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Autor Betreff: Medikinet (methylphenidat) Und Bett(un)ruhe
Tetrarchos






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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 14:05


Da dürfte eine Menge ZWANG dahinterstecken. Zwang der bereits früh von der Gesellschaft ausstrahlt. Ohne Beziehungen und sehr wohlhabende Eltern ist übrigens auch mit Bestnoten ein Aufstieg in die Oberschicht nahezu unmöglich. In der Mittelklasse kann man sich noch halten, falls die Eltern einen Betrieb haben den man übernehmen kann. Als Kind von Arbeiter oder Angestellten wird man genau in der Unterschicht landen, Noten hin oder her.
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Soulmirror




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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 14:30


[QUOTE]Als Kind von Arbeiter oder Angestellten wird man genau in der Unterschicht landen, Noten hin oder her.[/QUOTE]

stimmt, die haben ja alle nicht die möglichkeit zu studieren oder sonstwas zu machen :12:


also zeugnisse sind natürlich fürn arsch und interessieren erstmal keinen, trotzdem ist hartz4 oder ne beschissene handwerker ausbildung auf die dann hartz4 folgt nicht für jeden hier das gelbe vom ei. insofern ist mindestens mal das abschlusszeugnis wichtig. wie die noten davor aussehn ist wirklich mal scheißegal, solang man nicht zichmal sitzen bleibt halt. fürs abi anstrengen und danach die freiheit haben zu studieren oder sonstwas machen zu können ziehe ich einem hauptschulabschluss oder realschule immer vor.
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Ina






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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 15:05


Nun ich bin ja ein Arbeiterkind mit guten Noten, das "sozial aussortiert" wurde, bzw. sich selber aussortiert hat - von außen gesehen ist das eine vom anderen schwer zu unterscheiden.

Es geht dabei weniger um die fachlichen Fähigkeiten, als um die sozialen. Ein Kind von Arbeitern hat den ganzen Blödsinn nicht drauf, der für Mittelschichtler oder besseres selbstverständlich ist. Und ein intelligentes Kind von der Sorte hat auch gar keinen Bock, sich diesen Müll anzueignen.
Ich kam mir da unter den ganzen Akademikerkindern auf der Uni schon manchmal vor wie auf nem anderen Planeten - "ach oh, was hat die doch für ne prollige Ausdrucksweise - und ach oh, sag doch nicht in jedem zweiten Satz "scheiße" - und diese Essgewohnheiten - von den billigen Klamotten ganz zu schweigen - wie kann man denn nur stoisch-stur im Regen rumlaufen und dann tropfend mit schlammigen Schuhen und Hosenbeinen einen geschlossenen Raum betreten??? - und nennt die das ne Frisur, die die da auf dem Kopf hat? Und diese abgeknabberten Fingernägel - sieht ja schlimm aus..." - mal ganz abgesehen von dem ganzen Schablonengeschwätz, von dem sie glauben, es sei gebildet und intelligent. Proleten sind wenigstens auf ehrliche Weise dumm.

Na und dann hat man die Wahl: passt man sich diesem Müll an und findet sich damit ab, dass man sein Leben unter diesen Menschen mit ihren scheiß Hirnwindungen verbringen wird, oder kotzt man ihnen ins Gesicht und geht zurück ins Millieu, wo man herkommt? Man hat ja jetzt mitgekriegt, dass die Menschen überall doof sind, aber das Proleten-Verhalten ist doch deutlich weniger anstrengend...

Unser System ist schwachsinnig. Und für ein Arbeiterkind ist die Hemmschwelle, den Kram hinzuschmeißen, deutlich geringer. Denn erstens machen die Eltern weniger Stress, als überbehütende, erziehungs- und fördergeile Mittelschichtler, auch weil man ja eh nur werden wird, was sie sind. Und zweitens weiß man als "intelligenter Vertreter der Unterschicht", dass man auch ohne Studium und Diplome überlebt, ja dass es dafür nichtmal eine Ausbildung und eine geregelte Arbeit braucht. Man hat früh gelernt, dass man mit wenig Geld auskommen kann, wenn es nötig ist und hat ohnehin nie groß Wünsche erfüllt bekommen, so dass die "Armutstoleranz" ziemlich hoch ist - also ich fühle mich erst von meinen Finanzen frustriert, wenn ich mir kein Obst mehr leisten kann ;)
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Tetrarchos






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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 15:31


So hätte ich es ausführlich erklären können @ Ina! :62:
Es geht einfach darum die Entwicklung der Dinge abzuwarten und zu überleben.
Beispiel aus der Natur: Die Dinosaurier (die HERRSCHER) sind elend verreckt. Die bis dahin WINZIGEN Säugetiere, die von den Dinos quasi unterdrückt wurden, herrschen heute.
Warum herrschen sie heute? Weil sie gelernt haben unter Bedingungen zu überleben, die jeden Herrscher damals killen mussten. Und dieses Beispiel wiederholt sich immerwieder. Da bin ich überzeugt!
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Soulmirror




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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 16:08


[QUOTE]Und dieses Beispiel wiederholt sich immerwieder. Da bin ich überzeugt![/QUOTE]

inzwischen regieren ja die insekten den planeten und die werden sicher ewig herrschen. der mensch (und nicht irgendeine untere klasse) wird sicher irgendwann wieder abhaun entweder auf den mond oder in den erdboden oder wo auch immer hin.
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deep7






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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 16:37


Hmpf... ich werde schon nicht abhängig. So einer bin ich doch nicht, tsss. Außerdem bekommt es durchaus gut, wenn man nicht mehr so unruhig ist. Und das mit den Noten ist v.a. auch eine Motivationssache. Das jetzige Jahr (12. Kl.) werde ich wahrscheinlich sowieso wiederholen.

