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Autor Betreff: Angst unterzugehen
schwarzlicht






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[*] Verfasst am: 16.8.2005 um 22:37
Angst unterzugehen



Erstmal möchte ich Euch meinen Respekt für das ausdrücken was Ihr mit diesem Forum geschaffen habt.
Einen Ort fern ab von materiellen und anderen kurzfristigen Werten die sich da draussen manifestiert haben.
Bis vor kurzem dachte ich noch ich wäre alleine, aber jetzt weiss ich dass es zumindest ein paar gibt die ähnlich denken wie ich.

Seitdem ich existiere bin ich Aussenseiter. Bis vor ein paar Jahren hatte ich kein Problem damit allein zu sein. Im Gegenteil, es hatte eigentlich nur Vorteile für mich. Ich konnte Gruppenzwängen jeglicher Art entkommen, musste mich an keine gesellschaftichen Normen halten und war völlig frei in der Entscheidung was ich in der Freizeit mache. Doch seit längerem schon macht sich etwas in mir breit das man vielleicht als Leere oder Antriebslosigkeit bezeichnen kann. Ich sehe draussen nur Menschen die damit beschäftigt sind sich Macht, Einfluss und Geld zu sichern. Das sind aber alles Dinge die für mich kaum Bedeutung haben. Sicher brauche ich eine bestimmte Menge Geld im Monat um zu wohnen und nicht zu verhungern. Aber meine Ziele sind nicht irgendwann mal ein Haus zu besitzen oder ein bestimmtes Auto zufahren etc... Ebenso wenig will ich andere Menschen beeinflussen oder manipulieren. Wer sich nicht freiwillig mit mir abgibt soll es halt bleiben lassen.
Was ich vor ein paar Jahren angefangen zu suchen habe ist der Austausch mit anderen Menschen (Ich hätte auch sagen können ich suchte Freunde aber dieses Wort benutze ich nicht gerne). Leider war ich nicht wirklich erfolgreich dabei. Liegt vermutlich mit daran, dass ich kaum soziale Fähigkeiten habe weil ich früher viel allein war. Ausserdem habe ich erkannt dass die meisten Menschen draussen nicht sie selbst sind, sondern viel Energie dafür aufwenden sich ein Image aufzubauen, welches dort möglichst hohe Anerkennung verspricht.
Ich hab nicht nur solche Menschen getroffen. Es gab auch welche die etwas anders waren und mehr an mir selbst interessiert waren als daran ob man mit mir gut "Feiern" oder andere oberflächliche Sachen machen kann. Leider ist es nun mal so, dass wenn man mit Menschen die einem sympathisch sind Zeit verbringt, man irgendwann feststellt dass diese Menschen bereits andere Menschen (Freunde) haben. Sie verstehen sich untereinander gut und haben durchaus sinnvolle Themen über die sie reden. In solchen Momenten zieht mich irgendeine übermachtige Kraft weg, irgendwohin wo ich allein bin. Ich stell mir dann die Frage was ich dort wollte. Es waren doch alle dort zufrieden, ich weiss garnicht ob sie mich wirklich dabei haben wollten oder sie sich nur nicht getraut haben mir zu sagen dass ich nicht erwünscht bin. Am meisten tut es aber weh zu sehen das sie sich auch ohne mich vergnügen. Warum sollte ich also länger dort bleiben wenns ohne mich so super läuft. Und dass wo ich gerade gehofft hatte auf Menschen getroffen zu sein denen ich was bedeute.
Aber es stimmt wohl, ich habe keine sozialen Fahigkeiten. Ich kann Menschen die mir was bedeuten nicht zeigen dass ich sie mag weil ich ihre Sprache nicht spreche. Was schenke ich jemandem wenn ich zu seinem Geburtstag eingeladen werde ? Einen Film ? Eine CD ? Prima, nur welche(n) ? ich hab keine Ahnung was zur Zeit angesagt ist, da es in meinen Augen immer das selbe ist (zumindest bei den bekannteren sachen). Was antworte ich wenn mir jemand sagt dass er/sie mich gerne mal wiedersehen möchte ? Meint diese Person das wirklich so oder sagt man das nur so ? Wenn ich sage dass es mir auch so geht mache ich mich verletzbar wenn sich dann rausstellen sollte dass es nur eine Floskel war.
Immer wenn ich gedacht habe es geht ein Schritt vorwärts ging es auch sofort einen rückwärts und ich war wieder allein.
Ich traf auch nicht oft auf Menschen die sich zumindest etwas von der Masse abhohen. Aber immer wenn es geschah hoffte ich. Bis zum dem Punkt wo ich feststellte das sie bereits Freunde haben ging alles zufriedenstellend ab. Aber von dort ab hatte ich Angst unterzugehen und Bedeutungslos zu sein. Oft kam es vor dass ich nicht mitgeredet habe weil ich nicht einfach zB übers wetter reden wollte. Was sollte man darüber sagen ? Ändern kann mans eh nicht. Und für Themen wie Fussball oder die meiste Musik und Filme kann ich mich nicht begeistern.
Somit bleibt es dabei das mir der/die Mensch(en) symatisch sind und das war es. Weiter komme ich nicht. Aber ich weiss auch garnicht was ich mit "weiter" meine. Ich kann kaum erwarten dass sie mich verstehen. Dafür bin ich schon viel zu weit weg von ihnen oder sie von mir. Im Grunde bin ich völlig allein und niemand stellt Anforderungen an mich. Ich glaube daher kommt auch meine Antriebslosigkeit. Ich sehe nichts was in meine Augen einen Sinn ergibt oder Wert hat. Also brauche ich auch nichts erreichen oder für irgendwas zu kämpfen. Leider scheint das nicht in meiner Natur zu liegen nur so zu existieren. Aber was tun wenn nichts wertvoll scheint ?

