
Eigentlich sollte ich schon wieder am studieren sein, aber ich bin einfach nicht runtergefahren, sitze immer noch daheim rum. Ich habe so keinen Bock,
mich mit der Welt da draußen abzugeben, ich will die Leute nicht sehen, ich will mich nicht zuschwallen lassen und glaube jeden Tag weniger, dass
sich das bald ändert.
Objektiv betrachtet bin ich gerade mustergültig dabei, mir meine "Zukunft" zu "versauen", aber ich merke immer deutlicher, dass ich diese scheiß
Zukunft gar nicht will - ich wollte sie nie, ich wollte nur erträglich vor mich hinleben und meinte, das beim Studium zu können. Das ging auch über
2 Jahre lang gut, aber allmählich rückt mir die Realität auf den Pelz.
Je mehr ich von dem Job sehe, desto mehr weiß ich, dass er mich ankotzen wird. Um "Erkenntnis" gehts da nicht. Kein Mensch bezahlt einen für das
Zeug, das man an der Uni lernt. Das ist nur die Vorbereitung, damit man weiß, wie man sich schnell und exakt komplexe Sachverhalte aneignet und dann
z.B. dafür sorgt, dass ein Unternehmen den Anschluss an die forderste Front der Technik nicht verliert.
Aber so ein Scheiß interessiert mich nicht.
Oder ich müsste mich auf irgendeinen Blödsinn spezialisieren, darauf habe ich auch keinen Bock, ich wollte mich nie spezialisieren lassen, deshalb
bin ich überhaupt studieren gegangen: ich wollte mir noch ein paar Jahre die Horizonte offen halten.
Aber das läuft in eine Sackgasse.
Klar könnte ich all das ignorieren und tun, was verlangt wird, aber was hab ich davon? Klar, einen Haufen Kohle, aber dafür müsste ich so viel
Geist und Nerven opfern und hätte sowenig übrig für Träume und Alpträume - ich habe mich in zweieinhalb Jahren nicht richtig daran gewöhnt und
das wird nichts mehr werden. Es sei denn, ich stumpfe allgemein ab und lasse mich zombiefizieren, das fand ich zwischendurch ok, ist scheißegal, wie
genau ich nun mein Leben verschwende, wirklich schlecht wäre es nicht, ein Zombie zu sein, die machen das alle so und man hätte auch fast sowas wie
seine Ruhe. Aber ich bin dazu irgendwie zu empfindlich, es wird in der "normalen" Welt immer Dinge geben, mit denen ich nicht zurechtkommen und vor
denen ich mich fürchten werde. Mein seltsamer Charakter ist nicht therapierbar. Wie mans dreht und wendet, ich müsste Zugeständnisse und faule
Kompromisse machen, zu denen ich nicht bereit bin.
Ich habe ein paar Verwandte, die dem guten Mittelstand angehören und gelegentlich zu Besuch kommen. Alle so zwischen 45 und 55 und so unglücklich,
dass sie es gar nicht mehr merken.
Die haben alles, ne riesige Wohnung, zu zweit 3 oder 4 Autos, fahren immer toll in den Urlaub, aber trotzdem redet eine schon seit 5 Jahren davon,
ihren Job zu schmeißen und "was Freiberufliches, Kreatives" zu machen und seit 5 Jahren macht sie so weiter, wie sie es tut, weil sie an den Luxus
gewohnt ist und panische Angst vor dem sozialen Abstieg hat - und so läuft es doch bei fast allen und trotzdem reden sie einem ein, das sei
erstrebenswert.
Na euch hier erzähl ich eh nix Neues.
Der Witz ist, dass ich wohl weitermachen würde, wenn sie uns immer noch den Stress machen würden, den wir im Grundstudium hatten. Aber letztes
Semester hatte ich ne 30-Stunden-Woche und Donnerstagabend Wochenende - da bleiben eben die Gedanken nicht an irgendeinem Problem hängen, das einem
andere aufgegeben haben, sondern man kommt zum Grund und das ist nicht gut für diese anderen.
Mein Vater meint ja, ich studiere und zahlt noch Unterhalt - aber so kann es freilich nicht weitergehen. Ich will eigentlich bloß meine Ruhe, nichts
weiter - aber anscheinend ist genau das eine unmögliche Forderung.
Die werden mich für verrückt erklären, wenn ich ein Studium schmeiße, das eigentlich gut läuft.
Ist auch nicht so, dass ich wüsste, was ich sonst machen sollte, ich habe nicht den geringsten Bock auf irgendne scheiß Lehre oder sowas. Aber das
Geld zum Leben kriegt man schon her, Deppenjobs gibts genug hier, hab ich auch schon gemacht, ich scheine fast ne Begabung dafür zu haben *g*
Ich will einfach ein simples Leben, um mich mit den Dingen befassen zu können, die mich wirklich etwas angehen und das ist nicht irgendein
technischer Blödsinn. Und ich habe gelernt, was ich lernen wollte, wenn mich ein Thema interessiert, klappere ich die Homepages verschiedener Unis
nach Skripten ab, die ich ja jetzt verstehe. Ich brauch das Diplom nicht, denn die haben fast alles Faszinierende an dem Fach abgewürgt und nen
bescheuerten technologischen IQ-Wettbewerb für willige Denkmaschinen draus gemacht - für irgendeine kranke Vorstellung von Zukunft und
Fortschritt.
Ist ja echt so, fragt man Erstsemestler, warum sie Physik studieren, so kommt als Antwort, sie wollten die Gesetze der Natur verstehen. Fragt man
Doktoranden, so sagen sie, der Job brächte ordentlich Kohle.
Ich konnte mir diese Verwandlung genau ansehen, klar, viele waren irgendwie nie so recht als Menschen vorhanden, aber die sympathischen Ausnahmen
werden nun auch endgültig integriert.
