
Es wäre viel einfacher, wenn ich mich nicht so furchtbar verloren fühlen würde hier.
So aber scheint alles unüberwindbar schwer.
Diese zentralen Fähigkeiten, die man bei uns so braucht, ich habe sie nicht. Ich bin furchtbar unflexibel, kann nicht mit neuen Menschen umgehen,
kann nichts tun, wenn ich es tun soll und kann mich nicht an fremde Gegenden gewöhnen, weil ich ihren inneren Sinn nicht begreife. Auf dem Grund
meines Wesens liegt eine unwiderlegbare Traurigkeit, eigentlich will ich nur meine Ruhe, nichts weiter.
Es ist ein Wunder, dass so viele leben können, einfach so.
Kurz gesagt, du fühlst dich wie in einem Gefängnis, dessen Mauern sich immer weiter in deine Richtung bewegen und drohen sich zu zerquetschen.
Welche Fähigkeiten besitzt du denn nicht, deiner Meinung nach? Wenn du wüsstest, welche Fähigkeiten ich nicht habe, würdest du dich vielleicht
wiedererkennen.
Erstens traue ich nichts und niemandem und mir selbst am allerwenigsten, zweitens hänge ich furchtbar an dem Fleckchen Erde, wo ich aufgewachsen bin
und woanders zu leben macht mich krank, drittens habe ich schlicht und ergreifend Schiss vor all dem Mist, der von mir erwartet wird und den ich
vielleicht schon erfüllen könnte (oder auch nicht, siehe erstens), dem ich dann aber einen viel zu großen Teil meiner Seele opfern müsste.
Und damit ist alles schwierig - gehe ich den Weg des geringsten äußeren Widerstands, macht mich das krank, weil dort die schlimmsten inneren
Widerstände sind und umgekehrt ist es genauso.
Wahrscheinlich ist der einzige "richtige" Weg die psychologische Abtötung meiner vermurksten Persönlichkeit. Vielleicht müsste ich mich nur
anpassen wollen. Bloß ist diese ganze Scheiße hier so dämlich, dass ich das nicht will und somit bleibt meine Scheiße bestehen, weil es mir noch
nicht schlecht genug geht, um meinen unsinnigen Stolz wegwerfen zu wollen.
Wirf deinen Stolz bloss nicht weg!
Es gibt Zeiten, da kann einen dieser Stolz darauf, anders zu sein, sogar das Leben retten... denn dein Stolz ist eines der ganz wenigen Dinge, die dir
keiner nehmen kann., so lange du selbst das nicht zulässt.
Wir leben nunmal in einer Welt, in der man "funktionieren" muss, um anerkannt zu sein.
Die Menschen erwarten die seltsamsten Dinge von einem.
Du kannst oder willst dich diesen Dingen nicht fügen, hast vielleicht sogar Angst oder gar Panik vor deren Prüfungen, deren Verhaltensregeln und
deren Welt?
Fein. Das geht mir ganz genauso. Das geht sogar einigen hier so, da bin ich mir ziemlich sicher.
Um ehrlich zu sein, ich gehe am liebsten nur nachts aus dem Haus, weil ich keinen Menschen begegnen möchte. Ich rede nicht mal mit meinen Nachbarn,
höchstens mal "Hallo" sagen, aber das war's dann auch schon. Ich meide Situationen, in denen andere etwas von mir fordern und ich mich beweisen
muss, wo immer es nur geht.
Ich bin ein Deserteur.
Einer, der sich immer davonschleicht und sich verweigert, wenn er von anderen in die Pflicht genommen wird.
In Militärkreisen gibt es kaum etwas, das mehr verachtet wird, als ein Deserteur. Die waren für die kämpfenden Soldaten zu allen Zeiten der letzte
Dreck, und man hat sie einfach abgeknallt, wenn man sie dann doch mal erwischt hat.
Und doch...
waren die, die damals im 2. Weltkrieg in Russland ihr Gewehr hingeworfen haben und weggelaufen sind, weil sie zurück zu ihren Familien wollten,
wirklich feige?
In meinen Augen nicht.
In meinen Augen waren sie Helden, auch wenn bis heute kaum ein Denkmal für sie gebaut wurde. Sie haben auf ihr Herz gehört, und nicht auf die
verblendeten Menschen in ihrer Umgebung.
Nun kann man das natürlich nicht vergleichen.. aber in gewisser weise befinden auch wir uns in einem Krieg, auch wenn der mit anderen, zivilen
Mitteln geführt wird. Ein Krieg um einen Platz an der Sonne... ein Krieg gegen unsere Mitmenschen, gegen die Natur und gegen uns selbst.
Und in diesem Krieg will ich immer nur ein Deserteur sein... weil mir dieser Krieg so schwachsinnig und sinnlos erscheint wie kaum etwas anderes auf
dieser Welt.
Dafür wird mir kaum einer danken, manche verachten mich sogar für das, was ich bin... und doch, ich möchte nie etwas anderes sein. Denn kein Soldat
wird je diese wunderbare Freiheit erfahren, die ein Deserteur erfährt, wenn er seine Uniform abgelegt hat und ganz für sich allein entscheiden kann,
ob und wohin er als nächstes marschieren möchte.