Jetzt bin ich hierhergekommen und was ich bisher von anderen gelesen habe weckt wieder Hoffnung in mir.
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dian




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[*] Verfasst am: 17.8.2005 um 01:46


Zitat
Sie verstehen sich untereinander gut und haben durchaus sinnvolle Themen über die sie reden. In solchen Momenten zieht mich irgendeine übermachtige Kraft weg, irgendwohin wo ich allein bin. Ich stell mir dann die Frage was ich dort wollte. Es waren doch alle dort zufrieden, ich weiss garnicht ob sie mich wirklich dabei haben wollten oder sie sich nur nicht getraut haben mir zu sagen dass ich nicht erwünscht bin. Am meisten tut es aber weh zu sehen das sie sich auch ohne mich vergnügen.

Ein Psychologe würde dir jetzt vermutlich attestieren, dass du tatsächlich gewisse soziale Defizite hast, an denen du arbeiten solltest. Aber da ich Psychologen im Allgemeinen sehr scheisse finde, sehe ich das natürlich alles ganz anders... ;)
Bei mir ist es nämlich recht ähnlich wie bei dir. Auch ich habe mich lange Zeit damit abgemüht, Anschluss an Menschen in meiner Umgebung zu finden. Menschen, die ich irgendwie nett fand, deren Gepflogenheiten und Rituale mir jedoch völlig fremd waren..
Sie haben sich mit Küsschen auf die Wange begrüsst und sich, wenn einer von ihnen Geburtstag hatte, immer was super-originelles einfallen lassen. Und doch hatte ich den Eindruck, die wussten im Grunde nix voneinander. Also nichts wirklich tiefgehendes. Letztlich ging es jedem nur um seinen eigenen Spass.
Das erschien mir total verlogen. Es war einfach nicht meine Vorstellung von Freundschaft.
Ich meine, ich verurteile diejenigen nicht dafür, dass sie so sind. Aber die Freunde, die ich suchte, mussten anders sein. Eine echte Familie, wo jeder immer zuerst an die anderen dachte und ganz zuletzt erst an sich selbst. Ich war jedenfalls bereit, immer zuerst an meine Freunde zu denken, und habe ihnen das auch gezeigt. Doch die, die ich damals kennengelernt hatte, wollten nicht zuerst an mich denken.
Also wer hat nun keine sozialen Fähigkeiten? Ich oder die?
Bin ich etwa im Unrecht, nur weil die anderen in der Überzahl sind?
Ich denke nicht. Ich habe einen Freund gefunden, der so tickt wie ich. Wir schenken uns nix zum Geburtstag, aber wir reden über alles und keiner spielt dem anderen auch nur ein winzigkleines Stückchen irgendwas vor.
Es geht also. Nur musste ich erst das halbe Internet umgraben, um so jemanden zu finden.

Zitat
Ich sehe nichts was in meine Augen einen Sinn ergibt oder Wert hat. Also brauche ich auch nichts erreichen oder für irgendwas zu kämpfen. Leider scheint das nicht in meiner Natur zu liegen nur so zu existieren. Aber was tun wenn nichts wertvoll scheint ?

ach, das glaube ich dir nicht. Du hast doch sicher Träume, die unerfüllbar scheinen, die du aber dennoch niemals aufgeben könntest...
ist das denn nichts, wofür es sich zu kämpfen lohnt?
Ich denke im übrigen nicht, dass wir beide verrückt sind oder soziale Defizite haben.Ich glaube, wir kommen von irgendwo anders her,und unsere Andersartigkeit hat einen bestimmten Grund.
Vielleicht sollen wir ähnlichdenkende Menschen finden, oder denen,die uns nicht verstehen, als Beispiel vorangehen.
Ich weiss wirklich,dass man sich manchmal fühlt, als ob ein fieser Fluch auf einem lastet. Aber dieser Fluch kann auch ein Segen sein, denn er bewahrt einen vor Dingen, mit denen sich andere Menschen immer und immer wieder herumplagen müssen.
Der erste Schritt ist, eine Anlaufstelle zu schaffen für diejenigen, denen es auch so geht... Und dann gibt es ja doch immerhin eine kleine, irreale Hoffnung, dass wir irgendwann zu einer Art Trendsettern werden, und dass sich unsere Vorstellungen vom zwischenmenschlichen Miteinander eines Tages durchsetzen werden.
Dafür ist jedenfalls unsere Seite gedacht.
Vielleicht ist das alles hoffnungslos und wir bleiben auf ewig die verlachten Spinner... aber ich habe nicht den Eindruck, dass ich irgendeine andere vernünftige Wahl hätte. Also Augen zu und durch - auch wenn es ein ganzes Leben dauern sollte. :D
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[*] Verfasst am: 17.8.2005 um 04:46


@Schwarzlicht:
Was willst Du denn genau? Da blick ich nicht ganz durch. Deine angeblche Soziophobie abbauen?
Die seh ich auch nicht unbedingt. Es kann zum einen wirklich daran liegen, wie @Dian schon geshcrieben hat, daß Du wirklich irgendwie bei falschen Leuten rumhängst. Das ist mir früher auch so gegangen. Ich hatte aber gottseidank immer irgendwie so etwas wie einen besten Freund, mit dem ich mich über so ´ne Scheiße austuauschen konnte. Das war dann nach ´ner Zeit köstlich. Wirhaben erstmal mit den Menschen zusammengehockt und brav den ganzen Scheiß mitgespielt, aber danach, wenn wir gingen, immer über all die Typen hergezogen.
Du machst leider sehr wenig Angaben über Deine sonstige Lebenssituation. Bist Du Schüler oder sowas?
Gibt es irgendeinen Grund, warum Du meinst, ausgegrenzt zu sein? Irgendeine Besonderheit an Dir, weshalb Du meinst, die anderen könten Dich nicht akzeptieren?
Ich hab´da irgendwie auch noch den Eindruck, daß Dir ein wenig das Selbstvertrauen fehlt. Aber erzähl´erst noch mal ein bißchen über Deine sonstigen Sachen, die Du so machst. Würde ich mal interessieren.
Ich kenn mehrere Gefühle, die Du beschreibst. Um aber zu wisen, b sie die gleichen Ursachen haben wie bei mir zeitweillig, müßte ich echt noch mer von Dir wissen.
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schwarzlicht






