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Benway
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Motto: fire walk with me
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Verfasst am: 21.3.2007 um 18:52 |
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Ina schrieb:
[QUOTE]Was das "sich öffnen" und die "Masken" angeht: man meint ja erstmal, es macht nicht viel aus, wenn andere bloß eine Maske nicht leiden
können. Deshalb besteht ein großes Risiko darin, sich zu öffnen, denn dann könnte man ja mal zurückgewiesen werden für das, was man tatsächlich
ist. Vielleicht muss man echt mal massiv und irreversibel zurückgewiesen worden sein, für das, was man NICHT ist, bis man merkt, dass das noch viel
beschissener ist.[/QUOTE]
Freedom's just another word for nothing left to lose...Binsenweisheit, aber an diesem Punkt muss man trotzdem erst mal ankommen. Wenn's dann
allerdings mal so weit ist, hat man letztendlich wohl schon einen Respekt vor sich selbst, der das Leben ganz schön erleichtern kann und den
täglichen Zurückweisungen die Spitze nimmt - nun, hoffentlich ist es so. Gewissheit, dass man sich nicht selbst belügt, erlangt man auf jeden Fall
nur darüber, dass man sich fremden Augen stellt, da stimme ich zu.
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dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 21.3.2007 um 20:12 |
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@ Doc Benway:
| Zitat | | Klar, man kann sich für gewisse Dinge engagieren, die auf einer Ebene auch Sinn machen, sei es die Tierrechtsbewegung oder bei
mir zur Zeit die Arbeit mit geistig Behinderten. Aber dass sich diese beschissene und einfach grund'falsche' Welt auf diese Art etwa verändern
ließe, das kann ich mir nicht mal einreden, wenn ich eine Menge Gläser über den Durst getrunken hab... |
Früher konnte ich das noch. Aber rückblickend denke ich, dass das zum größtenteil Wunschdenken war. Man versucht sich die Scheiße schön zu
reden, weil man ja eben drin schwimmt und nicht anders kann, als sich so lange wie möglich oben zu halten, bis man schließlich irgendwann untergeht
und darin ersäuft.
That's life.
Wenn mir jetzt trotz meiner Abgeklärtheit hin und wieder noch eine idealistische Floskel entweicht, dann nicht OBWOHL ich nichts an dieser Welt
ändern kann, sondern gerade WEIL ich nichts ändern kann. Als Trotz. Ich weiß, es ist unmöglich, aber ich versuche es dennoch. Vielleicht, weil
Kämpfen mit Aussicht auf einen Sieg was für Weicheier ist. Die wahren Helden kämpfen hingegen den unmöglichen Kampf gegen eine gigantische
Übermacht, die sie niemals bezwingen werden.
Ob man noch kämpft und listig ausweicht, um dem Monsterheer ein würdiger Gegner zu sein, oder sich widerstandslos von ihm auffressen lässt, macht
möglicherweise überhaupt keinen Unterschied. Aber ich denke, vor mir selbst und meinen eigenen Ansprüchen an mich macht es sehr wohl einen
Unterschied.
| Zitat | | Man kann seine Erwartungen, die man aus anderen Quellen als der Alltagswelt geschöpft hat, natürlich gnadenlos anwenden und
auf Kollisionskurs mit der Außenwelt gehen, Totalverweigerung halt...aber seit Ina es so klar formuliert hat, bin ich mir noch sicherer, dass man
sich dabei nur selbst verletzt...die graue Außenwelt ist stark genug, sie hat immer funktioniert und wird immer funktionieren...die direkte Anpassung
an die Forderungen des Tages wird immer "funktionieren", bis zu dem Tag an dem sich alles aufgrund dieses reibungslosen Funktionierens letztendlich
selbst auslöscht. |
Was soll ich dazu sagen...
wenn ich nicht hin und wieder Kompromisse eingehen und mich vor meinen Mitmenschen anders geben würde, als mir eigentlich der Sinn steht, dann säße
ich längst im Knast oder im Irrenhaus.
Dann hätte ich neulich zum Beispiel die "freundliche" Beamtin aus dem Fenster des Rathauses geworfen. Aber hinterher in der Zelle hätte ich mir
dann sicher dafür in den Arsch gebissen, dass ich für so eine unbedeutende Büro-Schlampe meine ganzen Möglichkeiten verspielt habe, die ich
vielleicht irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt noch sinnvoller und konstruktiver hätte einsetzen können.
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...
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Verfasst am: 23.3.2007 um 03:42 |
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@Doc Benway:
Das mit der Zuwendung als pädagogisches Konzept in der Arbeit mit Menschen ist aber nicht möglich, da der Betreuer oder Erzieher jederzeit
austauschbar sein muss.