(ich hoffe mal, ich hab mich jetzt nicht zu blumig ausgedrückt...)
Hm, @Gast, ich weiß jetzt nicht, ob Du schon viel damit anfangen kannst, was @Dian Dir versucht zu erklären.
Du machst auf mich auch noch einen wirklich sehr verunsicherten Eindruck Dir selbst gegenüber.
Könntest Du mal etwas konkreter werden, was das denn für Probleme genau hast mit Deiner mangelnden Flexibilität. Es gibt bestimmte Sachen, wo einem
Flexibilität helfen kann, das stimmt.
Allerdings sind dies oftmals Sachen, die von uns gefordert werden, ohne das dort wirklch ein Sinn hinter ist. Ich würde Dir doch erstmal empfehlen,
eine gewisse Liebe Dir selbst gegenüber zu entwickeln. Auch das hört sich jetzt bestimmt erstmal phrasologisch an, aber ich würde Dich doch mal
bitten, ein genaues Beispiel zu nenen, wo gerade Deine Probleme sind. Vielleicht liegt es ja gar nicht an Dir, sondern an Deiner Umgebung.
Erzähl´doch erst noch mal was von Dir.
Nun, da ist nicht besonders viel der Rede wert: Antriebs- und Konzentrationslosigkeit plus baldige Prüfungen (bei denen aber viele durchfallen
würden, wenn ich durchfiele), ein Vermieter bei dem ich ständig fürchten muss, dass er mich zum nächsten Monat rausschmeißt plus überlaufener
Wohnungsmarkt (aber ich könnte mir ja einfach endlich etwas anderes suchen, wenn ich bloß meinen Arsch hochbekäme bzw. ich weiß nicht, ob das
bloß wieder eine neurotische Anwandlung von mir ist), generelles Defizit an sozialen Kontakten, die mich wirklich etwas angehen (aber das scheint
normal zu sein) und natürlich das Fleckchen Erde, auf dem ich geboren bin, das mich auf längere Sicht depressiv macht, von dem ich aber trotzdem
nicht für 2 Wochen loskomme (dabei sollte ich doch unternehmungslustig sein und neugierig und ach so flexibel an jedem Platz einsetzbar, wenn es nur
irgendwann irgendjemand von mir verlangt *kotz*).
Besonders schlimm ist das alles nicht, echte Probleme sehen anders aus.
Bloß kommt bei mir noch ein ganzer Wust an persönlichen Unzulänglichkeiten hinzu, die ich selber gar nicht richtig zu fassen bekomme, die mich aber
abtrennen und mich unfähig machen, so zu reagieren, wie es normal wäre.
Die Anforderungen an mich mögen sinnlos sein, aber deswegen sind sie trotzdem da, das ist ja der Müll, für sinnvolle Dinge könnte ich schon ein
bisschen Engagement entwickeln, bloß sehe ich überhaupt keinen Weg, ein sinnvolles Leben zu führen, da ein paar fiese, "pathologische" Teile von
mir felsenfest darauf bestehen, dass diese ganze Scheiße mit der äußeren Welt und so keinen Sinn macht.
Was @Dian sagt ist richtig und ich glaube, deine Gedanken zu verstehen, doch dies ist ein zu hoher Standpunkt, als dass ich ihn ständig beibehalten
könnte.
Es mag tatsächlich etwas Heroisches in diesem Kampf gegen die Mechanismen der Welt stecken, doch die einzigen, die dem je Beifall zollen werden, sind
wir selber und dazu bin ich zu zynisch veranlagt. Oder auch nicht, was weiß ich, ich glaube, mir sind im Grunde solche Dinge wie Heldentum einfach zu
egal, als dass ich tatsächlich etwas wie dauerhaften Antrieb aus ihnen ziehen könnte - ich merke nur, dass jede wesentliche Anpassung, sofern sie
nicht nur kurzzeitig zu meinem eigenen Vorteil nötig ist, inneren Widerstand und Selbstverachtung mit sich bringt. Ich war mit der Anpassung schon
weiter, als mich tatsächlich mal etwas begeisterte, das für die Welt verwertbar ist, aber meine Furcht mich zu verlieren, hat meine generelle
"Furcht vor allem Möglichen" übertroffen.
Trotzdem bin zu feige und zu schwach für einen echten, eigenen Weg und ich wüsste auch keinen, der wirklich erstrebenswert wäre. Die Zukunft ist
nur dunkel, nichts weiter, egal, was ich mir ausdenke für sie, das gibt höchstens Schattierungen von Grautönen.