Da war z.B. einer, der hat immer die schrägsten Ideen gehabt und so nen richtig schön kranken Humor, aber irgendwann sah er sich seine Leistungen an
und kam zur Erkenntnis, er könne seine Wochenenden nicht mehr so verbringen wie er es tat. Jetzt, eineinhalb Jahre später, ist er erwachsen geworden
und alles wirklich Individuelle an dem scheint weitgehend abgestorben zu sein, begraben unter einer dicken Schicht von "na war ja alles schön und
gut, aber so läufts im Leben halt nicht."
Wenn die das Leben zu sowas machen ist das ja kein Wunder, aber ich verstehs einfach nicht, dass man einfach so sich und seine Freiheit wegschmeißt,
wofür? Geld, Status, Erwartungen anderer, eigener Ehrgeiz.
Am Anfang habe ich das nicht so erkannt, ich habs halt gemacht, weil mir nichts besseren einfiel, bald kamen die Zweifel, nur gabs viel zu tun, aber
dann wurde immer deutlicher, dass ich mich auf Dauer nicht anpassen und mich einfach nicht richtig an etwas gewöhnen kann, das mir im Grunde
widerspricht - und im Grunde widerspricht mir hier alles, drum will ich bloß meine Ruhe, oder was dem am Nächsten kommt: mich mit nem
Teilzeitidiotenjob für das Lebensnotwenige hinter die Berge verkriechen und den Irrsinn da draußen ignorieren so gut ich kann.
Ich brauche wohl nicht extra zu betonen, dass ich dich wirklich hundertprozentig verstehe.
Ich hab's zwar nur auf knappe zwei Semester Lehramt/Pädagogik gebracht, aber auch da ist mir schon aufgefallen, dass die Stimmung innerhalb eines
Jahres ziemlich gekippt ist. Anfangs war alles noch unbeschwert, fast spielerisch... aber sobald die ersten, die total Fehl am Platz waren, ihren
Irrtum eingesehen haben und ausgestiegen sind, und der übrigebliebene Rest immer konzentrierter an seinem Studium zu arbeiten begann, hab ich mich
dort nur noch wie ein fremder Beobachter gefühlt.
Clevererweise habe ich mich dann gleich mit einem für mich unerträglichen Professor angelegt, so dass ich gleich noch einen guten Grund mehr hatte,
den ganzen Scheiss hinzuschmeissen.
Tja, und dann bin ich halt irgendwann zu meinen Eltern hin und hab denen schonend verklickert, dass ich jetzt nicht mehr Lehrer werden will, sondern
es nochmal als Hilfsarbeiter in der Firma, wo mein Dad gearbeitet hat, versuchen möchte.
Die haben das dann auch gleich eingesehen... waren von mir ja schon einiges gewohnt...
Ich kann nur sagen: Ich habe mich danach ziemlich befreit gefühlt, obwohl das kurze Studentenleben eigentlich nicht gerade extrem stressig war. Was
mich daran so eingeschnürt hat, war eher dieses Gefühl, ein Fremder in einem System zu sein, das ich eigentlich beschissen finde, und mich trotzdem
anstrengen zu müssen, damit ich es in diesem System zu etwas bringe.
Ich meine, für die meisten ist diese 180 Grad-Drehung anscheinend kein Problem...gerade eben noch in der Schule, Lehrer, Hausaufgaben,
Nachmittagsunterricht und jede Form von Zwang hassen... und ein paar Jahre später schon mitten im Berufsleben, angeapasst, sozialisiert,
erwachsen...
aber ich konnte das einfach nicht. Dieses Zombiespiel ist nicht mein Spiel.
Hmm... hast du dir mal überlegt, einfach auf irgendein anderes Studium umzusatteln, wo es nicht so sehr darum geht, willige Sklaven für die
Industrie heranzuzüchten?
Philosophie oder sowas könnte ich mir bei dir irgendwie schon vorstellen, wenn ich mir manche deiner Postings in Erinnerung rufe...
Wobei es natürlich die Frage ist, in wie weit ein Philosophiestudium wirklich damit zu tun hat, sich eigene Gedanken zu machen, und in wie weit man
nur Vorgegebenes wiederkäuen und sich einverleiben muss. Da hab ich keine Ahnung, und ehrlich gesagt wäre mir das wahrscheinlich auch zu trocken.
Aber vielleicht wäre es ja von Vorteil, noch ein bisschen irgendwas zu studieren, damit du dir in Ruhe irgendein anderes halbwegs akzeptables
Betätigungsfeld suchen kannst und nicht gleich von heute auf morgen zum Lidl an die Kasse hocken musst...
Ich kann das auch irgendwo nachvollziehen, aber du solltest dir Gedanken darüber machen, wie du möglichst angenehm durch dein Leben kommst. Zuhause
in der Monotonie beim Betrachten der weissen Wand zu versinken kann es in meinen Augen nicht sein..
Erst das Fressen, dann die Moral.
Du kannst noch a la carte essen.. noch..
| Zitat |
Ich hab' auch noch keine direkte Ahnung, was ich später beruflich machen werde.
Mich interessiert momentan eigentlich nur das Wissen, das man vermittelt bekommt,
außerdem sind mind. 70% meiner Informatik-Komilitonen richtig sympatisch,
langweilige Spießer laufen da nur wenige rum, das Studium macht mir relativ viel Spaß.
Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sich das bei mir im Hauptstudium so extrem ändern wird,
gerade wo's dann so richtig interessant wird.
...tja, kann halt nicht überall so sein wie bei uns in der Informatik. :12:
Ich kann dich schon irgendwo verstehen, aber wo ist das Problem, noch die kurze Zeit bis zum Diplom durchzuhalten,
und dann alle Möglichkeiten offen zu haben?
Könnte ja sein dass du mit deinem "Deppenjob" irgendwann nicht mehr zufrieden bist und eine angenehme Alternative erspähst,
für die du allerdings ein Diplom brauchst.
Ich denke auf 1, 2 Jahre kommt's jetzt auch nicht mehr an, und auch mit dem Diplom kannst du ja immer noch bei Lidl arbeiten. 
Jaja, die Stimme der Vernunft.
Genauso habe ich monatelang gedacht.
