere Künstler, die vielleicht auch coole Ideen haben, wären verdammt froh, in meiner
derzeitigen Lage zu sein... da kann ich mich nicht einfach mit ruhigem Gewissen den ganzen Tag auf die faule Haut legen, sondern muss mir selbst
beweisen, dass ich es auch wert bin, mich als freischaffender Künstler zu bezeichnen.
Das heißt, im Gegensatz zu manch anderen in meiner Situation bin ich nicht ausgeflippt, hab mir keinen Sportwagen gekauft, obwohl ich es hätte tun
können.. ich fahre noch immer meinen Gammel-Fiesta und habe denselben scheiß Fernseher wie vor zehn Jahren, bei dem ständig entweder der Ton oder
das Bild ausfällt. Und einen längeren, teuren Urlaub im Ausland hab ich wohl das letzte Mal vor zwölf Jahren als Kind zusammen mit meinen Eltern
gemacht.
Mit meinem Geld will ich mir und den Menschen, die mir nahe stehen, ein gutes Leben auf diesem Planeten ermöglichen, der für mich nie eine wirkliche
Heimat sein wird.
Mehr will ich dazu lieber nicht sagen.
| Zitat | | wie alt bist du, dian? wenn du das verraten möchtest.. ich befinde mich in etwa momentan an der stelle deines lebens, wo du
schreibst "ich muss hier raus". |
Naja, ich hab nicht einfach gesagt "Ich muss hier raus", und schon war ich da draußen...
mann, ich hab mich übel besoffen, lag im Halb-Koma irgendwo auf der Straße rum, hab Lotto gespielt in der Hoffnung, endlich an Kohle zu kommen...
ich hab über Jahre hinweg diese Scheiße mitgemacht, mir immer wieder gesagt "Ich muss da raus" und hab es doch nicht geschafft.
Irgendwann kam dann das Schicksal und hat mich aus diesem Tal erlöst. Was soll ich dir da für nen Tipp geben? Ich kann nur sagen: steh zu dir selbst
und gebe dich niemals auf, egal, wie aussichtslos die Lage auch zu sein scheint. Irgendwann wird dir mal das Glück ins Haus fallen... oder du stirbst
vorher. Egal... in jedem Fall darf man sich nie aufgeben, denn dann hättest du in jedem Fall verloren.
Ich befinde mich momentan, auch, weil ich an Unity 3 schreibe und da sehr viele Emotionen reinstecke, in einer sehr merkwürdigen Stimmung... ich
würde mich gerne auflösen und verschwinden, weil ich keine Person des öffentlichen Internet-Lebens mehr sein will. Ich will einfach nur weg sein...
Ich wollte nie, dass mich jemand fragt, wie alt ich bin oder wie viel Geld ich auf dem Konto habe.
Hey, ich bin nur der Bote. Die Botschaft ist viel wichtiger. Scheiß auf mich! Ich bin das nicht. Ich bin nicht der, der hier sitzt und irgendwas auf
seine Tastatur tippt. Ich bin einfach fehl am platz hier, aber ich versuche, das beste draus zu machen.
@ Less_than_Jolle:
| Zitat | | dann...als ich anfing, nachzudenken, dachte ich nach...fand leute die auch nachdachten, die über ahnliche dinge wie ich
nachdachten...traf mich mit ihnen, diskutierte dachte weiter nach, bekam denkanstöße, gab aber hoffentlich auch welche, besoff mich mit ihnen, ging
auf konzis mit ihnen...und lebte weiter ein normales leben...inkonsequenz at its best...und dafür hasse ich mich...wir labern und labern, labern
über klassenkämpferische aktionen, und tuen ungefähr...gar nichts... |
Dafür brauchst du dich nicht zu schämen.
Labern und nix tun, das ist eine typisch menschliche Eigenschaft.
Weißt du, ich denke mittlerweile sogar, dass klassenkämpfersiche Aktionen komplett für'n Arsch sind. Man tut damit höchstens sein eigenes
Gewissen beruhigen (ok, das ist ja auch schon mal was wert...). Aber gesellschaftlich erreichst du nix damit.
Die Welt ist dumm und ein paar Parolen mehr oder weniger an den Wänden machen sie nicht klüger.
"Du musst die Menschen aufklären!", sage ich mir immer wieder. Ich schreibe darüber, versuche, meine Gedanken in verständliche Worte
umzusetzen... aber im Endeffekt erreiche ich nur die, die eh schon aufgeklärt sind. Es gelingt mir nicht mal, meine eigene Mutter "aufzuklären".
Sie hat meine Bücher und einige meiner Texte gelesen... ja. Aber verstehen tut sie mich noch immer nicht... obwohl ich denke, dass meine Schriften
eigentlich ziemlich eindeutig sind. All die Worte haben ihr Ziel verfehlt.
Also wie willst du was verändern?
*seufz*
sorry, wenn ich mich gerade etwas negativ anhören sollte.
Aber ich habe gute Gründe dafür.
fuck this life!
I am an alien. I am not a socialized human being.
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Jolle
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Verfasst am: 16.1.2005 um 09:58 |
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jo, da muss ich dir rechtgeben...
So aktionen wie den großen roten metallstern bei uns aufm schulhof rot anzusprühen bringen nen scheissdreck, denn kein mensch wird, wenn er dieses
Symbol sieht, plötzlich seine weltanschaung komplett überdenken und sich dem anarchokommunismus vershcreiben, hehe...zumal ich denke dass so manch
einer bei uns auffer schule gar keine weltannschauung hat die übern haufen geworfen werden könnte , weil er sich noch nie im leben gedanken gemacht
hat die über "was ziehe ich heute an?" hinausgehen...
najo, die sache diehnte warscheinlich auch nur dazu mein gewissen zu beruhigen...ausserdem sah er ziemlich cool aus danach :D
hmm, du ahst absolut recht wenn du sagst dass das einzige was wirkung zeigen könnte die diskussion ist...und das tun wir eigentlich genug, und
mittlerweile haben wir eine menge leute um uns geschart, die ziemlich offen für alternative weltanschauungen sind und wir haben schon so manchen
überzeugt...wenn man bedenkt dass wir zu anfang zu dritt waren...
boa kaum zu glauben wie schon nach dem ersten post hier mein gewissen entlastet wurde, ich glaub ich werd hier local... 8)
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Taloraan
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Verfasst am: 16.1.2005 um 10:38 |
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Alors... in einem solchen Thread bin ich auch gerne einmal bereit, ein wenig von mir preiszugeben.