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[*] Verfasst am: 17.8.2005 um 10:25


@ Dian
Danke Dir für die Antworten. Da ich nun weiss dass es auch ein paar mehr Leute gibt, die ähnlich denken wie ich habe ich wieder Hoffnung.
Du hast recht, es gibt noch ein paar Träume die ich habe. An erster Stelle steht da mittlerweile der Austuasch mit Anderen.
Danach wünsche ich mir dass ich irgendwann mal innere Ruhe und Zufriedenheit erreiche. Nur in letzter Zeit hat mich irgendwas runtergezogen und ich sah nicht mehr viel sinnvolles, deshalb hatte ich das so geschrieben. Zeitweise empfand ich das wirklich so als gäbe es nichts was Wert für mich hatte, aber aus diesen "schwarzen Löcher" komme ich nach ein paar Tagen immer wieder raus.

@ Arne Kroger
Ich wollte meinen erstes Posting hier möglichst kompakt halten damit es noch einigermassen übersichtlich bleibt.
Deshalb schreib ich jetzt einfach noch ein paar Informationen zu meinem bisherigen Lebenslauf:

Nach dem Abitur habe ich Zivildienst gemacht, welches das beste Jahr war in meinem bisherigen Leben. Danach habe ich eine Schreinerlehre gemacht. Das würde ich als absoluten Tiefpunkt bezeichnen. In der Zeit habe ich auch gemerkt dass viele Dinge, die ich vorher gerne gemacht habe jetzt keinen Sinn mehr machen. Wenn man den ganzen Tag von Leuten umgeben ist deren geistiger Horizont irgendwo zwischen Bildzeitung und Bohlen liegt und die einen auch noch nach belieben anscheissen dürfen, hilft es nicht mehr sich abends einen Film anzuschauen oder am Computer oder Internet was zu machen. In den letzten Jahren meiner Schulzeit und auch beim Zivildienst hatte ich ein paar Leute mit denen ich mich gut verstand, und die mir Rückhalt gaben. Auf sie traf ich als ich in die Jugendarbeit ging. Dort hatte ich auch eine eigene Jugendgruppe geleitet. Sie hatten kein Problem damit wenn ich mal nicht so gut drauf war und den Kopf hängen liess. Alle anderen Leute sahen dann nämlich ihr Hauptinteresse Spass zuhaben durch mich gefährdet und behandelten mich als käme ich von einem anderen Planeten. Aber mit der Lehre war das kaum noch möglich, ich kam nur noch ganz selten dazu mich mit diesen Leuten zu treffen. Später dann garnicht mehr. Jetzt nach 3 Jahren bin ich da völlig raus, und da ich bald von hier weg ziehe macht es keinen Sinn zu versucht dort nochmal Anschluss zu finden. Während meiner Lehre traf ich auf eine Person bei der ich mir ziemlich sicher bin dass sie ähnlich denkt wie ich. Er machte die gleiche Lehre wie ich und kam auch nicht mit dem Umfeld zurecht. Er verachtete die gleichen Leute wie ich und materielle Dinge hatten auch nur wenig Bedeutung für ihn. Wenn ich Probleme hatte dann half er mir und umgekehrt. Aber er ist direkt nach dem Abschluss der Ausbildung weggezogen. Er hatte mich ab und zu gefragt wenn er abends mit seinen Freunden weg ging ob ich nicht mitkommen möchte, aber ich wollte nicht weil ich nicht wusste wie die auf mich reagieren. In ähnlichen Situationen, denen ich nicht ausgewichen bin hatte ich immer das Gefühl das über mich gelästert wird wenn ich nicht mehr da bin.
Da ich wie gesagt bald umziehe will ich nicht das dort alles so läuft wie bisher.
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dian




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Motto: Kein Motto

[*] Verfasst am: 17.8.2005 um 11:43


Tja, das ist wohl bei dir auch ein bisschen so ein "Reise nach Jerusalem"-Syndrom.
Wer nicht spätestens nach der Schulzeit einen festen Freundeskreis hat, muss sehen,wo er noch einen freien Platz findet...
Während der Schulzeit ist es wirklich ungleich einfacher, Freunde zu finden, als später im Berufsleben. (es sei denn, man ist so eine Art Chameleon, das sich perfekt überall anpassen und integrieren kann)
Die Leute, die man später trifft, haben eben in der Regel längst ihre Clique und ihr soziales Umfeld... und da wird man immer zunächst nur der Fremdkörper sein, erst recht, wenn man dann auch noch innerlich verkrampft ist, weil einem das Gelingen der Freundschaft weitaus mehr am Herzen liegt als den anderen.

