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Benway
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Motto: fire walk with me
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Verfasst am: 2.4.2007 um 18:53 |
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[QUOTE]Fang' einfach irgendetwas an, nichts ist widerlicher als sein Leben auf die fünfte Stelle hinterm Komma mit 20 verplant zu haben, maximal die
Illusion davon ist erlaubt, gelingen tut das eh nie und wenn es gelingen würde, wäre das ein so dermaßen verpfuschtes Leben, das ich nicht geführt
haben möchte.[/QUOTE]
Mh, so gesehen ist es schon irgendwie spießig, sich Gedanken über sich selbst und die Gesellschaft zu machen. Ich hab eigentlich nicht vor, mein
Leben zu planen, ich will mir nur ein Ziel darin suchen...wenn du verstehen kannst, wo (für mich) der Unterschied liegt.
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Verfasst am: 3.4.2007 um 02:30 |
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Ich verstehe das gut, nur ist das Ziel des Lebens nun mal immer der Tod, und man kann maximal wählen, ob man dieses Ziel schnell erreichen will oder
gemütlich darauf warten kann, bis das Ziel erreicht ist.
Ich weiß nicht, was Du von Religionen hältst. Wahrscheinlich nicht viel, wie die meisten hier, aber ich les' gerne mal den ein oder anderen Ansatz
in der Bibel. Ist aufgrund der uralten Texte und wenn man kein Hebräisch kann, auch sehr schwer neuzeitlich zu interpretieren, aber ich empfehle
öfters das Buch Hiob und das Buch Kohelet (Prediger Salomon). Scheinen auch von Arno Schmidt die Lieblingsbücher gewesen zu sein.
(Vielleicht hab' ich Dir mal was empfohlen, was selbst Du noch nicht kennst!)
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hopeless
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Motto: Kein Motto
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Verfasst am: 3.4.2007 um 05:08 |
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@doc benway: bezüglich des ziele-suchens hat mir der mythos des sisyphos von albert camus ziemlich ansprechende gedankengänge gebracht. ich kann mir
kaum vorstellen, dass du nach schopenhauer mit elf bisher noch nicht darauf gestoßen bist... wenn dem so ist, seis dir wärmstens empfohlen. (wenn
dir evtl ne übersetzung von französisch zu deutsch eher geheuer ist als von hebräisch/altgriechisch.. und das mit texten, die ein paar jahrhunderte
jünger sind )
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Benway
Beiträge: 635
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Motto: fire walk with me
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Verfasst am: 3.4.2007 um 17:55 |
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[QUOTE]nur ist das Ziel des Lebens nun mal immer der Tod, und man kann maximal wählen, ob man dieses Ziel schnell erreichen will oder gemütlichdarauf warten kann, bis das Ziel erreicht ist.[/QUOTE]
Da würd ich zustimmen (bzw. ob man sagt, 'das Ziel des Lebens ist das Leben' oder 'das Ziel des Lebens ist der Tod' kommt auf Gleiche raus - nur
wer was ganz anderes behauptet, ist dumm und hat nicht richtig nachgedacht )
[QUOTE]ich empfehle öfters das Buch Hiob und das Buch Kohelet (Prediger Salomon)[/QUOTE]
Das wären auch ohne Theologie-Studium und ohne Hebräisch lesen zu können für mich die beiden wertvollen Abschnitte aus dem AT (bzw vielleicht noch
die Geschichte vom Sündenfall, aber das ist ja mehr ein Grundgedanke). Die Person Kohelets/Salomos (also das was man sich beim Lesen der Sprüchlein
so zurechtlegt), hat mich auf jeden Fall sehr früh schon fasziniert, als jemand, der so viel Lebensweisheit erlangt hat, dass er wieder am Anfang
landet...oder so. Das ist nicht die schlechteste Perspektive, da geb ich dir Recht.
Ansonsten bin ich eher buddhistisch orientiert und hab daraus auch schon eine Menge Trost gewonnen, bin gerade auch dabei, diese Bekanntschaft zu
vertiefen, mal sehen ob was rauskommt dabei.
[QUOTE](Vielleicht hab' ich Dir mal was empfohlen, was selbst Du noch nicht kennst!) [/QUOTE]
So schwer ist das auch wieder nicht, allen 'Vorsprung' den ich im Lesen 'intellektueller' Texte vor meinen Altersgenossen mit elf mal gehabt haben
mag, hab ich spätestens dadurch, dass ich von 15-18 quasi kein Buch angefasst habe wieder vergeigt (dafür war das auch die einzige Zeit, wo ich ohne mich anstrengen zu müssen selber Gedanken haben konnte, die
ich heute noch für mitteilenswert halte...heute geht da ohne sechs Stunden freie Luft, einer halben Flasche Wodka und am Besten noch was zu rauchen
gar nichts mehr).
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Benway
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Motto: fire walk with me
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Verfasst am: 3.4.2007 um 17:56 |
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hopeless schrieb:
[QUOTE]@doc benway: bezüglich des ziele-suchens hat mir der mythos des sisyphos von albert camus ziemlich ansprechende gedankengängegebracht.[/QUOTE]
Ich werds mal wieder lesen, auch wenn ich von einem Buch zur Zeit keine 'Hilfe' erwarte...kann aber immer sein, dass ein paar Samen gepflanzt
werden, die dann im richtigen Moment aufgehen. Aber zuerst ist "Gegenwelt" dran
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Verfasst am: 4.4.2007 um 01:36 |
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Der Vorteil ist, wenn man ein bisschen Hebräisch kann (als evangelischer Theologe muss man eben noch das Hebraicum machen, ist aber einfacher als das
blöde Graecum, das hab' ich vergeigt und studiere das deshalb nicht mehr), ist es noch ein bisschen amüsanter, weil es so viele Zeitformen und auch
andere Verbialformen gibt in dieser uralten Sprache, die man einfach nicht mehr übersetzen kann.
Außerdem macht es dann Spaß, wenn man in den verschiedenen Übersetzungen liest, was die einzelnen Kirchen etc. daraus gemacht haben.
Zu "Buddhismus" empfehle ich Dir mal einzelne Threads, die wir hier diesbezüglich schon hatten, z.B. im Forum "Sonstiges" der oberste. Die
Erläuterung der Typen.
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