Naja, und ich weiß jetzt nicht, Mf, was ich auf deinen Beitrag sagen soll. Ich sehe es wie Soulmirror.

Ob Ina mir mit ihrem Beitrag irgendwas vermitteln wollte, weiß ich nicht. Ich würde eben schon gerne etwas studieren. Und was ist so schlimm daran, dass es an einer Uni gewisse Schnösel gibt? Ich muss ja nicht unbedingt mit ihnen leben / mich ihnen anpassen.
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Tetrarchos






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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 16:50


Nur das die SCHNÖSEL fast immer die Lieblingskinder der Professoren sind...
Aber egal, wer sich diesen Weg zutraut, soll ihn ruhig gehen. Ich wollte nur darauf hinweisen das 90% NORMALMENSCHEN damit unglücklich werden!
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Soulmirror




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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 18:04


Zitat
Original von Tetrarchos
Nur das die SCHNÖSEL fast immer die Lieblingskinder der Professoren sind...
Aber egal, wer sich diesen Weg zutraut, soll ihn ruhig gehen. Ich wollte nur darauf hinweisen das 90% NORMALMENSCHEN damit unglücklich werden!


arschrkriecher waren schon immer beliebter und trotzdem hab ich als nicht arschkriecher nen halbwegs gescheiten abschluss gekriegt. das sollte einen ja mal als letztes daran hindern.

das du über diese 90% bescheid weißt, bezweifle ich mal stark insofern bleibts ne platte phrase.

soll jeder den weg gehn den er erstmal für richtig hält, wenn das für den einen totalverweigerung ist, ists seine sache genauso wie jemand der bwl studiert (bis zum 2. semester :37: ).
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Ina






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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 19:00


Nein @deep7, ich will dir auch mit folgendem Beitrag nix sagen, weil mir dein Problem persönlich absolut unzugänglich ist, sondern der ist nur wieder Inas Off-Topic-Gebrabble, mit dem ihr hier nunmal klar zu kommen habt:


Also ein so ein Theoriephysik-Prof konnte mich glaub ich ziemlich gut leiden - und ich ihn ehrlichgesagt auch. Das war so ein lebensunfähiger Halbverlorener, dessen Vorlesung darin bestand, unnachvollziehbar vor sich hinbrabbelnd 8-10 Tafeln vollzuschreiben und der uns 4-seitige 30h-für-die-zum-Bestehen-notwendige-Hälfte-Übungsblätter austeilte, bis ne Delegation von Kommilitonen sich beim Dekan beschweren ging.
Der war total abgedreht und hat nie kapiert, dass seine Vorstellungen von den Studenten bei den allermeisten völlig an deren Interessen und Fähigkeiten vorbeigingen.
An seinem Lehrstuhl waren auch die Freaks. Einer, der nie das Maul aufgekriegt hat und bei den Übungsstunden schier krepiert ist da vor uns paar Studentlein, und ein anderer, der statt dessen immer gegen ein Eck in der Decke gelabert hat und abgesehen von Ausbrüchen von Gereiztheit absolut unzugänglich war, sind mir sogar im Gedächtnis geblieben.
Mann, so hatte ich mir das Physik-Studium vorgestellt, solche Leute da, nicht dieser arrogante, karrieregeile Rest-Professoren-Müll mit seinem Anhang von Schleimscheißern. (Junge, engagierte Professoren, die meinen, wie jugendlich und toll sie ihren scheiß FESTKÖRPERPHYSIKALISCHEN Pfusch präsentieren, sind übrigens das ALLERLETZTE! *kotz* da sind mir die vertrockneten Totalverkopften ohne erkennbares Innenleben noch lieber.)
Wenn die nicht ein gar so abseitiges Thema da an dem Lehrstuhl behandelt hätten, hätte ich mir durchaus vorstellen können, da mal unter zu kommen.
Tja, ohne den, seine spritzigen Vorlesungen und seine lebensfüllenden Übungsblätter (deren Lösungen nie in irgendwelchen Büchern zu finden waren, wie sonst üblich) wär ich wohl schon ein Jahr früher weggewesen :D
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Benway




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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 20:08


deep7 schrieb:
Zitat
Müssen tut man nichts außer irgendwann sterben. Aber mein Instinkt sagt mir, dass es vllt. nicht schadet, wenn man ein halbwegs gutes Zeugnis besitzt.


Wenn du dich jetzt entscheidest, was du dir von der Welt erwartest, müsstest du deinen Instinkt nicht mehr missbrauchen und könntest wenigstens bewusst sagen, dass du mal materiell gesichtert und sozial akzeptiert leben willst (evtl biste dafür in die falsche Zeit geboren, aber das ist ja nicht deine Schuld). Mindestens von 16-20 kann man durchaus auch schon was fürs Leben tun, nicht nur für die Schule.
Ach ja, und in Deutsch 13-15 Punkte zu schreiben müsste doch jeder hinkriegen, der das Zeug und sich selbst nicht völlig Ernst nimmt (und ich meine, du postest ja hier im Forum...)...anstatt sich während der Arbeit "Gedanken" zu machen, kann man auch einfach das runterbeten, was der Lehrer zu hören erwartet (und was das ist, das lässt sich in 15-45 Minuten zu jedem Thema rausfinden). Also das ist nun echt kein Grund, Medikamente zu nehmen, ich finde, du solltest erst Mal dran arbeiten, deine Arbeitsmoral bzw die Welt nicht so bierernst sehen, wie sie einem im Wirtschaftsunterricht untergejubelt wird....just my 0,02€-cts.