Aber bei dir scheint ja durchaus Hoffnung zu bestehen...
gerade das mit der Jugendarbeit halte ich für ne sehr gute Idee. Was spricht denn dagegen, dich an deinem neuen Wohnort wieder in so einer Gruppe zu engagieren?
Vielleicht ist's ja bei dir genau wie bei mir, dass du mit jungen Menschen viel besser kannst als mit Gleichaltrigen. Wenn ich mir andere in meinem Alter anschaue- nee danke, mit den meisten davon möchte ich nicht mal fünf Minuten lang reden. Sind mir viel zu festgefahren in ihren Ansichten, zu affektiert, zu steif...
Also ich bin auch einer, der schon seit jeher viel besser mit deutlich jüngeren Leuten zurechtkommt. Und so lange es dir dabei nicht in erster Linie um Sex geht, ist daran ja eigentlich auch überhaupt nix auszusetzen. ;)
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schwarzlicht






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[*] Verfasst am: 17.8.2005 um 13:22


Ich habe durchaus vor an meinem neuen Wohnort wieder unter Menschen zu kommen. Es liegt auch nahe das wieder in der Jugendarbeit zu versuchen, weil ich in der Vergangenheit dort die besten Erfahrungen gemacht habe.
Was Gleichaltrige angeht so hab ich auch festgestellt dass viele versuchen einen in ein bestimmtes Schema einzuordnen. Wenn sie dann feststellen dass man in keines passt, weil man sich nicht automatisch der Mehrheit anpasst oder öfters auch mal nein sagt, dann wird man entweder nicht mehr beachtet oder - wie mir letztens jemand sagte - für einen Psychopaten gehalten.

Es gibt sicherlich viele Leute die nach der Schule ein soziales Umfeld haben und dort den Rest ihren Lebens bleiben. Aber eine nicht geringe Anzahl von Leuten wird doch aus verschiedenen Gründen umziehen müssen und darauf angewiesen sein nicht auf Leute zu treffen die sich auf keine neuen Personen einlassen. Sicherlich ist bei vielen Leuten ein konkurrenzdenken dafür verantwortlich dass sie sich nicht auf neue Personen einlassen. Sie haben Angst aus ihren gewohnten Strukturen gerissen zu werden. Und da sie sich nicht trauen es den betreffenden Leuten direkt zu sagen versuchen sie es hintenrum zB aufzuhetzen. Das ist es auch was mich immer unsicher macht wenn ich auf ein neues Umfeld treffe. Ich weiss nie was die Leute wirklich denken und ob sie mich überhaupt dabei haben wollen. Ich will nicht jemand sein der aus Bequemlichkeit oder gar Mitleid toleriert wird. Wenn ich dort nicht erwünscht bin gehe ich da auch nicht wieder hin. Aber das ist schwer zu unterscheiden, da es meist einen kleinen Personenkreis gibt der den Ton angibt und der Rest folgt. Auch wenn der Rest in der Mehrzahl ist und anders Denkt würde er es niemals sagen. Ich will damit nicht sagen das der Rest weniger Wert ist, sondern im Gegenteil meist sind es die interessanteren Menschen (zumindest für mich).
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[*] Verfasst am: 18.8.2005 um 03:22


Mir erscheinen dabei auch noch zwei Sachen wichtig für Dich, @schwarzlicht!
Einmal versuche weiterhin das, was @Dian gesagt hat. Such´Dir irgendwo einen Freund, einen besten freund oder auch eine Freundin oder sowas, mit dem Du alles alles bereden kannst und wo Du Dich gut aufgehoben fühlst, das ist schon wichtig für einen.Und mit dem menschen kannst Du dann auch seelenruhig neue Kontakte aufbauen.
Aber ich habe da irgendwie den Verdacht, daß Dir auch gerade die Kraft dafür fehlt, so wie Du schreibst. Was hattest Du denn im Zivildienst gemacht? Auch Jugendarbeit? Warum bist Du dann nicht dabei geblieben. Ich finde, Du hörst Dich auch echt etwas schlapp und fertig an. Irgendso etwas wie ´ne Depression liegt bei Dir. Das kann vom Job kommen. Ich hab´auch mal Bankkaufmann gelernt, aber nie in diesem Job gearbeitet nachdem ich meinen Abschluß hatte. Ich bin bei dem geblieben, was ich als Zivildienst machen mußte und bin auch ganz gut damit gefahren. Ist das denn für Dich erstmal ´ne Möglichkeit?
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schwarzlicht






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[*] Verfasst am: 18.8.2005 um 18:27


Während des Zivildienstes hatte ich fast nur mit Jugendarbeit zu tun (war im Katholischen Jugenamt tätig). Ich hatte auch schon überlegt dort wieder in irgendeiner Form einzusteigen, aber hier soll von derzeit 11 Kirchengemeinden mittelfristig auf 3 gekürzt werden. Mit entsprechenden Konsequenzen für die Angestellten und die Einrichtungen. Da muss man schon geborener Optimist sein, um dann noch zu glauben da Hauptberuflich arbeiten zu können. Deshalb werd ich jetzt für Berufschullehramt studieren. Ich denke mal dass das ein relativ sicherer Job ist, der der Jugendarbeit nahe kommt.
Dass ich momentan etwas fertig bin kann nicht vom Job kommen, da ich ja vor 2 Monaten meine Lehre abgeschlossen habe und das Wintersemester erst im Oktober beginnt. Vielleicht liegt es daran dass ich jetzt viel stärker merke was allein sein bedeutet als vorher wo ich noch arbeiten musste. Demnach müsste ich mich wieder besser fühlen wenn es im Oktober los geht.
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[*] Verfasst am: 19.8.2005 um 03:39