Manchmal kann ich darüber hinweggehen und einfach nur hier und jetzt leben, aber allzuoft eben nicht.
| Zitat |
in dieser welt eignet man sich am besten die einzigartige naturepische fähigkeit des leguans an, sich seiner umwelt anzupassen. das ist zwar
sinnbildlich gesprochen, steht den tatsachen wie ich finde aber erschreckend nahe.
ich hab auch viel scheisse erlebt bisher. aber ich denke, das hat mich irgendwie abgehärtet. und das muss man manchmal echt sein.
das ist sicherlich wie mit den krankheiten.. du bist anfälliger für einen virus, wenn du ihn vorher nie gehabt hast und dein körper sich so nie
darauf einstellen konnte.
am schlimmsten an einem arbeitstag finde ich morgens den weg hin und nachmittags den weg zurück. den überbrücke ich dann mit musik aus meinem mp3
player. für jede stimmung ist ein lied dabei 
kann ich nur empfehlen..
@Gast:
Für mich hört sich das aber auch ein bißchen nach Depression und Phobie an.
Depression kann immer sein, das ist heute Volkskrankheit Nummer eins. Das kann ein neurologe eigentlich ziemlich gut bearbeiten, aber selbst, um zum
Neurologen zu gehen, fehlt, den meisten Depressiven noch der Antrieb. Ich hatte das selber nach ´ner Hirnblutung und weiß, daß das absolut scheiße
ist, weil man irgendwie den Eindruck hat, daß man nix gebacken bekommt und es gibt noch viel schlimere Fälle, habe ich dann auf einer Rehemaßnahme
der BfA mitbekommen, die mir aber insgesamt sehr gut tat. Ich bin jetzt, zwei jahre später, nach langen Tablettengebrauch mal soweit, daß ich die
jetzt wieder probeweise reduzieren kann.
Und bei den Phobien, die Du ansprichst (Angst vor fremden Orten usw.) kann Dir auch nur ein zweiter Mensch helfen oder aber , wenn überhaupt, ne
Therapie.
Die erste Frage, die Du Dir jetzt stellen mußt, ist , ob Du darunter leidest. Wie gesagt, ähnliche Erfahrungen haben wahrscheinlich alle hier, aber
sehen das eher als Bestätigung oder als Genuß an.
Wenn Du wirklich darunter leidest, dann wrde ich schon sagen, daß eine ärztliche Behandlung ja nun nix schaden kann.
Was hälst Du davon?
Es ist so: In der Regel komme ich klar. Die Gedanken sind zwar da, aber sie bleiben Gedanken und werden keine sich festsetzenden Emotionen. Nur
manchmal ist es eben nicht so und dann entsteht eine Scheiße, wie dieser Thread hier.
Mittlerweile geht es mir schon deutlich besser. Es ist wirklich nur eine Frage der Kraft, nichts weiter.
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
Also ich schliesse mich da mal meinen Vorrednern an, auch wenn ich angesichts der drückenden Sommerhitze nicht alles verstanden habe, was uns
LoneWolf da sagen wollte. :D
@ Gast:
Jetzt mal abgesehen von Job, Ausbildung und dem ganzen Mist...
auf diesem Gebiet läuft es ja wahrlich für viele nicht so gut. Was das aber meiner Meinung nach ganz gut kompensieren kann, ist ein intaktes Umfeld,
in dem man sich wertgeschätzt, akzeptiert und auch geliebt fühlt.
Wie sieht es da bei dir aus? Freunde, Freundin, Clique... hast du in deinem persönlichen Umfeld Menschen, die dir wichtig sind, und mit denen du
über deine Probleme reden kannst?
Allein ist alles doppelt so schwer. Und geteiltes Leid ist halbes Leid.
Wenn man geliebt wird und auch zurück liebt, kann man den nervigsten Job ertragen... jedenfalls besser, als wenn man sich nach der Arbeit statt auf
guten Sex, eine tröstende Umarmung oder anregende Gespräche nur auf ein Bier und einen heissgelaufenen PC freuen kann.
Sich ein solches geeignetes Umfeld aufzubauen, erscheint mir mindestens ebenso wichtig wie die Suche nach einem geeigneten Job.
Also, erstmal @Gast:
Das hört sich doch auch erstmalnun in Deiner Aussage von heute doch schon etwas beruhigender an. Zum einen glaube ich, daß Du Dich hier auch etwas
mehr einbringen soltest, denn ich stelle fest, daß wir offenbar eine sehr hohe Anziehungskraft auf Naturwissenschaftler haben, oinsbesondere auf
Physiker. Ich gestehe ein, daß auch ich, wenn ich mich nicht unebdingt mit einem Teologiestudium vor dem Wehr und Zivildienst hätte drücken wollen,
bei mir vielleicht auch so etwas wie Mathe und Chemie rausgekommen wre.
Ansonsten würde ich auch sagen, daß da @Lonewolfs Rat da doch sehr sinnvoll ist. Versuche nicht, Dich in Übereinstimmung mit der Welt zu bringen.
Ich hab auch in meinen 43 Lebensjahren noch bislang selten Situationen erlebt, die eine Übereinstimmung von mir, meinem Job und meinen Hobbys mit dem
Leben in dieser Gesellschaft kompatibel ist.