Ina schrieb:
Zitat
Ich kam mir da unter den ganzen Akademikerkindern auf der Uni schon manchmal vor wie auf nem anderen Planeten - "ach oh, was hat die doch für ne prollige Ausdrucksweise - und ach oh, sag doch nicht in jedem zweiten Satz "scheiße" - und diese Essgewohnheiten - von den billigen Klamotten ganz zu schweigen - wie kann man denn nur stoisch-stur im Regen rumlaufen und dann tropfend mit schlammigen Schuhen und Hosenbeinen einen geschlossenen Raum betreten??? - und nennt die das ne Frisur, die die da auf dem Kopf hat? Und diese abgeknabberten Fingernägel - sieht ja schlimm aus..." - mal ganz abgesehen von dem ganzen Schablonengeschwätz, von dem sie glauben, es sei gebildet und intelligent. Proleten sind wenigstens auf ehrliche Weise dumm.


Sogar in Meinungen, bei denen man noch gar keine Gelegenheit hatte, sie zu fassen wird man hier bestätigt...ich liebe dieses Board :) Bitte noch mehr Geschichten aus deiner Uni-Zeit @Ina...in nem halben Jahr übernehm ich das dann meinetwegen auch.
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Ina






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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 20:54


Nö, jetzt gibts Schule.
Deutsch 13-15 Punkte? *argl* elender Streber :D
Woher weiß ich denn, was der Lehrer hören will?
Aus dem Unterricht etwa?? Ich habs aber nie geschafft, in Deutsch wahrzunehmen, was da vorn passierte.
Und wie schreib ich dann auch noch hin, was der Lehrer hören will?
Ich konnte nie flüssig schreiben, ich hab nur dann flüssig geschrieben, wenn ich irgendwas gefunden habe, woran ich mich aufhängen konnte. Dann hab ich losgelegt. Und diese Arbeiten wurden meine Schlechtesten, weil sie total abseitig waren und man mir dann was von Themaverfehlungen vorgeschwallt hat... Ich hab nur einmal in Deutsch ne Eins gekriegt: Bei der Interpretation dieses Nietzsche-Gedichts mit dem Rauch und so, bei einem jungen Referendar - jepp, DAS hatte ich drauf, da konnte ich mich reinsteigern und es hat ihm genau gepasst :D
(Dazu ist zu sagen, dass der leicht Psycho war, in ner Band gesungen und da die Depri-Texte geschrieben hat ("berge drücken im genick soll brechen unter der last ich stell mir vor, ich steh am gipfel und blick hinunter in die welt wie jetzt von meinem fenster aus. der ton reisst und zerrt an mir will brechen meinen kopf alles zäh und schwer weltreise am besten jetzt und hier von meinem fenster aus. geschwindigkeit wie ein kristall tropfen für tropfen fällt die zeit geschwindigkeit wie ein kristall fällt die zeit wie schwere last von mir. sag bitte mir wie ist es denn ein fisch zu sein ich will wissen blasen blubbern und schweben, kühl und fern dieser welt sag bitte mir, was kann ich tun, ein fisch zu sein ich will wissen, ob du weißt wo ich stehe")...)
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deep7






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[*] Verfasst am: 24.5.2007 um 21:43


Zitat
Original von Benway
Ach ja, und in Deutsch 13-15 Punkte zu schreiben müsste doch jeder hinkriegen, der das Zeug und sich selbst nicht völlig Ernst nimmt (und ich meine, du postest ja hier im Forum...)...anstatt sich während der Arbeit "Gedanken" zu machen, kann man auch einfach das runterbeten, was der Lehrer zu hören erwartet (und was das ist, das lässt sich in 15-45 Minuten zu jedem Thema rausfinden). .

Heute haben wir die Deutschklausur rausbekommen. Und ein Punkt ist eben nicht gut...

[B]Zur Veranschaulichung, was mich so beunruhigt:[/B]

[U]11. Klasse Deutsch:[/U] Halbjahreszeugnis: Note 1, Jahreszeugnis: 2 (bei 1,nochwas)

Wie gesagt, ich war schon immer einer der letzten, die die Arbeiten abgaben, aber erst jetzt in der Kollegstufe hat das Zeitproblem ein Ausmaß erreicht, wo ich wirklich nicht mehr weiter weiß und Selbstzweifel entwickele. Wieso es ab der 12. so extrem wurde? Ich weiß es nicht.:

[U]12. Klasse Deutsch:[/U] Erstes Semester: 5 Punkte (entspricht einer 4 als Schulnote, wobei ich das auch nur mit einem Referat zum Ausgleich für die 3 Pkt. in der Klausur schaffte), zweites Semester ist nun bald zu Ende und in der einzigen Klausur und ohne sonstige Noten habe ich jetzt einen Pkt.