Naja, ich sage mal ganz ehrlich, daß ich auch nicht glaube, daß es gut ist, wenn der Staat ausgerchnet die katholische Kirche die Jugendarbeit machen läßt. Das wäre seine Aufgabe, aber der schafft ja auch nicht mehr Plätze für so etwas.
Aber das Du Dein Studium aufnimmst, hört sich doch gut an. Zumindest hast Du wieder eine Perspektive. Allerdings würde ich Dir davon abraten, Berufsperspektiven immer mit der Auffassung zu verknüpfen, daß man irgendwo gute Einstellungschancen hat. Als Berufsschullehrer bist Du ja auch Beamter. Und wenn Du jetzt schon öfters Probleme damit hast, daß Du Deine Situation für besonders festgefahren hälst, dann wird das mit der Verbeamtung erst recht der Fall sein. Ich selber war im öffenbtlichen Dienst und wegen meiner Schwerbvehinderung unkündbar.
Ich hab´dann mit ein paar tricks gearbeitet, aber es kam gottseidank so weit, daß mir nach 11 Jahren mein Direx sagte, daß er meinte, er müsse mich wohl fristlos kündigen. Das war der schönste Augenblick seit Jahren bei meiner Arbeit. So glücklich war ich selten.
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schwarzlicht






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[*] Verfasst am: 19.8.2005 um 19:11


Seit meiner Lehre sehe ich die Berufswelt anders. Berufschullehrer ist der einizge Beruf den ich mir im Moment vorstellen könnte, deshalb hab ich da keine Auswahl. Was die Verbeamtung angeht, da gehe ich sehr davon aus das die das bis dahin abgeschafft haben, weils ganz einfach zu teuer ist. Ausserdem sehe ich meine Situation dadurch nicht festgefahrener. Ich kann doch trotzdem jederzeit kündigen, oder ? Deinen vorletzten Satz verstehe ich auch nicht ganz. Wieso musstest Du mit Tricks arbeiten um gekündigt zu werden ? Den letzten Satz hingegen verstehe ich sehr. Mein bester Tag war der letzte Arbeitstag im Ausbildungsbetrieb.
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[*] Verfasst am: 20.8.2005 um 03:18


Also, ein Beamter hat schon eine "besondere Treuepflicht" gegenüber seinem Arbeitgeber. Du bist unkündbar (i.d.R.), aber Du kannst meines wissens auch erst mit dem Einverständnis des AGs ausscheiden. Das dürfte aber bei Lehrern nur dann mal einsetzen, wenn Du das irgendwie mitten im Schuljahr machen willst, länger darf man Dich dann nicht blockieren.
Ich weiß aber nicht, ob es nicht Nachteile in der Sozialversicherung hat.Die versichernd Dich zwar bei der BfA und der Arbeitsagentur nach, aber was Zusatzversorgung anbelangt, weiß ich das nicht. Das ist aber alles nix weltbewegendes. Die Frage ist da einfach, ob man an sich damit klarkommt, daß man sich zumeist eine Entscheidung aufbrummt, die doch relativ häufig eben lebenslang bedeutet, aber ich weiß es bei Lehramt sowieso nicht, wie das abläuft. Ich selber hab´mal evangelische Theologie auf kirchiche Prüfung studiert, d.h. eben auf Pfarramt, aber da hab´ich mir auch nie groß einen Kopf drum gemacht, was wäre, wenn ic da absolut nicht mehr will. Es hätte ich dann doch sehr gewundert, wenn ich meine Ordination behalten hätte, wenn ich z.B. aus der Kirche austrete. Ich weiß aber, daß z.B. in fast allen Einrichtungen, in denen ich bisher gearbeitet habe, immer auch viele ehemalige Lehrer waren, d.h. es kann nict so schwer sein, da wieder rauszukommen.
Bei mir war das so, daß ich schon länger aufhören wollte, weil der Arbeitgeber nicht gerade der tollste war. Und Du bekommst aber nur eine Abfindung, wenn der Dich entläßt. Und die ist, wenn Du fast 12 Jahre in einem Betrieb warst und auch noch schwerbehindert bist, schon ´ne Summe, die man nicht einfach vesrchenken sollte, in dem man selber kündigt, sondern da kommt man besser weg, wenn die Dich entlassen. Das wandert zummmindest bei Schwerbehinderten immer vors Integrationsamt, und die sehen dann schon zu, daß Du auch ´ne relativ gute Summe zu Deinen Gunsten bekomst. (bzw. ich hab das so gemacht, daß die ir eben einfach noch mein gehalt weiterzahlen mußten, das war für mich günstiger wegen der Zusatzversorgung, und eben freigestellt war. Wenn Du dann fit genug bist und unbedingt viel geld verdienen willst, dann kannst Du da entweder ´nen guten Schnitt machen oder aber Dic erstmal für ein Jährchen bei vollen Bezügen zurücklehnen. Ist auch schön.)
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schwarzlicht






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[*] Verfasst am: 20.8.2005 um 20:48


Du hast ja einen sehr guten Überblick.
Das mit der Treuepflicht kann eigentlich erst nach einigen Jahren (mit der Verbeamtung) kommen weil man vorher nur angestellter Lehrer ist. Bei der Sozialversicherung ist das im Moment so, dass man sich während des Referendariats freiwillig selbst versichern sollte. Man ist während dessen zwar bei der BfA versichert aber wenn man danach keine Stelle findet, muss man zurück in die Gesetzliche. Aber die kann einen auch ablehnen und dann würden nur noch die Privaten bleiben. Also muss man sie "milde" stimmen indem man sich freiwillig versichert und hofft später doch nochmal aufgenommen zu werden falls es nötig wird. So hat es mir zumindest ein Referendar erzählt.
Du schreibst dass Du viele ehemalige Lehrer getroffen hast. Weist Du warum die nicht mehr als solche arbeiten oder ob sie überhaupt nicht eingestellt wurden ?
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[*] Verfasst am: 21.8.2005 um 02:56