Die Sache ist nicht die, dass mich das Studium so ungeheuer ankotzt, sondern dass ich merke, wie ich immer tiefer in ein System gerate, das mich
auffressen will.
Meine Studiumsleistungen sind echt nicht das Problem. Auch wenn ihr mal wieder findet, das gehöre in den Angeberthread, es ist nur die Wahrheit: Bei
der schriftlichen Vordiplomsprüfung hatten in theoretischer Physik genau 2 von ca. 70 Leuten die Note 1,0 und eine davon war ich.
Ist halt so, in einem hochqualifizierten Job wird erwartet, dass man sich für sein Unternehmen einsetzt, voll und ganz für es da ist, ans andere
Ende der Welt reist, ohne sich die Gegend dort anzusehen und viel anderer Blödsinn. Von ner Putze erwartet niemand sowas, da weiß jeder, dass sie
das nicht zur Selbstverwirklichung macht, sondern weil sie das Geld braucht.
Außerdem nimmt mir mein Skelett das ewige Rumsitzen übel (Bauerngene :12: )
Und wenn man aus irgendeinem Grund das Gefühl hat, dass es so nicht weitergehen darf, so muss man genau dann aussteigen und darf nicht warten, denn
wer weiß, wann man das nächste Mal den Mut aufbringt.
Ich würde nur aus Feigheit so weitermachen wie bisher.
Und selbst wenn ich Reue empfinden sollte, wäre es prinzipiell kein Problem, mit dem Studium wieder anzufangen, ich bin mit die Jüngste im Jahrgang
und hab ein gutes Vordiplom, mich wird jede scheiß Uni nehmen, wenn ich in 2 Jahren mir einbilde, das Hauptstudium machen zu wollen - aber irgendwie
glaube ich nicht, dass das passieren wird. Ich bin recht stur, ich neige eher dazu, zu lange an einer Sache zu hängen.
Etwas andere möchte ich nicht studieren.
Die Philosophiestudenten, die ich kennengelernt habe, sind keine Menschen, in deren Umkreis ich mich dauerhaft bewegen möchte. Und vielleicht bin ich
ja voreingenommen durch die berümte naturwissenschaftliche Arroganz, aber was bitte lernt man schon in einem Philosophiestudium? Ich will nur die
Bücher lesen, die mich interessieren. Und der konzentrierte Blick auf ein formales System, z.B. auf die Lösung einer mathematischen Aufgabe
unterscheidet sich für mich grundlegend vom eher komparativen Zustand, in dem die Gedanken kommen. Diese assoziativen Dinge, die ich hier z.B.
geschrieben habe, die sind im Grunde völlig haltlos. Mir fällt die logische, klar beweisführende Darstellung "philosophischer" Sachverhalte
schwer, ich kann nicht gelehrt schreiben, nicht über Vielfältiges.
Wenns mir nur ums studieren ginge, würde ich weiter Physik machen, denn das Studium selber ist ok. Aber es ist ja so, dass das Studium auch
finanzieren werden muss. Ich habe schon länger den Gedanken verdrängt, dass ich mit einer Aktion, in der ich keinen längerfristigen Sinn mehr sehe,
weiter meinen Eltern auf der Tasche liege. Und jetzt hat mein Vater auch noch ne Gehaltskürzung gekriegt.
Und ein Philosophiestudium machen die eh nicht mit.
Nein, was anderes werde ich nicht studieren, Physik ist immer noch so etwas wie mein "Traumfach", nur, naja, vielleicht hatte ich gerade zuviel
Idealismus dabei.
Am Anfang war die Sache für mich auch eine ziemlich idealistische Angelegenheit. Ich hatte die ersten Semester sehr viel Mathe und zwar nicht so
einen abgespeckten Kurs für Nebenfächler, sondern die richtigen Mathevorlesungen, die auch die Diplom-Mathestudenten hören. Und das ist voll der
Hirndrill gewesen, aber irgendwie geil, weil es da überhaupt nicht um die Realität ging, sondern darum, ein perfektes geistiges Konstrukt zu
errichten, wo nicht das geringste Zugeständnis gemacht wird, sondern die Beweise glasklar und vollkommen sein müssen.
Aber auch die Mathematiker müssen irgendwann Sklaven werden und gehen dann z.B. in Versicherungen, um dort Prämien auszurechnen.
Das ist einfach unser System, da gibts keinen Platz für Glasperlenspiele. Nicht dass das Vorhandene weniger idiotisch wäre.
Ich habs ja teilweise echt versucht mit der Anpassung, weils mir vorher nicht so toll ging, ich fand, ich müsste mich halt überwinden und dann
würde das Ganze schon klappen und ich würde mich mit der Zeit an das gewöhnen, was man ein normales Leben nennt, aber dummwerweise ist mir das mit
der Zeit immer schwerer gefallen statt einfacher.
Nein, dieses "ich such mir meinen Platz in der Gesellschaft"-Projekt ist gescheitert.
Ein bisschen Zeit habe ich sowieso noch, denn im Moment gibt es saisonsbedingt keine Jobs. Für den Sommer muss ich mir aber was suchen, sonst flieg
ich daheim raus, wo ich gegen Unkostenbeitrag wohnen darf, ganz abgesehen vom Geld, das mir ausgeht.
