
Ich dachte mir, ich stell mich am besten auch mal vor... damit auch die Neuen ne ungefähre Ahnung bekommen, mit wem sie es da eigentlich zu tun
haben. ;-)
Also... geboren wurde ich unter einem anderen Namen, der aber schon lange nicht mehr von Bedeutung ist für mich.
Ich war ein ganz normales Kind, naja, vielleicht etwas lernfreudiger als der Durchschnitt (was aber auch an der Erziehung gelegen haben kann). Ja, ich
war sogar ein fröhliches Kind, was mir heute irgendwie fast schon ein wenig peinlich ist.
Bis zur fünften Klasse verlief mein Leben völlig durchschnittlich. Dann ging es langsam mit der Pubertät los... meine Mitschüler interessierten
sich zunehmend für das andere Geschlecht, ich mich eher für Videospiele und ab 18 freigegebene Action- und Horrorfilme. Meine Mitschüler waren für
mich damals fast Luft. Ich fand sie fast genauso uninteressant wie die Lehrer oder die anderen Erwachsenen in meiner Umgebung. Hab mich in Traumwelten
verloren, mir Geschichten ausgedacht und mich so immer mehr von den anderen entfernt. Ich war nicht mal völlig unbeliebt in der Klasse (was mich
irgendwie schon überrascht), hab Klassennachmittage, Ausflüge und Partys meist freiwillig gemieden, weil ich bei dem Zusammensein mit den anderen
einfach nichts besonderes empfand.
Warum das so war, kann ich mir nur im Nachhinein erklären... damals hab ich es einfach so hingenommen, ohne großartig darüber nachzudenken.
So verbrachte ich mehr oder weniger die ganze Schulzeit. Später fand ich's dann teilweise doch schade, dass ich so isoliert war... aber sämtliche
Versuche, mit den anderen Freundschaften zu schließen, scheiterten. Nicht, weil meine Mitschüler so scheiße gewesen wären, sondern weil ich
einfach unter Freundschaft etwas völlig anderes verstand als sie. Ich wollte die Freundschaft, wie ich sie aus den asiatischen Gangsterfilmen
kannte... eine Freundschaft, für die man sterben würde. Die anderen wollten einfach nur jemanden, mit dem sie in die Disse oder zum Billardspielen
gehen konnten.
Ok, kleiner Sprung nach vorn:
Abi überstanden, ohne mich irgendwie besonders reinzuhängen... und plötzlich gemerkt: Au Scheiße, jetzt geht der Ernst des Lebens los. Jetzt musst
du einen Platz in der Welt finden, die dir doch eigentlich voll am Arsch vorbeigeht. Zum Glück bot sich der Zivildienst an, die Sache mit dem Ernst
des Lebens noch ein Weilchen vor mir herzuschieben. Hab mir, clever wie ich war, eine ziemlich lockere Stelle rausgesucht. Morgens ein paar Patienten
mit dem Rollstuhl schieben oder ihnen Essen bringen, nachmittags im Zivi-Zimmer sitzen und Bomberman auf dem SNES zocken. Ja, so ließ sich das
aushalten...
Dann kam der Knackpunkt, an dem sich alles verändern sollte.
Ich lernte (anders als in meinem Buch beschrieben nicht in der Schule, sondern wie gesagt beim Zivildienst) einen Typen kennen, der mich total
fasziniert hat. Einfach, weil er irgendwie etwas merkwürdig war und sich nicht im Geringsten in eine Schublade stecken ließ wie die meisten anderen
Menschen, mit denen ich zu tun hatte.
Zum ersten Mal realisierte ich so richtig, was mir die ganzen Jahre über gefehlt hat... eine richtige Freundschaft. Eine wie in den Filmen. Und er
sollte mein bester Freund werden.
Hat sich leider anders ergeben... das erzähl ich jetzt aber nicht nochmal.
Jedenfalls war ich danach ziemlich geknickt... um nicht zu sagen, ich fühlte mich, als wäre mein bester Freund (obwohl er es ja nie war) im
Kugelhagel einer verfeindeten Gang draufgegangen. Ich dachte an Selbstmord, nahm irgendwann ein leeres Schulheft und fing an, meine Version der
Ereignisse niederzuschreiben. Wurde natürlich dann wie ihr vielleicht wisst kein Doku-Drama draus, sondern ne ziemlich heftige Bloodshed-Story...
jedenfalls merkte ich dann, dass ich auf dem Gebiet nicht ganz unbegabt war. Ich schrieb also mehr und mehr, und je mehr ich schrieb, desto mehr
Gedanken machte ich mir auch. Über Freundschaft... aber nicht nur. Auch darüber, wieso viele Menschen zu so einer Freundschaft, wie ich sie mir
wünschte, nicht fähig oder willens waren. Und mit diesem Gedanke war ich eigentlich schon mitten in meinem heutigen Element.
Ich überspring jetzt mal ein paar Sachen, sonst wird das hier zu lang.
Ich hab nach dem Zivi ein bisschen studiert (Lehramt Grund- und Hauptschule), was aber gründlich daneben ging, weil ich gemerkt habe, dass ich lieber
mit den Schülern nen Joint rauchen möchte als mit den Lehrern Kaffee zu trinken.
Nächste Station: ein paar Jahre in der Verpackungsfirma, wo auch mein Dad gearbeitet hat. Mal am Fließband, dann als "Mädchen für alles" im
Entwicklungsbereich. Ich war sozusagen auf einmal mitten an der Quelle des Kapitalismus, hab den Bossen über die Schulter geschaut, hab die ganze
Heuchelei des modernen Geschäftslebens beobachten können.
"Du musst hier raus, so schnell wie möglich!", hab ich mir oft gesagt. Hab weiter meine subversiven Texte geschrieben, mich abends betrunken und
tagsüber versucht, zu arbeiten und die Kollegen zufriedenzustellen.
Dann kam ich endlich auf die Idee, meinen PC auch mal dafür zu benutzen, ins Internet zu gehen. Das erste, was ich gesehen habe, war das alte
Weltverschwörungsforum bei Parsimony. Hatte die Adresse von nem Kollegen bekommen. Hat mich zwar irgendwie nicht wirklich interessiert, aber ich habe
gesehen, wie einfach es ist, ein Internet-Forum aufzumachen...
Ideen hatte ich ja genug, Texte hatte ich auch schon einige. Auf den Namen "Unity" kam ich durch einen Techno-Song, wo irgendwas von "peace and
unity" geträllert wurde... eine Zeile, mit der mein damaliger Zivikollege und Beinahe-Freund mal aus Langeweile oder Protest die Wand des
Krankenhausflurs bekritzelt hatte.
Den Rest der Story kennen ja die meisten.
Das Unity-Forum hat sich im Netz einen gewissen Ruf erworben, ist gewachsen, wieder geschrumpft, wieder gewachsen etc. Leute kamen und gingen, einige
zerstritten sich gar fürchterlich mit mir, andere wurden einfach nur "erwachsen"...
aber es kamen auch immer wieder neue nach. (und ein paar der alten Garde sind ja auch noch da...)
Dadurch, dass ich ein bisschen was geerbt hatte, konnte ich dann endlich den scheiß Job in der Firma an den Nagel hängen und mein erstes Buch
produzieren. Von da an bis zum heutigen Zeitpunkt versuche ich das Unity-Projekt voran zu bringen, etwas Erfolg mit meinen Büchern zu haben und
ansonsten neue Leute aufzustöbern, die sich von unseren Idealen ebenfalls angesprochen fühlen.
Erwachsen geworden bin ich irgendwie immer noch nicht, das wird wohl auch nix mehr werden. Hab mich höchstens in sofern verändert, dass mich so
schnell nichts mehr aus der Bahn wirft, weil ich mittlerweile auf nem völlig anderen Level schwebe als die meisten meiner Mitmenschen.
Egal, was die Zukunft bringt, einen Bürojob oder ein Studium kommen für mich nicht mehr in Frage. Auf die drängende Frage meiner Mutter danach
antwortete ich neulich erst wieder: "Es gibt nur drei Dinge, die ich in dieser Welt werden könnte. Künstler, Gammler oder Terrorist. Also sei froh,
dass ich momentan ein Künstler sein will."
Damit war das Thema vom Tisch.