Also, die BfA(Bundesversicherungsantalt für Angestellte) ist eigentlich nur der rentenversicherungsträger. Der hat nix mit der Krankenversicherung zu tun. Kann aber auch sein, daß es bei referendaren da Sonderstellungen gibt. Aber als Beamter z.A. hast Du auf jeden fall schon Anspruch auf ´ne Zusatzversogrung durch Deinen Dienstherren, d.h. der zahlt die Hälfte aller Kosten, wenn Du krank wirst. Beihilfe nennt sich das, glaube ich. Da sind dann natürlich auch die privaten Krankenversicherungen günstiger. Aber ich bi weiß Gott kein Fachmann von privaten Krankenversicherungen, das würde ich nicht mal anschließn, wenn ich mal Multimillionär würde. Ich hab´sowieso so viele Erkrankungen, daß der Chefarzt da eh´immer drauf besteht, mich zu operieren. Da brauch´ich weiß Gott keine private.

zu den lehrern bei uns auf der Arbeit:
Da gab es mehrere Gründe für, warum die nicht als Lehrer gearbeitet haben.
da waren einmal diejenigen, die zum Beispiel im Ausland studiert hatten und auch dort tätig waren. und eine polnische Lehrerin, die dann aussiedelt, die ist nicht unbedingt in der Lage, auch wenn sie rein gesetzlich damit keine Probleme hätte und das hier jederzeit machen könnte, sich vor ´nen Haufen verrückt gewordener Pubertierender zu stellen. Die sagen dann schon öfters eben auch von sich aus, nä, danke und suchen sich was anderes aus dem pädagogischen bereich.
Die andere Gruppe, die noch an deutschen Lehrern da war, waren entweder welche, die sehr lange durch Kinderkriegen oder ähnliches aus dem Beruf rauswaren und nun absolut keine Lust mehr auf Schule hatten und die anderen haben meistens nach ein paar jahren von der Schule die Scnauze voll gehabt. So abwechslungsreich ist das ja nun auch nicht. dawaren die froh, wenn sie mal was interessanteres machen konnten. Und bei uns war es auch leichter, auf ´ne halbe Stelle oder auf 30 h zu gehen. Das ist wohl auch ein bißchen komplizierter, wenn Du Teilzeitarbeit willst und Beamter bist, erzählten die.
und dann gab es eben auch noc die, die mit der Arbeitszeit von den Schulen nicht klar kamen. Wenn Du ´n kleines Kind hast, aber keinen Krippenplatz bekommst und Dein partner tagsüber arbeitet, bist Du froh, wenn Du abends arbeiten kannst oder ´ne Nachtwache machen kannst. In der Schule hast Du ja in der regel Deinen festenb Stundenplan und die vorgeschriebenen ferientermine und kannst schlecht mal einen Dienst tauschen.Und den Urlaub schon gar nicht.
Also, die bei uns in der Behindertenarbeit gearbeitet haben, die waren meist freiwillig da gelandet. daß da jemand hingegangen war, der keinen Job in der Schule hatte, hatten wir kaum. Das ist au keie Arbeit für jedermann. Das muß man mögen.
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schwarzlicht






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[*] Verfasst am: 21.8.2005 um 22:47


Naja, was die Sozialversicherungen und das ganze angeht, da brauche ich mir wohl erst mal keine Gedanken machen. Letztens stand im Stern oder Spiegel das der ganze Beamtenapparat in spätestens 10 Jahren nicht mehr zu finanzieren ist. Und was dann kommt kann ich mir nicht ausmalen, weil meine Phantasie dafür nicht ausreicht.

Was gibt es denn für Ausweichmöglichkeiten im Pädagogischen Bereich ? Ich sehe es schon kommen das in ein paar Jahren vor allem die Berufschulen aussehen wie Harlem in New York. Ne Kugel im Kopf von irgendeinem Vollidioten der ein Rapper nachmachen will brauch ich nicht.
Deshalb wäre es gut schon mal ein paar Alternativen im Blick zu haben. Dann wäre zumindet meine zweite Ausbildung nicht umsonst gewesen.

An den Arbeitszeiten in heutigen Schulen hätt ich so nichts auszusetzen. Partner oder Kind hab ich nicht und Nachtmensch bin ich ebenfalls nicht. Von daher gesehen müsste das der ideale Beruf für mich sein. Es gibt keine Überstunden, Wochenendarbeit oder gestrichenen Urlaub. Das sind alles Dinge die mir aus der Ausbildung noch gut bekannt sind. Und es gibt keinen wirtschaftlichen Druck. Das sehe ich mittlerweile als Hauptvorteil an.
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[*] Verfasst am: 22.8.2005 um 03:57


Wenn die den Beamtenstatus wirklich aufheben, hast Du den wirtschaftlichen Druck auch wieder. Je nachdem, in welcher Trägerschaft die Schulen dann landen, werden die auch die älteren und mehr verdienenden Lehrer dann entlassen, wenn die das können und als Angestellter kann man das immer. Und es ist dann vielleicht auch fragwürdig, daß Du Dir da so sicher mit den Überstunden und Urlauben sein kannst. Die Wirtschaft verlangt ja mittlerweile von den Berufsschulen auch ´ne Menge Flexibilität. d.h., irgendwann fangen die an den Berufsschulen an, auch nachmittags bis abends zuunterrichten und auch in den ferien, damit die Azubis möglichst schnell wieder in der Firma sind. Und dann werden die schon versuchen, auch dort die Abläufe so zu komprimieren, daß die zukünftig möglichst schnell den Berufsschulteil hinter sich kriegen, damit die Azubis möglichst oft im Betrieb sind.
Aber ich würde mir da keine grauen haare wachsen lassen deswegen. ´N Job, bei dem Du hundertprozentige Sicherheit hast, den wird es nicht mehr geben, ist vielleicht auch besser so, aber Berufsschullehrer werden die immer brauchen, damit die Wirtschaft läuft. Ich würd´mich aber nicht darauf verlassen, daß die IHKs das nicht mal irgendwann durchbekommen, daß die privatisiert werden und dann von den Arbeitgebern gestellt werden, damit fangen die ja jetzt schon an, die maulen herum, daß die Azubis so schrecklich doof seien. In ein paar Jahren sagen die dann, daß die Industrie auch die schulische Berufsausbildung selber machen muß (natürlich auf Staatskosten), damit richtig gute Gesellen da raus kommen. Der Trend geht zumindest schon in die Richtung. Die meisten kaufmännischen Berufsakademien sind schon durch die Industrie bzw. den Handel und die Banken gestellt.
In diesem Staat versuchen dann nämlich alle Parteien der Industrie soweit wie es nur geht, in den Arsch zu kriechen.
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[*] Verfasst am: 22.8.2005 um 22:02