Sonst müßte man ja z.B. eine Entlassung, weil es billigere Mitarbeiter evtl. gibt aufgrund der Bewohnerinteressen sein lassen und das wäre ja
schrecklich für den Arbeitgeber.
Außerdem ist es auch dem Kapitalismus noch nicht gelungen, Zuneigung nach ISO-Standard zu zertifizieren. Deshalb muss man sich in solchen Jobs noch
die Nebenrolle aneignen, ein pädagogisch versierter Schwätzer zu sein, um da mithalten zu können.
Aber niemand, der in der Praxis arbeitet, nimmt das eigentlich ernst!!!
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Tetrarchos
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Verfasst am: 23.3.2007 um 09:32 |
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Mein persönlicher Lebensinhalt besteht nurnoch darin, das große Chaos abzuwarten. Ich bin so fest davon überzeugt, daß es fast eine Religion für
mich ist. Ich bin erst 32 Jahre alt und werde, trotz Alkohol, wohl noch 20-30 Jahre Lebenserwartung haben. Bis dahin müsste das verfluchte System ins
Chaos übergegangen sein. Man kann ja jetzt schon erkennen, daß diese Gesellschaft sich selbst zerstört. Wie Raubtiere fressen sie einander solange
alles weg, bis KEINER mehr etwas hat. und das WELTWEIT. Diese Entwicklung beschleunigt sich zum Ende hin sogar noch. In dem Moment wo die
Interkontinentalraketen losfliegen, würde ich nur lachen und meine letzten 30 Minuten womöglich mit onanieren verbringen. :D
Je nachdem wo ich mich grade befinde, würde ich auchnoch etwa 1 Woche Vollspass haben bis mich die Strahlenkrankheit umkippt, oder beim Plündern
erschossen werde. :D
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Ina
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Verfasst am: 23.3.2007 um 10:58 |
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Haha, das nenn ich mal ein vernünftiges Lebenskonzept :D
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jan91
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Verfasst am: 23.3.2007 um 15:28 |
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ja, das hatten @mf und ich auch schon besprochen, WENN das denn stimmt mit diser klima-katastrphen geschichte, dann würde ich sagen: machen wir uns
bis dahin ein schönes leben, fanz nach dem motto: "nach uns die sinflut"
alle leute, die einen ankotzen, ne waffe an den schädel halten (soweit das geht), fressen und saufen und kiffen, einfach machen, was man will,
absolut...
wie wäre das für euch? wenn man noch mal kurz vorm untergang die chance hat, alles zu machen, was man will?
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Hansi
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Verfasst am: 23.3.2007 um 15:45 |
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nunja @jan, nach meiner "flucht" leb ich dieses ding jetz eigentlichlich. die frage is, wie lange ich das kann, aber ich hoffe es bleibt für immer
so . nur muss man ja nich wie die verblödete masse handeln und wild amok
laufen bzw. ohne ende fressen, saufen, kiffen, ficken. was hattest du dann vom leben wenn du damit übertreibst und am ende eigentlich nur völlig
fertig davon stirbst. wenn man das in maßen mit einbezieht is das sicherlich kein problem. aber warum soll ich nur weil die welt untergeht noch ma
übertrieben auf die kacke hauen. noch besser is ja dieser amok gedanke. als ich noch eingesperrt vor mich hin vegetiert habe, da kamen mir solche
gedanken auch öfter mal. aber im mom zwingt mich ja keiner irgendwas zu tun, warum sollte ich dann völlig austicken und amok rennen?!? das is
vorallem sinnlos, da du das ja tun möchtest, bevor die welt eh unter geht und dann eh alle tot sind, macht also wenig sinn das ganze.
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...
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Verfasst am: 24.3.2007 um 02:32 |
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Okay, @Hansi, Amoklaufen kurz vorm Weltuntergang ist relativ sinnlos, das stimmt. :D
Im übrigen stell' ich mir das auch nicht so aufregend vor, sondern eher als hochkonzentrierte Arbeit, darauf hätt' ich kurz vorm Weltuntergang
nicht mehr soviel Bock.
Ich hab' für die Fälle, dass mal eine A-Bombe hier in der Nähe runterknallt, immer noch 'ne Flasche Champagner da, die ich dann von einem guten
Aussichtspunkt mit meiner großen Liebe auf jeden Fall und evtl. auch anderen noch trinken möchte, bevor ich pulverisiert werde.
Ansonsten seh' ich das aber auch so, dass ich eigentlich schon mache, was ich will, da gibt es eben ein paar kleinere kriminelle Akte, die ich erst
machen würde, wenn ich weiß, dass ich bald das Zeitliche segne.
Wenn die Welt nicht untergeht, dann kann man immer noch Amok laufen oder sich mal in die Luft sprengen und irgendwelche nervenden Typen mitnehmen, um
die es nicht schade ist.