Das heißt, ich sehe mich als Künstler, irgendwie auch als Philosoph, aber dann auch wieder als jemanden, der einfach nur eine gerechte Welt haben
möchte und dem man besser keine automatischen Waffen in die Hand geben sollte.
Dass mein Leben "gut" ausgehen wird, halte ich für eher unwahrscheinlich. Wobei, "gut" ist ja relativ. Das schlimmste wäre für mich, als
tattriger Greis im Altersheim dahinzusiechen und von irgendeinem unmotivierten Zivi wie ich einer war das Essen ins Maul gestopft zu bekommen.
Dann lieber ein Ende mit Knalleffekt. Wobei ich eigentlich aber ein ziemlich friedliebender Mensch bin und das, wenn keine gravierenden Dinge
geschehen, auch zu bleiben beabsichtige.
So, das war jetzt mal das Wichtigste von meiner Geburt bis zu meinem Tod. Aber sicher wird noch vieles dazwischenkommen.
Wäre interessant, wenn auch der eine oder andere von euch mal so einen Text über sein bisheriges Leben posten würde...
ich hatte mir jetzt erst die zeit genommen, den text durchzulesen.
wieder einmal merke ich, dass text erst dann kleiner wirken, wenn man sie liest. ich dachte, für diesen post würde ich an die 5 minuten brauchen,
und dann war ich schneller drüber als ich erwartet hatte.
liegt aber vllt auch an der sanften schreibweise. liest sich wie geschmiert, um mal etwas bildliche sprache reinzubringen.
mich würde an dieser stelle interessieren, ob du genug geerbt hast, um zumindest vorerst in eine art ruhestand zu gehen. es klang ja so, als hast du
erstmal alles hingeschmissen und die freizeit genossen..
ansonst kann ich sagen.. ich war dabei da war die unity noch das schwarz-grüne parsimony-forum. das klingt unglaublich lange her..ist es
wahrscheinlich auch. aber es gibt hier sicher noch welche, die länger dabei sind als ich (früher bekannt als val - eine abkürzung für valcyr)
damals dachte ich "hey wow, was für ein underground-forum..". und ich schrieb echt gerne dort.
es war ein ort, wo ich nach einem harten schultag hingehen und mich frei schreiben konnte. wo ich etwas lesen konnte, was über dem niveau von "den
anderen" lag. wo man nicht ausgelacht wurde, wenn man mal fremdwörter verwendete. wo man verstanden wurde und gleichgesinnte fand.
ich frage mich, wie die unity ohne mich heute aussehen würde. immerhin sieht das forum jetzt so gar nicht mehr underground aus.
wie alt bist du, dian? wenn du das verraten möchtest.. ich befinde mich in etwa momentan an der stelle deines lebens, wo du schreibst "ich muss hier
raus".
scheisse man, wir müssen echt aufpassen, dass das hier nicht ausartet. das darf nicht zu einem beliebigen forum werden. es sieht ja schon nicht mehr
extra-ordinär aus - gut musses auch nicht. auch wenn es schade ist, dass man uns hier nicht mehr auf dem ersten blick ansieht, wie "anders" wir
sind oder sein möchten.
eines wollte ich noch sagen: wenn rudolph mooshammer drauf geht, sieht man das einen tag lang in den news. und irgendwann kommt eine reportage mit
details darüber.
wenn die unity nichts erreicht, wird der untergang der einzelnen untergehen im schatten anderer, so wie es bei jedem anderen auch ist. das bedeutet,
dass der tod für uns aus uns das macht, was wir nicht sein wollen: mainstream-biomasse.
hurgh.
Meine Lebensgeschichte...
ich denke mal in ca 4 zeilen hab ichs hinter mich gebracht.hab ja noch nicht mal zwo dekaden aufm buckel...
Von 0- 14 Jahren lebte ich ein ganz normales leben...
dann...als ich anfing, nachzudenken, dachte ich nach...fand leute die auch nachdachten, die über ahnliche dinge wie ich nachdachten...traf mich mit
ihnen, diskutierte dachte weiter nach, bekam denkanstöße, gab aber hoffentlich auch welche, besoff mich mit ihnen, ging auf konzis mit ihnen...und
lebte weiter ein normales leben...inkonsequenz at its best...und dafür hasse ich mich...wir labern und labern, labern über klassenkämpferische
aktionen, und tuen ungefähr...gar nichts...
ich denke viel drüber nach in welcher art und weise ich den karren vor die wand setzen könnte...und tue nichts...damit mein tolles leben ja nicht
aus der bahn gerät...autsch...
also, ab 14 lebte ich dann weiter mein normales leben...und ich bin immer noch ein abgefucktes kiddie das noch so stark von seinen eltern abhängig
ist, wie jeder andere sechzehnjährige auch...oh fuck mir fällt gerade auf dass ich bevor ich euch zulabere wenigstens teilweise in die grundelemente
der_Jungens-Ideoligie einweihen sollte...najo ich kann mich nicht wirklich gut ausdrücken, was nicht nur daran liegt dass die wirkung oben erwähnter
rauschmittel langsam anfängt langsam einsetzt...najo,ich hoffe mal dass ihr trotzdem halbwegs versteht was ich sagen will...jo ich glaub ich sollte
mal nen text drüber verfassen damit ihr überhaupt nachvollziehen könnt warum ich mein verhalten als inkonsequent bezeichne usw...naja, eiegntlich
dneke ich mal dass dies hier die einzige internetplattform ist auf der leude rumkrauchen die des halbwegs anchvollziehen können...ach scheisse ich
hör lieber auf diesen ungeordneten geistigen dünnschiss niederzuschreiben...morgen wenn ich wieder nüchtern bin versuche ich mal nen halbwegs
verständlichen text zu verfassen...
bis denne
@q:
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jo, da muss ich dir rechtgeben...
So aktionen wie den großen roten metallstern bei uns aufm schulhof rot anzusprühen bringen nen scheissdreck, denn kein mensch wird, wenn er dieses
Symbol sieht, plötzlich seine weltanschaung komplett überdenken und sich dem anarchokommunismus vershcreiben, hehe...zumal ich denke dass so manch
einer bei uns auffer schule gar keine weltannschauung hat die übern haufen geworfen werden könnte , weil er sich noch nie im leben gedanken gemacht
hat die über "was ziehe ich heute an?" hinausgehen...
najo, die sache diehnte warscheinlich auch nur dazu mein gewissen zu beruhigen...ausserdem sah er ziemlich cool aus danach :D
hmm, du ahst absolut recht wenn du sagst dass das einzige was wirkung zeigen könnte die diskussion ist...und das tun wir eigentlich genug, und
mittlerweile haben wir eine menge leute um uns geschart, die ziemlich offen für alternative weltanschauungen sind und wir haben schon so manchen
überzeugt...wenn man bedenkt dass wir zu anfang zu dritt waren...
boa kaum zu glauben wie schon nach dem ersten post hier mein gewissen entlastet wurde, ich glaub ich werd hier local... 8)
Alors... in einem solchen Thread bin ich auch gerne einmal bereit, ein wenig von mir preiszugeben.
Fangen wir beim Kindsein an. Eine schöne Kindheit. Mein erstes Manko offenbarte sich in meinem dritten Lebensjahr; ich lief gegen einen Türrahmen,
womit meine Eltern feststellten musste, dass ich eine Sehschwäche habe. Ich bekam meine Brille. Den Augen zum Trotz gab es dann an meinem vierten
miterlebten Weihnachtsfest ein SNES, ich war fast 4. Alles völlig normal, wenn auch ein wenig früh vor den Fernseher gesetzt – aber mein Vater war
mir ein gutes Vorbild(aber es dauerte nicht lange, dass ich die Nase vorn hatte auf der Konsole). Kindergarten. Ich schloss erste Freundschaften.
Alles ganz normal. Meine Konsolenleidenschaft wächst. Einschulung. Es beginnt...