Ich habe keine Ahnung, was mit mir los ist. Ich werde nicht fertig mit dem Schreiben, bin viel, viel zu langsam. Das Problem ist nicht, dass ich die Fertigkeiten zum Schreiben eines Aufsatzes nicht besäße, ich bin nur viel zu langsam und weiß nicht, wie ich das ändern kann. Wir (Mutter, Ich, Lehrer) sind z.Zt. am überlegen, ob wir vielleicht eine durchführbare Sonderregelung für mich ersuchen, dass ich mehr Zeit als die anderen bekomme. Das blöde ist eben, dass dieses Handicap bezüglich der Arbeitszeit dann im Abiturzeugnis in den Bemerkungen aufgelistet wird und ich damit wohl einen nicht geringfügigigen Nachteil im späteren Berufsleben haben werden würde.

Die Angst ist da, dass ich mich in einem Wandel befinde, von dem ich nicht weiß, wieso er stattfindet und wo er hinführen soll. Seit der Grundschule war ich ein sog. Einser-Schüler, man kann sagen bis zur zehnten Klasse ungefähr. Man nannte mich oft einen Streber. Dann gings eben langsam, aber sicher bergab, sodass ich heute am Tiefpunkt angelangt bin. Als wenige Mitschüler heute von meinem Vorhaben mitbekamen, zu wiederholen, entgegneten sie mir mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Entsetzen. Ich hatte in dem Moment Selbstmitleid - "Du wärst der allerletzte gewesen, von dem ich damals geglaubt hätte, dass er einmal wiederholen werde(n) müsse."

Ich war einmal ein lebensfreudiger Junge - bin mit einem wunderbaren Mädchen m.o.w. aufgewachsen, hatte musikalisches und sportliches Talent, super Noten. Die Freundin verließ mich, auch mein sonstiger Freundeskreis schrumpfte, Klavier gab ich auf, im Tennis spiele ich heute "nur noch" halbherzig auf Platz 3, die schulische Leistung sank die letzten Jahre rapide ab. Ich fühle mich schon lange nicht mehr glücklich und dieses Gefühl wird immer schlimmer. Vielleicht ist mein Einzelgängertum Schicksal.

Die Momente häufen sich, in denen mein Vater oder meine Mutter fragen, ob ich irgendwelche Probleme in / mit meinem Leben haben würde: sie fragten mich u.a. mit verständnisvollem Blick, ob ich vielleicht Drogen nehmen würde. Sie verstehen nicht, wieso ich - egal wo - so schlecht und lustlos geworden bin. Sie würden meine Lebensfreude vermissen. Dabei war ich mir überhaupt nicht bewusst darüber, dass man mir das alles tatsächlich so sehr anmerkt, zumal ich vor meinen Eltern den Schein gut zu wahren glaubte.

Ein Silberstreifen ist mir bis heute nicht erschienen.
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dian




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[*] Verfasst am: 25.5.2007 um 00:47


Zitat
Die Momente häufen sich, in denen mein Vater oder meine Mutter fragen, ob ich irgendwelche Probleme in / mit meinem Leben haben würde: sie fragten mich u.a. mit verständnisvollem Blick, ob ich vielleicht Drogen nehmen würde

Viel schlimmer...
du schreibst in einem Forum der Scientology. :D
Aber ernsthaft: Ich denke, mit deiner Einschätzung, dass du dich in einem Wandel befindest, liegst du nicht ganz falsch. Ich habe auch so Phasen hinter mir. Als erstes die Phase der unbekümmerten Kindheit, wo ich mit meinem Leben zufrieden war, bzw. überhaupt nicht darüber nachgedacht hatte, weil es keinen triftigen Grund dafür gab. Dann die Phase des Dahinsiechens, wo ich nicht wusste, wohin mein Weg gehen soll, und ich auch immer verschlossener und nachdenklicher geworden bin.
Und dann kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich für einen Weg entscheiden muss.
Viele Wege führen irgendwo hin, aber nur die wenigsten führen dahin, wo man wirklich hin möchte.
Ich denke, ich habe mir damals viele Wege angeschaut, und habe mich dann für den einen entschieden, der FÜR MICH der einzig Wahre war.
Für dich kann ein ganz anderer Weg der richtige sein. Entscheidend ist meines Erachtens nur, dass du diesen Weg um deinetwillen gehst, und nicht, weil es irgendjemand anderes von dir so erwartet. Wenn du studieren willst, weil dich irgendetwas besonders interessiert, ok, dann mach das. Wenn du nur studierst, um später einen besseren Job zu haben, auch wenn du dich eigentlich nicht besonders für dein Studienfach interessierst, wirst du vielleicht Geld haben, aber du wirst trotzdem immer unglücklicher werden und nie so genau wissen, warum eigentlich. Das geht Millionen Menschen so.
Es gibt viele Plätze auf dieser Welt, an denen man Überleben kann. Aber nur ganz wenige, die wirklich für einen maßgeschneidert sind. Und ich glaube, dass es für jeden Menschen solche maßgeschneiderten Plätze gibt... nur muss man diese leider erst einmal finden, sonst wird man in die nächstbeste Schublade gesteckt, egal, ob sie zu klein für einen ist oder zu groß... und in dieser Schublade darf man dann wenn man Pech hat den Rest seines Lebens verbringen.
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[*] Verfasst am: 25.5.2007 um 03:36


Erst nochmal kurz 'ne rein sachliche Frage, @deep 7:
Wer hat bei Dir die Diagnosen gestellt, denn insgesamt kann das auch 'ne stinknormale oder sogar 'ne endogen begründete psychotische Depression sein?
Das voneinander abzugrenzen würde ich nur nach einem längeren Beobachtungszeitraum einen Neurologen zutrauen.
Also beobachte, welche Veränderungen durch das Medikament passieren, nur mehr Aktivität alleine behandelt keine Depressionen (und schon gar keine psychotischen. Du kiffst ja auch, hast Du mal erzählt, und obwohl ich der Ansicht bin, dass das nun wirklich die harmloseste psychotrope Substanz ist, hat sie wirklich bei manchen Personengruppen Auslösefunktionen für Psychosen!).