Es gab diese Augenblicke, aber sie sind selten, die kleinen Momente zu erleben, wo man meint, die vollkommene zufriedenheit erreicht zu haben, sind
sehr kurz, aber es ist einfach dann nun mal Deine Aufgabe, darauf zu achten, daß Du die Momente in Deinem Gedächtnis speicherst. Das diese kleinen
Augenblicke da waren, das war der ganze Sinn, mehr sowieso nicht.
Und so, woie Du Dich in Deinem letzten Posting anhörst, hast Du das doch auch schon begriffen. Versuch´ Dir die Momente, die bislang Dein leben
lebenswert gemacht haben, noch mal bewußt zu werden, und genieße sie und versuche eben nicht, diese Zustände zu konservieren als eine Vorgabe für
dauerhaftes Glück oder ähnliches. Wenn Du das nämlich versuchst, dann wirst Du mit Sicherheit traurig.
@Lonewolf:
Erstmal danke für diese doch sehr brilliante Stellungnahme. Ich muß Dir aber in einem Punkte doch ein wenig wiedersprechen. Die Zeiten, wo gewisse
Zustände w9ie Depression o.ä. in der Psychiatrie oder in der Psychologie als "krankhaft" gesehen wurden, die sind nun auch irgendwann einmal
vorbei. Wenn man mittlerweile bei über 30 % der Menschen und bei über 50 % der Berufstätigen in der BRD eine Depression vermutet, dann begreifen
selbst Mediziner allmählich, daß dann die Definition von krankheit nicht mehr greifen könnte. Denn wenn schon 50% der berufstätigen Bevölkerung
so reagieren, daß ma sie nach den Definitonen von vor 30 Jahren Jahren als "nicht normal", also allgemeinhin als krank bezeichnen könnte, dann
merkt ganz, ganz langsam auch die medizin, daß nicht derjenige Mensch es ist, der zu behandeln ist, sondern daß die Probleme im Wirtschaftssystem
liegen
Wir sollten uns da nicht unbedingt den Diskussionen, die heutzutage in diesen Bereichen geführt werden, verweigern, sondern anerkennen, daß auch die
eben ganz langsam das Problem aufgreifen Wenn Du mit Psychotherapeuten oder Ärzten in BfA - Kliniken z.B. Sprichst, sind die sich alle der
Problematik bewußt, daß sie eigentlich für etwas bezahlt werden, was sie gar nicht machen können. Sie können die Menschen in diesem System nicht
gesund machen. Sie leben mit einer neuen Erkrankung, die man auch psychologisch definieren kann, die aber alle Auswirkungen eines Systemes sind, das
nicht funktionieren kann, weil es z.B. dem kategorischen Imperativ zuwiderläuft. Das Konkurenzprinzip im Kapitalismus ist schon von der Logik her
nicht in en funktionierendes Gesellschaftssystem zu integrieren.
Also müssen auch diese Therapeuten lernen, schizophren zu denken, genau wie alle, die in diesem System leben und es vorziehen, doch nicht das Gehirn
auszuschalten, wie auch Du, @Gast.
Insofern, @Dian, sind Deine Tipps da schon ganz gut, daß es auch darum geht, ein intaktes soziales Umfeld zu besitzen, allerdings gehen auch ´ne
ganze Menge Sachen sogar ohne dieses. Als grundsätzliche Vorbedingung würde ich sogar sagen, daß man als erstes lieber mit sich alleine klar kommen
sollte als sich darauf zu verlassen, daß es da immer jemanden gibt, der zu einem halten wird. Da hat man nämlich oftmals wenig Einfluß drauf.
Um vielleicht etwas konkreter zu werden- @gast: Ich habe den Eindruck, dass du in erster Linie unter einer großen Lebensangst leidest. Denn mangelnde
Perspektiven scheinen es ja nicht primär zu sein, die dich aufhalten; und ich wäre sicher nicht so zynisch, einem wirklich armen Teufel etwas von
seiner persönlichen Freiheit und Eigenverantwortung zu erzählen (wie es Sartre teilweise wohl getan hat). Aber du scheinst dir ja im Grunde selbst
im Wege zu stehen, d.h. du hättest bestimmte Möglichkeiten, siehst aber keinen Sinn in ihnen. Ich kann das gut nachvollziehen, genauso verstehe ich
auf einer emotionalen Ebene den Satz von der "dunklen Zukunft". Rational betrachtet ist das natürlich Unfug, die Zukunft ist vielleicht dunkel im
Sinne von ungewiss, aber sie stellt nicht zwangsläufig einen Weg nach unten dar. Ich denke sogar, dass die Märchen von der großen bösen Welt eher
der Kampfzonen- bzw. Ellbogenmentalität desjenigen Systems entsprechen, dass wir doch im Grunde unseres Herzens als sinnlos und verlogen empfinden.