Ich hatte generell keine Lust auf stupide Tickerspiele in der Pause, oder gar Fußball mit einer zerknüllten Leichtmetalldose. Also stellte ich mich
daneben, in der Regel mit jemandem, dem ich schon sehr früh in meinem Leben begegnete, oder erbarmte mich und spielte mal mit, was mit kommender Zeit
immer seltener der Fall werden sollte. Von medialen Modeerscheinungen waren wir glücklicherweise relativ verschont geblieben. Die Klassen 5 und 6
waren daraufhin revolutionär. Ich danke Niedersachsen hier noch einmal für die Genialität der Orientierungsstufe, die eigentlich nur als Hemmschuh
fungiert. Man kam mit Menschen in eine Klasse, die man eigentlich nicht mochte. Ich zumindest nicht. Die „ganz harten“ und „coolen“, die
glaubten, in dieser Zeit ihres Lebens mit dem Trinken und Rauchen anfangen zu müssen, die dann letztendlich auch auf der Hauptschule landeten, oder
man gar nie wieder sah. Mir egal. Ich kapselte mich folglich ab, unbewusst, mir ging es allerdings gut. Besuche von Freunden, ob nun ich oder sie sie
tätigten, wurden so selten wie das Wörtchen „rar“ gebraucht wird. Aber, hey – ich hatte ja noch meine besten Freunde. 3 Kisten voll mit Lego
und ein Super Nintendo. Nicht zu vergessen das Nintendo 64, was in der Türe stand.
Meine Eltern meinten sich scheiden zu müssen, als ich in der vierten Klasse war, sodass ich am Wochenende meinen Vater regelmäßig besuchte, der
immer noch im Ort wohnte.
Klasse 7. Kooperative Gesamtschule, Gymnasialzweig. Die letzten sozialen Kontakte brachen. Ich begriff meine Misslage, keine wirklichen Freunde in dem
Sinne zu haben und fühlte mich gut dabei. Unwissend wieso. Mein Vater zog etwa 350km weit weg, in die Stadt, er hatte ein klasse Angebot einer
namhaften Firma bekommen. Das fand ich nicht gut. Aber alle 3 Wochen mit dem Zug wegzufahren, über das Wochenende hinweg, das war schon was. Meine
Mutter hatte verschiedene Partner, von denen ich eigentlich keinen wirklich mochte. Mein Vater ebenso. So konnte ich zumindest die Welt ein wenig
besser kennenlernen. Klasse 8/9. Ich begann zu hassen, aber auch zu lieben, zu unterdrücken, mit anderen auf einer Ebene zu spielen, die sie garnicht
kannten und zu verzichten, mich in Geduld zu üben. Ich mochte die anderen immer weniger, ich hatte „Freunde“ mit denen ich kommunizierte, die
aber nur nebenher existierten, zu Hause war ich dann wieder allein, grübelnd. Keine Party, keine „Freizeitaktivitäten“. Nur ich, meine Konsolen,
dann auch meine Manga, die sich sammelten. Ich wollte stark werden. Ich. Ich, der da steht, der Fels in der Brandung, der kleine starke, schweigende.
In Klasse 10 intensivierte sich dies. Ich nahm von vielen Menschen etwas mit, ihren Charakter, ihre Ausdrücke... Meine Lehrer nannten mich damals
egoistisch und arrogant. Aber das war ich im Grunde nicht. Hilfe von einem, der nur außen steht, die will selten jemand, dementsprechend meiner
sozialen Kontakte, hatte ich wenig Möglichkeit meine Nächstenliebe zu zeigen. Meine Mutter meinte mir immer unter die Arme greifen zu müssen, in
dem sie nett war, versuchte mir weitmöglichst entgegenzukommen. Aber ich habe schlicht und ergreifend keine Lust auf ihre Predigten von sozialen
Dingen und dergleichen. Es geht ja nicht an ihr vorbei, wenn ihr einziger Sohn immer zu Hause ist, nie hinaus geht. Mein Vater ließ das in der Regel
unbeeindruckt. Er wusste ja, weshalb er sich schieden ließ.
Ich bekam so langsam mit, wie der Hase läuft, inmitten der Menschenmasse. Ich war eigentlich immer ein durchschnittlicher bis guter Schüler, immer
auffälliger durch kleiner Rebellionen werdend, lauter, aber auch einsamer. Nur ob mich das im Endeffekt „stark“ gemacht hat, das kann ich nicht
beantworten.
Naja. So far. Ich nenne das nun einfach mal “ontologischen Lebenslauf”, wenn’s recht ist. Mir fiel auf, dass mein Leben umfangreicher ist als
ich je dachte. Ich denke an all die herausgelassenen Aspekte meiner Odyssee... Und Verzeiht, wenn es etwas wirr klingt, aber ich bin nicht sehr geübt
darin, über mich selbst zu schreiben. Doch ich glaube, das Wesentlichste ist angekommen, nicht?
@Less_than_Jolle:
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@ Taloraan:
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"wir", sind ne bande von träumern, die sich die zeit mit philosophieren, saufen und einfach miteinander rumhängen vertreibt...du ahst dich vor
einiger zeit mit einem von "uns" in wasseraalfingen getroffen...-eresseo-, bane, oder einfach dem_Fred...
Ich war schon früher mal hier angemeldet, hab aber imme rnur mitgelesen und mir nie die mühe gemacht auch was zu schreiben...
naja, von "getroffen" kann da eigentlich keine Rede sein. Ich habe ihn dort eher um knappe vier Stunden verpasst... :D
Aber wenn sich mal wieder eine Möglichkeit bieten sollte, kann man das ja gerne irgendwann nachholen.
achso, mkay...
Ich denke, nicht, dass es die Tatsache ist, einsam zu sein, die einen stärkt, sondern vielmehr der misanthropische Rahmen, der sich um einen herum
bildet. Man lernt, die Menschen auch von unten bzw. von hinten anzusehen, anstatt immer direkt in die Augen, oder noch schlimmer von oben herab.
Dieser Winkel ist es, der einem mit zunehmender Größe mehr Weisheit bringt.
Wobei wir natürlich bei der Einsamkeit differenzieren sollten, nein, müssen, zwischen einem "Mobbing- Opfer" und einem "Außenseiter". Aber das
ist wohl klar. Ich war, um das noch einmal zum Ausdruck zu bringen, letzteres, letzteres letzten Endes sogar gerne.
| Zitat |
Ich wollte neulich schon mal was hier schreiben, war leider noch zu der Zeit, als ich zur Reha war und immer ins Internetcafe mußte, um mal ins Netz
zu kommen. Als ich meinen Beitrag fertig hatte, folg ich raus. Und ich hatte gerade ´ne Stunde lang ungefähr geschrieben. Das baut auf, wenn Dein
ganzes Leben dann auf einmal im Nichts verschwindet.
Insofern bin ich jetzt klüger, und gledere mal bei meinem Alter mein Leben ein wenig und erzähle heute nur was von ersten Jahrzehnt. Ich habe im
übrigen vor ca. zehn Jahren mal auf der Intensivstation wegen eines Darmdurchbruches bei einer chronisch - entzündlichen Darmerkrankung gelegen und
es sah so aus, daß ich übern Jordan gehen werde. Der Zustand dauerte 6 Wochen. In der Zeit fliegt ja das ganze Leben an einem vorbei. Bei manchen
sind es Sekunden und es ist immer noch langweillig. Ich hatte in den 6 Wochen keine Sekunde Langweile, sondern stellte fest, daß ich wohl mehrere
Leben gehabt habe.
Kurze Einleitung zur Gesamtsituation:
Gelernt habe ich Bankkaufmann, studiert habe ich Evangelische Theologie und Philosophie, gearbeitet habe ich als Fraktionsgeschäftsführer der
Grünen und die letzten 20 Jahre habe ich mein Geld damit verdient, Geistig - Behinderten die vollgeschissenen Pampers zu wechseln. Nebenher bin ich
noch bi und habe gerade mal wieder einen Lover und einen Lebenspartner (die nicht identisch sind, aber beide männlich.)
Fangen wir mal mit der Kindheit an, wie die meisten hier:
Ich war von vornerein in der Situation, daß ich anders war. Meine Eltern waren selbständig und wir wohnten in einer Umgebung, wo es sonst nur
Malocher gab. Vom Einkommen war es auch nicht besonders anders, aber meine Mutter arbeitet auch im Geschäft meines Vaters (einer Zoohandlung), so
konnte sie sich natürlich die Arbeitszeit viel besser frei einteilen als irgendeine lohnabhängig Beschäftgte. Anderer Vorteil: Meine Eltern waren
mittags immer zu Hause. In den 60er war das noch so, daß Geschäfte mittags zu hatten, von 13 - 15 h. So gab es bei uns Mittags das warme Essen, was
es bei den anderen Kindern eben erst abends gab, wenn Vadder vonner Schicht kam. Es war also irgendetwas anders bei uns als bei den anderen. Das hatte
ich schnell raus. Unglücklich war ich darüber nicht, denn ich hatte jeden Mittag meinen Vater zu Hause und konnte mit ihm 10 - 20 Minuten vor seinem
Mittagsschlaf rumtoben, was wir uns auch niemals nehmen ließen. Allerdings waren meine Eltern auch der Ansicht, daß ich am besten Sozialverhalten
lerne, wenn sie mich in den Kindergarten schicken. Da war ich relativ normal, ich kann mich zumindest dort an keine besonderen Vorfälle erinnern.