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jan91
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Verfasst am: 24.3.2007 um 03:30 |
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ich wollte ja nicht amok laufen :12:
würde dann halt bloß ein par alte "freunde" aufsuchen und ihnen angst einjagen, ganz nach dem motto: "wir sehen uns in der hölle, spast!!!"
ich wär der letzte der in dem fall in die stadt rennt und was in die luft sprengt, wärbloß vertane zeit^^
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Benway
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Verfasst am: 30.3.2007 um 23:19 |
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Nun, es gibt Neuigkeiten in meinem Leben und deswegen sollte ich den Thread wohl mal aktualisieren...die Außenwelt scheint langsam zu bemerken, dass
ich nicht mehr so voll bei der Sache bin. Obwohl ich mir ziemlich sicher war, mich nicht anders zu verhalten als sonst auch, haben mich die letzte
Zeit über verschiedene Leute darauf angesprochen, dass doch etwas anders zu sein scheint....ich nehme mal an, ich bin jetzt noch distanzierter als
zuvor und das kommt bei den Leuten dann eventuell als 'scheißegal' an.
Außerdem zeigen sich noch direkte Folgen davon, dass ich die Außenwelt nicht mehr ganz so ernst nehme bzw. die letzten paar Monate nicht mehr ganz
ernstgenommen hab...ebenfalls nichts Gravierendes, Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit, ein mahnendes Wort vom Chef, weil ich einem meiner
Jungs spontan den Wunsch erfüllt hab, zwei Kilometer zum Ententeich zu gehen, eine Ermüdungsfraktur am Schienbein, weil ich in letzter Zeit wander-
und klettertechnisch weniger Rücksichten genommen hab als sonst.
Das alles bestärkt mich in der Auffassung, dass ich mich langsam mal entscheiden sollte...einfach nur gegen dieses Leben zu sein und sich keine Mühe
zu geben, das zu verbergen, führt eben nicht zu einer Entscheidung und macht das Leben auch nicht schöner. So langsam sollte ich mich also wohl für
oder gegen dieses Leben entscheiden (und ich meien damit [I]dieses[/I] Leben - wenn ich mich dagegen entscheide, dann brauche ich einen Alternativplan
für ein anderes Leben, weiter passiv verweigern ist dann auf jeden Fall nciht drin). Da ich schon immer meine Probleme mit Entscheidungen hatte, hab
ich mir gedacht ich mach es auf die Weise, die ich auch bisher immer in schwierigeren Situationen angewendet habe und verzieh mich für ein paar Tage
in den Wald.
Ich bin zwar keiner dieser Vision Quest-Fanatiker, aber ein paar Tage draußen nur mit etwas Wasser können den Kopf ganz schön klären (und wenn
man die Zeit und den Willen hat, es länger auszuhalten -kommt bei mir auch sehr selten vor-, kann man so sogar offene Wunden heilen und nochmal von
vorne anfangen) und man kann problemlos wieder ins Leben zurückkehren, ohne dass die Außenwelt großartig was gemerkt hätte.
Nun, das auf jeden Fall hatte ich für diese Woche vor. Es hat nur nicht geklappt, und das hat mich gewundert. Bisher hab ich die Notwendigkeit, ein
paar Tage lang mit der Welt Schluß zu machen, immer eingesehen, nur diesmal war ich psychisch irgendwie nicht in der Lage das zu tun, von dem ich
weiß, dass es notwendig ist und ich bin lieber ins Seminar gegangen und hab mir acht Stunden am Tag was über Geschlechterrollen und Menschenrechte
angehört.
Dass das nun so kam und ich heute abend hier vor dem PC sitze, heißt für mich jetzt, dass ich
a) evtl. vielleicht doch nicht so völlig anders, toll und furchtlos bin, wie ich das die letzten Wochen über wahrgenommen habe
b) mich alleine entscheiden muss, in welche Richtung es nun weitergeht, weder die Außenwelt noch die Inspiration, die mir schon mehrmals zu erforenen
Zehen verholfen hat, wird mir das abnehmen.
Das ist die akutelle Situation und ich muss sagen, ich bin ziemlich ratlos. Deshalb die selbe Frage wie immer: kommt irgendjemand die Situation
bekannt vor, stand irgendjemand schon mal an genau diesem Ort...dian? Ina? Arne? Stille Mitleser?...und in welche Richtung seid ihr dann gegangen? Das
soll jetzt nicht heißen, dass ich mir nicht zutraue, zur gegebenen Zeit selbst zu entscheiden...aber ich bin eben gerade an einem Punkt, an dem sich
wenig zu bewegen scheint und da könnte ein Impuls von Außen sehr helfen, auch wenn er mir evtl. nur zeigt, was ich gerade nicht will.
Ich hoffe, jemand hat was zu sagen.
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...