Bei Lidl wede ich wohl nicht arbeiten, ich will nicht bedienen und ich will nicht verkaufen - zu viel Menschenkontakt *g*
ich finde nicht, dass es unbedingt die anpassungs-schiene ist, wenn man sich erstmal zum diplom "quält", bevor man landstreicher oder stubenhocker
wird
hat einfach mehr stil. ich dachte eigentlich, dass du ganz gut darin
bist, die leute um dich rum größtenteils auszublenden, also dich auch mal nur auf dich selbst zu konzentrieren. ich dreh das argument mit der
feigheit einfach mal um und sage, dass es viel größer ist, für die zwei jahre noch die ausreichende portion selbsthass aufzubringen, wo die
fachliche motivation nichtmehr reicht. ich hab zwar nicht viel mehr als ein semester hinter mir, aber mir ist meist relativ egal, was für
arschlöcher da vorne stehen, wenn ich von ihnen noch was lernen kann. und das muss ja nicht gerade die lebenseinstellung sein. irgendwie kann man
sich auch selbst fressen, wenn man sich zu viel sorgen drum macht, dass einen die konventionen auffressen.
ich würde dir ja noch was von großer weiter welt vorschlagen, aber darauf stehst du ja nicht so sehr. vielleicht wär aber das ein oder andere
auslandssemester den versuch wert?
ich kenn jemanden, der von philosophie zu info gewechselt ist, weil das studium wirklich nicht viel mit selbstständigem denken zu tun hatte, sondern
mehrheitlich darauf wert gelegt wurde, so viele große namen wie möglich zu zitieren.
zu der mathematik: ich bin eigentlich froh, dass ich nur die chemiker-mathematik lernen muss, weil ich mathe für ein könner-fach halte und deswegen
schnell frustriert bin, wenn ich was nicht hinkriege oder begreife :] "perversion im R4" schön und gut, aber ich mags dann doch lieber zum
vorstellen und so.. 
R4....
Also wir hatten meist n Dimensionen und auch nicht über den rellen Zahlen, sondern über allgemeinen Körpern.
Wobei ich jetzt auch schon nicht weiß, was Chemiker mit 4 Dimensionen sollen.
Und der Witz ist ja, dass ich nicht finde, dass ich von den Typen da vorne noch ernsthaft was lerne. Die klatschen ihr Skript an die Tafel und labern
noch ein bisschen was vom Lehrbuch raus. Da kann ich mir ebensogut ein Skript aus dem Netz holen und fertig.
| Zitat |
Tja, wenn alle Physiker-Jobs so sind ist das sicher die richtige Entscheidung für dich,
aber da gibt's doch sicher auch angenehme, nicht so überbezahlte Jobs, oder nicht?
Zur Not kannst du ja auch ein Buch schreiben, in dem du mit deinem hervorragenden Sarkasmus
die Welt der Physik beschreibst,
ich würd's mir jedenfalls zulegen. 
...außerdem dürfte die Motivation, ein einmal abgebrochenes Studium wieder aufzunehmen "krass gegen Null konvergieren",
du solltest dir die Sache also wirklich gut überlegen.
P.S.: Ich weiß, das klingt jetzt irgendwie belehrend, soll es aber nicht.
Ist nur die naive Ansicht eines Außenstehenden, vielleicht kannst du damit was anfangen, vielleicht auch nicht.
...wie auch immer, ich freu mich schon darauf, mir von dir und Jack beim Unity-Treffen die Quantenphysik erklären zu lassen. 
naja, maria, merkst du nicht, dass es bei dir für ein "normales leben" sowieso schon zu spät ist? - mit der abneigung, die du ja scheinbar
ständig hast, wird das nichts mehr. und von der warte aus wüsste ich auch nicht, was du in sonem seltsamen beruf zu suchen hättest, in dem man dich
mal für nen tag nach neuseeland fliegt (und du dort vor allem mit prestige glänzt.. oder was macht man da so kurz?). jedenfalls nehm ich dir dieses
"hohe risiko" nicht ab, das du wohl ständig mit deinem leben verbindest
also ich versuchs mal so: wenn du mit dem studium aufhörst, ist das genauso gut oder schlecht, wie wenn dus zuende bringst, aber deine gründe nehm
ich dir nicht so ganz ab. warum auch immer.
ach und wegen mathe: wir treibens auch mit n dimensionen, aber ich fand das mit der perversion im r4 lustig - das kommt auch nicht von mir, sondern
von nem ehem. kommilitonen von meinem vater. und ums "zu irgendwas brauchen" gehts shcließlich nicht immer.. im praktikum kleckern wir ja auch mit
zeug rum, was man heutzutage einfach in irgendwelche geräte wirft und nachher diagramme auswertet..
Der ist klug, ja was sind denn meine Gründe?
Da bin ich jetzt aber gespannt.
Bessere sind mir halt nicht eingefallen, schon möglich, dass ich irgendwelche Impulsivitäten hinterher pseudologisch untermauere, oder was sonst
willst du mir unterstellen?
@Yog-Sothoth
Also ich hab die QM nicht kapiert, ich konnte zwar den Scheiß runterrechnen, den die von mir verlangt haben, aber so richtig verstanden hab ich
nicht, was ich da tue. Ich habe mich höchstens daran gewöhnt, dass man es so und so macht, und dieses Turnen in dem formalen System gibt auch so
etwas wie Vertrautheit, so dass man schließlich so ein Pseudoverständnis hat - aber wirklich kapiert hab ich das nicht.
hm vielleicht?
ne, tut mir leid, ich will hier nicht deinen lebenswandel
banalisieren oder sowas. vielleicht war mir die argumentation auch einfach zu langweilig. noch antworten? dann könnte ich ihnen detaillierte fragen
zukommen lassen 
Ich will mich verkriechen, zu nem tieferen Grund komme ich nicht.
Aber wenn wir schon dabei sind, einander irgendwelche Sachen zu unterstellen, so sage ich, dass du die Gründe und die Argumentation aus einer Art
Selbstschutz heraus nicht akzeptierst, weil deine Situation im Wesentlichen nicht viel anders sind, du aber die Sache nicht hinschmeißen willst, denn
im 2. Semester ist ja alles noch weit weg.
Ach Gottchen, @Maria, da kommt noch so viel Scheiße in Deinem Leben auf Dich zu, wo Du Dich fragen wirst, wann Du endlich alles hinschmeißt und Du
wirst merken, daß es immer mehr Spaß macht, etwas von selbst zu beenden als es nur der Form halber durchzuziehen.
Die vorgegebenen Lebenswege sind nunmal nicht für alle gemacht.
Ich hab´ja auch mit dem 7. Semester alles geschmissen, einzige Vorteil, den ich heute, außer dem Wissen, daß ich noch ab und an mal anbringen kann,
aus dem Studium gezogen habe, ist, daß ich evtl. auf Religionspädagoge noch machen könnte, aber will ich den armen Kindern irgendeinen unlogischen
Scheiß von Gott beibringen???