Aber eine Situation fällt mir doch ein aus meiner Vorschulzeit: Ich wollte auch wie die anderen Kinder draußen auf der Straße spielen. Leider
fehlte mir wohl absolut die Fähigkeit, mich in eine Gruppe einzuordnen. Gleich beim ersten Mal gab es Streit, weil ich absolut wohl nicht einsah,
daß ich mich als Neuling irgendeiner Gruppenhierachie unterordnen sollte, also gab es für mich Dresche. Die anderen Blagen schlugen mir in die
Fresse. Und ich stand da und wehrte mich nicht, ich blieb ganz ruhig und ließ mir eine nach der anderen klatschen, ich würde sogar sagen, ich genoß
das. Insbesondere genoß ich, daß die doofen Typen gar nicht verstanden, daß mir das nicx ausmachte. Ich weiß nicht, wieso. Kann was damit zu tun
haben, daß mich viele als Autisten bezeichnen, die mich genauer kennen. Auf jeden Fall war mir klar, wenn das hier abgeschlossen ist, steh´ich als
Leader der Gang dar, da alle völlig fasziniert waren von meiner Belastungsfähigkeit und Standhaftigkeit. Unglücklicherweise kam gerade in dieser
Prügelorgie meine Großmutter vorbei (die wohnte bei uns), war völlig entsetzt, daß ich mir das gefallen ließ und schleppte mich weg. So war meine
Karriere als Straßenkind schon beendet, bevor sie überhaupt losgehen konnte.
Weiter ging´s in der Grundschule. Dort war ich aus unerfindlichen Gründen sehr beliebt. Ich war jemand, der den Klassenclown spielen konnte, aber
auch von zu Hause her gut genug geschult, mich so auszudrücken, daß ich den Lehrern mal die Meinung sagen konnte. Das macht einen wohl beliebt.
Hinzu kam, daß ich von einer Clique immer ausgesucht wurde, mich mit dem Anführer der anderen Clique zu prügeln, was mir ja wenig ausmachte.
Schmerzen fand ich ja eher toll als gestreichelt zu werden. Ich wurde Klassensprecher usw. Mein erster Schritt in eine politische Karierre, wie ich
später merkte. Ansonsten war alles ziemlich harmonisch, überall gute Freunde irgendwo (Meine Eltern hatten auch noch ´n Gartenhäuschen, wo wir am
Wochenende waren und da hatte ich auch Speilkameraden und ´ne Clique, in der ich ziemlich der Anführer war). Allerdings mußte ich mich seit
Kindheit an mit Auseinandersetzungen beschäftigen. Ich hatte nämlich ´ne 7 Jahre ältere Schwester und das heißt Streß (bis heute manchmal).
Alles schien vorprogrammiert, zwar nicht zum Lemming, aber zum Oberlemming, dem alle nachrennen, wenn es Richtung Felsen geht. Dazu kommt natürlich
auch noch Fußball - und Turn - und Ringverein, das gehörte sich nach Auffassung meiner Eltern so.
Soviel erstmal zu den ersten zehn Jahren. Ich bin jetzt mal gespannt, ob ich wieder rausfliege. Wenn nicht, schreib´ich das nächste Mal was über
die nächsten 10 Jahre mit Pubertät, Parteien entdecken und Pöstchen dort abstauben und Abistreß.
ho ho das wird ja ein verdammter roman...aber ich bin gespannt :D
Gut, auf Wunsch dann Teil zwei (Ich kann auch nix dafür, daß ich schon so alt bin und deshalb so viel über mich schreiben kann) :
Ich mußte also aufs Gymnasium. Was anderes wär für meine Eltern nicht vorstellbar gewesen. Vielleicht Gesamtschule noch, aber davon gab´s damlas
noch nicht so viele. Wenn die dort ´n Überschuß an Anmeldungen hatten, haben die einfach ausgelost, wer darauf kam. Orientiert hab´ich mich an
einem Kumpel, genau der, mit dem ich mich früher in der Grundschule immer prügeln sollte. Wir waren mittlerweile ganz gut befreundet. Es ist einer
der eklatantesten Fehler der heutigen Zeit, daß man meint, Kampf entzweie. Auch gegeneinanderkämpfen kann vereinigen, zumindest noch bei Kindern.
Mein Glück dann war es, daß wir einen uralten, bereits pensoinierten Deutsch - und Klassenlehrer bekamen, der mich mehr oder minder protegierte,
obwohl ich nie was für die Schule tat. Der legte noch Wert auf solche Sachen wie Phantasie in Aufsätzen u.ä. Die hatte ich.Da ich nie was für die
Schule tat, waren Fremdsprachen der Horror für mich. Ich glaube, ich habe eh´eine Form der Legasthenie, die erst bei der ersten Fremdsprache, aber
spätestens bei der zweiten vollends auftrat. Auf´m Gymnasium hatte ich auch schnell meine Kumpels, meinen besten Freund lernte ich direkt in der
5.Klasse kennen und der Kontakt hielt auch noch 25 Jahre. Ich kam damals in die Pubertät und begriff, daß ich auch Männer ganz sexy fand, sie
interessierten mich zum Teil mehr als Frauen. Das kann was damit zu tun haben, daß mein Vater kurz vor meiner Pubertät in seiner Midlifecrisis war
und ich ziemlich gefrustet war über den ganzen Ärger, den eine heterosexuelle Beziehung wohl mit sich bringt. Auf jeden Fall hörte ich
vorsichtshalber mal mit dem Vereinssport auf. Das wäre mir beim Ringen oder beim Fußball unter der Dusche doch zu peinlich geworden. Es war ja auch
noch nicht die Zeit, wo man einfach den Klassenkameraden sagen konnte, daß man auf sie steht. Ich hab´s zwar später doch gemacht, aber immer alle
dann entsehenden Angebote abgelehnt. Es paßte zuerst nicht in mein Idealbild, ich wollte damals noch ´n spießiger Famnilienvater werden.
Gottseidank war mein bester Freund auch bi. Es dauerte aber noch bis zur 11.Klasse, wo er mir das erzählte. Vorher hat er ein Jahr als
Austauschschüler in den staaten verbracht und dabei hat er´s wohl bemerkt. Sollte aber trotzdem noch ´n paar Jährchen dauern, bis wir das erste
Mal miteinander schliefen. Hatte aber für mich den Vorteil, daß ich mich nicht dem Gruppenzwang beugen mußte, und mir ´ne Freundin zulegen mußte,
wie es der große Rest so in der Zeit tat. Ich war natürlich wieder Klassensprecher und beliebt. Ich konnte mir auch schon ´n paar kleine
Abweichungen von der Masse erlauben, das wurde respektiert und zum teil auch honoriert, allerdings nie von den Paukern. Aber aus der Zeit resultiert
auch meine Abneigung gen Autos. Alle Bolls holten sich ´n Mofa oder machten Führerschein. Ich nie, habe bis heute keinen Führerschein und komm
damit super aus.
Weil ich keinen Sport mehr machen wollte, fing ich schon mit 13 an, mich für Politik zu interessieren. Mit 17 ging ich dann in eine Partei. Damals
entstanden gerade Die GRÜNEN. Das war damals noch ´n völlig anderer Haufen als diese angepaßten Schleimscheißer, die da heute was zu sagen haben.
Es waren zwar auch damlas schon ´ne ganze Menge Reaktionärer dabei, aber selbst die hatten ihre Träume von einer anderen Welt, die es geben
könnte. Irgendwie fanden alle zusammen, Beim Gründungskongreß waren dann alle möglichen Richtungen sich einig, daß man etwas gegen die
Fortschrittsgläubigkeit der Menschen machen mußte. Es war auch die Zeit der Anti - AKW -Demos. Das machte Spaß. In Gorleben haben wir ´n eigenes
Dorf gebaut ("Freie Republik Wendland"), in Brokdorf uns ordentlich von Bullen verprügeln lassen und manche auch zurückgeprügelt. Wackersdorf und
Nachrüstung fiel noch in die Zeit.