Und ansonsten hab' ich heute ausgerechnet in Pflege und Heilpädagogischer Theorie 'ne 6 zurückbekommen, also muss ich in die mündliche.
Aber kratzt mich alles nicht, erstmal bin ich nett und büffele was und anschließend werden eh alle verklagt. Pauker sind ja sowas von dumm und lebensfremd, ist mir jetzt wieder aufgefallen. Da versuchen die einem 45jährigen wie mir klarzumachen, dass ich das akzeptieren soll und noch 'ne drei rausschlagen soll in der mündlichen. Okay, das versuch' ich mal, aber die haben sie doch nicht alle.
Ich hatte große Lust, der zu sagen: "Paß mal auf, Du blöde Fotze. Ich mach' die Prüfung, damit ich was zu tun hab' und nicht, weil ich von Dir abhängig bin, auch, wenn sich das so'n blöder Lehrerkopp nicht vorstellen kann. Ich hab' eventuell noch 7 Jahre, wenn's hoch kommt, zu leben und mir ist das auch ziemlich wurscht, ob ich die noch hier oder im Knast verbringe. Ich kann Dich auch abmurksen, wenn ich will."
Naja, aber noch ein bisschen für die mündliche vorher büffeln macht ja auch Spaß und dann kommt erstmal der Rechtsweg und dann kann kommt Amok. Alles schön eins nach dem anderen. Einer nach dem anderen, jeder kommt mal dran.:22:
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deep7






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[*] Verfasst am: 25.5.2007 um 14:55


Zitat
Original von Arne Kroger
Erst nochmal kurz 'ne rein sachliche Frage, @deep 7:
Wer hat bei Dir die Diagnosen gestellt, denn insgesamt kann das auch 'ne stinknormale oder sogar 'ne endogen begründete psychotische Depression sein?
Ein Neurologe, wie gesagt.

Zitat
Also beobachte, welche Veränderungen durch das Medikament passieren, nur mehr Aktivität alleine behandelt keine Depressionen (und schon gar keine psychotischen. Du kiffst ja auch, hast Du mal erzählt, und obwohl ich der Ansicht bin, dass das nun wirklich die harmloseste psychotrope Substanz ist, hat sie wirklich bei manchen Personengruppen Auslösefunktionen für Psychosen!).
Hm, ja gut, das war schon so, bevor ich die Drogen entdeckte, das ist es sicherlich nicht. Übrigens hab ich jetzt bald drei Wochen nichts mehr geraucht, schwankt eben immer ein bisschen zwischen jedem 3. Tag und dann mal ein Monat Pause. Das hat aber damit sicher nichts zu tun.

Depressionen, OK, aber sind sie ein Grund für Langsamkeit in Arbeiten?
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[*] Verfasst am: 26.5.2007 um 02:54


Oh ja.
Da hab' ich damals nach meiner Hirnblutung ja Erfahrungen machen mit dürfen, die gingen bei mir aber mit Medikamenten weg und der Neurologe sagte, dass das normal wäre nach so etwas und man da auch kaum anders arbeiten kann als wie mit Medis.

Triebverlangsamung ist typisch für Depressionen.

Ich weiß nicht, wie sich das bei Dir äußert. Aber evtl. kennt jemand das Gefühl, dass man noch eben nur mal raus muss und was einkaufen muss oder so und man hat einfach keinen Bock dazu und will nur ruhig rumdösen? Da kann ein bisschen Depressivität schon vorliegen. In einem extremen Falle hat eine Frau erzählt in der Reha, wo ich war, dass sie sich noch ein Glas Wasser eingießen wollte, wobei Flasche und Glas vor ihr auf dem Tisch standen und die hat da zwei Stunden vor dem Glas gesessen und es nicht hinbekommen, sich das Glas einzugießen.
Solche Antriebsstörungen sind typisch für Depression.

Fängst Du denn immer sofort an bei den Klausuren und hast halbwegs ein Konzept im Kopf dabei oder sitzt Du auch erstmal völlig paralysiert herum?
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Benway




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[*] Verfasst am: 26.5.2007 um 13:27


deep7 schrieb:
Zitat
11. Klasse Deutsch: Halbjahreszeugnis: Note 1, Jahreszeugnis: 2 (bei 1,nochwas)
12. Klasse Deutsch: Erstes Semester: 5 Punkte
Ich habe keine Ahnung, was mit mir los ist. Ich werde nicht fertig mit dem Schreiben, bin viel, viel zu langsam. Das Problem ist nicht, dass ich die Fertigkeiten zum Schreiben eines Aufsatzes nicht besäße, ich bin nur viel zu langsam und weiß nicht, wie ich das ändern kann.


