dian
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 4.4.2007 um 11:22 |
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Musik als Ersatzreligion
Also zunächst mal: Musik ist mir wirklich wichtig, und ohne den passenden Soundtrack zu meinem Leben würde mit definitiv etwas Essentielles
fehlen.
Aber ich finde, dass man es auch übertreiben kann...
Wie beispielsweise dieser "freundliche" Schwarzmetaller, dessen Interveiw in einem anderen Thread verlinkt war, der sich in Rage redet, weil viele
Gruppen seiner Meinung nach die Ideale des Black Metal verraten haben.
Ich meine, ok, vielleicht haben sie das ja.
DJ Bobo hat meines Erachtens auch die Ideale des Eurodance verraten und ist mitschuldig daran, dass diese Musik heute nicht mehr in Clubs, sondern nur
noch auf Kindergeburtstagen gespielt wird. Aber renn ich mit dieser Erkenntnis jetzt überall rum, gebe Interviews und versuche andere fast
missionarisch von der wahren Essenz des Eurodance zu überzeugen?
Nein, mache ich nicht. Weil das einfach nur hochgradig lächerlich wäre.
Und Peter Maffay hat übrigens den Deutschen Schlager verraten. Ist auch eindeutig zu belegen, aber jedem, der sich akribisch damit beschäftigt, die
Anhaltspunkte für diesen Verrat zusammenzutragen, würde man vermutlich eine leichte Form von Geisteskrankheit diagnostizieren, weil das einfach
total blödsinnig ist,seine Lebenszeit mit so einem Quatsch zu verschwenden.
In HipHop-, Alternative- und Metalkreisen scheint es hingegen ganz normal zu sein, sich eine Menge Gedanken über solche Dinge zu machen. Die Bands
streiten sich darum, wer den ehrlicheren HipHop macht, welcher Metal noch "true" ist und ab wann kommerzieller Erfolg verachtenswert ist... und
viele Fans lassen sich davon anstecken und machen mit, in dem sie die Musik, die sie gut finden, geradezu fanatisch überhöhen und oft auch eifrig
dafür werben, als ginge es darum, den Glauben an eine neue Religion auf der Welt zu verbreiten.
Fanliebe hin oder her. Streng logisch betrachtet ist Musik doch nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Tönen, die von unserem Gehirn als
"wohlklingend" empfunden werden. Und ich würde sogar sagen, dass in den Tönen an sich die wenigste Bedeutung liegt. Der Großteil der Bedeutung,
die Musik für uns hat, wird erst von uns selbst in diese Musik hineingelegt.
So empfindet DocBenway beim Hören von manchen Black Metal-Sachen beispielsweise tiefe Einsamkeit und glaubt, die finnischen Wälder sehen zu können.
Aber ich bin mir sicher: Wenn meine Oma diese Musik hören würde, würde sie dabei etwas ganz anderes empfinden. Vielleicht würde sie nur eine
Gruppe verhaltensgestörter Insassen einer Irrenanstalt vor sich sehen... jedenfalls keine ruhigen, verlassenen Wälder.
Oder nehmen wir mich als Beispiel... in vielen Songs, die mancher Kritiker nur als "hirnlosen Stampf-Techno" bezeichnen würde, erkenne ich schöne
Melodien, faszinierende Synthesizer-Klänge und perfekt aufeinander abgestimmte Harmonien.
Mein Musiklehrer wiederum hat uns mal irgendwas Klassisches vorgespielt, und saß dabei verträumt mit Tränen der Rührung in den Augen vorne an
seinem Pult... während wir auf den hinteren Bänken "Schiffe versenken" gespielt haben, weil uns die Musik nicht mehr gegeben hat als das
Hintergrundgedudel im Aufzug eines durchschnittlichen Kaufhauses.
Will sagen: Wir Zuhörer sind es, die der Musik erst ihre Bedeutung geben.
Mathematisch mag man sicherlich berechnen können, dass manche Melodien komplexer sind als andere. Aber nicht jede komplexe Melodie wird automatisch
auch als "genial" empfunden. Die Genialität legen erst wir in die Musik, in dem wir mit den Klängen bestimmte Bilder, Erinnerungen und Gefühle
verbinden.