Fangen wir beim Kindsein an. Eine schöne Kindheit. Mein erstes Manko offenbarte sich in meinem dritten Lebensjahr; ich lief gegen einen Türrahmen,
womit meine Eltern feststellten musste, dass ich eine Sehschwäche habe. Ich bekam meine Brille. Den Augen zum Trotz gab es dann an meinem vierten
miterlebten Weihnachtsfest ein SNES, ich war fast 4. Alles völlig normal, wenn auch ein wenig früh vor den Fernseher gesetzt – aber mein Vater war
mir ein gutes Vorbild(aber es dauerte nicht lange, dass ich die Nase vorn hatte auf der Konsole). Kindergarten. Ich schloss erste Freundschaften.
Alles ganz normal. Meine Konsolenleidenschaft wächst. Einschulung. Es beginnt...
Ich hatte generell keine Lust auf stupide Tickerspiele in der Pause, oder gar Fußball mit einer zerknüllten Leichtmetalldose. Also stellte ich mich
daneben, in der Regel mit jemandem, dem ich schon sehr früh in meinem Leben begegnete, oder erbarmte mich und spielte mal mit, was mit kommender Zeit
immer seltener der Fall werden sollte. Von medialen Modeerscheinungen waren wir glücklicherweise relativ verschont geblieben. Die Klassen 5 und 6
waren daraufhin revolutionär. Ich danke Niedersachsen hier noch einmal für die Genialität der Orientierungsstufe, die eigentlich nur als Hemmschuh
fungiert. Man kam mit Menschen in eine Klasse, die man eigentlich nicht mochte. Ich zumindest nicht. Die „ganz harten“ und „coolen“, die
glaubten, in dieser Zeit ihres Lebens mit dem Trinken und Rauchen anfangen zu müssen, die dann letztendlich auch auf der Hauptschule landeten, oder
man gar nie wieder sah. Mir egal. Ich kapselte mich folglich ab, unbewusst, mir ging es allerdings gut. Besuche von Freunden, ob nun ich oder sie sie
tätigten, wurden so selten wie das Wörtchen „rar“ gebraucht wird. Aber, hey – ich hatte ja noch meine besten Freunde. 3 Kisten voll mit Lego
und ein Super Nintendo. Nicht zu vergessen das Nintendo 64, was in der Türe stand.
Meine Eltern meinten sich scheiden zu müssen, als ich in der vierten Klasse war, sodass ich am Wochenende meinen Vater regelmäßig besuchte, der
immer noch im Ort wohnte.
Klasse 7. Kooperative Gesamtschule, Gymnasialzweig. Die letzten sozialen Kontakte brachen. Ich begriff meine Misslage, keine wirklichen Freunde in dem
Sinne zu haben und fühlte mich gut dabei. Unwissend wieso. Mein Vater zog etwa 350km weit weg, in die Stadt, er hatte ein klasse Angebot einer
namhaften Firma bekommen. Das fand ich nicht gut. Aber alle 3 Wochen mit dem Zug wegzufahren, über das Wochenende hinweg, das war schon was. Meine
Mutter hatte verschiedene Partner, von denen ich eigentlich keinen wirklich mochte. Mein Vater ebenso. So konnte ich zumindest die Welt ein wenig
besser kennenlernen. Klasse 8/9. Ich begann zu hassen, aber auch zu lieben, zu unterdrücken, mit anderen auf einer Ebene zu spielen, die sie garnicht
kannten und zu verzichten, mich in Geduld zu üben. Ich mochte die anderen immer weniger, ich hatte „Freunde“ mit denen ich kommunizierte, die
aber nur nebenher existierten, zu Hause war ich dann wieder allein, grübelnd. Keine Party, keine „Freizeitaktivitäten“. Nur ich, meine Konsolen,
dann auch meine Manga, die sich sammelten. Ich wollte stark werden. Ich. Ich, der da steht, der Fels in der Brandung, der kleine starke, schweigende.
In Klasse 10 intensivierte sich dies. Ich nahm von vielen Menschen etwas mit, ihren Charakter, ihre Ausdrücke... Meine Lehrer nannten mich damals
egoistisch und arrogant. Aber das war ich im Grunde nicht. Hilfe von einem, der nur außen steht, die will selten jemand, dementsprechend meiner
sozialen Kontakte, hatte ich wenig Möglichkeit meine Nächstenliebe zu zeigen. Meine Mutter meinte mir immer unter die Arme greifen zu müssen, in
dem sie nett war, versuchte mir weitmöglichst entgegenzukommen. Aber ich habe schlicht und ergreifend keine Lust auf ihre Predigten von sozialen
Dingen und dergleichen. Es geht ja nicht an ihr vorbei, wenn ihr einziger Sohn immer zu Hause ist, nie hinaus geht. Mein Vater ließ das in der Regel
unbeeindruckt. Er wusste ja, weshalb er sich schieden ließ.
Ich bekam so langsam mit, wie der Hase läuft, inmitten der Menschenmasse. Ich war eigentlich immer ein durchschnittlicher bis guter Schüler, immer
auffälliger durch kleiner Rebellionen werdend, lauter, aber auch einsamer. Nur ob mich das im Endeffekt „stark“ gemacht hat, das kann ich nicht
beantworten.
Naja. So far. Ich nenne das nun einfach mal “ontologischen Lebenslauf”, wenn’s recht ist. Mir fiel auf, dass mein Leben umfangreicher ist als
ich je dachte. Ich denke an all die herausgelassenen Aspekte meiner Odyssee... Und Verzeiht, wenn es etwas wirr klingt, aber ich bin nicht sehr geübt
darin, über mich selbst zu schreiben. Doch ich glaube, das Wesentlichste ist angekommen, nicht?
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dian
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Verfasst am: 16.1.2005 um 11:56 |
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@Less_than_Jolle:
| Zitat | | zumal ich denke dass so manch einer bei uns auffer schule gar keine weltannschauung hat die übern haufen geworfen werden
könnte , weil er sich noch nie im leben gedanken gemacht hat die über "was ziehe ich heute an?" hinausgehen... |
Das war bei mir in der Schule ganz ähnlich, bzw. sogar ziemlich extrem. Ich denke, dass die Schulen, vor allem natürlich die Gymnasien, ihre
Schüler richtiggehend dazu einladen, sich bis zum achtzehnten oder neunzehnten Lebensjahr keine eigene politische Meinung zu bilden. Man hat ja auch
keinen Grund dazu... es wird einem alles vorgekaut, man muss zumindest bis zum Abitur keine Existenzangst oder ähnliches haben (so lange man sein
Noten-Soll erfüllt und brav die Befehle der Lehrer befolgt).