Willst Du da in irgendeinem Job arbeiten, der Dich zum bestbezahlten Waffenspezialisten macht der Welt???
Meine Erfahrung ist, daß man nix, aber auch wirklich nix machen sollte, wenn man nicht dazu Lust hat. Und Lust kann ich bei Dir, was Dein Studium
anbelangt, schon seit längerem nicht mehr erkennen. Das hattest Du schon mal in einem anderen Thread gesagt.
Und überleben tut man immer. Das ist in Deutschland so, das wird auch in Österreich gehen. Die müssen uns intellektuellen Gesellschaftsverweigerer
ja auch irgendwo unterbringen, damit wir eben nicht anfangen, die Revolution zu starten.
Angehende Diplom - Physiker, die ihr Studium schmeißen oder zukünftige Pfaffen, die darauf scheißen, einen todsicheren (im wahrsten Sinne
TOTsicheren) Beamtenjob zu bekommen?
Wenn wir Mode machen, dann bricht die ganze Gesellschaft zusammen.
Ich freu´mich immer, wenn ich ehemalige Kollegen oder Kommilitonen treffe, die alle schon scheintot sind und mir denke, :"Wow, Du hast es noch
rechtzeitig geschafft, Junge!"
Das, was Du bis jetzt gelernt hast, kann Dir sowieso keiner mehr wegnehmen. Maximal ´ne Gehirnerkrankung, aber ansonsten ist das ja noch vorhanden.
Und niemand auf der Welt kann Dir verbieten auch in zehn Jahren nochmal weiter zu studieren, wenn Du dann wieder Lust hast.
Halt die nächsten Wochen mal einfach die Augen auf nach einem vernünftigen Job, der Dir Spaß machen könnte.
Du hörst Dich außerdem nach irgendwas mit Gartenarbeit oder Landbau an, wenn ich sowas höre wie "Bauerngene" oder so. Da hast Du wenig mit
Menschen am Hut, und solange Du keine Allergie hast, macht der Job auch Spaß.
Teste das. Und wenn das nix ist, mach was anderes oder fange wieder zu studieren an, wenn´s sein muß.
ok, maria, ich werds einfach mal ausprobieren.
Ach @Arne, das ist aber ein schöner, erfrischender Text, vielen Dank 
Aber rechne mit dem höchsten Protest Deiner Umgebung.
Ich würde mir erst was neues suchen und dann mal mit den Eltern reden.
Gott sei Dank lebte mein Vater nicht mehr, als sich sein Sohn entschloss, erst seine politische Karriere als Fraktionsgeschäftsführer aufzugeben,
dann sein Studium und anschließend noch seinen Beruf als Bankkaufmann an den Nagel hängte, um die Scheiße von geistig Behinderten wegtragen zu
können.
Aber selbst meine Mutter hat da noch gejammert.
Gerade Eltern wollen doch immer, daß ihre Kinder es mal besser haben (kommen aber nie darauf, daß sich "besser haben" auch mal in anderen Werten
als in Geld ausdrücken lassen könnte).
Viel Glück bei den ganzen Sachen!
Und das schönste im Leben ist eigentlich immer, wie ich jetzt seit zwei Jahren, wo ich mal wieder entweder nicht arbeiten kann wegen Krankheit oder
eben jetzt Arbeitslosigkeit, sich treiben zu lassen.
Das werden Deine Kommilitonen wahrscheinlich eh nicht raffen. Die ganzen Physiker, die ich kenne, sind erst glücklich, wenn sie ihr Leben bis auf die
neunte Stelle hinterm Komma vorausberechnen können.
Nun, da habe ich den größen Vorteil, nicht dem "Bildungsbürgertum" anzugehören 
Meiner Mutter habe ich es schon gesagt (ich bin ja nicht runtergefahren, das hat eine Erklärung erfordert), die war freilich erst ziemlich geschockt,
aber zwei Tage später fand sie es nicht mehr allzu schlimm, weil sie selber bloß Hilfsjobs gemacht hat, seit sie 20 ist und größere Ambitionen aus
ihrer Sicht nie für mich geplant waren.
Mein Vater wird ein größeres Problem, der hat noch nicht die geringste Ahnung von der ganzen Sache. Der war schon immer ziemlich hinterher, dass ich
gute Noten und so hatte, aber naja, er ist auch bloß ein Konditor, er und seine Familie haben bis heute nicht begriffen, was das überhaupt genau
war, was ich studiert habe, wussten nur, dass es mal ordentlich Kohle bringt. Und so unglücklich wird mein Vater auch nicht sein, wenn er keinen
Unterhalt mehr für mich zahlen muss.
Trotzdem wird das nicht toll werden, dem das zu verklickern, zum Glück muss ich das nur am Telefon machen.
Die Anteile meiner Verwandschaft mit den tollen Jobs, die sehe ich bloß 2mal im Jahr und die können mich schlicht mal.
Das wird die allerdings nicht davon abhalten, mir weiß Gott was zu erzählen.
Und sonst das Dorfvolk hier, das wird sich freilich das Maul zerreißen, aber die können mich auch mal, das ist nicht halb so "schlimm", wie ins
Kloster zu sollen und mit nem Kind zurückzukommen - das war der letzte Skandal, über den sie hergefallen sind.
Und was meine Kommilitonen angeht: Die meisten werden gar nicht merken, dass ich nicht mehr da bin. Es gibt eigentlich nur eine einzige, der es
wirklich auffallen wird - aus dem Grund, weil wir immer die Praktikumsexperimente gemeinsam gemacht hatten und sie nun alleine dasteht. Der hab ich
schon vor über einer Woche eine kurze Mail geschrieben, dass ich nicht mehr komme und sie sich leider jemand anders suchen muss - also da ist bislang
noch keine Reaktion gekommen, z.B. was ich jetzt denn mache oder so oder eine tiefere Frage nach den Gründen. Die hatte es noch nie so sonderlich mit
Sozialkompetenz, trotzdem fand ich diese Nullreaktion ein bisschen arg schwach, aber die wird schlicht keinen Bock haben, sich mit mir
auseinanderzusetzen. Kurz: von denen vermisst mich niemand und nervt mich folglich auch niemand.