Genau deshalb erscheint es mir auch so lächerlich, wenn nun überall gedisst und in "gute Musik" und "böse Musik" unterteilt wird. Denn
genaugenommen streiten die Fans gar nicht für die Musik, sondern nur für das, was sie mit dieser Musik verbinden... also quasi für die chemischen
Reaktionen, die in ihrem Gehirn beim Hören dieser Musik ablaufen. Dafür bewerfen sie sich verbal mit Dreck, prügeln sich, und was weiß ich was
noch alles. Und wozu?
Doch letztlich nur, um sich dadurch, dass man die "einzig wahre Musik" hört, selbst zu erhöhen... genau so, wie sich ein Christ dadurch für etwas
Besseres halten kann, dass er ja den "einzig wahren Willen Gottes" kennt und befolgt, im Gegensatz zu den armseligen Ungläubigen.
Ich kann sie jedenfalls alle nicht mehr ernst nehmen, diese intoleranten "Meine Musik ist der Wille Gottes"-Fundamentalisten, diese ganzen
selbsternannten Kritiker, die sich im Netz und in der Realität tummeln, und die ausufernden Diskussionen in diversen Foren (nicht hier, aber
anderswo) darüber, wer wann welche Musik erfunden oder verraten hat.
Das hat nämlich alles mit der eigentlichen Musik nicht mehr das geringste zu tun, es geht nur noch um Selbstdarstellung und Wichtigtuerei.
Zugegeben, ich bin auch nicht immer der Toleranteste... so können meine Ohren beispielsweise mit Soul und R`n`B-Musik absolut null anfangen. Da habe
ich immer nur den Eindruck, die stechen gerade ein Schwein ab, wenn ich eine von diesen schwarzen Schnepfen singen hören.
Aber wie gesagt, in einem anderen Hirn, das auf eine andere Weise sozialisiert worden ist, lösen diese Geräusche vermutlich ganz andere Empfindungen
aus.
Das respektiere ich. Das heißt, ich finde manche Musik trotzdem furchtbar, aber ich käme jetzt nicht auf die Idee, beispielsweise ins Roger
Cicero-Fanforum zu gehen und da rumzupöbeln, wie man so eine Scheiße nur zum Eurovision-Song-Contest wählen konnte, oder dieser Musik gar ihre
Existenzberechtigung abzusprechen.
Wenn auch nur einer ist, der damit was anfangen kann, dann hat die Musik ihre Existenzberechtigung. Sogar dann, wenn es nur der Künstler selbst ist,
dem seine Musik etwas gibt. Für solche Fälle gibts ja zum Glück Ohropax.
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MAUS
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Motto: Too old to die young
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Verfasst am: 4.4.2007 um 14:45 |
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RE: Musik als Ersatzreligion
| Zitat | Original von dian
Also zunächst mal: Musik ist mir wirklich wichtig, und ohne den passenden Soundtrack zu meinem Leben würde mit definitiv etwas Essentielles fehlen.
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Diese Aussage würde ich für mich persönlich noch steigern in: ohne den passenden Soundtrack zu meinem Leben wäre ich vermutlich seit mindestens 30
Jahren tot 
| Zitat | Original von dian
Aber ich finde, dass man es auch übertreiben kann...
Wie beispielsweise dieser "freundliche" Schwarzmetaller, dessen Interveiw in einem anderen Thread verlinkt war, der sich in Rage redet, weil viele
Gruppen seiner Meinung nach die Ideale des Black Metal verraten haben. |
Joar, ich finde, man kann definitv alles übertreiben, Fanatismus, egal aus welcher Richtung er kommt, ist mir grundsätzlich zuwider. Das schließt
auch solch gruselige Beispiele aus der musikalischen Richtung mit ein (trotzdem bin ich eindeutig "musikfanatisch" :D ). Diese Art der
"Diskussion" kenn ich zB aus der "Punkszene" auch, wo dann in Foren über Seiten hinweg über die sogenannten "Emos" hergezogen wird, die ja so
gar nicht echt Punkrock sind, und das dann aber auch von Leuten, die zB aber kein Problem damit haben, sich als "Punk" die Onkelz reinzuziehen...