Hartz4? Drohende Kriege? Was kümmert das den durschnittlichen Oberstufen-Schüler, der eh nicht weiß, was er später mal werden möchte...
höchstens, dass er "irgendwas studieren" und "viel Geld verdienen" will.
Da fällt mir ein... bei mir in der Klasse gab es genau drei politisch interessierte Menschen (ich selbst war damals eher uninteressiert).
Eine war bei der Jungen Union (würg), eine andere Vorsitzende der Jusos bei uns im Kreis. Beide haben mich aber eher genervt, weil sie sich schon wie
verklemmte Mini-Politiker angehört haben. (auch wenn die Juso-Vorsitzende im Nachhinein betrachtet sicher die vernünftigeren Ansichten geäußert
hat)
Dann war da noch ein Intelektueller, der damals sowas wie mein Pausen-Gesprächspartner war und der den anderen geistig um ein paar Lichtjahre voraus
gewesen ist. Ansonsten gab es da glaub wirklich niemanden.
| Zitat | | hmm, du ahst absolut recht wenn du sagst dass das einzige was wirkung zeigen könnte die diskussion ist...und das tun wir
eigentlich genug, und mittlerweile haben wir eine menge leute um uns geschart, die ziemlich offen für alternative weltanschauungen sind und wir haben
schon so manchen überzeugt...wenn man bedenkt dass wir zu anfang zu dritt waren... |
würde mich mal interessieren: wer ist "wir" ? Eine Anarcho-Clique in deiner Schule?
Prinzipiell denke ich, dass man durch gute Argumente und das eigene positive Vorbild mehr bewirken kann als durch irgendwelche Chaosaktionen.(die
natürlich auch ihre Berechtigung haben können...*g*)
Das Problem dabei ist allerdings, dass unsere Argumente manchmal auch "zu gut" sein können... dass sie zu radikal oder zu weit hergeholt
erscheinen. Man muss die Menschen manchmal an die Hand nehmen und ihnen langsam und behutsam, schritt für schritt, die Augen öffnen... sonst fühlen
sich viele überrumpelt und blocken dann auch gleich ganz ab.
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dian
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Verfasst am: 16.1.2005 um 12:14 |
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@ Taloraan:
| Zitat | | .Ich begann zu hassen, aber auch zu lieben, zu unterdrücken, mit anderen auf einer Ebene zu spielen, die sie garnicht kannten
und zu verzichten, mich in Geduld zu üben. Ich mochte die anderen immer weniger, ich hatte „Freunde“ mit denen ich kommunizierte, die aber nur
nebenher existierten, zu Hause war ich dann wieder allein, grübelnd. Keine Party, keine „Freizeitaktivitäten“. Nur ich, meine Konsolen, dann
auch meine Manga, die sich sammelten. Ich wollte stark werden. |
Nun ja, was soll ich sagen? Das kommt mir alles sehr sehr bekannt vor.
Wieder mal ein Beweis für meine These, dass Einsamkeit in jungen Jahren den Charakter stärkt. Mehr noch... ich glaube, ohne diese Einsamkeit über
einen längeren Zeitraum hinweg erlebt zu haben, wird man immer nur ein Teil der Masse sein... man wird mit dem Strom mitlaufen und vielleicht sein
ganzes Leben lang nie wirklich mitbekommen, dass man mit dem Strom mitläuft... weil man den Strom gar nicht als solchen wahrnimmt.
Das kann man nur von außen, mit dem nötigen Abstand.
Natürlich ist Einsamkeit allein kein guter Lehrmeister. Gibt schließlich auch viele, die einsam sind und daran kaputt gehen. Ich denke, es ist
wichtig, dass man neben der Einsamkeit noch etwas hat, was einem Kraft gibt. Träume, Visionen, Geschichten, die man sich ausdenkt... Helden, die man
bewundert... bei dir sind es wohl unter anderem die Mangas, bei mir waren es Filme.
Diese Kombination aus Abstand, Zeit zum Nachdenken und positiven Impulsen ist es denke ich, die viele von uns hier zu dem gemacht hat, was wir heute
sind. Und ich wollte wirklich nicht, dass es in irgendeiner weise anders gekommen wäre...
Nein, ich will kein Teil des Stroms sein.
| Zitat | | Meine Mutter meinte mir immer unter die Arme greifen zu müssen, in dem sie nett war, versuchte mir weitmöglichst
entgegenzukommen. Aber ich habe schlicht und ergreifend keine Lust auf ihre Predigten von sozialen Dingen und dergleichen. Es geht ja nicht an ihr
vorbei, wenn ihr einziger Sohn immer zu Hause ist, nie hinaus geht. |
Ja, auch das kommt mir sehr bekannt vor. Neulich hat mich meine Mutter zu überreden versucht, an den Festivitäten zu ihrem sechzigsten Geburtstags
teilzunehmen, den sie mit über 50 Leuten feiern will (von denen ich die meisten nichtmal kenne).
"Da sind Menschen dabei, mit denen du dich sicher gut unterhalten kannst. Ein paar davon haben auch studiert."... "Es ist doch nicht gut, wenn man
sich so abkapselt"... "Ein bisschen mehr Kontakt zu normalen Menschen würde dir auch nichts schaden." ... "Was sollen denn bloß die Leute
denken, wenn mein einziger Sohn an meinem Geburtstag nicht dabei ist?" bla bla bla.
Mein lapidarer Kommentar dazu:
"Erklär ihnen einfach, dass ich ein Vampir bin und tagsüber bei uns im Keller in einem alten Eichensarg liege."
Damit war das Thema dann vom Tisch.
Aber ist ja schön, dass sie sich noch immer so rührend darum kümmert, dass ich nicht sozial vereinsame. *lach*
Sie hat nur leider keine Ahnung, dass die schlimmste Einsamkeit für mich die wäre, mit 50 lachenden, fröhlichen alten Säcken zusammen an einem
Tisch sitzen zu müssen und so zu tun, als ob ich ihnen gegenüber in irgendeiner Weise freundlich gesinnt wäre...