Das Leiden an den persönlichen Unzulänglichkeiten (oder was man dafür hält...) ist auch so eine SAche, die ich nur allzu gut nachfühlen kann. Ich
glaube von Kafka stammt der Vergleich, dass das Leben zwar nicht aus Abgründen, aber aus zig Fallstricken besteht, in die der "Unzulängliche"
ständig hineintritt, während andere Menschen diese mit einer scheinbaren Leichtigkeit umgehen können. Ich denke allerdings, dass es eher eine Frage
der persönlichen Konfliktverarbeitung bzw. der reinen Selbsteinschätzung ist, wie dieser Lebensweg wahrgenommen wird. Wer mit Leichtigkeit
vorankommt, ist derjenige, der die Stürze nicht als reines persönliches Versagen und als Hiebe für sein Selbstwertgefühl begreift, sondern als
natürliche Konsequenz eines Lebens, das sich eben auf die eine oder andere Weise immer als problematisch gestaltet.
Um mal kurz auf deine Idee mit dem Putzengehen zu kommen: Ich denke, dass hier tatsächlich in erster Linie die Furcht aus dir spricht, deinen
gewohnten Lebensrahmen aufzugeben. Sich als intelligenter Mensch (und das scheinst du zweifellos zu sein) in geistig wenig anspruchsvolle Tätigkeiten
zu flüchten ist dann ok, wenn man mit sich selbst im reinen ist. Wenn das aber nicht der Fall ist, endet sowas nur in Selbstzerfleischung, da deinen
Gedanken kein anspruchsvoller Tätigkeitsbereich mehr gegeben ist. Und Gedanken werden mitunter sehr gefährlich, wenn man sie einfach so
herumschweifen lässt. Daher würde ich dir auf jeden Fall raten, dein Studium solange beizubehalten, wie es für dich gut funktioniert., bzw. es
vielleicht noch durch etwas geisteswissenschaftliches zu erweitern. In einem Studium ist man desweiteren noch nicht irgendwelchen
Leistungsanforderungen im kapitalistischen Sinn ausgeliefert, was will man mehr?
Das mit dem sozialen Umfeld ist auch so ein Problem. Es ist nicht so schwer, über ein paar gemeinsame Nenner einen Bekanntenkreis aufzubauen,
allerdings haben solche Verhältnisse nicht unbedingt großen Tiefgang, doch mir scheint, vielen Menschen scheint es schwer sich über eine Grundbasis
heraus einander anzunähern. Dabei ist tatsächlich die wahre geistige und seelische Verwandschaft zu einem anderen Menschen mitunter das
Erfüllenste, was in diesen Leben möglich ist.
Hierfür musst du lernen einen Traum zu entwickeln, den ein anderer eventuell teilt, d.h. einen Blick auf den Gesamtzusammenhang hinter deinen
Empfindungen.gerade (!) hinter den negativen, die du nicht als
Krankheitssymptome, sondern als Möglichkeit einer erweiterten, tieferen Weltsicht begreifen kannst. Dass Schwermut alle edlen und großen Geister
auszeichnet, wusste schon Aristoteles 
Zu dem heroischenKampf gegen die Mechanismen dieser Welt: Es geht bei der individuellen Lebensführung nicht darum, wer dir zujubelt und wer nicht-
das Lebens ist kein Cabaret und wir sind keine Unterhalter. Es geht darum ,welches Leben deinem Wesen entspricht; als überaus nachdenklicher,
kritischer und melancholischer Mensch musst du dich vielleicht an den Gedanken gewöhnen, dass du niemals einen endgültigen Frieden mit der Welt
machen kannst, dass deine anpassung möglicherweise die Welt zufriedenstellen mag, aber niemals dich selbst.
Das ist nicht schlimm, im Gegenteil, alle großen Taten und Gedanken resultieren aus dem Konflikt heraus. Wenn diese komplizierte Welt für dich als
komplizierten Menschen immer und überall Konflitkherde aufzubieten hat, kannst du an ihr reifen und wachsen wie kein anderer, der mit stiller
akzeptanz durchs Leben geht.
Da möchte ich mich doch bei unserem Gast bedanken das er/sie so einen interessanten Threat vom Stapel gestossen hat. Auch ich dabei nur als stiller Mitleser auftrete.
Dem Dank kann ich mich nur anschließen.
Zu @Lonewolf noch eine Anmerkung noch:
Auch mit einer ziemlich schwachsinnigen Tätigkeit kann man ganz gut zu sich und seinen Perspektiven finden. Das ist nicht unbedingt Voraussetzung,
daß das was sein muß, was von sich aus zum Denken anregt. Die Wiederkehr des ewig gleichen kann einem dann nämlich eher den halt geben, den man
braucht, um mal selber unbeständig zu sein.
Einiziges Problem, was mir noch auffiel, @Gast, was vielleicht noch übrigbleiben könte, ist das Problem Deiner Antriebslosigkeit.
Wie stark schätzt Du sie ein und wie stark stört sie Dich?