Ich selber war überall dabei, weil ich mehr Vertrauen in die Straße hatte, als in den parlamentarischen Weg. Wie ich heute weiß, sollte ich
(leider) recht behalten.
Natürlich war ich auch bei den GRÜNEN der Herdenführer. Ich war gerade mal 18 geworden und wurde zum Kreisschatzmeister meines Kreisverbandes
gewählt. Das war damals das einzige Amt, wo man nicht rotieren mußte, weil man sich da mit Parteienfinazierung auskennen mußte. So hatte ich
schonmal für die nächsten paar Jahre meinen Vorstandsposten sicher, weil eh´keiner Bock hatte auf so ´nen Scheißjob, der mit Buchführung etc.
verbunden ist.Außerdem hatte ich die grüne Getränkekasse unter mir. War sehr praktisch, wenn man mal kurzfristig Anleihen für private Zwecke
brauchte. War auch lustig in der Schule, wenn man als Entschuldigungsgrund nach Demos die Demoteilnahme angeben konnte. Waren die Sozilehrer z.B. ganz
begeistert von. Nachdem ich dann noch ein zweites Mal in der Oberstufe hängen blieb (war ja kaum noch Zeit für Schule wegen der ganzen pol.
Aktivitäten) machte ich mein Abi mehr schlecht als recht. Mein Glück, daß ich Mathe immer gut konnte, und dafür nie was machen mußte. Jetzt
mußte ich was studieren, oder noch schlimmer Bund oder Zivildienst machen. Aber man kann sich ja drücken, dachte ich. Und es gelang mir. Wie, dazu
mehr in Teil drei (morgen). Ich muß jetzt erst mal wieder selber Luft holen, nachdem ich soviel erzählt habe.
ohje, bei dem Umfang hättest du wohl besser nen eigenen Thread aufgemacht. Wird ansonsten schnell unübersichtlich. Naja, aber egal, jetzt isses
schon passiert. 
Wenn du von Anfang an dabei warst, muss dich die Richtung, in die sich die Grünen entwickelt haben, ja noch viel mehr ankotzen als einen wie mich,
der die bisher nur gewählt hat, weil sie damals versprochen haben, das Gras zu legalisieren.
Ich kann mir das irgendwie nicht erklären, wie aus idealistischen Kämpfern irgendwann soetwas wie der heutige Joschka Fischer werden kann. Man hat
ihn ja wohl nicht gefoltert und mit Stockschlägen dazu gezwungen, seine Überzeugungen zu verraten und die Turnschuhe in die Ecke zu stellen...
Ok, Macht korrumpiert, schon klar. Aber wenigstens bei Leuten wie Joschka hätte ich gedacht, dass denen Macht und Ansehen beim politischen Gegner
scheissegal wären. Liegt das am zunehmenden Alter... oder waren solche Leute schon von Anfang an nur darauf aus, im Mittelpunkt des öffentlichen
Interesses zu stehen *fragezeichen*
WAAAAAAAAAAS DU WARST IN GORLEBEN DABEI???!!
ich hab da den dicken bildband dazu...dann biste garantiert auf einem der bilder druff^^ hammer...
was hälst du davon ne verdammte biographie zu veröffentlichen? ich würd sie kaufen...ohne kaak...der übelste rocker...FRW...dude...
Ja, Dian, das stimmt, ein eigener Thread wäre wirklich besser. Leider gehöre ich zu der Sorte Postern, die erst schreiben und dann selber
überrascht sind, was da alles rauskommt. Vielleicht kann q das ja in einen eigenen Thread verlegen, müssen wir mal sehen. Heute brauche ich eh´´ne
Pause. Muß morgen früh raus und nach Holland, mal wieder Vorräte zulegen. Anschließend muß ich noch zu meinem Freund, das wird dann dauern und
anschließend werd´ich wohl auch morgen zu zu sein, um noch was zu posten.
Aber kurz schon mal zu den Grünen:
Wenn man von Anfang an dabei, bemerkt man zunächst gar nicht den Rechtstrend, den die Partei hatte. Bei der Gründung waren ja auch noch richtig
Rechte wie Gruhl und Springmann dabei. Als die absprangen, waren wir erst mal froh und glaubten schon, daß sei der Sieg. Aber fataler Irrtum.
Insbesondere Fischer wird immer völlig falsch eingeschätzt. Ich gestehe ein, daß ich den Anfangs auch ganz sympathisch fand, weil das, was ich
wußte, war, daß er in der Frankfurter Hausbesetzerszene aktiv war. Er war aber wohl auch damlas schon ein Riesen - Arschloch. Ich empfehle dazu mal
das Buch von Jutta Dittfurth "Das waren die Grünen". Die kommt ja auch aus Frankfurt und hat auch den Anfangsweg von Fischer beobachtet. Er hatr
sich erst dann zu den Grünen gesellt, als die in die ersten Landesparlamente einzogen. Insgesamt war der Kerl immer nur auf seine Karriere aus. Er
war der Prototyp des Kleinbürgers (Metzgerssohn wie Franz Josef Strauß), der nur das Ziel hatte, ein großer, beliebter Politiker zu werden. Die
Grünen kamen ihm da gerade recht. Das sie basisdemokratisch waren und eigentlich keine Berufspolitiker provozieren wollten, hat er sehr schnell zu
seinen Gunsten verändert. Beliebt ist der nur, weil er ein gewalttätiger Schläger ist, immerhin auch noch als Außenminister, wo er allerdings
nicht nur ´n paar Pflastersteine zur Verfügung hat, sondern gleich Raketensprengköpfe, die dann serbische Menschen töten. Wie gesagt, ich war auf
der Seite von der Ditfurth, ihr Spruch nach der rot-grünen Koalition in Hessen (natürlich war die Koalition von Fischer gemacht), daß die
Wasserwerfer, die damals den Demonstrant Sare auf ´ner Anti-Startbahn-West-Demo töteten, jetzt auch von den Grünen im hessischen Etat mitgeduldet
werden, hatte mich damlas sehr schnell überzeugt, daß Regierungsbeteilligungen völliger Quark sind, damit ändert man gar nix.
@Less Than Jollie:
Ja, Gorleben war was feines, die Demos dort, das Bauplatzdorf, die Besetzung und die Räumung. Ich wußte gar nicht, daß es dazu ´n Bildband gibt.
Ich hatte zwar auch ´ne Menge Dokumentationen dazu im Nachhinein (als grünes Vorstandsmitglied kam man ja leicht an all sowas dran), aber Fotoband
ist mir neu. Ich hab´mich damlas bei der Räumung auch mal im Fernsehen gesehen, als ich nach der Räumung nach Hause kam, lief um 22.30 Tagesthemen.
Da zeigten die dann, wie die Bullen anfingen, uns vom Dorfplatz zu tragen. Ich war erst in der fünften oder sechsten Reihe, ich sah´mich aber ganz
deutlich im Fernsehen. Das war damals noch aufregend. Heute mußt Du ja nur sagen, daß Du auf Hackfleisch zwischen den Brüsten deiner Freundin
stehst und sofort bist Du in ´ner Nachmittagstalkshow.