Was ich persönlich dann wieder null verstehen kann, was aber daran liegen mag, daß ich als Teenie deren "Jugendsünde" immer wieder unfreiwillig
hören mußte, weshalb ich ihnen ihre halbherzige Abkehr vom rechten Gedankengut (zugunsten des Profits) nie so wirklich abgenommen habe... (*g* das
soll jetzt aber bitte bitte keine Onkelzdiskussion hervorrufen @ Soul )
Ich habe mich selbst durchaus auch schon sehr oft mit anderen Menschen darüber ausgetauscht, was nun welche Musikrichtung ist, und was nicht mehr
dazu gehört, weil ich sowas auch geschichtlich und geographisch (zB welcher Stil ist woraus entstanden, politisch oder nicht usw) sehr interessant
finde, da die Entstehung oder auch Reaktivierung diverser Musikrichtungen ja auch im Zusammenhang mit dem jeweiligen Gesellschaftssystem in der
jeweiligen Zeit in dem jeweiligen Land zusammenhängt (mit Musiktheorie ala Analyse von Takt, Akkord und was es da sonst an Fachbegriffen gibt, kann
ich aber gar nix anfangen).
Beispiel:
Wenn in den 70ern der Punkrock auch als Gegenpol zum Rockstargehabe der "Hippie"-Musiker verstanden wurde, und "Punks" deshalb keine "Hippies"
und deren Musik und deren Drogen mochten, dann ist das geschichtlich begründet, da es damals eben eine Reaktion auf die bestehenden Verhältnisse
war.
Wenn dann aber in den 80ern bis heute teilweise immer noch von scheiß Hippies gesprochen wird (*g* deren Drogen man zB dann doch nicht sooo schlecht
findet), ist das meiner Meinung nach einfach vollkommen unreflektiertes, vom geschichtlichen Zusammenhang gelöstes Nachgeplapper, das die darauf
folgende Entwicklung ignoriert.
Wenn daraus dann nicht selten auch noch Selbstbeschränkung ala, die Musik darf ich als Zugehöriger der und der Subkultur nicht hören entsteht, wird
es einfach nur noch traurig. Wie kann man sich selbst nur so beschränken?
Es gibt dermaßen viele geile Musikrichtungen, daß ich wohl nie begreifen werde, wie manche Menschen mit nur 1 oder 2 davon leben können, und diese
Minimalstauswahl dann auch noch als das absolute Maß aller Dinge zu betrachten, ohne sich auch nur ansatzweise mal mit anderen Richtungen auseinander
gesetzt zu haben, ist in meinen Augen schlicht peinlich und dazu noch äußerst oberflächlich.
Ich glaube, man merkt schon, daß ich das Thema Musik ausgesprochen spannend finde (*g*: bla...), und deshalb rede ich auch so gerne darüber, aber
noch viel viel viel lieber höre ich natürlich einfach die Musik, die ich mag, und das am besten richtig laut. :D
| Zitat | Original von dian
In HipHop-, Alternative- und Metalkreisen scheint es hingegen ganz normal zu sein, sich eine Menge Gedanken über solche Dinge zu machen. Die Bands
streiten sich darum, wer den ehrlicheren HipHop macht, welcher Metal noch "true" ist und ab wann kommerzieller Erfolg verachtenswert ist... und
viele Fans lassen sich davon anstecken und machen mit, in dem sie die Musik, die sie gut finden, geradezu fanatisch überhöhen und oft auch eifrig
dafür werben, als ginge es darum, den Glauben an eine neue Religion auf der Welt zu verbreiten. |
:D Ooch, so ein bißchen Werbung für Bands, die man mag, ist doch nicht verkehrt... Ist ja keiner gezwungen, sich die auch tatsächlich
reinzuziehen...
Aber ich "dräng" zugegebener Weise schon gerne anderen Menschen die Mucke auf, die ich ganz besonders mag, allerdings tu ich das auch nur bei
Menschen, bei denen ich denke, daß sie damit dann auch was anfangen können, und es für ihr Leben vielleicht auch ne Bereicherung sein könnte, will
sagen ich halte das jeweils nicht für "das Maß aller Dinge", sondern erst mal für "mein Maß meiner Dinge".