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |

Wenn ich dir zum Thema zurechtkommen mit der Alltagswelt einen Rat geben kann, der mir trotz meines geringen Alters schon viel genützt hat:
Die Welt kannst du vielleicht verändern, aber im Moment ist sie so wie sie ist. Du musst das nicht akzeptieren, aber da du ja schätze ich mal
abgesehen von Selbstmordgedanken ja im Leben etwas erreichen möchtest, im Sinne von dass du glücklich wirst., empfehle ich dir, dich den
gesellschaftlichen Gegebenheiten zwar nicht anzupassen, aber sie für den Moment so hinzunehmen wie sie sind. Und wenn du das hinkriegst, dann hast du
eine echte Perspektive. Das hab ich oftmals auch so geregelt, indem ich einfach gesagt habe:
"Ok, es passt mir zwar nicht, aber ich muss da durch und dann kann ich immer noch was dagegen unternehmen"
Die Gedanken sind frei heißt es. Das ist richtig und wichtig. Natürlich nützen Gedanken alleine nichts, doch man kann sie aufbewahren, bis die
Gelegenheit kommt sie in die Tat umzusetzen und dann zuschlagen.
Als Beispiel:
Ich, Schüler, Klasse 12, bin mit dieser Gesellschaft nicht einverstanden wie sie ist. Ich möchte eine neue Gesellschaft der Toleranz und der
Freundschaft. Aber im Moment kann ich gegen diese Gesellschaft nichts ausrichten, sondern würde mir mit einem Kampf gegen sie nur jegliche
Siegeschancen zunichte machen. Also warte ich ab, nehme die Gesellschaft im Moment hin wie sie ist. Aber wartet, wenn ich meine wacklige Position
gefestigt habe, dann kann ich den Kampf für die Ziele, für die ich eintrete neu aufnehmen.
So ähnlich kannst du es auch tun. Nimm einfach mal dein Leben so hin wie es ist. Mach dir geistig völlig klar, dass es so wie es ist falsch ist,
aber man es im Moment nicht ändern kann. Wenn du dann gelernt hast damit klarzukommen , kannst du den Kampf aufnehmen und dein Leben gestalten nach
deinen Vorstellungen. Aber wenn man mit seiner jetzigen Situation Probleme hat kämpft sich eben so schlecht.
Außerdem, wenn das nicht hilft, muss ich Arne recht geben. Ich halte zwar Depressionen NICHT für eine Krankheit, sondern einfach für einen
psychischen Zustand, aber ein Arzt kann trotzdem helfen.
Also, erstmal Kompliment, @Maria.
Diesmal wäre ich nicht auf Dich gekommen. Den Gast hatte ich mir männlich vorgestellt und wesentlich zurückhaltender als wie man Dich hier vom
Posten her kennt.
Mir ist bislang immer aufgefallen, daß Du wirklich sehr berechnend und sehr kühl denken kannst. Das ist ´ne Eigenschaft, die ich sehr bewundere.
Insofern mache ich mir jetzt Gedanken, ob Du das wirklich so verstehen kannst, wie wir das gesagt haben. Ich denke, der Ansatz von @Lonewolf war der,
der für Dich am ehesten nachvollziehbar sein müßte, wenn ich jetzt nicht ganz danben liege, Dein Denkschema zu analysieren.
Mal ´ne ganz doofe Frage: Hast Du mal irgendeine Art von IQ - Test oder so gemacht? Ich weiß, daß die Dinger meistens nix taugen. @Harlequinn kann
dazu schon ´ne ganze Menge erzählen. Aber ich habe vor ein paar Tagen einen Fall im radio gehört, der mich doch sehr an Deine Aussage, daß Du
leber putzen gehen wolltest, erinnerte. Da war ein mensch, ein Mann , der, wenn ich das richtig verstanden hatte, auch schon mit 23 sein Diplom in
Mathe - und Physik gerade machte.
Dr hat dann auch von einem Tag auf den anderen alles hingeschissen und sitzt jetzt zu Hause rum und macht gar nix. Lebt von HARTZ IV. Er nennt es auch
Verweigerung. Es ist also nicht ganz undenkbar, daß man sich manchmal auch erade bei den angeblich so unglaublich großen Chancen, die einem eine
solche Begabung biette, an eine Stelle gelangt, die einem keine Antwort mehr biette.
Was mich noch interessieren würde, und ich versuche das mal in Deiner Denkweise auszudrücken:
Fehlt Dir das Axion, was Dein Leben ausmachen soll, oder bis Du ganz einfach an einem Punkt angekommen, wo Dir eine neue Definition fehlt, um
weiterzukommen?
@Dian
Wenn ich weiß Gott wie begabt wäre, wäre Putzengehen tatsächlich eine Verschwendung meiner Talente. Aber das was ich kann, können genug andere
auch. In der Mittelstufe habe ich vielleicht noch geglaubt, ich sei ein bisschen genial, weil ich vergleichsweise sehr gut war und mich meine
Mathelehrer immer in höchsten Tönen gelobt hatten, aber ich habe zum Glück rechtzeitig gesehen, wie die wirklichen Genies ausschauen. Ich hab da
einen gesehen, es war zwar unmöglich, mit dem zu reden - insbesondere, wenn man weiblich war - aber der hatte es drauf, das kam einem fast
übermenschlich vor. Und der war nicht der Einzige.