Ich hab halt nie so recht in den Zirkel reingepasst und mich auch nicht drum bemüht.
Dieses Vorausberechnen des Lebens auf 10 Jahre oder so ist eh eine wirklich schlechte Angewohnheit, mit der man in den übelsten Fesseln landet, ehe
man es sich versieht. Ich sehe ein, dass man sein Leben auf so ca. 6 Monate vorausberechnen sollte, aber viel mehr ist schädlich und treibt die
Zombiefizierung voran - wie sollte man auch das Leben gegen die Übermacht von 10 Jahren verteidigen?
| Zitat |
Nö, eigentlich nicht schlimm, ist mir mal nie schlimm vorgekommen.
In der Schule hatte ich so bis zur Mittelstufe noch gelegentlich ein paar Spitznamen abgekriegt (irgendwann nannten sie mich mal "Tschernobyl", ich
weiß bis heute nicht, wieso), aber im Studium waren eigentlich alle immer nett zu mir. Man war auch mal gemeinsam im Kino oder sowas, aber es gab
nichts, das so weit ging, dass man einander nun vermissen würde.
Ach, wenn die Mutter schon meint, daß das okay sein könnte, dann ist das doch schon die halbe Miete, @Maria.
Ja, so finanzielle Druckmittel hatte ich immer weniger, ich bekam ja schon ´ne Halbwaisenrente, von der ich das alles meistens finanzieren konnte,
außerdem ging ich ja auch schon während des Studiums arbeiten. Und die paar Märker, die meine Mutter mir noch dazu schoss, konnte die sich auch
immer leisten. Das klappte immer. Insofern war der finanzielle Aspekt meiner Mutter ziemlich wurscht,.
Sowas hat aber auch kaum die ganzen Jahre irgendeine Rolle gespielt in meiner Familie. Ich genieße es jetzt mal richtig, jeden Monat mit jedem Euro
kalkulieren zu müssen. Nervt manchmal, aber immer noch besser, als sich tatsächlich vollständig zu verkaufen.
Und macht kreativ im Geldauftreiben.
...seltsam...
Ich war gestern bei meiner besten Freundin, und die meinte auch dass sie überlegt, mit dem Studium aufzuhören.
Ich kann sie auch gut verstehen, was will man mit Philosophie später beruflich machen,
und wenn sie dann auch mit ihren Kommilitonen nichts anfangen kann...
Eine Sache übrigens noch, über die ich nachgedacht habe:
Du meintest ja, dass der Abbruch des Studiums nichts Endgültiges sein muss, da du ja jederzeit wieder anfangen kannst,
allerdings glaube ich, dass folgendes dagegen spricht:
- Diplom / Magister werden abgeschaft, und auf Bachelor / Master hast du sicher keine Lust
- Studium wird immer teurer, wenn studieren dann am besten jetzt
- Der Stolz, nach einem abgebrochenen Studium wieder anzufangen (KA wie sehr das bei dir ins Gewicht fällt)
- Auffrischen des bisher gelernten wird recht aufwendig werden
Ich will damit nicht sagen, dass du es dir anders überlegen solltest, nur dass das mit dem Hintertürchen wahrscheinlich nicht so gut funktioniert.
Dieses Hintertürchen ist eher meine Ausrede für die anderen, damit sie mich nicht allzusehr nerven, wie sehr ich meine Zukunft versauen würde und
so.
Ehrlichgesagt ziehe ich das nicht im Geringsten in Betracht.
Was das Überlegen angeht, ich habe meine Wohnung gekündigt und meine Aufenthaltsgenehmigung ist vor ein paar Tagen abgelaufen.
Nö, ich hab nimmer wirklich die Wahl :13:
Und ich hab heute meinen Job für den Sommer gekriegt - mit diesen Idiotenjobs ist das geil, da kennt meine Mutter eine, die für ein paar Stunden pro
Woche ne Aushilfsputze für ihre Pension gesucht hat und dann tauscht man sich aus und meine Qualifikation ist überwältigend: ich bin jung und
kräftig, hab den Job schon gemacht und spreche fließend Deutsch *g*.
Und schon hat man den Job, ohne Bewerbung, ohne Vorstellungsgespräch (weil die mich eh vom Sehen kennen) und wenn die ersten WM-Flüchtlinge
antanzen, fang ich an.
Was "Besseres" zu suchen hab ich keinen Nerv, ist mir ehrlichgesagt ziemlich scheißegal, was ich tue (abgesehen von ein paar bereits erwähnten
Grundvoraussetzungen), ich sehe keinen Job, den ich nicht nur wegen des Geldes machen würde.
Wieso "Aufenthaltsgenehmigung"??
Ich dachte, Du studierst in Österreich und lebst da auch, oder ???
Und Du hast noch so viel Zeit, auch interessante Jobs kennenzulernen, die einem vielleicht auch mal irgendwann Spaß machen, da würde ich mir jetzt
an Deiner Stelle auch noch keinen Kopf drum machen.
Man landet nie da, wo man hin will, oder wenn schon, dann nur, wenn man da nicht mehr hin will.
Ich hab in Deutschland studiert, weil die Verkehrsanbindungen zu den nächsten österreichischen Unis ne Katastrophe sind und ich außerdem in Deutschland Abi gemacht habe.
Aber Österreich ist doch in der EU.
Braucht man dann ´ne Aufenthaltsgenehmigung noch für Deutschland???
(Sorry, ist ein bißchen off-topic, aber das wundert mich echt jetzt!)
Ja, scheiß System.
Ich bin mir nicht ganz sicher, doch ich glaube, die Ossis hier brauchen keine, aber in Deutschland braucht man als EU-Ausländer ne
Aufenthaltsgenehmigung.