Dementsprechend lehne ich auch keine Musik kategorisch ab, sondern beschäftige mich erstmal intensiver mit ihr (1-10 geile Lieder lassen sich
durchaus auch in ungeliebten Richtungen finden ).
Deshalb finde ich natürlich trotzdem keinen generellen Zugang zu allen Musikrichtungen, "Ütz-Ütz-Techno" zB macht mich einfach aggro, da komm ich
nicht gegen an, ein paar Lieder von Prodigy mag ich aber zB sehr gerne (da ist irgendwie der Beat anders...), ist eben einfach doch alles Geschmacks-
und/oder Stimmungssache, aber mit dem Willen zum offen sein, kann man Musik manchmal durchaus auch "hören lernen"... (bei faschistoiden Inhalten
ist bei mir allerdings auch ne Grenze erreicht, da könnte die reine Mucke noch so gut sein...)
| Zitat | Original von dian
Will sagen: Wir Zuhörer sind es, die der Musik erst ihre Bedeutung geben.
Mathematisch mag man sicherlich berechnen können, dass manche Melodien komplexer sind als andere. Aber nicht jede komplexe Melodie wird automatisch
auch als "genial" empfunden. Die Genialität legen erst wir in die Musik, in dem wir mit den Klängen bestimmte Bilder, Erinnerungen und Gefühle
verbinden.
Genau deshalb erscheint es mir auch so lächerlich, wenn nun überall gedisst und in "gute Musik" und "böse Musik" unterteilt wird. Denn
genaugenommen streiten die Fans gar nicht für die Musik, sondern nur für das, was sie mit dieser Musik verbinden... also quasi für die chemischen
Reaktionen, die in ihrem Gehirn beim Hören dieser Musik ablaufen. Dafür bewerfen sie sich verbal mit Dreck, prügeln sich, und was weiß ich was
noch alles. Und wozu?
Doch letztlich nur, um sich dadurch, dass man die "einzig wahre Musik" hört, selbst zu erhöhen... genau so, wie sich ein Christ dadurch für etwas
Besseres halten kann, dass er ja den "einzig wahren Willen Gottes" kennt und befolgt, im Gegensatz zu den armseligen Ungläubigen.
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:36: Klar ist Punkrock mit den meisten seiner Spielarten mein ganz besonderes Baby, aber deshalb muß das nicht für jeden Menschen so sein,
außerdem spreche ich anderen Musikrichtungen nicht ihre Existenzberechtigung ab, nur weil ich eine Richtung eben ganz besonders mag, und andere nur
besonders, und noch andere nur teilweise, und wenige so gut wie gar nicht... Es gibt keine "einzig wahre Musik", es gibt nur persönliche Vorlieben!
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...
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Verfasst am: 5.4.2007 um 01:53 |
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Ach, diese Diskussionen gibt es schon seit Hunderten von Jahren.
In der traditionellen Musik kenn' ich das von den Wagnerianern und deren Gegnern (Offenbach oder Brahms).
Knapp 150 Jahre später leben die auch ganz friedlich zusammen, mal davon abgesehen, wenn man in Israel Wagner spielen will.
Das hat aber eher was mit dem ideologischen Missbrauch von Wagner durch die Nazis zu tun, also auch wieder mit der Erhöhung einer Musik zu einer
Religion, die die Bevölkerung eines ganzen Staates mittragen sollte.
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Kebap
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 5.4.2007 um 15:42 |
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Alles kann als Religion dienen, das dich dem Kosmos öffnet.
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deep7
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 5.4.2007 um 16:18 |
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| Zitat | Original von Kebap
Alles kann als Religion dienen, das dich dem Kosmos öffnet. | :36: Wirklich schön hast du das ausgedrückt.
Du hast's eigentlich echt voll drauf. :61:
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HëllRÆZØR
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Motto: Ground Zero - auf ein Neues!