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Jolle
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Verfasst am: 16.1.2005 um 12:18 |
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"wir", sind ne bande von träumern, die sich die zeit mit philosophieren, saufen und einfach miteinander rumhängen vertreibt...du ahst dich vor
einiger zeit mit einem von "uns" in wasseraalfingen getroffen...-eresseo-, bane, oder einfach dem_Fred...
Ich war schon früher mal hier angemeldet, hab aber imme rnur mitgelesen und mir nie die mühe gemacht auch was zu schreiben...
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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 16.1.2005 um 12:23 |
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naja, von "getroffen" kann da eigentlich keine Rede sein. Ich habe ihn dort eher um knappe vier Stunden verpasst... :D
Aber wenn sich mal wieder eine Möglichkeit bieten sollte, kann man das ja gerne irgendwann nachholen.
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Jolle
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Verfasst am: 16.1.2005 um 12:50 |
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achso, mkay...
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Taloraan
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Verfasst am: 16.1.2005 um 14:03 |
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Ich denke, nicht, dass es die Tatsache ist, einsam zu sein, die einen stärkt, sondern vielmehr der misanthropische Rahmen, der sich um einen herum
bildet. Man lernt, die Menschen auch von unten bzw. von hinten anzusehen, anstatt immer direkt in die Augen, oder noch schlimmer von oben herab.
Dieser Winkel ist es, der einem mit zunehmender Größe mehr Weisheit bringt.
Wobei wir natürlich bei der Einsamkeit differenzieren sollten, nein, müssen, zwischen einem "Mobbing- Opfer" und einem "Außenseiter". Aber das
ist wohl klar. Ich war, um das noch einmal zum Ausdruck zu bringen, letzteres, letzteres letzten Endes sogar gerne.
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demUnterstrichFred
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Verfasst am: 19.1.2005 um 16:37 |
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| Zitat | Original von dian
naja, von "getroffen" kann da eigentlich keine Rede sein. Ich habe ihn dort eher um knappe vier Stunden verpasst... :D
Aber wenn sich mal wieder eine Möglichkeit bieten sollte, kann man das ja gerne irgendwann nachholen. |
tjojo... wohl eher zwei stunden... und ich bin mir immer noch fast sicher das ich zur abgesprochenen zeit da war
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...
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Verfasst am: 20.1.2005 um 01:33 |
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Ich wollte neulich schon mal was hier schreiben, war leider noch zu der Zeit, als ich zur Reha war und immer ins Internetcafe mußte, um mal ins Netz
zu kommen. Als ich meinen Beitrag fertig hatte, folg ich raus. Und ich hatte gerade ´ne Stunde lang ungefähr geschrieben. Das baut auf, wenn Dein
ganzes Leben dann auf einmal im Nichts verschwindet.
Insofern bin ich jetzt klüger, und gledere mal bei meinem Alter mein Leben ein wenig und erzähle heute nur was von ersten Jahrzehnt. Ich habe im
übrigen vor ca. zehn Jahren mal auf der Intensivstation wegen eines Darmdurchbruches bei einer chronisch - entzündlichen Darmerkrankung gelegen und
es sah so aus, daß ich übern Jordan gehen werde. Der Zustand dauerte 6 Wochen. In der Zeit fliegt ja das ganze Leben an einem vorbei. Bei manchen
sind es Sekunden und es ist immer noch langweillig. Ich hatte in den 6 Wochen keine Sekunde Langweile, sondern stellte fest, daß ich wohl mehrere
Leben gehabt habe.
Kurze Einleitung zur Gesamtsituation:
Gelernt habe ich Bankkaufmann, studiert habe ich Evangelische Theologie und Philosophie, gearbeitet habe ich als Fraktionsgeschäftsführer der
Grünen und die letzten 20 Jahre habe ich mein Geld damit verdient, Geistig - Behinderten die vollgeschissenen Pampers zu wechseln. Nebenher bin ich
noch bi und habe gerade mal wieder einen Lover und einen Lebenspartner (die nicht identisch sind, aber beide männlich.)
Fangen wir mal mit der Kindheit an, wie die meisten hier:
Ich war von vornerein in der Situation, daß ich anders war. Meine Eltern waren selbständig und wir wohnten in einer Umgebung, wo es sonst nur
Malocher gab. Vom Einkommen war es auch nicht besonders anders, aber meine Mutter arbeitet auch im Geschäft meines Vaters (einer Zoohandlung), so
konnte sie sich natürlich die Arbeitszeit viel besser frei einteilen als irgendeine lohnabhängig Beschäftgte. Anderer Vorteil: Meine Eltern waren
mittags immer zu Hause. In den 60er war das noch so, daß Geschäfte mittags zu hatten, von 13 - 15 h. So gab es bei uns Mittags das warme Essen, was
es bei den anderen Kindern eben erst abends gab, wenn Vadder vonner Schicht kam. Es war also irgendetwas anders bei uns als bei den anderen. Das hatte
ich schnell raus. Unglücklich war ich darüber nicht, denn ich hatte jeden Mittag meinen Vater zu Hause und konnte mit ihm 10 - 20 Minuten vor seinem
Mittagsschlaf rumtoben, was wir uns auch niemals nehmen ließen. Allerdings waren meine Eltern auch der Ansicht, daß ich am besten Sozialverhalten
lerne, wenn sie mich in den Kindergarten schicken. Da war ich relativ normal, ich kann mich zumindest dort an keine besonderen Vorfälle erinnern.
Aber eine Situation fällt mir doch ein aus meiner Vorschulzeit: Ich wollte auch wie die anderen Kinder draußen auf der Straße spielen. Leider
fehlte mir wohl absolut die Fähigkeit, mich in eine Gruppe einzuordnen. Gleich beim ersten Mal gab es Streit, weil ich absolut wohl nicht einsah,
daß ich mich als Neuling irgendeiner Gruppenhierachie unterordnen sollte, also gab es für mich Dresche. Die anderen Blagen schlugen mir in die
Fresse. Und ich stand da und wehrte mich nicht, ich blieb ganz ruhig und ließ mir eine nach der anderen klatschen, ich würde sogar sagen, ich genoß
das. Insbesondere genoß ich, daß die doofen Typen gar nicht verstanden, daß mir das nicx ausmachte. Ich weiß nicht, wieso. Kann was damit zu tun
haben, daß mich viele als Autisten bezeichnen, die mich genauer kennen. Auf jeden Fall war mir klar, wenn das hier abgeschlossen ist, steh´ich als
Leader der Gang dar, da alle völlig fasziniert waren von meiner Belastungsfähigkeit und Standhaftigkeit. Unglücklicherweise kam gerade in dieser
Prügelorgie meine Großmutter vorbei (die wohnte bei uns), war völlig entsetzt, daß ich mir das gefallen ließ und schleppte mich weg. So war meine
Karriere als Straßenkind schon beendet, bevor sie überhaupt losgehen konnte.