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Verfasst am: 31.3.2007 um 02:53 |
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Die Impulse zur Veränderungen kamen bei mir nur insofern von außen, als ich mich von Texten, Büchern und Musik inspirieren ließ.
Den Rest habe ich dann so entschieden, wenn der Impuls mir überhaupt noch eine Möglichkeit ließ.
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Benway
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Verfasst am: 31.3.2007 um 10:50 |
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[QUOTE]Die Impulse zur Veränderungen kamen bei mir nur insofern von außen, als ich mich von Texten, Büchern und Musik inspirieren ließ. Den Resthabe ich dann so entschieden, wenn der Impuls mir überhaupt noch eine Möglichkeit ließ.[/QUOTE]
Ja, kann ich sehr gut verstehen, ging mir eigentlich nie anders...entweder entscheidet etwas in mir drin ganz alleine für mich und ich versuch das
dann möglichst glatt in die Realität zu übertragen oder es sind höchstens noch Stimmungen, die mich triggern, endlich mal überfällige
Entscheidungen zu treffen, z.B. durch Musik.
Nur dieses Mal tut sich nichts und ich bin ernsthaft genervt (und der erste der hier schreibt: "Sieh das doch als die Chance, endlich mal dein Leben
selbst in die Hand zu nehmen" wird das zu spüren kriegen). Dian hat mal gesagt, dass er die Vorstellung erleichternd findet, sich immer nahe an der
"Ideallinie" (aus dem Film Donnie Darko) zu halten und ich hab den Verdacht, dass er damit genau die Einstellung meinte, mit der ich bis jetzt auch
durchs Leben gekommen bin.
Die Abwesenheit dieser Ideallinie jetzt wo ich sie wirklich dringend brauchen könnte kotzt mich dermaßen an, dass ich gerade bereit bin, alles
Mögliche auszuprobieren um wieder in diesen Zustand zu gelangen. Nächster Newsflash folgt, wenn ich ein paar dieser Dinge hinter mir hab :p
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dian
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Verfasst am: 31.3.2007 um 10:59 |
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| Zitat | | Das alles bestärkt mich in der Auffassung, dass ich mich langsam mal entscheiden sollte...einfach nur gegen dieses Leben zu
sein und sich keine Mühe zu geben, das zu verbergen, führt eben nicht zu einer Entscheidung und macht das Leben auch nicht schöner. So langsam
sollte ich mich also wohl für oder gegen dieses Leben entscheiden (und ich meien damit dieses Leben - wenn ich mich dagegen entscheide, dann brauche
ich einen Alternativplan für ein anderes Leben, weiter passiv verweigern ist dann auf jeden Fall nciht drin) |
Ich habe den Eindruck, dass du das ein wenig zu schwarz-weiß siehst.
Es gibt doch noch irgendwas zwischen "Totalverweigerung" und "Lemming werden"...
Im Grunde ist das Leben ein ständiger Kampf. Eine große Schlacht, in der wir alle zu kämpfen haben. Aber haben wir darin nur die zwei
Entscheidungsmöglichkeiten, entweder todesmutig auf den "Feind" zuzurennen oder uns ihm widerstandslos zu ergeben?
Ist es nicht manchmal in einem Kampf sinnvoller, taktisch vorzugehen, sich beispielsweise irgendwo einzugraben, dem Feind gegenüber unsichtbar zu
werden oder die Flucht vortäuschen, um dann im richtigen Moment, wenn es darauf ankommt, aus dem Hinterhalt zuzuschlagen?
Gerade, wenn der Feind so in der Überzahl ist, wie es bei unseren Feinden der Fall, ist eine Guerilla-Taktik meines Erachtens das geeignetste Mittel
dagegen.
Konkret hieße das dann: Nicht immer mit dem Kopf durch die Wand wollen. Manchmal besser (wie bei dem Zivi-Lehrgang) nachgeben und einen Kompromiss
eingehen. Dadurch verrätst du ja keineswegs dein Ziel und deine Werte... du bewahrst dir einfach nur die Chance darauf, dein Ziel auch in Zukunft
noch verfolgen zu können, und nicht über kurz oder lang wegen deines rebellischen Verhaltens eingesperrt oder "ausselektiert" zu werden.
Ein gewisses schauspielerisches Talent wäre dafür natürlich auch ganz hilfreich... man muss ja nicht immer gleich jeden dummen Lemming wissen
lassen, was man von ihm und seinen Ansichten hält. Man kann ihm auch mal einfach zulächeln, so wie ich das neulich im Wald gemacht habe, als ich von
so einem alten Tattergreis angesprochen und zugeschwafelt worden bin, der mir ungefragt von seiner Kriegsgefangenschaft erzählt hat, und der dann
noch meinte, dass das Leben unter Stalin oder Hitler besser gewesen sei als heute.