Tja, kann's sein, dass du zur 12. einen neuen Lehrer gekriegt hast?! An dir wird's eher nicht liegen...Die "Fertigkeiten" die du zum Schreiben eines Aufsatzes brauchst, kannst du dir mit einer STARK-Lektürehilfe innerhalb von 5 Minuten aneignen, einfach von den Klassenkameraden ausleihen, zur aktuellen Lektüre nachlesen und dann konsequent das Lektürethema wählen und genau das Schreiben, was man da gerade mehr oder weniger Sinnvolles erfahren hat - ja nicht der Versuchung nachgeben, sich eigene Gedanken zu machen! Die sind im Deutschunterricht definitv noch weniger erwünscht als in allen anderen Fächern (nagut, Wirtschaftskunde oder was auch immer du da hast könnte auch ganz schön übel sein, aber das ist mir erspart geblieben).
Seit der achten Klasse hab ich jedem Deutschlehrer genau eine Chance gegeben, ernsthafte Gedanken von mir zu lesen zu bekommen...und die wurden dann stets für mangelhat bis ungenügend empfunden. Ein paar Allgemeinplätze zu Papier zu bringen, meistens noch ohne die Lektüre überhaupt gelesen zu haben und das dann am Besten noch in Sechste-Klasse-Parataxe-Sprachstil, das ist der Weg zum Erfolg. Ich hab hier irgendwo noch die Kopie meiner 15-Punkte-Abiturklausur rumliegen...und ich könnte mich immer noch kaputtlachen über das Teil. Da ist jeder Forumsbeitrag von mir hier durchdachter formuliert...ganz zu schweigen davon, dass ich von "Kabale und Liebe" nicht mal ein Viertel gelesen hab (obwohl das ja ein ganz nettes Stück ist, aber ich hab's mir absichtlich verkniffen, das wäre nur hinderlich gewesen).
Tja, was ich damit so etwa sagen will oder meinen könnte: wenn du daran gewöhnt bist, tolle Schulnoten zu schreiben und einen Menge Bestätigung von der Außenwelt, durch Sport, Schule, Verein etc. zu kriegen, dann überhöht man wenn diese ausbleibt das Problem vielleicht oder ist zumindest zu sehr auf eine Facette davon fixiert (zB das der "Fehler" bei dir liegt)...mit ein wenig Abstand betrachtet ist es halt so, dass die Lehrer und die Schule was von dir wollen (und du was von ihnen), aber du kannst es ihnen zur Zeit nicht liefern, was ja anscheinend nicht am fehlenden Leistungs- und Selbstquälungswillen liegt. Jetzt könntest du dir halt überlegen, ob dir wirklich so viel an dem liegt, was du von der Schule haben willst, dass du dafür weitere Selbstzweifel und weiteres Unwohlsein in Kauf nimmst oder ob du einfach deine Prioriäten änderst und dann plötzlich rein definitionsmäßig nicht mehr als 'Versager' dastehst...wenn das für dich zur Zeit aber nicht in Frage kommt, dann kannst du dir immer noch überlegen, auf welche Art und Weise du dein Ziel am Besten erreichen wirst...für mich war die Antwort so ab der siebten, achten Klasse klar. Wenn ich mich seitdem ständig als ganzer Mensch in die Schule eingebracht und immer weider zurückgewiesen worden wäre, dann hätte ich jetzt wohl auch eine Menge Selbstzweifel und ein um zwei bis drei Noten "schlechteres" Abschlusszeugnis. Stattdessen hab ich mich halt irgendwann entschieden, mich selbst acht Stunden am Tag nicht ganz so ernst zu nehmen (und die Schule überhaupt nicht mehr) und den Lehrern einfach das zu geben, was sie offenbar hören und lesen möchten. Hat natürlich nicht immer geklappt und führt auch zu Selbstzweifeln (vor allem die Oberstufe, als dann nicht nur die Lehrer sondern plötzlich auch die Mitschüler abgrundtief scheiße, belanglos und politisch interessiert wurden, hat mich dann doch hin und wieder zum Kochen gebracht), ist aber IMO immer noch besser, als sich der Schule und der dahinterstehenden Gesellschaft auf Gedeih und Verderb auszuliefern.
Ist sicher auch nicht für Jeden das Richtige...aber hey, immerhin bist du schon in einem Forum wie diesem hier angemeldet, kommt es da für dich überhaupt nicht in Frage, dir deine Bestätigung in Zukunft von hier zu holen und das restliche Leben einfach ein bisschen vor sich hin laufen zu lassen? *ernstgemeintefragesei*
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deep7






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[*] Verfasst am: 26.5.2007 um 14:19


Ich hab wirklich ein Problem damit, das hinzuschreiben, was die Lehrer wollen, also prinzipiell. Z.B. bei der vorvorgestrigen Sportklausur in Schwimmen: ich konnte mir nicht vorstellen, dass bei der Aufgabe "Nenne zwei Beispiele für Hilfsmittel bei der Aquaaerobic" wirklich als Antwort sowas wie "Plastikpaddeln" oder "Schaumstoffschlangen" verlangt war...

Aber das ist nicht mein Hauptproblem. Nochmal zu Deutsch: ich weiß einfach nicht, wieso ich so langsam bin. Am liebsten würde ich einen Videovergleich sehen zwischen mir und einem Durchschnittsschüler.