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Verfasst am: 5.4.2007 um 18:25 |
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RE: Musik als Ersatzreligion
Tjaja, ist schon seltsam, das alles. Oft (wie auch bei mir) ist das mit der Musik ja auch so, dass man als Jugendlicher anfängt, sich besonders mit
Musik zu beschäftigen und "seinen Stil" findet, und da glaubt man schon mal gerne, dass man so und so sein muss, wenn man eine bestimmte Musik
hört (oft will man aber dann auch so sein ), was sich oft sehr tief in die
eigene Person hineingräbt. Ne ne, wenn man heutzutage die ganzen Kiddie-Metaler mit ihren kurzen Haaren sieht... :D
| Zitat | Original von dian
Streng logisch betrachtet ist Musik doch nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Tönen, die von unserem Gehirn als "wohlklingend" empfunden
werden. |
...muss...mich...beherrschen...darf...jetzt...nicht...rumklugscheißern :p
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Soulmirror
Beiträge: 967
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Motto: Bunti 1 - die Welt 0
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Verfasst am: 5.4.2007 um 18:26 |
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nur bringt das erwähnen von offensichtlichkeiten in einer diskussion wirklich nichts.
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Benway
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Registriert seit: 12.7.2007
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Motto: fire walk with me
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Verfasst am: 5.4.2007 um 19:06 |
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Auch wenn ich fast jeden Satz des Ausgangspostings unterschreiben würde...irgendwie kann ich die Black Metal Underground-Pandas, die in den 70ern
steckengebliebenen Oi!-Punks und sogar die Gangster-Hopper, die über den Aggro Berlin-Kindergarten lästern, alle durchaus verstehen. Es ist eben so,
dass manche Menschen aus Musik und dem was darum herum entsteht, einen manchmal nicht unerheblichen Teil ihres Selbstbilds beziehen (schon Denker wie
Plato und Franz-Josef Strauß wussten ja, dass mit neuen Rhythmen immer auch ein neues Lebensgefühl entsteht).
Find ich auch nicht verwerflich, sich über den Kontakt mit äußeren Einflüßen selbst zu finden bzw. selbst zu behaupten. Ich bilde mir selbst gern
ein, dass einige Songs mein Leben entscheidend verändert haben. Und ja, ich fühle mich bis heute zum Widerspruch animiert, wenn jemand behauptet,
dass Kurt Cobain ein Popstar oder norwegischer Black Metal die Musik gehirnamputierter Brandstifter war. Einfach weil damit auch ein (wenn auch
inzwischen sehr kleiner) Teil von mir selbst in Frage gestellt wird.
@MAUS: wenn ich dein Selbstbild als "Anarcho Punk" gelesen und dich daraufhin als Green Day hörende Gymniasiastin mit PLO-Tuch eingeordnet hätte,
nur weil alles was mir bisher unter diesem Etikett begegnet ist, in diese Schublade fällt, hätte dich das dann gestört, amüsiert oder einfach nur
Kalt gelassen? Ich weiß nicht, wie es bei dir ist...mich würde es auf jeden Fall stören, wenn man mich mit dem assoziiert, was MTV aus "Grunge"
gemacht hat oder wenn ich als Black Metal-Hörer in eine Ecke mit 13-jährigen Slipknotfans gestellt werde. Deswegen bin ich prinzipiell auch bereit,
darüber zu diskutieren, ob ein bestimmter Künstler noch den ursprünglichen Geist einer Musikrichtung repräsentiert. Mag sein, dass ich eine
Ich-schwache Persönlichkeit bin, aber manche musikalischen Strömungen haben mich eben genau im richtigen Moment erreicht, so dass ich mich einfach
mit ihnen und mit dem was daraus wird verbunden fühle.
Wer innerlich schon sehr gefestigt ist (oder wichtige Puzzlestücke seiner Persönlichkeit einfach aus anderen Quellen als der Musik bezogen hat), der
hat es natürlich gut und kann Musik einfach nur der musikalischen Qualität wegen hören...aber lass uns doch unsere Grabenkämpfe @dian, in 15
Jahren bin ich eventuell auch reif dafür, Künstler wie A-Ha, Joachim Witt, Kate Bush, Public Enemy oder Tori Amos, die ich schon jetzt gut finde
bzw. bewundere, zum Soundtrack meines Lebens zu machen und trotzdem ein stabiles Selbstbild zu haben...bis dahin brauch ich halt meine musikalischen
Weggefährten wie du vielleicht mal Heroic Bloodshed-Filme gebraucht hast.
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