
Hallo,
nachdem ich hier schon desöfteren über diverse Problemchen geschrieben habe, gibt es mal was völlig neues von mir. Und zwar bin ich das erste mal
seit Jahren in letzter Zeit mal wieder richtig zufrieden. Zufrieden nicht im Sinne von zufireden mit der Welt, sondern zufrieden mit mir selbst .
Auch nicht so typisch selbstzufrieden so in dem Sinne, als dass ich mich plötzlich für vollkommen halten würde. Gibt natürlich immer noch Dinge,
die mir an mir selbst nicht gefallen.
Aber es ist das erste mal seit Jahren, dass ich behaupten kann, dass ich jetzt im Moment derjenige Mensch bin, der ich auch sein möchte. Weiß gar
nicht woran das liegt. Vielleicht, weil sich meine Einstellung zu gewissen Dingen in letzter Zeit bewährt hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich
gerade ein fast rekordverdächtiges Stimmungshoch erreicht habe. Ich kann es selbst nicht genau sagen.
Aber seit einiger Zeit schaue ich morgens in den Spiegel und denke: "Das bin ich, das will ich sein". Wenn ich dann das was ich tue, rede und denke
im Nachhinein verfolge, so erscheint mir in letzter Zeit immer mehr, dass ich wirklich aus vollstem Herzen als derjenige gehandelt habe, der ich
bin.
Da wollte ich euch frage: Geht es euch ähnlich und in weclher Situation? Wenn ihr manchmal über etwas nachdenkt, was ihr getan habt, habt ihr dann
manchmal das Gefühl nicht ihr selbst gewesen zu sein oder gibt es Momente, wo ihr euch im Nachhinein denkt, wirklich ihr selbst gewesen zu sein. Wann
seit ihr mit euch zufrieden und wann nicht?
Schönen guten Abend.. Wollte grad ins Bett, die eine Antwort pack ich allerdings noch.. 
Zuerst einmal meinen Glückwunsch, nicht viele können sowas von sich behaupten. Irgendwo gibt es für viele immer etwas zu meckern..
Nun, momentan gehts mir eigentlich richtig gut. Ich bin mit dem zufrieden, was ich mache und ich bin damit zufrieden, wie ich meinen Alltag
bewältige. Seitdem ich alles n' bisschen lockerer sehe, gehts mir definitiv besser. Es gibt schliesslich ein Leben nach dem Abi.. Sowas konnte ich
bis vor ein paar Monaten garnicht wahrhaben. Mittlerweile schaue ich weitsichtig genug, sodass ich sagen kann: "Scheiss auf die paar Punkte.. Auch
mit nem 3er oder 4er Durchschnitt wirst du es als Mensch zu etwas bringen.". Druck lasse ich nicht mehr auf mich ausüben, ich nehme die Dinge so,
wie sie kommen. Ich geniesse jeden schönen Moment und denke in schwierigen Situationen daran, dass ich es mit Sicherheit überleben werde und der
morgige Tag schon besser aussehen wird..
Was mir derzeit Kopfzerbrechen bereitet, dass sind einige Familienmitglieder. Die eine ist Alkoholikerin, die anderen beiden haben Krebs, da geht
einem viel durch den Kopf. Doch das hat sogesehen nichts mit mir und meiner Person zu tun, daher nehme ich diese Probleme nicht mit in meine Bewertung
der eigenen Zufriedenheit.
Was willste noch hören? Bin grad n bisschen verpeilt, war gerade 3 Stunden bei der Feuerwehr Leitern steigen.. Ich bin nun ab in die Falle, bis
morgen.
Ich hab festgestellt, dass ich meist dann "zufrieden" mit mir bin, wenn andere eine gute Meinung über mich hatten. Das hab ich dadurch erreicht,
dass ich mich ihnen angepasst habe. Also, um es deutlich zu sagen, indem ich mich verstellt habe. Meist habe ich dann festgestellt dass ihre
Wertvorstellungen sich von meinen ziemlich unterscheiden und ich habe mich wieder von ihnen distanziert. Dann stelle ich wieder fest dass es alleine
erst recht nicht geht und ich versuche wieder mit anderen in Kontakt zu kommen. So läuft es nach wie vor. Längere Zeit stabil war ich nie in so
einem Zustand, weder wenns mir gut ging noch wenns mir schlecht ging. Es ist mehr ein auf und ab wie in einem kleinen Schiff auf stürmischer See.
Wenn ich draussen so wäre wie ich wirklich bin wäre ich vermutlich ganz alleine. Und da das allein sein in letzter Zeit immer unerträglicher wurde
werd ich mich wohl weiter verstellen.
Die Stimmungshochs, von denen Du schreibst hab ich manchmal auch. Ich erklär mir das so, dass wenn mein Gehirn längere Zeit keine Glückshormone
bekommt, es sehr empfindlich dafür wird. Und wenn dann wieder ein bischen ausgeschüttet wird ist es die totale Überreaktion und ich werde albern
und verspielt wie ein kleiner Hund. In solch einer Phase komm ich auch am besten mit anderen klar. Komischerweise kommt es mir dann auch nicht wie
verstellen vor wenn ich mit anderen was unternehme. Aber der Zustand geht bei mir immer genauso schnell wie er kam.
Ich wünsch Dir dass Du von Deinem momentanem Hoch möglichst lange was hast. Ist im Endeffekt auch der bessere Zustand.