Ich glaub nicht dass bessere Gesellen da raus kommen wenn die Industrie die schulische Berufsausbildung übernimmt. Mittlerweile drängen doch viele Abiturienten in Ausbildungsberufe, die vorher von Leute mit Real-, Geamt- oder Hauptschulabschluss belegt wurden. Die Sparkassen hier in der Umgebung nehmen grundsätzlich nur Abiturienten.
Für die Leute ohne Abitur bleibt da nur der Rest. Und der Rest sind die weniger gut angesehenen Berufe (hauptsächlich das Handwerk). Erkennt man besonders gut daran dass dort der Ausländeranteil am höchsten ist. Da kann dann die Ausbildung noch so gut sein, wenn die nicht mal richtig Deutsch können bringt das alles nichts. Die Berufschulen der Handwerksberufe werden in Zukunft Auffangstationen für nicht vermittelbare oder nicht arbeitswillige Jugendliche. Somit glaube ich auch nicht dass irgendein Industriezweig Interesse hat sich daran zu beteiligen. Anders sieht es bei den besser angesehenen Ausbildungsberufen aus. Wenn jemand zB Bankkaufmann lernt geht er ganz normal zur Berufschule und lernt dort die Grundlagen. Zwischendurch wenn er eigentlich arbeiten müsste wird er ab und zu für Seminare freigestellt. Auf denen wird ihm dann noch mehr Wissen vermittelt. Das geht aber nur mit Leuten die eine entsprechende Vorbildung haben. Die können nach ihrer Lehre zurecht sagen dass sie was gelernt haben.
Im Handwerk werden die Azubis häufig nur ausgenutzt und müssen öfters die Berufschule ausfallen lassen weil die betriebliche Arbeit ja vorgeht. Oder sie müssen die Zeit nacharbeiten. Davon dass dort Ausbildung im eigentlichen Sinne stattfindet sind die mittlerweile sehr weit entfernt. Das Wort Ausnutzung ist hier viel angebrachter. Deshalb wurde letztens ja der Vorschlag die Ausbildungsvergütung zu senken schnell wieder verworfen. Das hätte die Abbrecherquote deutlich erhöht weil kaum jemand sich für so wenig Geld so eine Behandlung gefallen lässt.
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[*] Verfasst am: 23.8.2005 um 02:18


Daß Banken nur noch Abiturienten haben wollen, das war schon vor 20 Jahren der Fall, als ich meine Bankkaufmannslehre machtte. da war nur ein einziger Realschüler unter den Lehrlingen und der wurde angeguckt wie ein prähistorisches Reptil. Der hat es aber, glaube ich, auch nicht geschafft.
Ich kann auch nicht gerade sagen, obwohl ich einen sehr guten Abschluß hatte, daß ich dort was anderes gelernt hätte außer, daß ich niemals mehr in einem Job arbeiten möchte, in dem ich dauernd Anzug und Krawatte tragen muß.
Wie das in den handwerklichen Berufen aussieht, weiß ich nicht, da weißt Du sicher besser Becheid.
ich will Dir auch bestimmt es nicht madig machen, eine solcchen Beruf zu ergreifen, aber man muß eben schon bedenken, daß auch die anscheinendend beste Berufsaussicht heutzutage nicht mehr viel zählt.
Ich selber bin ganz froh, daß ich noch sowas wie Theologie ud Philosopie studiert habe, da kann man immer was mit anfangen. Eigentich wollte ich auch mal Lehramt für Mathe und Chemie machen. Damit könnte ich heuenix mehr anfangen, wenn ich in einem anderen Bereich arbeiten wollte. Das ist der Nachteil von den meisten Naturwissenschaften. Der Einsatz in den allgemeinen Lebensbereichen ist sehr spärlich.
Welche Fächer wolltest Du denn machen?
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[*] Verfasst am: 23.8.2005 um 22:13


Hatte an Holztechnik und Mathe gedacht. Holztechnik weil ich ja die Tischlerlehre gemacht habe und mir so das einjährige Einführungspraktikum erspart bleibt. Und Mathe weil es momentan sehr gefragt ist und ein allgemeinbildendes Fach ist. Falls die Verhältnisse an Berufschulen irgendwann mal so sein sollten dass man da nur noch mit Sicherheitsdienst und kugelsicherer Weste rumlaufen kann, könnte ich auf allgemeinbildende Schulen zB Gymnasium umschwenken. Warum bist Du denn vom Lehramt wieder abgekommen und was machst Du heute beruflich ?
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[*] Verfasst am: 24.8.2005 um 02:08