Klar hätte ich dem Kraft meines Intellekts locker einen fiesen Spruch reinwürgen können wie zum Beispiel: "Ja, das stimmt. Es gibt zu viele Alte,
die sollten wir endlich mal wieder irgendwo unkompliziert entsorgen dürfen, ohne dass sie den arbeitenden Menschen auf der Tasche liegen."
Hab ich aber nicht gemacht. Ich habe ihn sogar in dem Glauben gelassen, dass ich seine Ansichten teile.
Der Mann war 87, den hätte ich mit keinem noch so guten Argument der Welt mehr umkrempeln können. Außerdem lebt der eh nicht mehr lang. Also wozu
einen Streit vom Zaun brechen? Nur, damit ich dann hinterher stolz von mir behaupten kann: "Ja, ich bin schon ein toller, konsequenter Anarchist und
hab's dem scheiß Nazi mal so richtig gezeigt!" ??
Und so gibt es ganz viele Beispiele, wo Widerstand keinen konkreten Sinn erfüllen würde, außer vielleicht dem, das eigene Ego zufrieden zu
stellen.
Da kann man dann auch ruhig öfters mal nachgeben, freundlich lächeln und sich seinen Teil denken. Deshalb verrät man noch lange nicht seine
Ideale.
Ich weiß ja nun schon ein bisschen mehr über dich als die anderen, und hab mir daher natürlich noch ein paar Gedanken darüber gemacht...
Was mich vor allem mal interessieren würde:
Woher kommt eigentlich deine enorme Ungeduld?
Dieses "Ich muss jetzt unbedingt sofort eine endgültige Entscheidung treffen. Entweder abhauen oder anpassen!", das du glaube ich schon des
öfteren in deinem Leben gefühlt hast?
Wärst du jetzt 40 oder 50 Jahre alt, würde ich das ja auf eine Midlife-Crisis schieben. Aber mit 20?
Ok, ist mir schon klar, dass du verdammt frühreif bzw. deiner Zeit weit voraus bist. Wenn man schon im Alter von 8 Jahren damit anfängt, Gedanken
über sein Leben zu Papier zu bringen, mit 10 irgendwelche radikalen Hungerkuren durchführt und als 16jähriger durch halb Deutschland wandert, dann
kann ich schon nachvollziehen, dass man mit 20 dann irgendwie das Gefühl hat, dass das eigene Leben wie in Zeitraffer an einem vorbeifliegt, und dass
man jetzt ganz schnell irgendwas entscheiden muss, bevor es zu spät ist.
Aber ist das wirklich so, oder ist das nur dein subjektives Empfinden?
Ich denke jedenfalls, du solltest dich etwas bremsen und versuchen, deine Unruhe besser in den Griff zu bekommen.
Mehr Geduld und Selbstdisziplin hat noch keinem Krieger geschadet. Im Gegenteil... das kann für den weiteren Verlauf der Schlacht nur von Vorteil
sein.
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Tetrarchos
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Verfasst am: 31.3.2007 um 15:19 |
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| Zitat | Original von Ina
Haha, das nenn ich mal ein vernünftiges Lebenskonzept :D |
Es ist stark vereinfacht dargestellt. Im Detail feile ich noch daran herum, mir die Wartezeit dahin möglichst erträglich zu gestalten. Frau und
Familie ist dabei im Voraus abgehakt. Das bringt am letzten Tag unnötige Emotionen mit sich. Ich bleibe lieber ein Einzelgänger. Arbeit im übrigen
daran jede Emotionalität möglichst zu löschen. Ideal ist Mr. Spock, aber da bin ich leider noch weit von entfernt.
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Ina
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Verfasst am: 31.3.2007 um 15:28 |
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Also das stelle ich mir allerdings langweilig vor.
Keine Emotionalität. Was macht man dann hier? Womit vertreibt man sich denn seine Zeit, wenn man sich nimmer mit seinen Engeln, Dämonen, Träumen
und dem ganzen anderen Müll unterhalten kann?
Ich war schon mal ziemlich weit weg von mir, was durchaus eine gewisse Emotionslosigkeit mit sich brachte. Eigentlich läuft alles ganz gut, aber die
Welt ist stumm und man hat trotz allem noch ein ungutes Empfinden, denn Logik ist ja ne hübsche Sache, aber im Alltag leider so selten anwendbar.
Deshalb ist man ohne Emotionen irgendwie auf Blindflug.
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Tetrarchos
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Verfasst am: 31.3.2007 um 15:38 |
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Um mal auf die Fragen des Threadstarters einzugehen: In der Situation der Entscheidung bin ich (wir alle) dauernd. ich handele dann etwa so wie mein
Avatarbild, Don Corleone. ich suche die notwendigen Entscheidungen zu meinem Vorteil, wobei ich ein Mindestmaß an Rücksicht auf Mitmenschen nehme.