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Ich glaube, daß Gefühl mit sich oder seinem Leben unzufrieden zu sein, überkommt einem meist nur während der Jugend.
Ich kann mich nach meiner Schulzeit nicht mehr daran erinnern, irgendwie mit mir nicht voll und ganz zufrieden gewesen zu sein. Nur ist Schule und
Studium sowieso so ´ne doofe Zeit, wo man was macht, bei dem man eigentlich gar nicht weiß, ob man das braucht oder wozu.
Insofern ist es doch Klasse, @Seneca, wenn Du diesen Zustand schon während der Schulzeit erreichst.
Meine Philosophie ist sowieso, daß auch jeder Tiefpunkt nur die Vorbereitung für den nächsten besseren Punkt ist.
Wobei ich festgestellt habe, daß ich dann am zufriedensten bin, wenn ich möglichst viele Optionen habe, was ich machen könnte. Die fehlten mir wohl
einfach während der Schulzeit. Da hat man das Abi vor Augen, was man irgendwie machen muß, und wo man sich noch immer soundsoviele Jahre
durchquälen muß (fand ich in der Oberstufe allmählich nervend, wenn man schon 12 Jahre Schulzeit mindestens hinter sich hat.).
Wobei, @Schwazlicht, ich würde mir mal überlegen, ob Du dann als Pädagoge glücklich wirst, denn das ist imo nicht so der Job, wo man von allen
anerkannt und gemocht wird.
´N Pädagoge sollte sich vor allem selbst mögen, damit einem die zu Erziehenden da nix anhaben können. Da wirst Du mit Sicherheit noch lernen
müssen, auch noch ´ne ganze Menge Distanz zu halten und trotzdem mit Dir zufrieden zu sein.
@ Arne: Du hast recht, es gibt angesehenere Berufe. Aber ich wüsste im Moment auch keine bessere Alternative. Deshalb werd ich das jetzt erstmal
machen bis mir vllt was anderes einfällt. Ich würde lieber was praktisches machen. Nur da ist das Problem, dass ich dann mit Osteuropäern
konkurrieren muss die für 6 Euro die Stunden arbeiten. Es ist abzusehen das mittelfristig eben nur solche Arbeitskräfte in dem Bereich arbeiten
werden. Deshalb bleibt nur studieren. Auf Ingenieur oder sowas hab ich kein Bock weil man da mit 40 rausgeschmissen wird. Also ist Lehramt erstmal die
Alternative die am wenigsten schlecht ist.
@ Seneca: Es ist sicherlich besser immer nur einen Teil preiszugeben. Sonst schreckt man alle ab mit denen man zu tun hat. Ich weiss nicht ob es nur
mir so vorkommt, aber ich kann bei vielen Leuten mit denen ich zu tun hab überhaupt keine Persönlichkeit oder Individualität erkennen. Die stecken
sich freiwillig in irgendwelche Schubladen. Es fallen dann oft Sätze wie "ich bin mehr der heitere Typ", "Männer wollen immer...", "Frauen tun
immer...". Wenn ich sowas höre frag ich mich wo der Sinn in deren Leben liegt. So zu sein wie es schon tausende Menschen vorher waren, finde ich
langweilig und abstossend. Mich würde mal interessieren wie Ihr darüber denkt.
Also bei mir ist es jetzt so, dass ich mir auch nicht so riesig Mühe gebe anderes zu sein als die anderen. Wenn ich anderes bin, dann bin ich es und
wenn ich mit anderen was gemeinsam hab, dann bin ich halt in gewisser Hinsicht mal nicht einzigartig.
Man muss nur seiner Linie treu bleiben. Und wenn diese Linie sich mit anderen menschen überschneidet ist es doch auch gut. Dann bleibt man trotzdem
man selbst.
@Schwarzlicht:
Ich meinte gar nicht so sehr die soziale Stellung des Lehrers, sondern die Aufgaben.
Du kannst ja schlecht davon ausgehen, daß alle Schüler, denen Du auch mal was beibringen mußt, eine gute Meinung von Dir haben werden. Wenn Du da
zu sehr auf sowas angewiesen wärst, dann wäre das fatal für die Pädagogik. Zumindest sollte bei manchen Typen der Lehrer schon so brutal sein und
dafür sorgen, daß er nicht überall, auch noch vom letzten Hirni, geliebt wird.
Da mußt Du aufpassen, daß Du nicht auf Anerkennung derjenigen achtest, die Du erziehen sollst, sondern eben eher auf das, was Du für Dich als
notwendig erachtest, was die lernen sollen.
@ Arne: Das verhält sich ja etwas anders. Mit den Schülern hätte ich nur beruflich zu tun und nicht privat. Da ist es mir egal was sie von mir als Person denken. Ich bin auch nicht darauf angewiesen dass mich jeder mag. Aber ich finds ein bischen verkehrt, dass die, die laut sind und sich immer in den Vordergrund spielen müssen besser ankommen als die, die auch bereit sind andere wahrzunehmen und mal zuzuhören.
Okay, das hört sich schon besser an.
Naja, was willst Du machen, wer mehr bemerkt wird, der hat eben auf allen Gebieten mehr Chancen.
War schon in der Schule so, ich bekam des öfteren völlig ungerechtfertigt zu gute Sominos, weil die Lehrer sich meinen Nachnamen irgendwie merken
konnten, weil der nicht so alltäglich ist.
Gerecht ist das alles nicht, aber ist trotzdem Realität.