Allerdings habe ich schon oft von den Lehren (Deutsch, Englisch) zu Ohren bekommen, dass meine Arbeiten grammatikalisch gesehen ein sehr hohes Niveau haben, inhaltlich jedoch recht dürftig sind (weil mir eben die Zeit fehlt). Meine letztjährige Englischlehrerin hat zu meiner Mutter in der Sprechstunde gemeint, dass sich meine Arbeiten wie ein wissenschaftlicher Aufsatz lesen würden und sie teilweise die Forumulierungen gar nicht verstehen würde, ich solle doch mehr auf den Inhalt achten.

Das ist wohl mein Problem, vermute ich. Aber ich kann es nicht anders machen, beim besten Willen nicht. Mir würde meine Arbeit dann von vornherein nicht gefallen, wenn ich 6.-Klass-Vokabular verwenden würde. Inhaltliche Trivialitäten müssen doch in einem Fach wie Englisch wenigstens gut ausgedrückt werden, wofür lerne ich denn sonst die englische Sprache?

Das klingt vielleicht wie eine eingebildete Ausrede von mir, aber es ist wirklich so. Ich kann es irgendwo nicht mit meinen eigenen Maßstäben vereinbaren. Ich kann mich deshalb nicht ändern. Was als Möglichkeit bleibt, dass ich ion Zukunft wirklich sehr viel vor den Arbeiten übe, um meine vokabularischen Ansprüche und den Inhalt zeitlich unter einen Hut zu bringen. Alles andere lehne ich selbst ab.


EDIT:

Bei alldem häuft sich der innerfamilärer Stress. Zum Beispiel kam mein Vater heute morgen um kurz vor acht mit wutentbrannter Stimme in mein Zimmer geplatzt und meinte, ich solle jetzt endlich aufstehen. Er hat mich gepackt und vom Bett geschmissen. Von wegen er habe bis spät in die Nacht nicht schlafen können, weil meine Mutter ihn die ganze Zeit bequasselt hat, weil sie sich so Sorgen um mich macht.

Dabei macht er sich persönlich nicht so die Gedanken um mich, sondern er will v.a. Ruhe vor meiner Mutter, die wegen mir immer für Unruhe sorgt.

Naja. Ich glaub, ich ziehe mich die Ferien mal ein wenig zurück ins Haus von meinem Opa, das ja quasi leersteht.
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Benway




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[*] Verfasst am: 26.5.2007 um 15:05


Zitat
Das klingt vielleicht wie eine eingebildete Ausrede von mir, aber es ist wirklich so. Ich kann es irgendwo nicht mit meinen eigenen Maßstäben vereinbaren. Ich kann mich deshalb nicht ändern.


Tja, wie gesagt, wenn du aufhören würdest, dir über die Schule Bestätigung holen zu wollen, wärst du das Problem los und könntest es machen wie ich: zuhause jede Menge Schriften produzieren, die den eigenen (kruden) Ansprüchen genügen und in der Schule erfolgreich die Scheiße liefern, die erwartet wird (andererseits ist das evtl auch das beste Konzept, um später mal ganz tief ins 'innere Exil' bzw in eine als untragbar empfundene Quasi-Schizophrenie abzudriften, inosfern werd ich mir keine Mühe geben, irgendjemanden von irgendwas abzuhalten).


Zitat
Inhaltliche Trivialitäten müssen doch in einem Fach wie Englisch wenigstens gut ausgedrückt werden, wofür lerne ich denn sonst die englische Sprache?


Bist du jetzt am WG, wenn du schon Wirtschaftslehre als Fach belegst? Also wenn ja (mh, und wenn nein auch), dann würde ich aus der eigenen Erfahrung sagen, dass man auf dem Gymnasium (schlechtes) Englisch lernt, um nach der Schule einerseits einen tollen Business-kompatiblen Wortschatz draufzuhaben und andererseits ein paar Allgemeinplätze zu society, politics und literature in general drauf zu haben, sicher nicht um sich irgendwann mal an Lord Byron, Chaucer oder Yeats erfreuen zu können...fiel mir entsprechend nicht schwer, das geistig zu boykottieren, im Unterricht meine Plattheiten abzuliefern und nur privat den Robert Browning und Bishop Berkeley mit Anmerkungen vollzukritzeln (im Abitur waren die 15P allerdings nicht so leicht wie in Deutsch, weil wir dummerweise "Moon Palace" als Abilektüre hatten, ein durchdachtes und authentisches Buch, auch wenn davon im Unterricht natürlich nichts rüberkommt - jedenfalls fällt es da sehr schwer, sich nicht dazu hinreißen zu lassen, einen Comment zu schreiben, der mit den eigenen Anforderungen im Einklang steht, aber ich hatte in der 12. auch schon fünf Jahre Übung ;) )

Zitat
Er hat mich gepackt und vom Bett geschmissen. Von wegen er habe bis spät in die Nacht nicht schlafen können, weil meine Mutter ihn die ganze Zeit bequasselt hat, weil sie sich so Sorgen um mich macht.