So wie Don Corleone zb eine Fehde mit Soluzzo anfängt, statt Drogen zu handeln was er verwerflich findet. Andereseits kann ich Leute die mich
grundlos ansaugen gnadenlos niedermachen. Auch wie der Don. Ich kann sogar Leute, die mich unterstützen, selber umsorgen und ihnen nach Möglichkeit
gewissen Schutz zukommen lassen. Bei alledem ist mir immer in der Tiefe bewusst, daß der letzte Tag plötzlich kommt. Ich empfinde darüber keine
Angst, versuche nur meine Verpflichtungen gegenüber anderen gering zu halten. es ist FAST Pragmatismus, trifft aber nicht 100% zu, da ich den
Pragmatismus für gewisse Ideale weiterhin verweigere.
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Ina
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Verfasst am: 31.3.2007 um 15:43 |
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@Doc Benway noch:
Naja... ich kenne schon das Gefühl, dass es einfach nicht erlaubt ist, so weiterzumachen, wie bisher. Plötzlich ist man aus irgendeinem Grund so
weit weg vom Alltag, dass der schlicht unmöglich erscheint. Als sei es das Leben eines anderen, das man nicht fortführen kann.
Ich hab mir dann halt ein kleines erträgliches Lebensgrundgerüst eingerichtet, das nicht viel Aufwand erfordert. Einen funktionierenden Rahmen für
alles andere mit genügend Zeit dafür.
Kompromisse bin ich dabei aber auch eingegangen. Ich kann nicht alles tun, was ich will: Ich muss z.B. auf meine Mutter Rücksicht nehmen und auf
meine Finanzen. Und zwischendurch muss ich auch eine Arbeit machen, die zwar erträglich ist, aber freiwillig und unentgeltlich würde ich sie mir
nicht antun.
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Tetrarchos
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Verfasst am: 31.3.2007 um 15:51 |
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Ich habe Emotionen meist als Unlust, Schmerz, Beleidigung, usw... kennengelernt. Mein ganzes Leben hindurch! Emotionslosigkeit ist mir daher sehr
erstrebenswert. Ich opfere gern einen Augenblick Glück für hunderte Augenblicke Elend. Eben weil das Verhältnis unzumutbar ist.
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Ina
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Verfasst am: 31.3.2007 um 16:05 |
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Verzeih mir, ich meins nicht so, wie es vielleicht klingt, es ist jetzt nur so ne furchtbar emotionslose Frage, die mich dennoch an dieser Stelle
interessiert: warum bringst du dich dann nicht um? Dann hast du zuverlässig die "Null". Mit dem Ziel der Emotionslosigkeit strebst du nur nach ihr
und musst bis dahin noch viel Negativität ertragen - wenn ich auch nicht glaube, das das klappt, es gibt so viel Scheiße auf der Welt, irgendwas
davon wird immer zu dir durchdringen.
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Benway
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Verfasst am: 1.4.2007 um 00:55 |
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Dian schrieb:
[QUOTE]Im Grunde ist das Leben ein ständiger Kampf. Eine große Schlacht, in der wir alle zu kämpfen haben. Aber haben wir darin nur die zweiEntscheidungsmöglichkeiten, entweder todesmutig auf den "Feind" zuzurennen oder uns ihm widerstandslos zu ergeben?[/QUOTE]
Das Problem ist, dass mir der Kampf (wie den meisten hier glaub ich) zur Zeit ziemlich aussichtslos erscheint, weswegen es nicht viel Sinn macht,
großartig zu planen...wenn ich da lebend rauskomme, dann erschöpft, blutverschmiert und emotional ganz sicher nicht in heiter-gelassener Stimmung.
Oder um eventuell still mitlesenden Psychologiedimplomanden auch mal eine Stimme zu geben: der arme Junge kriegt dermaßen wenig Anerkennung von
seiner Umgebung, dass er zu viel bereit ist, um Menschen auf sich aufmerksam zu machen (auf einer Ebene stimmt das ja auch, aber ich hätte eben gerne
Anerkennung für mich und nicht für irgendeine Maske die ich mir ausgedacht habe...und der einzige Weg, das zu kriegen wird sein, dass ich zur
Abwechslung mal ich selbst bin, auch wenn das bedeutet, in offene Messer statt in offene Arme zu laufen).
Auf eine (zugegeben schon ziemlich perverse) Art bin ich also ganz glücklich mit der Situation wie sie gerade ist, weil ich seit langem mal wieder
über längere Zeit das Gefühl von 1. Freiheit und 2. Respekt vor mir selbst habe. Schon klar, dass mich beides auf lange Sicht allein auch nicht
glücklich machen würde.