Weiter ging´s in der Grundschule. Dort war ich aus unerfindlichen Gründen sehr beliebt. Ich war jemand, der den Klassenclown spielen konnte, aber
auch von zu Hause her gut genug geschult, mich so auszudrücken, daß ich den Lehrern mal die Meinung sagen konnte. Das macht einen wohl beliebt.
Hinzu kam, daß ich von einer Clique immer ausgesucht wurde, mich mit dem Anführer der anderen Clique zu prügeln, was mir ja wenig ausmachte.
Schmerzen fand ich ja eher toll als gestreichelt zu werden. Ich wurde Klassensprecher usw. Mein erster Schritt in eine politische Karierre, wie ich
später merkte. Ansonsten war alles ziemlich harmonisch, überall gute Freunde irgendwo (Meine Eltern hatten auch noch ´n Gartenhäuschen, wo wir am
Wochenende waren und da hatte ich auch Speilkameraden und ´ne Clique, in der ich ziemlich der Anführer war). Allerdings mußte ich mich seit
Kindheit an mit Auseinandersetzungen beschäftigen. Ich hatte nämlich ´ne 7 Jahre ältere Schwester und das heißt Streß (bis heute manchmal).
Alles schien vorprogrammiert, zwar nicht zum Lemming, aber zum Oberlemming, dem alle nachrennen, wenn es Richtung Felsen geht. Dazu kommt natürlich
auch noch Fußball - und Turn - und Ringverein, das gehörte sich nach Auffassung meiner Eltern so.
Soviel erstmal zu den ersten zehn Jahren. Ich bin jetzt mal gespannt, ob ich wieder rausfliege. Wenn nicht, schreib´ich das nächste Mal was über
die nächsten 10 Jahre mit Pubertät, Parteien entdecken und Pöstchen dort abstauben und Abistreß.
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Jolle
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Verfasst am: 21.1.2005 um 00:18 |
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ho ho das wird ja ein verdammter roman...aber ich bin gespannt :D
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...
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Verfasst am: 21.1.2005 um 02:07 |
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Gut, auf Wunsch dann Teil zwei (Ich kann auch nix dafür, daß ich schon so alt bin und deshalb so viel über mich schreiben kann) :
Ich mußte also aufs Gymnasium. Was anderes wär für meine Eltern nicht vorstellbar gewesen. Vielleicht Gesamtschule noch, aber davon gab´s damlas
noch nicht so viele. Wenn die dort ´n Überschuß an Anmeldungen hatten, haben die einfach ausgelost, wer darauf kam. Orientiert hab´ich mich an
einem Kumpel, genau der, mit dem ich mich früher in der Grundschule immer prügeln sollte. Wir waren mittlerweile ganz gut befreundet. Es ist einer
der eklatantesten Fehler der heutigen Zeit, daß man meint, Kampf entzweie. Auch gegeneinanderkämpfen kann vereinigen, zumindest noch bei Kindern.
Mein Glück dann war es, daß wir einen uralten, bereits pensoinierten Deutsch - und Klassenlehrer bekamen, der mich mehr oder minder protegierte,
obwohl ich nie was für die Schule tat. Der legte noch Wert auf solche Sachen wie Phantasie in Aufsätzen u.ä. Die hatte ich.Da ich nie was für die
Schule tat, waren Fremdsprachen der Horror für mich. Ich glaube, ich habe eh´eine Form der Legasthenie, die erst bei der ersten Fremdsprache, aber
spätestens bei der zweiten vollends auftrat. Auf´m Gymnasium hatte ich auch schnell meine Kumpels, meinen besten Freund lernte ich direkt in der
5.Klasse kennen und der Kontakt hielt auch noch 25 Jahre. Ich kam damals in die Pubertät und begriff, daß ich auch Männer ganz sexy fand, sie
interessierten mich zum Teil mehr als Frauen. Das kann was damit zu tun haben, daß mein Vater kurz vor meiner Pubertät in seiner Midlifecrisis war
und ich ziemlich gefrustet war über den ganzen Ärger, den eine heterosexuelle Beziehung wohl mit sich bringt. Auf jeden Fall hörte ich
vorsichtshalber mal mit dem Vereinssport auf. Das wäre mir beim Ringen oder beim Fußball unter der Dusche doch zu peinlich geworden. Es war ja auch
noch nicht die Zeit, wo man einfach den Klassenkameraden sagen konnte, daß man auf sie steht. Ich hab´s zwar später doch gemacht, aber immer alle
dann entsehenden Angebote abgelehnt. Es paßte zuerst nicht in mein Idealbild, ich wollte damals noch ´n spießiger Famnilienvater werden.
Gottseidank war mein bester Freund auch bi. Es dauerte aber noch bis zur 11.Klasse, wo er mir das erzählte. Vorher hat er ein Jahr als
Austauschschüler in den staaten verbracht und dabei hat er´s wohl bemerkt. Sollte aber trotzdem noch ´n paar Jährchen dauern, bis wir das erste
Mal miteinander schliefen. Hatte aber für mich den Vorteil, daß ich mich nicht dem Gruppenzwang beugen mußte, und mir ´ne Freundin zulegen mußte,
wie es der große Rest so in der Zeit tat. Ich war natürlich wieder Klassensprecher und beliebt. Ich konnte mir auch schon ´n paar kleine
Abweichungen von der Masse erlauben, das wurde respektiert und zum teil auch honoriert, allerdings nie von den Paukern. Aber aus der Zeit resultiert
auch meine Abneigung gen Autos. Alle Bolls holten sich ´n Mofa oder machten Führerschein. Ich nie, habe bis heute keinen Führerschein und komm
damit super aus.
Weil ich keinen Sport mehr machen wollte, fing ich schon mit 13 an, mich für Politik zu interessieren. Mit 17 ging ich dann in eine Partei. Damals
entstanden gerade Die GRÜNEN. Das war damals noch ´n völlig anderer Haufen als diese angepaßten Schleimscheißer, die da heute was zu sagen haben.