Man braucht eine Aufenthaltsgenehmigung, hat aber einen rechtlichen Anspruch darauf. Reine Bürokratie.
*muhaha*, also wenn ich
- ein ausgefülltes Antragsformular
- einen gültigen Pass
- 2 aktuelle Lichtbilder
- Nachweise über die Sicherstellung des Lebensunterhaltes
- Mietvertrag
- Nachweis über eine im Bundesgebiet gültige Krankenversicherung
- Immatrikulationsbescheinigung
anschleppe, hab ich sogar nen rechtlichen Anspruch auf die gottverreckte Aufenthaltsgenehmigung.
Na scheißegal. lustig ist es trotzdem.
Das hört sich aber alles schon wieder wie ein Visum an.
Wenn man sowas nicht mal zu hören bekommt, wie das wirklich funktioniert, dann könnte man doch glatt den dummen Sprüchen von Politikern auf den
Leim gehen und glauben, daß es Freizügigkeit innerhalb der EU gäbe.
Alles bepißte, bekloppte Bürokraten hier in Deutschland!!!
hm, hab grad so halbzufällig nen songtext entdeckt, der ganz gut passt
(ich distanziere mich aber von jeglichen herz- oder seele-bildern, die stinken.)
the hellacopters - a heart without home
Such a long while now
Since my highs dropped to lows
You know the sad part is
It's starting to show
That I ain't been quite myself now
For quite a long time
What looked like a thousand bucks
Now turned out a dime
It's getting cold babe
I've been shivering for days
Not exactly lost
But I have still to find my way
As folks did before me
I guess that I'll roam
But the further I stray now
I wish things weren't so
l've got a heart without home
I sure ain't getting wiser
But I feel I'm growing old
I'm stuck here and I'm freezing
I don't know what to know
Back to where I came from
Is where I need to go
What's claimed as logic
Strike me as absurd
Down right paranoid
Might even be the word
With no method to their madness
And heavy on a roll
It will take whole lotta hard work
And a little more soul
I've got a heart without home
I sure ain't getting wiser
But I feel I'm growing old
I'm stuck here and I'm freezing
I don't know what to know
Back to where I came from
Is where I need to go
Also gestern hab ich doch glatt endlich meinen Arsch hochgekriegt und meinen Vater angerufen.
Der hat dann was von "verpäterter Pubertät" und "Identitätskrise" geschwallt, dabei war ich noch nie aus der "Pubertät" draußen (sprich:
aus der Phase, in der man sich ungern integriert und übers Leben nachdenkt) und was die "Identitätskrise" angeht, die habe ich, seit ich 14 bin -
ist doch auch psychotisch, wenn man meint, sich und die Welt zu verstehen.
Aber ich habe tatsächlich über ne halbe Stunde mit ihm telefoniert, das tat ich noch nie. Und noch besser: er hat dann noch mit meiner Mutter
gesprochen - das ist seit 10 Jahren nicht mehr vorgekommen *lol*, ich hätte echt als Teenie mehr Scheiße bauen sollen.
Ach ja, manchmal ist dieser Sumpf des Zwischenmenschlichen schon unterhaltsam.
PS: Heute hat einer auf seiner Beerdigung Bierzelt-Volksmusik spielen lassen - also manchmal mag ich die Leute echt *g*
Bierzeltmusik auf Beerdigungen.
Das muss ich mir merken. Mag´ich zwar nicht, aber hört sich als gute idee an.
Jetzt wirds langsam zum Blog hier.
Aber muss ja niemand lesen, den es nicht interessiert.
Also...
Ein Stück gutbürgerliche Verwandtschaft kam heute zu Besuch und machte den Fehler, mich zu fragen, wie denn mein Studium so läuft - oh Mann, die
gingen halb an die Decke.
Die sagen, putzen gehen sei keine Alternative und meine Perspektivenlosigkeit sei echt das Schlimmste - *lol* die hätten meine anderen
"Alternativen" sehen sollten.
Und dann machten sie nen mords Terror von wegen Ausbildung und Lehre und so nen Scheiß, das bräuchte man "um im Leben zu bestehen", ich fragte
dann halt "wieso" und kriegte nur die Antwort, ich sei doch intelligent genug, um das zu sehen, ich meinte, nö, dazu sei ich wohl zu blöd und sie
dann "nein, du bist nicht blöd, nur verbrettert."
Jetzt bin ICH verbrettert, weil DENEN keine vernünftigen Argumente für ihre Überzeugungen einfallen.
Die feinen Leutchen ließen sich sogar zur Behauptung herab, mir hätte wohl wer ins Hirn gekotzt - und zu allem Überfluss musste auch noch der
Psycho-Onkel herhalten, weil mein Lebenslauf anscheinend anfängt, seinem ähnlich zu sehen :12:
Dieser Onkel hat allerdings außerordentlich vernünftig auf meine "Pläne" reagiert - lag vielleicht am Lithium.
Ja und auf nen Anruf von Papi warte ich auch noch, der hat vor ein paar Tagen schon wieder mit meiner Mutter gequatscht (!) - erstmal hat er drei
Wochen mit niemandem darüber gesprochen und meine Oma weiß es immer noch nicht, er hat wohl Angst, dass sie davon nen Herzinfarkt kriegt.
Es ist echt witzig, man kann vor die Hunde gehen und es interessiert niemanden, solange nach außen alles funktioniert, aber bei so einer
vergleichsweisen Lapalie wie Studium schmeißen und putzen gehen, gibts nen riesen Aufstand - kein Mensch bedankt sich für das, was man nicht tut.
Da lobe ich mir meine andere Oma, ne trockene, wortkarge Bergbäuerin, der hat meine Mutter erzählt, was ich nun tue und ihr Kommentar war nur "sei
froh" :D
Zum Glück hat die meiner Mutter die richtigen Gene vererbt.
Schreib´ruhig weiter, @Maria, mich erinnert das wirklich an alte Zeiten, als ich lieber Pampers wegtragen wollte als Bankkaufmann oder Theologe zu
werden.
