
Hallo zusammen,
sry dass ich mich solange nicht mehr gemeldet hab, aber ich war irgendwie schreibfaul in letzter Zeit. Während meiner Abwesenheit hier im Forum ist
mir aber so einiges durch den Kopf gegangen.
Gedanken, die teil neu und teils etwas älter sind und die ich auch teilweise selbst nicht nachvollziehen kann. Einfach hier die Sammlung, ein wenig
gerafft, aber nicht sortiert. Und ein Bild als Impression dazu.
Ich sitze zusammen, an einem Tisch mit fünf Menschen
Auf jedem Gesicht Geschichten von Leid und Freude
Man spielt ein Spiel, man redet, man lacht, man trinkt
Man vergisst
Diese Menschen, ich mag sie, sie mögen mich
Sie gehen ihren Weg, ich gehe meinen, wir gehen Teile gemeinsam
Doch es scheint als wäre der Abend vorüber, bevor er beginnt
Jeder zurück auf seinen Weg
Doch ich weiß, die Wege kreuzen sich immer wieder neu
Mal steigt einer aus, ein anderer kommt dazu am nächsten Abend
Ich gehe hinaus, durch die Straßen, es ist dunkel
Ich gehe vorbei an Kneipen und an Häusern
Ich sehe die Menschen voll Freude, Trauer, Frust oder Hoffnung
Ihnen geht es gut, doch es wird ihnen schlechter gehen
Ihnen geht es schlecht, doch es wird ihnen besser gehen.
Es wird kalt ich friere
Doch ich weiß es wird wieder wärmer
Ich gehe hinaus meine üblichen Weg
Es liegt Schnee über dem kalten Laub
Wo einst das Grillfeuer brannte
Ich denke an die Abende
Sie sind vorüber
Doch sie kommen wieder
Ich steige hinauf auf den Berg, schaue über die Stadt
Sehe die Autos
Die Menschen
Die Häuser
Ich sehe mich
Ich sehe mein Leben
Die ewige Dynamik
irgendwie einfach schön
woah *gänsehautkrieg
das ist schön, und beruhigend das wir das alle kennen
@ Seneca:
Kommt mir irgendwie bekannt vor...
Das ist bei Rotenberg an der Grabkapelle, oder?
(da bin ich auch schon mal gestanden und hab runtergeschaut..)
umwerfender ausblick
so nen horizont möcht ich öfter mal sehen
Hallo Seneca, die Aufgabe, Gedanken in Worte zu fassen, um eine Reflexion für andere mit ähnlichen, ihnen vielleicht nur noch nicht bewusst
gewordenen Gedanken zu schaffen, ist dir gelungen.
Am besten hierzu finde ich aber immer noch besinnliche Musik.
Was mir dabei auffällt, und was mich auch gerade öfters umtreibt, ist, dass Du den Titel dafür mit "Dynamik" und "Auf und Ab" beschreibst.
Ich würde sowas eher "Melancholie" bezeichnen. Es ist eine gut getroffenen Bezeichnung von dem, was wir Leben nennen und eigentlich die banalen
Erkenntnissen dabei von der Wiederkehr des Ewiggleichen beschreiben.
Auch das Bild dazu ist schön, aber ich meine da auch aus der Zeit, wo ich in Stetten lebte, auch öfters diese Anblicke gesehen zu haben. Gerade in
Stuttgart gibt es einige Ecken, wo man wundervoll auf die Stadt runterschauen kann.
Dennoch empfand ich dabei nie irgendeine Ruhe oder eine melancholische Stimmung dabei, wie ich sie z.B. empfinde, wenn ich an einer Schelde auf die
See hinausschaue und irgendwo in der Ferne wieder irgendein Licht erscheint, das Zivilisation darstellen könnte. Da liegt dann wenigstens schon das
weite Meer zwischen einem, da grenzt man sich anders von ab als durch oben und unten wie auf einem Berg.
Ich hatte da schon mal mit @Maria drüber gelabert, wie sehr unsere Identität auch von den räumlichen Bedingungen geprägt ist, in der wir groß
werden.
Das fällt mir dabei irgendwie ein.
Volltreffer @dian!