Am unheimlichsten war es, daß wir wußten, hinter uns auf dem "Rathaus" des Dorfes, waren mittlerweile Bullen mit Hubschraubern angeflogen worden,
die geschwärzte Gesichter hatten. Das bedeutet nichts gutes auf AntiAKWDemos. Sobald die Presse ihre Bilder im Kasten hat, werden die dann zulangen
und zwar ordentlich. Nunja, mir ging´s noch ganz gut. Ich hatte vorher schon gesehen, daß die Bullen rücksichtlos von ihrem Schlagstock Gebrauch
machten, wenn Du Dich zu fest an deinen Nachbarn klammertest. Jeder Schlagstockeinsatz wurde von einem Riesenpfeiffkonzert von uns begleitet. Da wir
alle eingehakt waren untereinander, konnten die Bullen nur immer einen einzelnen wegschaffen. Zu mehr waren sie zu feige. Ich selber habe dann
ziemlich schnell losgelassen, als meine Nahcbarn an der Reihe waren (hatten wir vorher miteinander besprochen, wie fest wir uns halten sollten. Meine
Nebenmännern und - frauen hatten nicht gerade viel Lust auf Haue.) und bei mir ging das dann ähnlich schnell. Später standen wir dann noch einer
ganzen Reihe von Bullen gegenüber, die verhindern sollten, daß wir von hinten wieder auf den Dorfplatz raufkamen und erneut besetzten. Als ich
einmal in die Knie ging und ´n bißchen in der Hocke war, nur weil wir die ganze Nacht durchgefahren waren bis nach Gartow und weil ich nach dem
ewigen Sitzen in der Menge ´n bißchen Dehnung brauchte, sah ich ´n Stock, der vor mir lag. In Gedanken hob ich den auf. Im Nullkommanix kamen alle
Bullen mit ihren Hunden einen Schritt näher zu mir hin und die Hunde knurrten gut. Klar, ich hätte ja auch diesen ca. 15 cm. langen Holzstock, der
da lag, rüberwerfen können und wahrscheinlich einen Bullen schwer verletzten können. Da kann ich wahrscheinlich froh sein, daß ich nicht den
finalen Rettungsschuß abbekam. Insgesamt ging das alles aber noch ruhig von Statten, auch wenn es zum heulen war, zu sehen, wie die Häuser, die wir
´n paar Wochen vorher, bei unserem ersten Besuch, aufgebaut hatten, alle von Bulldozern plattgewalzt worden.
Später in Brokdorf war das ganze schon ´ne Nummer kribbeliger. Da mußten wir einige Kilometer vor dem Baugelände schon aus den Bussen und in
Eiseskälte dorthin laufen. Zwischendurch hatten immer wieder Bullen Container so auf die Straße gestellt, daß man nur einzeln durchkam. Klar, die
saßen dann auf den Containern drauf und filmten jeden von uns, Die meisten waren das aber mittlerweile gewöhnt und da es eh´kalt war, hatten wir ja
alle unsere Schals und Tücher mit, mit denen wqir uns vermummen konnten. Damals kam das sogenannte Vermummungsverbot auf Demos auf. Klar, wir feigen
demonstranten, die friedlich durch eine Abschirmung spazieren, sollten uns gefälligst, am besten gleich nackt, filmen lassen. Als wir endlich am
Bauzaun zum geplanten AKW waren, hatte ich dann auch nicht mehr viel davon. Einige hatten schon angefangen, den Zaun flach zu legen. Das ermöglichte
mir dann die Bekanntschaft mit Wasserwerfern und Tränengas zu machen. Es war auch die letzte Demo, die ich ohne Zitronensaft besucht habe. Den
braucht man nämlich, um sich das Tränengas aus den Augen zu waschen. Das brennt ekelhaft. Wenn Ihr im übrigen mal ´n Bild seht, wo ein demonstrant
mit einer Schaufel auf einen Polizisten einschlägt, der wohl gerade in einen Graben gefallen ist (das Bild ging damals durch die Presse, um zu
zeigen, was für brutale Schweine wir AKWGegener doch sind), dann wisset., daß der Bulle vorher versucht hatte, den Mann mit dem Spaten voll zu
verprügeln. Das war kein Beweis für unsere brutalität, sondern pure Notwehr. Das hab´ich selber gesehen. Ich war aber nicht derjenige auf dem
Bild.
So, wie gesagt, das muß für heute reichen.
@q: Hast Du gelesen, was Dian schrieb und ich dazu? Kannst Du den Thread mit meinen Postings und den dazugehörigen von Less than Jollie und Dian in
´nen neuen Thread verlegen?
Aber bitte mit Sicherheitskopie. Noch mal schaff´ich das nicht, mein Leben zu erzählen, wenn´s auch erst die ersten 20 jahre waren. Denn einmal bin
ich ja schon rausgeflogen und wenn ich´s zum dritten Mal durchmachen muß, wird´s selbst mir zuviel. Das wird ja dann schlimmer wie "Murmeling
day".
Jo, das ist ein ziemlich großer, dicker Bildband, Din A 4 is das glaub ich,also ziemlich groß, mit locker 150 seiten...dem fred kann ja mal gucken wie viele des sind, ich habs das buch nämlich grad an ihn verliehen...verdammt gut, das teil...mit hunderten Fotos von den verschieden stadien , wie eben aufbau des dorfes, die räumung und alles... zu den schwarz bemalten gesichtern steht da auch was...da sind locker 10 fotos mit bullen mit schwarzen Gesichtern drin und da drunter steht dass ein sprecher der polizei auf die frage, was denn die bemalung sollte, gesacht hat dass das keine bemalung, sondern lediglich "der staub und schweiß auf den gesichtern der beamten" sei...total krass dass die da mit pferden, hubschraubern, hunden, pepperguns usw ankommen um ein paar pazifisten zu verkloppen...weil da hatten sich ja sogar die militanten akw gegner dazu bereit erklärt, keine gewalt anzuwenden...und wnen ich mir die fotos angucke auf denen man sieht wie lachende polizisten einen mann an der nase wegziehen oder zu zehnt verprügeln, da kommt die wut in mir hoch...bah...
| Zitat |
@ dem_schmichi:
Ach so, ihr drei gehört zusammen...
schön, dass es in dieser virtuellen Welt auch noch ein paar ganz reale Verbindungen gibt. 
@ Arne:
So einfach können leider auch wir Admins einen Thread nicht mehr auseinanderreissen. Man kann ihn höchstens komplett verschieben, was ja aber
irgendwie auch nix bringt. Egal, lassen wir das jetzt so, wie es ist. Und wenn du auf deine nächsten paar Lebensjahrzehnte zu sprechen kommst, machst
du einfach nen extra-Thread auf. (kannst ja auch das, was du vorher geschrieben hast, dann noch da rüberkopieren, wenn du möchtest, dass alles
schön an einem Stück bleibt.)
@Dian: O.K. Wird gemacht, aber ich brauche eh´noch ´n paar Tage Zeit. Ich muß erstmal das Leben bis zu diesem Punkt, den ich bisjetzt geschrieben
habe verarbeiten. Ist auch das erste Mal für mich, das ich das in so ´ner Form mache. Wenn ich sonst Menschen von meinem Leben berichte, suche ich
mir immer das aus, was für den sozialen Hintergrund desjenigen, dem ich´s erzähle, am besten paßt. Ich hab´da ja gottseidank genug
Auswahlmöglichkeiten.
@Less Than Jollie:
Das mit den Geischtschwärzen war auf vielen Demos Taktik von denen. Die hatten wirklich nur Schiß, man könnte sie sonst auf Photos identifizieren,
wie sie wehrlose, unbewaffnete Demonstranten wegprügelten. Ich habe auch nie von einem Fall gehört, wo ein Bulle mal zur Rechenschaft gezogen worden
ist, wenn er mal zugeschlagen hat. Wir AntiAKWler waren für die damlas der letzte Dreck, der ihren Feierabend belastete und der ihnen ein paar
reinhauen wollte.Dabei ging, zumindest anfangs, die Gewalt immer nur von den Bullen aus. Das ein paar Autonome sich auch mal rumprügeln wollten, war
klar, nachdem man mitbekommen hatte, daß die Bullen das sowieso machen, egal, ob man friedlich oder nicht so friedlich demonstrieren wollte. Ich
hab´aber nie die direkte Konfrontation mit denen gesucht. Einmal ist es schwachsinnig, gegen einen wasserwerfer o.ä. anzurennen und zum anderen bin
ich auch der Ansicht, daß auch ein Bulle ein Recht auf körperliche Unversertheit hat. Es gab damals aber so´n paar Spaßguerillaaktionen, an denen
ich auch beteilligt war. Muß ich mir mal überlegen, was ich heutzutage davon schon wieder erzählen kann. Später mußt ich dann allerdings doch mal
wegen Mordverdachtes bei den Bullen aussagen und ein Ermittlungsverfahren wegen "schwerer, gefährlicher Körperverletzung und versuchten
Totschlages" hab ich auch noch bekommen, daß aber nicht aus politischen Gründen. Die Tage mal mehr dazu.
@Der Schmichi:
FRW kennst Du noch, mein Gott, wie alt seid ihr denn alle?
höhö wir sind alle 16 aber suchen nach lektüre ohne ende 
Jolles mtter war früher auch ne hardcore linke hausbesetzerin, anti AKW'ler usw
Und bei ihren büchern hat jolle dann halt den FRW bildband gefunden.