Jetzt bin ich erst mal arbeitslos, habe aber so ca. 17 Jahre in der Arbeit mit geistig Behinderten verbracht und das werde ich auch weietr machen, allerdings mehr oder inder selbstständig. Es gibt für eine Stunde Betreuungsaufwand fast 50 € von dem Wohlfahrtsverband. Da kommt man mit ca. 30 h die Woche aber ganz locker über die Runden.
Von Mathe bin ich abgekommen, weil ich mit Analysis in der Oberstufe im LK wesentlich weniger gut zurecht kam, als wie mit Algebra. Ich weiß ncith, warum. Weil es vieleicht mehr mit räumlichen Vorstellungsvermögen zu tun hat, und unser Geometrieunterricht schon in der Mittelstufe so gut wie gar nicht stattfan oder weil ich in der Oberstufe das erste Mal ´ne Frau hatte als Mathelehrerin und das sich bei mir aus irgendwelchen tiefeingebrannten Vorurteilen aus meinem Elternhaus nicht vertrug. Frauen und Logik??
Hört sich blöd an, war aber leider so.
Und auf einmal wurde ich in der Oerstufe immer besser in Sprachen und in den Geisteswissenschaften, die für michfrüher immer nur Laberfächer waren. Nix konkretes eben.
Und außerdem konnte man mit einem Theologiestudium auf kirchliche Prüfung auch sehr gut dem Wehr - und Zivildienst entgehen.
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[*] Verfasst am: 24.8.2005 um 20:58


Mit Sprachen und Literarischem kam ich nie so klar. Hatte ne 5 in Deutsch in der Oberstufe und habs dann abgewählt. Wenn wir da ein Buch lesen mussten hab ich teilweise nicht mal verstanden ob das, was da geschildert wird, gerade passiert oder in der Vergangenheit liegt. Hatte Mathe und Physik als LK. Das war sehr praktisch weil Physik zu 80% Mathe war. Wenn ich einigermassen fürs eine gelernt hatte klappte das andere meist auch entsprechend.
Aber warum sich so viele vor dem Zivil- und Wehrdienst drücken wollen verstehe ich nicht. Ich fand das war ne schöne Zeit. Wenn ich die Gelegenheit hätte nochmal ein Jahr zu machen, dort wo ich war, würd ichs wahrscheinlich auch tun.

Die 50 Euro für eine Stunde Betreuungsaufwand, kriegt man die direkt ausgezahlt oder geht da noch was von ab ? Falls nicht dann wären das ja 6000 Euro im Monat. Da liegt die Sofortrente von Lotto ja noch niedriger.
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[*] Verfasst am: 24.8.2005 um 22:03


Wenn ich gewußt hätte, wieviel Spaß mir der Zivildienst machen würde, hätte ich es sicherlich auch schneller getan, allerdings war ich zu dem damaligen Zeitpunkt auch schon sehr aktiv in der Politik und hatte ´ne Stelle als Fraktionsgeschäftsführer bei den gerade mal geründeten und damals noch haölbwegs vernünftigen Grünen. da wär mir z.B. ein ortswechsel oder eine Stelle, wo ich nur ein paar Mark, waren es ja damals ja noch, sehr uneglegen gekommen.

Für die 50 € mußt Du einen Vertrag mit den Wohlfahrtsverbänden abschließen und mit demjenigen, der für den oder die zu Betreunde(n) zuständig ist, also etweder mit ihm selbst oder mit dem gesetzlichen Betreuer. Das ist erstmal ´ne ganze Menge Arbeit, weil man dafür Pläne aufstellen muß, die der Verband dann auch noch genehmigen muß etc. Außerdem fallen natürlich Einkommensteuern an und man muß seine Buchführung machen etc. Eben all so ´nen zeugs, was ein Selbstständiger machen muß.
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[*] Verfasst am: 25.8.2005 um 21:55


Was macht denn ein Fraktionsgeschäftsführer ?

Die Buchführung würde ich an nen Steuerberater geben. Geht 3 mal schneller als selber machen. Kostet zwar was, aber ich glaub, das ist besser der schlägt sich mit den Paragraphen rum, als man selber. Schliesslich hat der das ja gelernt.
Wenn Du zuerst Pläne aufstellen musst, ist das dann so in etwa wie ne Bewerbung ?
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[*] Verfasst am: 27.8.2005 um 02:00


Fraktionsgeschäftsführer ist einfach nur das gleiche wie ein Generalsekretär einer Partei. D.h.,der sorgt dafür, daß z.B. jetzt bei einer Fraktion im Stadtrat auch alle Anträge eingehen, verwaltet das Geld, ist für die Presse ansprechbar und für die Bürgermeister und all so ´nem Kram.

Von daher kann ich eh´Buchführung bis zum Erbrechen. Das ist nämlich noch ´ne Sache, die man bis zum Erbrechen lernt, wenn man Bankkaufmann lernt außer, daß rawatten doof sind, Buchführung kann man von vorne und von hinten. In allen Variationen. Ist aber auch egal, ob man das rausgibt und selber macht. Wenn man genug Kunden hat, ann man das natürich auch als Auftragsarbeit vergeben. Ist ja dann alles absetzbar. Aber erst mal klein anfangen.
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[*] Verfasst am: 27.8.2005 um 20:56


Richtig, hatte garnicht mehr daran gedacht dass Du ja Bankkaufmann gelernt hast. Ich wünsch Dir auf jeden Fall dass es was wird mit der Selbständigkeit.
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[*] Verfasst am: 28.8.2005 um 01:13


Hauptproblem ist zur Zeit nur, daß irgendwie keine staatliche Stelle in der Lage ist, mir zu sagen, wo ich die entsprechende Prüfung ablegen kann bzw. mein zeugnis anerkennen lassen kann.
Ich halte das den behörden noch mal zugute, daß es vielleicht an der ferienzeit liegt, aber wenn ich jetzt bis Ende September nix geantwortet bekommen, werde ich allmählich knatschig.
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