Gottseidank war damals schon ein großer Teil meiner Familie auf dem Friedhof platziert, so daß die keinen Terror mehr machen konnten, oder ich hatte
jegliche Kontakte abgebrochen.
Jetzt merke ich es allerdings auch wieder.
Durch die BfA habe ich jetzt das Angebot bekommen, Verwaltungsfachangestellter beim Land NRW zu werden, sind nur ganz wenige Stellen, die die
ausschreiben und ist ein Job, der todsicher ist. Ja TODSICHER! Da sterbe ich vor Langweile, auch wenn ich dabei bis ans Ende aller Zeiten nix tun muß
und gut verdiene.
Werde ich natürlich auch nicht machen. Ab Ende August habe ich was in Essen für ca. knapp 800 € netto in der Behindertenarbeit. Das ist zwar auch
kaum mehr als Hartz IV, aber wenigstens unterhaltsam.
Aber mein Männe ist ziemlich knatschig darüber und ich muß noch sehen, wie ich der BfA klarmache, daß die mich mal können.
Ich hab mir auch jahrelang von meiner Mutter anhören müssen: "Mach doch wenigstens eine vernünftige Ausbildung, sonst bleibst du dein Leben lang
Hilfsarbeiter."
Ist wohl symptomatisch für diese Nachkriegsgeneration, die im Zeitalter des Wirtschaftswunders aufgewachsen ist, dass der Wert eines Menschen in
erster Linie an dessen Berufsausbildung und Leistungsfähigkeit festgemacht wird.
Die müssen ja damals so verdummt worden sein, fast so schlimm wie in der Nazizeit oder der DDR... und als Ausgleich zum stressigen Berufsalltag und
dem Propaganda-Geschwätz vom "fleissigen Deutschen" gab's nur Heimatfilme und Musik von Peter Alexander. Sinnfreie, brave und lustige
Unterhaltung, damit man nach der Arbeit erst gar nicht auf die Idee kam, darüber nachzudenken, ob der ganze Stress wirklich sein muss und ob es nicht
vielleicht auch Alternativen geben könnte.
Naja, so erklär ich mir das dann jedenfalls immer, um zu verhindern, dass ich meiner Mutter nach einem ihrer Kommentare an die Kehle springe... Sie
weiss es einfach nicht besser.
Trotzdem kann diese Arroganz, mit der die Alten ihre Ansichten als die einzige unumstössliche Wahrheit darstellen, schon gewaltig nerven.
hmm. also bei mir ist der kreis der verwandten recht eng, die es wirklich interessieren würde, was ich tue und was nicht. mein opa väterlicherseits,
der selbst nicht studiert hat, der würde es wohl erst dann nichtmehr so toll finden, wenn ich mich komplett auf die faule haut lege. meine schwester
und meine eltern stehen (natürlich nicht diskussionslos) eigentlich "hinter mir", egal was ich mache. zumindest hab ich im moment keinen grund das
zu bezweifeln. noch jemand mit guten eltern hier? 
@maria, das klingt ja so als würdest du dich tatsächlich drüber aufregen, was dir die zombifizierte bourgeoisie erzählen will :] das hast du
eigentlich nicht nötig.
| Zitat |
hmm, meine "Pläne" sind schon ein bisschen karg :D
Die hatten mich halt knappe 4 Stunden zugeschwallt und mir insbesondere immer wieder gesagt, wie bescheuert ich bin und da reagiere ich ein bisschen
allergisch drauf, weil man mir das die halbe Kindheit über erzählt hat.
Ist vielleicht deshalb ein bisschen mehr Frust hängengeblieben, als angebracht gewesen wäre 
Ich hätte wohl einfach weggehen sollen, aber da wollte ich dann auch dagegenlabern.
Und der Witz ist ja, im Grunde interessiert es die auch nicht wirklich, was ich tue. Es ist nur so, dass ich bei denen den wunden Punkt erwischt habe.
Die sind nämlich voll drin in dieser Scheiße, haben "alles" und sind dennoch nicht glücklich, träumen vom Ausstieg, sind aber zu feige dazu,
weil ihr Sicherheitsbedürfnis zu groß ist und sie außerdem fürchten, dann nichts mit sich anfangen zu können.
Es kam halt nicht sonderlich gut an, denen (indirekt) zu erzählen, dass ich lieber putzen gehe, als so zu enden wie sie :D
Und wenn Selbstschutz-Überzeugungen angegriffen werden, (die selbstredend keine Grundlage haben) werden die Leute aggressiv.
Meine Mutter tickt zum Glück nicht so, die nervt mich nur hochgradig, wenn sie mit ihrem Christenscheiß anfängt - aber sie weiß es halt auch nicht
besser, das ist notwendiger Teil des Systems.
Jeder Generation ihre Verblödung 
Musiktipp dazu:
Georg Kreisler: Wenn alle das täten
"Bleiben sie doch mal ihrer Arbeit fern,
gehen sie stattdessen spazieren,
wenigstens vormittags,
das macht doch Spaß,
schlafen sie aus
oder lesen sie was.
Alles wird weitergehen ohne sie,
sie würden gar nichts riskieren.
Sie werden sagen,
wenn alle das täten,
dann wär das ein schrecklicher Schlag.
Ja, wenn alle das täten,
dann hätten halt alle
einen herrlichen Vormittag!
Oder machen sie gerade ihr Studium?
Und macht das Studium Sorgen?
Na, jung und gesund sind sie,
das ist doch fein,
lassen sie einfach ihr Studium sein.
Werden sie verhungern?
Bestimmt nicht gleich,
heute verhungert man morgen.
Sie werden sagen,
wenn alle das täten,
dann würde ja nichts funktionieren.
Ja, wenn alle das täten,
wenn alle das täten,
dann würde halt niemand studieren,
aber sonst würde gar nichts,
nein, sonst würde gar nichts,
rein gar nicht s den Leuten passieren."
Geht noch weiter, aber so gut hab´ich den Text gerade nicht im Kopf, daß ich den vollständig auswendig kann.