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
Nein, ich glaube, eine solche Sprechweise ist nicht nötig, ich bin das
Kind eines Bäckers und eines Zimmermädchens, die mir normales Deutsch beigebracht haben (naja, ok, Hochdeutsch musste ich vom Fernseher lernen).
Aber wenn du so fragst, glaube ich, mir fehlen die Axiome. Allerdings habe ich die im Grunde sicher, auch wenn ich es nicht weiß, denn irgendetwas
tue ich ja.Okay, @Maria, das hört sich jetzt für mich alles schon leichter verdaulich an, als das, was in den ersten Postings alles rübergekommen ist.
Das ganze als kaberettistische Einlage zu bezeichnen, hat schon wieder ein gewisses Understatement, das ich auch heraushöre, wenn Du auf die
bescheidenen sozialen verhältnisse hinweist, aus denen Du stammst und wieder etwas übervorsichtig, Dich für fast schon ganz durchschnittlich
hälst.
Ich kann mich Dir da nicht ganz anschließen, aber letztendlich mußt Du das wissen.
Ich für meinen Teil bleibe von Deinen Talenten fasziniert. Das war ich aber immer von Menschen, die sich den Naturwissenschaften und der Mathematik
zuwenden und dabei nicht das Denken über sich selbst und die Zustände, in denen sie leben müssen, vergessen.
Ich hab´den Widerspruch zischen der absoluten Zwangsmäßigkeit der Logik und dem tatsächlichen Leben nie ganz auflösen können und bin vielleicht
auch deshlab irgendwann mal in der Oberstufe im Mathe - LK abgesackt bei Analysis.
Du gehst den Widerspruch zumindest nun noch bis zu einem gewissen Punkt weiter. Kompliment.
Hmm, da hast du was falsch verstanden, ich neige durchaus zu kabarettistischen Einlagen, aber das war keine.
Ich sagte auch nicht, dass ich durchschnittlich bin, ich halte mich durchaus für begabt, allerdings nicht für außergewöhnlich begabt und diese
Ansicht stützt sich nicht auf Selbstzweifel, sondern auf Beobachtung.
Weißt du, wenn man 2 Jahre lang irgendwas studiert, kommen einem anderen die angelernten Dinge schnell mal wie Genialität vor.
Aber du darfst natürlich so fasziniert von mir sein, wie du willst 
Ach ja, und die Sache mit der Herkunft: ich wollte nur klar machen, dass die Putze mein natürlicher Platz in dieser tollen Gesellschaft ist 
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
| Zitat |
@Maria:
Erstmal noch mal ein Kompliment, welche Fähigkeiten meine Abstrahierungskünste bedingen hast Du gut erkannt. Das fiese war aber imer nur, ich
dachte bis dato, ich könnte abstrahieren, weil die ganze Alegebra ja auch relativ abgehoben betrachtet werden kann.
Ja und dann kommt eben das Problem dazu, daß ich dann in Chemie - LK auch kennengelernt habe, was Du da beschreibst. Irgendwann kommen einem Zweifel
auch an der Logik und auch an dem Modell, mit der man als NWler oder Mathematiker arbeitet. Wir haben zwar im Chemie - LK nicht gerade Quantenmodelle
gemacht, aber auch die organische Chemie hat schon einige Rätsel zu bieten, die nur mit relativ zurechtgebogenen Modellen erfahren werden können.
Es ist eben alles ein Modell. Die populärwissenschaftlichen Berichte, die ich aus der Quantenmechanik schon mitbekommen habe, sind auch bei mr so
der Punkt, wo mir selbst die Logik keinen Haltepunkt mehr gab.
Als konservativer Mensch, der in solchen Momenten in die Ruhe seiner Kindheit flüchtet, wo das Leben noch so einfach war, habe ich dann eben das
gemacht, was bestimmt nicht die Lösung sein kann und habe mich auf Theologie besonnen, nach dem Motto: Wenn vielleicht wirklich jede Herleitung und
jedes Verständnis, was woir von der NW hatten seit spätestens der Aufklärung erstmal in eine völlig falsche Richtung gegangen ist, dann ist die
Wahrscheinlichkeit nicht größer, daß die Logik recht hat als wie , daß es einen Gott geben sollte. Zumindest sind vielleicht unsere Gründe, nach
einer Endlichkeit zu suchen, völlig daneben.
Wie gesagt, daß war mein Weg auf diese doch sehr schockierende Tatsache für mich zu reagieren, daß das auch alles ganz anders geht.
@Nightrainmonk und @Dian:
Ich sehe eher den Vorteil in den Naturwissenschaften schon noc immer in der Weiterentwicklung. Mir ist zum Beispiel neulich aufgefallen, daß man
niemals berücksichtigt hat, daß eine Planwirtschaft heutzutage schon viel eher funktionieren könnte als früher. Wenn jeder seinen Netzanschluß
und Pc hat, dann kann man doch einfach durch die neue Datentechnik den Bedarf erfassen. Dann ist kein Markt mehr nötig, um die Bedürfnisse zu
regeln oder überflüssige zu produzieren. Den Einsatz neuer Techniken zum Wohle der Bevölkerung scheint insgesamt noch immer nicht sehr ausgeprägt
zu sein. Insofern hat @Maria natürlich Recht, wenn sie darauf hinweist, daß es nicht an ihr liegt, wie diese Erkenntnisse, die sie sammeln wird,
genutzt werden. Auch bei freien Forschen an einer Universität oder an einem staatseigenen Institut steht zumindest in einem kapitalistischen system
der Staat dahinter und nutzt die Erkenntnisse nicht unbedingt für den Fortschritt in der Bevölkerung.