Dann bn ich natürlich shr froh zugang zum internet zu haben wo man mehr infos findet als der verfassungsschutz sperren kann 
Hallo zuammen. hab grade arnes geschichte gelesen, aber hört die hier schon auf?
edit: hab sie gefunden.
Hab´Sie aber immer noch nicht fertig!
| Zitat |

Von Arne gibts ne Art Lebenslauf bzw Geschichte (Ich weiss nun nich, was gemeint war..)? Wo find ich die?
na, auf seite 2 ^^
im übrigen, arne, kannste dir auch deinen text schnappen, ihn in den forumeigenen notizblock verschieben und einfach nen neuen thread aufmachen wo du
nacheinander alles hineinkopierst was du hier so freigegeben hast
nur sone
idee..
Ja, mach´ich, wenn ich mal Zeit habe, also dann wenn ich mein Leben mal überschauen kann. Wahrscheinlich müßt Ihr da noch bis nach meinem Tod
warten, bis sich endlich nix mehr tut und es so langweilig geworden ist, daß ich das mal alles autobiographisch selber überblicken kann.
Mann, warum haben andere Leute so´n Glück und deren Leben ist auch noch langweilig, wenn es in ein paar Sekunden an denen vorüber fliegt.
Ich kram gerne in alten Threads rum, daher schreib ich hier mal meine kleine Geschichte rein. Irgendwie passt sie hier am besten:
Insgesamt kann ich sagen, dass meine 'Veränderung' keinen genauen Anfangspunkt hat. Mein Vater hat glaube ich bei der Erziehung drauf geachtet,
dass ich kritisch bleibe und 'logisch' denke. Jedenfalls hatte das mMn zur Folge, dass ich schon immer gut in Mathe war. Kindheit wohlbehütet,
Eltern beide Beamte, großes Haus, in Grundschule und Gymnasium war ich immer in der Gruppe, die andere gehänselt haben und daher wurde ich nie
angegriffen. Alles ziemlich normal.
Jedenfalls las ich dann irgendwann ein Buch, das mein Vater im Wohnzimmer liegenliess. Ich glaub ich war damals 16. Es war Jan van Helsings
'Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert'. Das hat mich von der Philosophie her total begeistert und ich störte mich auch nicht an
den vielen Phantastereien. Jedenfalls wurde dadurch das Thema Verschwörungen und auch Esoterik bei mir aktuell. Mit 18 fand ich dann das Forum www.illuminaten.de. Was ich mit Kollegen in der Schule nicht besprechen konnte liess ich
dort ab.
Mein anfänglich recht einfaches Weltbild welches eine große Verschwörung beinhaltete wurde auf diesem Forum gründlich zurechtgeschliffen. Mit der
Zeit verwarf ich die Gedanken von van Helsing vollkommen und begann genauer aufzupassen was ich las. Zudem wandelte sich mein Interesse für Esoterik
in ein Interesse für Philosophie um. Nebenbei ging ich dann noch zur Schule, lernte sogut wie nix und sank so ins Mittelmaß ab. Mit der Zeit lernte
ich auf dem Forum Leute kennen mit denen ich seitenweise PNs austauschte. Zu meinem Glück bekomme ich durch meinen Vater quasi kostenlose Bahnfahrten
durch ganz Deutschland. So war es mir möglich die Internetbekanntschaften auch zu treffen. Das Leben ausserhalb dieser Internetgemeinschaft wurde
für mich immer unwichtiger.
Nach einiger Zeit verliebte ich mich dann, doch das passte so garnicht ins Bild. Meine Eltern begannen sich dafür zu interessieren was ich da
stundenlang im Internet tat und bemerkten meine Beziehung. Dass meine Freundin 15 Jahre älter und zudem arbeitslos war passte nicht in ihr Weltbild.
Es begann eine Zeit in der ich ständig zwischen Freude und Leid schwankte. Derweil machte ich mein Abi, erzählte keinem meiner Kollegen von meinen
privaten Problemen, kam normal durch und begann dann meinen Zivi, da ich keine Ahnung hatte was ich sonst machen sollte.
Die Beziehung zerbrach, die Wogen zu Hause glätteten sich. Doch nun verzankte ich mich auf dem Forum mit Leuten. Zusammen mit anderen Ex-Moderatoren
und Altusern richtete ich ein ziemliches Chaos an, da den anderen und mir die Boardführung zu diktatorisch war. Gleichzeitig dazu gründete jemand
ein kleines Board in welchem ich dann einen Altuser, den ich immer sehr schätze aber nur oberflächlich kannte genauer kennenlernte. Wir redeten
stundenlang miteinander und ich besuchte ihn schliesslich. Kurz darauf stieg er aus der Gesellschaft aus und seitdem habe ich nichts mehr von ihm
gehört. Zudem zerstreuten sich die mir bekannten Leute aus dem Forum in alle Teile des Internets und viele Kontakte klangen aus.
Im anderen Leben begann ich mein Maschinenbaustudium, bei welchem ich heute im 3. Semester bin. Durch die ganze Entwicklung klafft eine Lücke in mir
zwischen Denken und Tun. Mit der Zeit habe ich mich abgekapselt und vermeide es z.b. an Wochenenden wegzugehen und Party zu machen. Zudem gibt es auch
keine Freundschaften, sondern nur oberflächliche Kontake zu Leuten, die mit mir Studieren. Für sie bin ich wahrscheinlich ein ganz normaler Typ, da
ich von meinen Gedanken im Leben ausserhalb meines Zimmers nichts offenbare (außer meinen Eltern stückweise).
Zur Zeit weiß ich immernoch nicht was ich eigentlich tun will. Einmal träum ich davon auszusteigen und in der Natur oder auf nem Aussteigerhof zu
leben (eine Survivalwoche während dem Zivi weckte diesen Gedanken), ein ander Mal möcht ich nicht auf vieles aus meinem jetzigen Leben verzichten
und denke, dass es ok ist wie es ist (mit der Trennung zwischen Denken und Tun). Im nächsten Traum seh ich mich in der Rolle eines Typen, der reinen
Tisch macht und offen sagt was er von diesem ganzen Leben hier hält ohne Angst vor den Konsequenzen, doch im nächsten Traum denk ich, dass ein Job
und ne Freundin, die so ähnlich denkt wie ich ziemlich ok wären und zu meiner endgültigen Anpassung führen würden.
So wohn ich also immernoch im Elternhaus, verbring die meiste Zeit am PC, isoliere mich bis auf meine Vereinstätigkeit und dem Internet (wo
allerdings inzwischen auch alle Freundschaften weggebrochen sind) eigentlich total und seh keinen Sinn darin was zu lernen und schau mir den Stoff nur
vor Klausuren mal kurz an. Noch komme ich damit durch, doch eigentlich ist ein großer Knall vorprogrammiert. (bin schon zweimal dran vorbeigeschrammt
aber dazu vllt. irgendwann einmal). Es ist, wie schon jemand schrieb, die mangelnde Konsequenz und bei mir auch der fehlende Mut, die mich in meinen
Status Quo halten.
Nichtsdestotrotz sitz ich nun hier wieder auf einem Forum angemeldet wo Menschen so ähnlich denken wie ich. Zudem denk ich weiterhin gerne über
Dinge nach, lese gerne Gedanken von anderen Menschen und rede gern darüber. Und vielleicht findet sich ja irgendwo noch eine ungeahnte Tür. Btw.:
Das oben geschriebene ist an einige Stellen nicht zeitlich korrekt, da sich viele Dinge überschneiden.
Eure Geschichten zu lesen erinnerte mich an einige Dinge und brachte zum erstenmal auf einem Forum mein altes Illuminaten.de-Feeling zurück. Sry,
für den Vergleichstick. :D
woah, krass alter. soooo spät den status vom lemming in den gegenwelter zu ändern, dass is hart. die meisten hier wussten ja schon ewigkeiten wie sie "ticken", aber dass is krass. logisch das dir der sogenannte "ausstieg" jetz schwerer fällt. aber alter, halt durch du bist auf dem "richtigen" weg. was bringt dir dieses angepasste leben??? nix was dir weiterhilft zu erkennen wer du selbst bist.