Es waren zwar auch damlas schon ´ne ganze Menge Reaktionärer dabei, aber selbst die hatten ihre Träume von einer anderen Welt, die es geben
könnte. Irgendwie fanden alle zusammen, Beim Gründungskongreß waren dann alle möglichen Richtungen sich einig, daß man etwas gegen die
Fortschrittsgläubigkeit der Menschen machen mußte. Es war auch die Zeit der Anti - AKW -Demos. Das machte Spaß. In Gorleben haben wir ´n eigenes
Dorf gebaut ("Freie Republik Wendland"), in Brokdorf uns ordentlich von Bullen verprügeln lassen und manche auch zurückgeprügelt. Wackersdorf und
Nachrüstung fiel noch in die Zeit.
Ich selber war überall dabei, weil ich mehr Vertrauen in die Straße hatte, als in den parlamentarischen Weg. Wie ich heute weiß, sollte ich
(leider) recht behalten.
Natürlich war ich auch bei den GRÜNEN der Herdenführer. Ich war gerade mal 18 geworden und wurde zum Kreisschatzmeister meines Kreisverbandes
gewählt. Das war damals das einzige Amt, wo man nicht rotieren mußte, weil man sich da mit Parteienfinazierung auskennen mußte. So hatte ich
schonmal für die nächsten paar Jahre meinen Vorstandsposten sicher, weil eh´keiner Bock hatte auf so ´nen Scheißjob, der mit Buchführung etc.
verbunden ist.Außerdem hatte ich die grüne Getränkekasse unter mir. War sehr praktisch, wenn man mal kurzfristig Anleihen für private Zwecke
brauchte. War auch lustig in der Schule, wenn man als Entschuldigungsgrund nach Demos die Demoteilnahme angeben konnte. Waren die Sozilehrer z.B. ganz
begeistert von. Nachdem ich dann noch ein zweites Mal in der Oberstufe hängen blieb (war ja kaum noch Zeit für Schule wegen der ganzen pol.
Aktivitäten) machte ich mein Abi mehr schlecht als recht. Mein Glück, daß ich Mathe immer gut konnte, und dafür nie was machen mußte. Jetzt
mußte ich was studieren, oder noch schlimmer Bund oder Zivildienst machen. Aber man kann sich ja drücken, dachte ich. Und es gelang mir. Wie, dazu
mehr in Teil drei (morgen). Ich muß jetzt erst mal wieder selber Luft holen, nachdem ich soviel erzählt habe.
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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 21.1.2005 um 12:44 |
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ohje, bei dem Umfang hättest du wohl besser nen eigenen Thread aufgemacht. Wird ansonsten schnell unübersichtlich. Naja, aber egal, jetzt isses
schon passiert. 
Wenn du von Anfang an dabei warst, muss dich die Richtung, in die sich die Grünen entwickelt haben, ja noch viel mehr ankotzen als einen wie mich,
der die bisher nur gewählt hat, weil sie damals versprochen haben, das Gras zu legalisieren.
Ich kann mir das irgendwie nicht erklären, wie aus idealistischen Kämpfern irgendwann soetwas wie der heutige Joschka Fischer werden kann. Man hat
ihn ja wohl nicht gefoltert und mit Stockschlägen dazu gezwungen, seine Überzeugungen zu verraten und die Turnschuhe in die Ecke zu stellen...
Ok, Macht korrumpiert, schon klar. Aber wenigstens bei Leuten wie Joschka hätte ich gedacht, dass denen Macht und Ansehen beim politischen Gegner
scheissegal wären. Liegt das am zunehmenden Alter... oder waren solche Leute schon von Anfang an nur darauf aus, im Mittelpunkt des öffentlichen
Interesses zu stehen *fragezeichen*
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Jolle
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Verfasst am: 21.1.2005 um 15:57 |
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WAAAAAAAAAAS DU WARST IN GORLEBEN DABEI???!!
ich hab da den dicken bildband dazu...dann biste garantiert auf einem der bilder druff^^ hammer...
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Jolle
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Registriert seit: 1.1.1970
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Verfasst am: 21.1.2005 um 16:04 |
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was hälst du davon ne verdammte biographie zu veröffentlichen? ich würd sie kaufen...ohne kaak...der übelste rocker...FRW...dude...
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...
Beiträge: 4247
Registriert seit: 12.7.2007
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Verfasst am: 22.1.2005 um 01:57 |
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Ja, Dian, das stimmt, ein eigener Thread wäre wirklich besser. Leider gehöre ich zu der Sorte Postern, die erst schreiben und dann selber
überrascht sind, was da alles rauskommt. Vielleicht kann q das ja in einen eigenen Thread verlegen, müssen wir mal sehen. Heute brauche ich eh´´ne
Pause. Muß morgen früh raus und nach Holland, mal wieder Vorräte zulegen. Anschließend muß ich noch zu meinem Freund, das wird dann dauern und
anschließend werd´ich wohl auch morgen zu zu sein, um noch was zu posten.
Aber kurz schon mal zu den Grünen:
Wenn man von Anfang an dabei, bemerkt man zunächst gar nicht den Rechtstrend, den die Partei hatte. Bei der Gründung waren ja auch noch richtig
Rechte wie Gruhl und Springmann dabei. Als die absprangen, waren wir erst mal froh und glaubten schon, daß sei der Sieg. Aber fataler Irrtum.
Insbesondere Fischer wird immer völlig falsch eingeschätzt. Ich gestehe ein, daß ich den Anfangs auch ganz sympathisch fand, weil das, was ich
wußte, war, daß er in der Frankfurter Hausbesetzerszene aktiv war. Er war aber wohl auch damlas schon ein Riesen - Arschloch. Ich empfehle dazu mal
das Buch von Jutta Dittfurth "Das waren die Grünen". Die kommt ja auch aus Frankfurt und hat auch den Anfangsweg von Fischer beobachtet. Er hatr
sich erst dann zu den Grünen gesellt, als die in die ersten Landesparlamente einzogen. Insgesamt war der Kerl immer nur auf seine Karriere aus. Er
war der Prototyp des Kleinbürgers (Metzgerssohn wie Franz Josef Strauß), der nur das Ziel hatte, ein großer, beliebter Politiker zu werden. Die
Grünen kamen ihm da gerade recht. Das sie basisdemokratisch waren und eigentlich keine Berufspolitiker provozieren wollten, hat er sehr schnell zu
seinen Gunsten verändert. Beliebt ist der nur, weil er ein gewalttätiger Schläger ist, immerhin auch noch als Außenminister, wo er allerdings
nicht nur ´n paar Pflastersteine zur Verfügung hat, sondern gleich Raketensprengköpfe, die dann serbische Menschen töten. Wie gesagt, ich war auf
der Seite von der Ditfurth, ihr Spruch nach der rot-grünen Koalition in Hessen (natürlich war die Koalition von Fischer gemacht), daß die
Wasserwerfer, die damals den Demonstrant Sare auf ´ner Anti-Startbahn-West-Demo töteten, jetzt auch von den Grünen im hessischen Etat mitgeduldet
werden, hatte mich damlas sehr schnell überzeugt, daß Regierungsbeteilligungen völliger Quark sind, damit ändert man gar nix.