Das Bild wurde von der Grabkapelle auf dem Rotenberg aufgenommen. Ich war mit einem Freund dort, der unbedingt mal das Panorama fotografieren wollte.
Die Person darauf bin übrigens ich, was aber nebensächlich ist.
Die Grabkapelle ist nachts so ziemlich der schönste Ort der Welt. Bin desöfteren mit Freunden dort, da denen ihre Gärten relativ direkt
darunterliegen. Wenn man dann nachts dort hochläuft sieht man die Stadt in den Himmel leuchten und könnte ewig dort sitzen.
Zum Titel: "Ewige Dynamik" ist ein Begriff, den ich noch nie in den Mund genommen, aber für mich selbst definiert habe. Mit ewiger Dynamik meine
ich, dass zwar im Leben nichts fest ist, ständig Dinge kommen und gehen, aber im großen und ganzen sich doch alles wiederholt. Und diese Ewige
Dynamik hat für mich und mein Leben die Eigenschaft, dass sie mir, was man ja eigentlich vom Wort her nicht denken sollte, eine gewisse Ruhe gibt.
Denn ich weiß, dass dort wo das Grillfeuer mal war und jetzt das Laub liegt im Sommer wieder ein Feuer brennen wird. Und ich weiß, dass wenn die
Feuerstelle entfernt und stattdessen dort ein schöner Rasen angelegt wird, dass dann die Grillfeste eben an einer anderen Stelle stattfinden.
Aber diese ewige Dynamik bedeutet gleichzeitig und das ist manchmal schwer, dass sich zwar alles im Grunde wiederholt, aber dennoch nichts bleibt. So
kann zum Beispiel eine intensive Freundschaft aufgrund eine Umzuges auseinandergehen und an deren Stelle tritt später eine neue. Es wiederholt sich
eben. Dennoch ist der Verlust groß, denn es gibt Dinge im Leben, die nicht durch etwas ähnliches ersetzt werden können, sondern eben einzigartig
sind.
Zum Thema in die Region hineinwachsen @arne:
Ich sehe das an mir selbst. Ich könnte niemals die Region Stuttgart dauerhaft verlassen, niemals. Nicht weil andere Orte nicht auch schön wären,
aber man hängt eben an so Kleinigkeiten, die man alle verlieren würde. Das kann die Lieblingskneipe sein, die Kreuzung mit der beschissenen
Ampelschaltung, der Wein, die Aussicht, die Stammsauna....
Ich hänge sehr an der Region, nicht weil sie so etwas besonderes wäre oder weil ich patriotisch bin, kein bisschen. Viel mehr einfach weil ich darin
aufgewachsen bin und das was ich an ihr gutes habe nicht verlieren möchte.
| Zitat |
Falls es euch interssiert, hier noch das Bild zur anderen Seite. Selbe Position, Kamera um 180° gedreht.
Wirklich schön. Ich denke den Ort werde ich früher oder später mal aufsuchen...
@Maria:
Dass da zivilisatorische Spuren von Menschen zu sehen sind, irritiert mich weniger.
Nur kann man auf einen Berg ja heraufklettern.
Da ist mir dann eine gegenüberliegende Küstenseite lieber, da ist Wasser dazwischen. Die kommen zumindest Nachts nicht mehr durch die kalte Nordsee
geschwommen.
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Wie kommst Du überhaupt in Kölle klar, @Yog-Sothoth?
Also, obwohl ich aus'm Ruhrgebiet komme und auch Düsseldorf ganz schön finde, ist mir Köln auch viel zu groß und unübersichtlich.
Und die ganzen Kirchen dort gehen mir ja sowieso auf'm Geist.
Aber in einigen Wochen wirst Du das Grauen an sich erleben:
KARNEVAL am Rhein!
Ich verpiss' mich dann wohl mal wieder für einen Tag in die NL, aber nicht nach Limburg, die sind da katholisch und feiern das auch. Muss ich mal
nach Nijmegen. Die Coffeeshops dort kenn' ich auch noch nicht.
Danke, bis jetzt ganz in Ordnung eigentlich, allerdings bin ich immer noch in der Einlebungsphase. Und für Karneval lass ich mir sicher noch was einfallen ^^