Naja, denke mal so hart ist das nicht. Der Freund aus dem Internet, der ausgestiegen ist, brauchte 2 Jahre für seinen Komplettwandel bis zum
Ausstieg. Dabei hat er sich vom sog. Chliché-Hip-Hopper (mit den 'typischen' Klamotten, Vorliebe für Autos, etc...) zum Hippie gewandelt.
Die Frage was mir das bringt stell ich mir auch andauernd. Das Problem ist jedoch einfach, dass ich die Frage wie es sein wird, wenn ich nicht mehr so
lebe wie ich jetzt lebe nicht beantworten kann und das ist für einen Menschen, der oft unsicher ist und sich alles im Voraus ausdenken will ein
ziemlicher Angstmacher. Mir fehlt einfach eine Alternatividee für die ich mutig genug wäre.
Dass man erkennen kann wer man ist glaube ich nicht. Nunja, da ich hier wohl länger verweile werd ich sicher noch einiges von meinem Weltbild
durchsickern lassen. Von dir hab ich noch keine Story hier gelesen, wo find ich denn noch Infomaterial? 
http://www.hansi-cb.de da die kategorie biographie ^^
@Tzakahra
Noch so ein Internet-Süchtler 
Nun ja, abgesehen von deinen extremen Internetaktivitäten erinnerst du mich ziemlich an das, was ich so die letzten Jahre war. Diese Sache mit
Schule, Studieren und der Lücke zwischen innerer und äußerer Welt kommt mir sehr vertraut vor. Ich hatte "in der Welt da draußen" auch immer
gemacht, was im Moment am einfachsten war. Ging zur Schule, so lang es ging, dann mangels besserer Ideen zum Studium, machte das dann halt und
weigerte mich lange, die Sackgasse zu sehen, in die ich mich manöverierte, bzw. es war mir einfach egal, weil eh alles sinnlos ist. Ich weiß nicht,
wie es dir geht, also ich wusste, dass ich den Job später eigentlich gar nicht machen wollte. Aber Papi überwies mir jeden Monat sein Geld, mein
Lebensunterhalt war gesichert ohne größere Anstrengungen, und so blieb ich halt dabei.
Doch ich glaube einfach nicht, dass das auf Dauer funktionieren kann. Ich denke, es geht vielen Leuten so: sie tun nicht das, was sie wirklich wollen,
bzw. sie wissen gar nicht, was sie wirklich wollen sollten, bzw. das ist nicht verwirklichbar. Doch die meisten passen sich letztlich doch an, wenn
sie schließlich die Welt da draußen so fordert, dass sie einfach nimmer die Zeit und den Nerv für ihre eigene haben. Die verkümmert dann und ist
damit zufrieden, nur noch am Wochenende und im Urlaub gelebt zu werden. Und schon haben wir ein weiteres funktionierendes Mitglied der Gesellschaft...
(Unterstützend wirkt, dass man sich allem Anschein nach nur lange genug mit irgendeinem Spezialgebiet beschäftigen muss, um es irgendwann wahnsinnig
interessant zu finden.)
Keine Ahnung, vielleicht gehts manchen so besser, das kann ich nicht beurteilen. Wer das hinkriegt, sollte es vielleicht tun, scheiß auf die
idealistischen Vorurteile, die überwindet man schon, dazu gibts alle Unterstützung... Im Zooleben ist für vieles gesorgt, innerhalb dieses festen
Rahmens gibt es Lösungen für die meisten Probleme: Langeweile, Frust, bohrende Gedanken? - Arbeite und konsumiere. Ausgebrannt? - Mach Urlaub.
Traurig? - Geh zum Arzt.
Die wohl etwas seltenere Variante ist, dass irgendwann der große Knall kommt. Oder irgendein Ereignis, nach dem es nicht mehr erlaubt ist, so
weiterzumachen wie bisher. Oder der Punkt, an dem es einfach nimmer weitergeht.
Ob du dich daraufzubewegst, kann ich natürlich nicht sagen. Und auch nicht, was in diesem Fall danach sein würde.
Bei mir wurde halt so eine unterschwellige Depressivität immer stärker. Ich war eigentlich nicht irgendwie verzweifelt, kein seelischer Schmerz oder
sowas, aber mein Hirn war einfach leer (mal abgesehen von dem Zeug, dass man mir an der Uni reinstopfte und nem diffusen Batzen Frust), ich war
praktisch unfähig, mit Leuten zu reden, die Welt erschien mir gleichgültig-übermächtig und ich selbst wurde immer träger und ängstlicher und
fühlte mich immer unfähiger, mit ihr umzugehen, und die nötige Anpassung hinzukriegen.
Kleinigkeiten wie die Verlängerung meiner Aufenthaltsgenehmigung oder die Suche einer neuen Wohnung wurden schließlich zu riesigen Hürden, die ich
nimmer bewältigbar fand. Ich hab dann nach den Wintersemesterferien einfach nicht den Arsch hochgekriegt um wieder hinzufahren.
Ich hatte da echt nicht wirklich nen Plan, was ich tun sollte - strenggenommen hab ich den immer noch nicht - aber da glaubte ich das erste Mal seit 5
Jahren, dass ich sowas wie ne Zukunft haben könnte.
Um die Sache nicht zu beschönigen: wenn ich allerdings damals die nächsten Monate genau vorausgesehen hätte, hätte ich wohl doch eher meinen Arsch
hochgekriegt, meine Aufenthaltsgenehmigung verlängert und mir ne neue Wohnung gesucht :D
Das heißt nicht, dass ich bereue, was ich getan habe, sondern dass diese Hürden wohl doch die kleineren gewesen wären. Zumindest momentan.
Aber wenn man etwas tut, weil man weiß wieso, hat man natürlich auch eher die Kraft und den nötigen Antrieb, um das zu tun.
@ hansi
Thx, für den Link, habs gelesen.
@ maria
Ich weiß auch, dass ich den Job eigentlich nicht machen will. D.h. meistens weiß ich das. Besonders dann, wenn ich den Job mache, da ich eine
Studium-Ausbildung-Kombi mach hab ich ja schon erfahren was man so als Maschinenbauingenieur macht...Bei mir überweist die Firma jeden Monat Geld,
ich wohn noch zu Hause, d.h. Lebensunterhalt ist sogar übergesichert und noch hab ich Distanz zu der ganzen Sache. Hm, jetzt versuch ich schon zu
begründen warum ich das alles tu, eigentlich ein grober Fehler...
Mit dem Anpassen hast du denk ich recht und ich glaube meistens, dass es mir auch so gehen wird wie du es beschreibst. Doch noch geht alles recht
locker von der Hand und ich wahre meine Freiräume. Bin zur Zeit zum Beispiel in der Klausurphase aber das hält mich nicht davon ab, statt mein Heft
aufzuschlagen und zu lernen, hier zu schreiben oder Dinge zu lesen, die mich interessieren.
Manchmal denke ich, dass es in eine Sackgasse führt, doch statt irgendwie zu handeln male ich mir aus, dass ich es ja später noch schaffen kann. Es
gibt da einen Plan, der vorsieht, dass ich Geld spare und damit irgendwann abhaue. Allerdings hab ich keine guten Erfahrungen mit Plänen und wie
heißt es so schön: "If you want to make Eris laugh, make a plan." Ausserdem gehören Pläne zum allgemeinen Sicherheitsdenken und dem steh ich
seit Fromm und Watts skeptisch gegenüber aber dazu vielleicht ein ander mal in einem anderen Thread.
Hm, dieser Knall wäre bei mir z.b. dass meine Unlust etwas fürs Studium zu tun dazu führt, dass ich irgendwann durchfalle. Oder ich komm wieder auf
einen totalen Depritrip, beschliesse mich umzubringen, verwerfe das wieder (statt Selbstmord könnte man ja nochmal alles riskieren und sich nach
einem eventuellen Scheitern immernoch umbringen) und beschliesse mich einfach in meine Karre zu hocken und wegzufahren. Aber das letzte Mal als das
passiert ist hab ich dann doch umgedreht
. Das mit Wohnung und
Aufenthaltsgenehmigung erinnert mich an mich. Hätten meine Eltern mir nicht immer wieder gesagt ich solle mal überlegen was ich studieren will,
würd ich heute noch nix machen.
Wie sieht denn dein neues Leben aus? Bzw. wie kamst du aus dem alten mit Studium und so raus?
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@ Tzakahra:
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Dann sollten die aber lieber Deine Bücher lesen, @Dian, und nicht die antisemitsche Scheiße von diesem Helsing.