@Less Than Jollie:
Ja, Gorleben war was feines, die Demos dort, das Bauplatzdorf, die Besetzung und die Räumung. Ich wußte gar nicht, daß es dazu ´n Bildband gibt.
Ich hatte zwar auch ´ne Menge Dokumentationen dazu im Nachhinein (als grünes Vorstandsmitglied kam man ja leicht an all sowas dran), aber Fotoband
ist mir neu. Ich hab´mich damlas bei der Räumung auch mal im Fernsehen gesehen, als ich nach der Räumung nach Hause kam, lief um 22.30 Tagesthemen.
Da zeigten die dann, wie die Bullen anfingen, uns vom Dorfplatz zu tragen. Ich war erst in der fünften oder sechsten Reihe, ich sah´mich aber ganz
deutlich im Fernsehen. Das war damals noch aufregend. Heute mußt Du ja nur sagen, daß Du auf Hackfleisch zwischen den Brüsten deiner Freundin
stehst und sofort bist Du in ´ner Nachmittagstalkshow.
Am unheimlichsten war es, daß wir wußten, hinter uns auf dem "Rathaus" des Dorfes, waren mittlerweile Bullen mit Hubschraubern angeflogen worden,
die geschwärzte Gesichter hatten. Das bedeutet nichts gutes auf AntiAKWDemos. Sobald die Presse ihre Bilder im Kasten hat, werden die dann zulangen
und zwar ordentlich. Nunja, mir ging´s noch ganz gut. Ich hatte vorher schon gesehen, daß die Bullen rücksichtlos von ihrem Schlagstock Gebrauch
machten, wenn Du Dich zu fest an deinen Nachbarn klammertest. Jeder Schlagstockeinsatz wurde von einem Riesenpfeiffkonzert von uns begleitet. Da wir
alle eingehakt waren untereinander, konnten die Bullen nur immer einen einzelnen wegschaffen. Zu mehr waren sie zu feige. Ich selber habe dann
ziemlich schnell losgelassen, als meine Nahcbarn an der Reihe waren (hatten wir vorher miteinander besprochen, wie fest wir uns halten sollten. Meine
Nebenmännern und - frauen hatten nicht gerade viel Lust auf Haue.) und bei mir ging das dann ähnlich schnell. Später standen wir dann noch einer
ganzen Reihe von Bullen gegenüber, die verhindern sollten, daß wir von hinten wieder auf den Dorfplatz raufkamen und erneut besetzten. Als ich
einmal in die Knie ging und ´n bißchen in der Hocke war, nur weil wir die ganze Nacht durchgefahren waren bis nach Gartow und weil ich nach dem
ewigen Sitzen in der Menge ´n bißchen Dehnung brauchte, sah ich ´n Stock, der vor mir lag. In Gedanken hob ich den auf. Im Nullkommanix kamen alle
Bullen mit ihren Hunden einen Schritt näher zu mir hin und die Hunde knurrten gut. Klar, ich hätte ja auch diesen ca. 15 cm. langen Holzstock, der
da lag, rüberwerfen können und wahrscheinlich einen Bullen schwer verletzten können. Da kann ich wahrscheinlich froh sein, daß ich nicht den
finalen Rettungsschuß abbekam. Insgesamt ging das alles aber noch ruhig von Statten, auch wenn es zum heulen war, zu sehen, wie die Häuser, die wir
´n paar Wochen vorher, bei unserem ersten Besuch, aufgebaut hatten, alle von Bulldozern plattgewalzt worden.
Später in Brokdorf war das ganze schon ´ne Nummer kribbeliger. Da mußten wir einige Kilometer vor dem Baugelände schon aus den Bussen und in
Eiseskälte dorthin laufen. Zwischendurch hatten immer wieder Bullen Container so auf die Straße gestellt, daß man nur einzeln durchkam. Klar, die
saßen dann auf den Containern drauf und filmten jeden von uns, Die meisten waren das aber mittlerweile gewöhnt und da es eh´kalt war, hatten wir ja
alle unsere Schals und Tücher mit, mit denen wqir uns vermummen konnten. Damals kam das sogenannte Vermummungsverbot auf Demos auf. Klar, wir feigen
demonstranten, die friedlich durch eine Abschirmung spazieren, sollten uns gefälligst, am besten gleich nackt, filmen lassen. Als wir endlich am
Bauzaun zum geplanten AKW waren, hatte ich dann auch nicht mehr viel davon. Einige hatten schon angefangen, den Zaun flach zu legen. Das ermöglichte
mir dann die Bekanntschaft mit Wasserwerfern und Tränengas zu machen. Es war auch die letzte Demo, die ich ohne Zitronensaft besucht habe. Den
braucht man nämlich, um sich das Tränengas aus den Augen zu waschen. Das brennt ekelhaft. Wenn Ihr im übrigen mal ´n Bild seht, wo ein demonstrant
mit einer Schaufel auf einen Polizisten einschlägt, der wohl gerade in einen Graben gefallen ist (das Bild ging damals durch die Presse, um zu
zeigen, was für brutale Schweine wir AKWGegener doch sind), dann wisset., daß der Bulle vorher versucht hatte, den Mann mit dem Spaten voll zu
verprügeln. Das war kein Beweis für unsere brutalität, sondern pure Notwehr. Das hab´ich selber gesehen. Ich war aber nicht derjenige auf dem
Bild.
So, wie gesagt, das muß für heute reichen.
@q: Hast Du gelesen, was Dian schrieb und ich dazu? Kannst Du den Thread mit meinen Postings und den dazugehörigen von Less than Jollie und Dian in
´nen neuen Thread verlegen?
Aber bitte mit Sicherheitskopie. Noch mal schaff´ich das nicht, mein Leben zu erzählen, wenn´s auch erst die ersten 20 jahre waren. Denn einmal bin
ich ja schon rausgeflogen und wenn ich´s zum dritten Mal durchmachen muß, wird´s selbst mir zuviel. Das wird ja dann schlimmer wie "Murmeling
day".