Daß dies nicht das Hauptproblem der Planwirtschaft war, weiß ich auch, schon gar nicht vom real existierenden Sozialismus, aber es taucht immer
wieder als Argument auf, daß diese Staaten nicht in der Lage gewesen wären, die Bedürfnisse der Brger zu befriedigen.
Lassemn wir mal dahingestellt, ob das überhaupt sachlch korrekt ist, aber als Gegenargument für die freie Marktwirtschaft muß man es doch gelten
lassen.
Sei nicht immer gleich so zynisch. Natürlich ist da ein bißchen Star treck mit drin, das gestehe ich ja auch ein, allerdings sage ich auch, daß es
eine schöne Utopie für mich wäre.
Man muß doch auch nicht, um seine Bedürfnisse an den Markt kundzutun auf die Straße gehen. Es ist ja wohl kaum alleine der Sinn der menschliche
Kontaktaufnahme nur seine Konsumbedürfnisse zu befriedigen.
Es ist tragisch genug, daß das System eh´schon zu einer Vereinsamung führt. Die Probleme sind vielleicht da, aber sie können mit Sicherheit anders
gelöst werden, als durch eien Verzicht auf Planwirtschaft. Die halte ich erstmal für einen kommunistischen Staat auch für unverzichtbar.
Ich weiß so ungefähr, was Du meinst, aber das sollten wir vielleicht mal, wenn es die Zeit irgendwann erlaubt, in einem Extra-Thread machen.
(markt und bedürfnis sind doch auch viel zu beeinflussbare und dehnbare begriffe, um die verschlüsselt durch leitungen jagen zu können.. )
ich hab mir eben auch mal die zeit genommen, das hier zu lesen und war doch halbwegs erstaunt, wie manche von meinen "gedankengängen" schriftlich
aussehen. deshalb hats mich auch ein klein wenig gewundert, dass maria sich die mühe gemacht hat, die situation so detailliert zu beschreiben :]
interessant das alles hier. ich hatte das gefühl, das es bei den stellen über das zurechtkommen mit der eigenen unfähigkeit und schwermütigkeit
ein stück richtung nietzsche ging, obwohl ich davon nun wirklich zu wenig ahnung hab. .. so von wegen jeder ein hilfloses (->schuldloses) teil des
ganzen..
zu der diskussion um die wissenschaften: abstrakte modelle funktionieren meiner ansicht nach sowohl in geistes- als auch in naturwissenschaften nur
deshalb, weil sich in systemen, die groß genug sind, die fehler und unberechenbarkeiten noch ganz gut ausgleichen. außerdem schwinden die
unterschiede zwischen den beiden "disziplinen", je mehr man ins detail geht. genauso wie die medizin eigentlich nur ne empirische wissenschaft ist,
löst sich greifbare realität spätestens bei der vorstellung von nem photon in "glauben" auf.man kann dann die "gott-bremse" ziehen, oder es
sein lassen.. egal.
ach und bla.. gab viele stellen wo ich evtl noch was zu gesagt hätte, aber kommunikation ist zu 90% nur schwanzverlängerung und die hab ich grad
nicht so dringend nötig 
How can it mean anything to me
If I really don’t feel anything at all?
I’ll keep digging till,
I feel something.
(aus tool - stinkfist)
naja.. nimm mal schwanzverlängerung als erhalten oder verstärken des eigenen selbstwertgefühls. dann fällt das geschlechterproblem weg. und als
nächstes überlegt man sich, welcher anteil des gesamten laberns sich um andere menschen dreht bzw den eigenen umgang mit dem sozialen umfeld usw.
und dann behaupte ich einfach mal, dass der grund allen übels nicht der gartenschlauch sondern die profilierung der eigenen persönlichkeit im
wettbewerb mit allen anderen ist. schon die fähigkeit dazu, belanglosen quatsch über bekannte auszutauschen, spricht doch dafür, dass man dazu in
der lage ist, die wechselbeziehung zu anderen menschen zu überleben oder so :D und je besser man es versteht, dem anderen subtil und meist auch
selbst unbewusst beizubringen, dass die eigenen gedankengänge und sowieso das eigene leben viel geiler ist, umso länger wird der schwanz. oder doch
nicht? aber ja doch. die argumentation ist zu hohl aber evtl versteht man, was ich meine.
Was spräche denn gegen große Schwänze und Selbstwertgefühl?
Sorry, was anderes fällt mir gerade dazu nicht ein!
Ich finde die Diskussion jetzt überflüssig.
ohne lustig zu assoziieren macht das dumme gerede doch nur halb soviel spaß..