[QUOTE]Konkret hieße das dann: Nicht immer mit dem Kopf durch die Wand wollen. Manchmal besser (wie bei dem Zivi-Lehrgang) nachgeben und einen
Kompromiss eingehen. Dadurch verrätst du ja keineswegs dein Ziel und deine Werte... du bewahrst dir einfach nur die Chance darauf, dein Ziel auch in
Zukunft noch verfolgen zu können, und nicht über kurz oder lang wegen deines rebellischen Verhaltens eingesperrt oder "ausselektiert" zu
werden.[/QUOTE]
Mh, wenn man tief drinsteckt in der Situation, dann sind solche Überlegungen zwar da, oft sind mir meine Gefühle aber wichtiger. Wenn ich es auf dem
ZDL-Lehrgang unter lauter fröhlich-langweiligen Menschen nicht mehr ausgehalten hätte, dann wäre ich abgehauen, auch wenn die Situation dann
ziemlich ungeschickt gewählt gewesen wäre (fremde Landschaft, Suchaktion, Verständigung von ZDL-Zentrale, Eltern, Einsatzstelle...) - wobei allein
die Sicherheit, dass ich es mir im Notfall selbst erlauben würde, natürlich zum Stressabbau beiträgt und mich von solchen Aktionen abhält...
[QUOTE]Ein gewisses schauspielerisches Talent wäre dafür natürlich auch ganz hilfreich... man muss ja nicht immer gleich jeden dummen Lemmingwissen lassen, was man von ihm und seinen Ansichten hält. Man kann ihm auch mal einfach zulächeln,[/QUOTE]
Hab ich heute mal ausprobiert und es ist erstaunlich, wie ausgewechselt die Leute reagieren, wenn man sie einfach grundlos anlächelt... Ich hab nur
das Gefühl, dass ich mich damit langfristig noch mehr isolieren könnte...zur Zeit erwarte ich eigentlich noch etwas von meinen Mitmenschen und bin
jedesmal wieder enttäuscht...nicht schön, aber vielleicht besser als die Alternative. (Bei deiner Waldbegegnung hätte ich es aber wahrscheinlich
auch nicht übers Herz gebracht, den armen alten Mann durch Ehrlichkeit zu schockieren...hab bisher ja sogar Zeugen Jehovas einfach immer reden lassen
)
[QUOTE]Wärst du jetzt 40 oder 50 Jahre alt, würde ich das ja auf eine Midlife-Crisis schieben.[/QUOTE]
Warum kann man den mit 20 keine Midlife-Crisis haben? :D
Mh, ich hab nicht das Gefühl, dass ich in meinem Leben ständig Grenzerfahrung an Grenzerfahrung hänge und jetzt langsam an die letzten Grenzen
stoße...Die Situation gerade fühlt sich anders an: es ist einfach erfrischend, mir selbst gegenüber so ehrlich zu sein, dass ich mit meinem ganzen
ach so radikalen Leben bisher nichts erreicht habe, was für mich von Bedeutung wäre. Dadurch, dass ich mir das eingestehen kann, hab ich auch die
Freiheit, die Dinge zu tun, die ich mir für diese Situation aufgespart habe (das müssen gar keine großen Dinge sein - wahrscheinlich wäre ich
sonst gar nicht auf den Gedanken gekommen, dich mal treffen zu wollen...hätte ja Zeitverschwendung sein können und dann wäre ich enttäuscht
gewesen...so wie es ist hat es mir aber geholfen, vor Augen geführt zu bekommen, dass es auf der Welt auch noch interessante Menschen gibt...und das
konnte ich halt erst erfahren, nachdem ich mir eingestanden habe, dass ich 'Hilfe' brauche).
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Benway
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Verfasst am: 1.4.2007 um 00:56 |
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Ina schrieb:
[QUOTE]Ich hab mir dann halt ein kleines erträgliches Lebensgrundgerüst eingerichtet, das nicht viel Aufwand erfordert. Einen funktionierendenRahmen für alles andere mit genügend Zeit dafür.[/QUOTE]
Klingt schon ganz erstrebenswert...aber ich müsste mir halt erst mal das Lebensgerüst zusammenstellen (dürfte machbar sein) und dann noch
herausfinden, was das "alles andere" ist, für das ich dann unterm Strich leben würde und für das sich das Leben im festen Rahmen natürlich auch
lohnen müsste.
Wahrscheinlich bin ich einfach so vorgeprägt, dass ich auf der Suche nach einem lohnenden Lebensziel erstmal raus in den Wald renne anstatt
weiterzuleben und darüber nachzudenken, was zu tun ist...die größten 'Erfolgs'erlebnisse im Leben hatte ich ganz anders als Tetrarchos eben
meistens dann, wenn ich das Denken mal eine Zeitlang abgestellt hatte und dazu wiederum brauch ich irgendeine äußere Notwendigkeit, also meinetwegen
dann doch eine "Grenzsituation"...die ist dann aber kein Selbstzweck sondern mehr ein Versuch, herauszufinden was mir im grenzsituationenfreien
Leben eigentlich fehlt.