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Jolle
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Verfasst am: 22.1.2005 um 14:56 |
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Jo, das ist ein ziemlich großer, dicker Bildband, Din A 4 is das glaub ich,also ziemlich groß, mit locker 150 seiten...dem fred kann ja mal gucken
wie viele des sind, ich habs das buch nämlich grad an ihn verliehen...verdammt gut, das teil...mit hunderten Fotos von den verschieden stadien , wie
eben aufbau des dorfes, die räumung und alles... zu den schwarz bemalten gesichtern steht da auch was...da sind locker 10 fotos mit bullen mit
schwarzen Gesichtern drin und da drunter steht dass ein sprecher der polizei auf die frage, was denn die bemalung sollte, gesacht hat dass das keine
bemalung, sondern lediglich "der staub und schweiß auf den gesichtern der beamten" sei...total krass dass die da mit pferden, hubschraubern,
hunden, pepperguns usw ankommen um ein paar pazifisten zu verkloppen...weil da hatten sich ja sogar die militanten akw gegner dazu bereit erklärt,
keine gewalt anzuwenden...und wnen ich mir die fotos angucke auf denen man sieht wie lachende polizisten einen mann an der nase wegziehen oder zu
zehnt verprügeln, da kommt die wut in mir hoch...bah...
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der_schmichi
Beiträge:
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Verfasst am: 23.1.2005 um 22:58 |
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| Zitat | Original von Less_than_Jolle
jo, da muss ich dir rechtgeben...
So aktionen wie den großen roten metallstern bei uns aufm schulhof rot anzusprühen bringen nen scheissdreck, denn kein mensch wird, wenn er dieses
Symbol sieht, plötzlich seine weltanschaung komplett überdenken und sich dem anarchokommunismus vershcreiben, hehe...zumal ich denke dass so manch
einer bei uns auffer schule gar keine weltannschauung hat die übern haufen geworfen werden könnte , weil er sich noch nie im leben gedanken gemacht
hat die über "was ziehe ich heute an?" hinausgehen...
najo, die sache diehnte warscheinlich auch nur dazu mein gewissen zu beruhigen...ausserdem sah er ziemlich cool aus danach :D
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jo das war ne echt lustige aktion höhö
so mtten inner nacht sinkbesofen über den scheiss zaun...
@dian : joar im prinzip sind wir (dem fred , dem jolle und ich) an unsere schule recht isoliert. Aber inzwischen haben wir ein paar menschen um uns
geschart (wie eitel..) und wir wachsen und wachsen :D
@ arne : DU ROCKER! FRW war schlichtweg das allergeilste...
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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 23.1.2005 um 23:29 |
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@ dem_schmichi:
Ach so, ihr drei gehört zusammen...
schön, dass es in dieser virtuellen Welt auch noch ein paar ganz reale Verbindungen gibt. 
@ Arne:
So einfach können leider auch wir Admins einen Thread nicht mehr auseinanderreissen. Man kann ihn höchstens komplett verschieben, was ja aber
irgendwie auch nix bringt. Egal, lassen wir das jetzt so, wie es ist. Und wenn du auf deine nächsten paar Lebensjahrzehnte zu sprechen kommst, machst
du einfach nen extra-Thread auf. (kannst ja auch das, was du vorher geschrieben hast, dann noch da rüberkopieren, wenn du möchtest, dass alles
schön an einem Stück bleibt.)
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...
Beiträge: 4247
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Verfasst am: 24.1.2005 um 01:21 |
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@Dian: O.K. Wird gemacht, aber ich brauche eh´noch ´n paar Tage Zeit. Ich muß erstmal das Leben bis zu diesem Punkt, den ich bisjetzt geschrieben
habe verarbeiten. Ist auch das erste Mal für mich, das ich das in so ´ner Form mache. Wenn ich sonst Menschen von meinem Leben berichte, suche ich
mir immer das aus, was für den sozialen Hintergrund desjenigen, dem ich´s erzähle, am besten paßt. Ich hab´da ja gottseidank genug
Auswahlmöglichkeiten.
@Less Than Jollie:
Das mit den Geischtschwärzen war auf vielen Demos Taktik von denen. Die hatten wirklich nur Schiß, man könnte sie sonst auf Photos identifizieren,
wie sie wehrlose, unbewaffnete Demonstranten wegprügelten. Ich habe auch nie von einem Fall gehört, wo ein Bulle mal zur Rechenschaft gezogen worden
ist, wenn er mal zugeschlagen hat. Wir AntiAKWler waren für die damlas der letzte Dreck, der ihren Feierabend belastete und der ihnen ein paar
reinhauen wollte.Dabei ging, zumindest anfangs, die Gewalt immer nur von den Bullen aus. Das ein paar Autonome sich auch mal rumprügeln wollten, war
klar, nachdem man mitbekommen hatte, daß die Bullen das sowieso machen, egal, ob man friedlich oder nicht so friedlich demonstrieren wollte. Ich
hab´aber nie die direkte Konfrontation mit denen gesucht. Einmal ist es schwachsinnig, gegen einen wasserwerfer o.ä. anzurennen und zum anderen bin
ich auch der Ansicht, daß auch ein Bulle ein Recht auf körperliche Unversertheit hat. Es gab damals aber so´n paar Spaßguerillaaktionen, an denen
ich auch beteilligt war. Muß ich mir mal überlegen, was ich heutzutage davon schon wieder erzählen kann. Später mußt ich dann allerdings doch mal
wegen Mordverdachtes bei den Bullen aussagen und ein Ermittlungsverfahren wegen "schwerer, gefährlicher Körperverletzung und versuchten
Totschlages" hab ich auch noch bekommen, daß aber nicht aus politischen Gründen. Die Tage mal mehr dazu.
@Der Schmichi:
FRW kennst Du noch, mein Gott, wie alt seid ihr denn alle?
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der_schmichi
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Verfasst am: 24.1.2005 um 10:05 |
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höhö wir sind alle 16 aber suchen nach lektüre ohne ende 
Jolles mtter war früher auch ne hardcore linke hausbesetzerin, anti AKW'ler usw
Und bei ihren büchern hat jolle dann halt den FRW bildband gefunden.
Dann bn ich natürlich shr froh zugang zum internet zu haben wo man mehr infos findet als der verfassungsschutz sperren kann
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