Na das ist ja mal ein geiles Argument...mal schauen, ob meine Eltern da auch noch drauf kommen.
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[*] Verfasst am: 27.5.2007 um 00:00


Da hat sich aber was geändert wohl in der Schule.
Ich selber war immer ein schlechter Schüler in neuen Fremdsprachen, aber mein damaliger Freund war da ziemlich begabt drin und der schrieb in einem perfekten Englisch auch Thesen hinein wie z.B. dass das ein oder andere IRA-Attentat schon gerechtfertigt war, was die Lehrer damit kommentierten, dass es inhaltlich alles sehr bedenklich wäre, aber ansonsten eben nur die Anzahl der Fehler und den Stil bewerteten und der bekam immer seine 12-14 Punkte (einmal schrieb ein Lehrer drunter, dass es inhaltlich sicherlich sehr gut wäre, östlich der Elbe!).

Da kam es damals eben nur auf die Fehlerfreiheit und den Stil an.
(Und selbst Stil war manchmal nebensächlich. Ich hab' es in Englisch nur geschafft, indem ich am Ende einen Englisch/Sportlehrer bekam, dessen Intelligenz, nun ja, sagen wir mal, doch etwas rudimentär war und bei dem man auch Sätze nur aus S P O bilden konnte, Hauptsache, wenig Fehler.)

Deutsch war schon problematischer, aber ich hätte dennoch niemals so gearbeitet wie Du, @Benway, und da was hingeschrieben, was die hören wollten. Ich wusste, dass ich gut war in der Interpretation von Lyrik und bei Hör- und Schauspielen. Und das hat mir gereicht.

Aber ich hatte, wie gesagt, auch nie das Bedürfnis, irgendeine schulische Leistung als relevant anzusehen.
Lehrer waren wie Eltern, die waren irgendwie da, aber ab dem 12.Lebensjahr überflüssig. Zumindest für mich. Maximal waren Eltern als Sponsor noch relevant und Lehrer als diejenigen, die die Funktion hatten mir irgendwann mal ein Abizeugnis auszustellen.

Ich denke also kurz gesagt auch, @deep7, dass das Problem bei Dir und Deinem Leben liegt. Was machst Du denn sonst noch außer zur Schule zu gehen???
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Benway




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[*] Verfasst am: 27.5.2007 um 00:29


Arne schrieb:
Zitat
Deutsch war schon problematischer, aber ich hätte dennoch niemals so gearbeitet wie Du, @Benway, und da was hingeschrieben, was die hören wollten. Ich wusste, dass ich gut war in der Interpretation von Lyrik und bei Hör- und Schauspielen. Und das hat mir gereicht.


Hey, ich weiß auch mit der ganzen unerschütterlich-trotzigen Gewissheit, die Voraussetzung für gutes Unitytum ist, dass ich 'gut' bin in der Interpretation von 'guter' Literatur, keine falschen Vorwürfe hier. Dass ich für alle ernstgemeinten Überlegungen zwischen 0 und 3 Punkten kassiert hab, bestätigt mich in dieser Theorie nur, va da ich dann gegen Ende meiner Schullaufbahn eben auch sehr genau herausgefunden hatte, was für eine Scheiße der Durchschnittslehrer in Wahrheit hören will.
Ich bin eigentlich ganz stolz drauf, dass ich es in dem Punkt mal geschafft hab, NICHT mit dem Kopf durch die Wand zu brechen...Scheiße produzieren ist ja nun wirklich nicht mit viel Aufwand verbunden und wenn ich nicht irgendwann angefangen hätte, alles Festhaltenswerte zuhause festzuhalten statt in der Schule, dann säße ich wahrscheinlich heute noch da, mit den Naturwissenschaften alleine hätte ich wohl keine Versetzung geschafft.
Wenn es jemand ernsthaft interessiert bzw du aus deiner Schulzeit Anderes gewöhnt bist, dann kann ich dir zB mal einen fast zwanzigseitigen Interpretationsaufsatzu zu Kafkas 'Verwandlung' schicken, den ich in der Zehnten probeweise mal abgegeben und mit einer runden Sechs (Thema und Aufsatzart verfehlt) drunter wiederbekommen hab. Vor kurzem wiederentdeckt und immer noch für sehr lesenswert befunden, den würde ich wahrscheinlich sowieso abtippen. Der direkte Vergleich dazu wäre dann meine 15P-Abiklausur, inhaltlich und stilistisch wie gesagt IMO ungefähr auf dem Niveau eines durchschnittlich intelligenten Zwölfjährigen. Man muss Schule nun echt nicht ernstnehmen, um sich damit zu arrangieren und ewig mühsam produzierte Perlen vor die Säue werfen...ne, das bringt's auch nicht. Da polier ich die lieber stundenlang im stillen Kämmerlein auf Hochglanz, auch wenn sie dann vielleicht nie ein anderes Auge sieht.
Um wieder halbwegs zum Thema zu kommen: ich finde echt, du solltest genau das mal ausprobieren @deep7 - schreib mal richtig primitive Standardscheiße und sieh zu, wie begeistert die Lehrer sind und deine Probleme für gelöst erklären. Sowas ernüchtert sehr schnell, danach macht man sein Selbstwertgefühl nicht mehr so leicht von Schulnoten abhängig.
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[*] Verfasst am: 27.5.2007 um 00:38


Man könnte mal an einem Kafka-Thread arbeiten, wobei mir die Verwandlung auch etwas langatmig erschien, allerdings war ich auch noch erst 12 oder so, als ich die ganzen Kafkasachen las (und allerdings begeistert war.)

Allerdings sind Interpretationen von mancherlei genialen Kafkatext doch auch wieder viel zu schade. Wer will das schon verstehen und nicht auf sich wirken lassen?
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