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Verfasst am: 1.4.2007 um 02:59 |
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Dann mache eine körperliche Arbeit, dabei denkt man nicht viel.
Und was ich jetzt immer noch nicht gerafft habe, ist:
Welche Präferenzen setzt Du?
Oder gehört das auch zu Deiner Persönlichkeit, die Du anerkannt haben willst, dass Du keine Präferenzen setzt?
Prima, dann hätten wir eine, nämlich, dass Du anerkannt werden willst.
Dann bleib' bei der Arbeit, die Du jetzt machst. Mach' das ganze in einem Wohnheim, denn Du wirst niemanden anderes finden als eben diese geistig
behinderten Menschen, die Dich nun wirklich so nehmen, wie Du bist. Gibt evtl. mal Klopperei, aber ansonsten kann man auch darauf reagieren, wie man
es für angebracht hält bzw. wie man selbst ist.
Aber ist das Deine Präferenz?
Oder was ist es sonst?
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Benway
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Motto: fire walk with me
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Verfasst am: 1.4.2007 um 12:37 |
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[QUOTE]Welche Präferenzen setzt Du?[/QUOTE]
Anerkennung, Möglichkeit zum freien Denken, Liebe, mich nicht verbiegen zu müssen...das ist zwar ziemlich ungenau, aber für mich glaub ich
eigntlich schon zu wissen, was ich vom Leben erwarte, nur wie ich es hinkriege, dass diese Erwartungen jetzt auch mal erfüllt werden weiß ich noch
nicht.
[QUOTE]Dann bleib' bei der Arbeit, die Du jetzt machst. Mach' das ganze in einem Wohnheim, denn Du wirst niemanden anderes finden als eben diesegeistig behinderten Menschen, die Dich nun wirklich so nehmen, wie Du bist.[/QUOTE]
Ich denk drüber nach...perfekt wärs, wenn ich schon ein paar Semester Studienzeit hinter mich gebracht hätte und mit Sicherheit sagen könnte, was
ich bisher nur vermute, dass Leute die es an die Uni geschafft haben nämlich auch nicht zu freierem Denken in der Lage sind als der durchschnittliche
BLIND-Zeitungsleser. Dann wäre es klar, welche Alternative ich beruflich wählen würde (werd ich dann aber schon noch rausfinden, was besser für
mich ist).
Aber Beruf ist halt auch nicht alles, selbst wenn man sich wie du dazu berufen fühlt, oder? Anerkennung für Leistung ist schön und gut, aber
daneben würde ich gerne noch für das anerkannt werden, was ich bin, also die 0,0000000000000001% der Gesellschaft um mich scharen, mit denen ich was
anfangen kann. Das wird voraussichtlich die schwierigere Aufgabe, als mich für einen Job zu entscheiden.
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Tetrarchos
Beiträge:
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Verfasst am: 1.4.2007 um 15:36 |
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| Zitat | Original von Ina
Verzeih mir, ich meins nicht so, wie es vielleicht klingt, es ist jetzt nur so ne furchtbar emotionslose Frage, die mich dennoch an dieser Stelle
interessiert: warum bringst du dich dann nicht um? Dann hast du zuverlässig die "Null". Mit dem Ziel der Emotionslosigkeit strebst du nur nach ihr
und musst bis dahin noch viel Negativität ertragen - wenn ich auch nicht glaube, das das klappt, es gibt so viel Scheiße auf der Welt, irgendwas
davon wird immer zu dir durchdringen. |
Ganz einfach: Es ist nicht meine Aufgabe mich umzubringen. Suicid ist eigentlich das unlogischste überhaupt. Wenn ich diesen Schritt ergreifen
sollte, dann muss er mit einem höheren Zweck verknüpft sein.
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Beiträge: 4247
Registriert seit: 12.7.2007
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Verfasst am: 2.4.2007 um 02:42 |
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@Doc Benway:
Fang' einfach irgendetwas an, nichts ist widerlicher als sein Leben auf die fünfte Stelle hinterm Komma mit 20 verplant zu haben, maximal die
Illusion davon ist erlaubt, gelingen tut das eh nie und wenn es gelingen würde, wäre das ein so dermaßen verpfuschtes Leben, das ich nicht geführt
haben möchte.
@Tertrarchos:
Sag' ich mir auch immer, der Zeitpunkt, wo etwas bei meiner Lebensweise kommt, wo man noch Suizid begehen kann, ist bestimmt nicht auf unendlich
vertagt.
Aber solange muss man eben Geduld haben.
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