
Wenn ein paar Menschen beim Telefonieren im Auto einen Unfall bauen, verbietet man das Telefonieren am Steuer...
Da irgendwann mal so ein Unglücklicher beim Absichern einer Unfallstelle in dunkler Nacht von einem anderen Wagen erfasst und getötet wurde, müssen
nun Europaweit zig Millionen Autofahrer so ne Warnweste mit sich führen... genau wie schon länger diesen komischen Verbandskasten, von dem ich nicht
mal wüsste, wie er eigentlich aufgeht, geschweige denn, was ich damit anfangen sollte ausser mit dessen Gewicht einen am Strassenrand verendenden
Igel von seinen Leiden zu erlösen...
Aber ich schweife vom Thema ab.
Was ich eigentlich sagen wollte:
Für jeden Furz gibt es mittlerweile Sicherheitsvorkehrungen... dass ja niemand unserer wertvollen 80 Millionen Bürger (von denen der Planet Erde
garantiert jeden einzelnen dringend braucht, um weiter existieren zu können) durch irgendwas anderes getötet wird als durch eine im Altersheim
geplatzte Magensonde.
Jetzt ist wieder Schnee und Eis-Chaos auf den Strassen. Unzählige Autofahrer finden allmorgendlich auf den vereisten Autobahnen den Tod, weil sie
gestresst sind und hastig zu ihrer Arbeitsstelle gelangen wollen.
Ok, wir können nicht einfach den Eis und das Schnee verbieten... aber was man verbieten könnte, wäre doch (zumindet im Winter) diese kranken
Auswüchse unserer Leistungsgesellschaft. Es ist verdammt noch mal nicht gesund, morgens um halb sechs aufstehen zu müssen, nur um irgendwo einen
ergonomisch geformten Bürostuhl mit seiner wärmenden Anwesenheit zu beglücken.
Ich fordere ein Verbot der Arbeit...
aus Sicherheitsgründen, weil so viele Menschen beim Weg zur Arbeit oder bei dem Rückweg von der Arbeit ums Leben kommen! Und Discos und
Tanzveranstaltungen verbieten wir aus dem selben Grund gleich auch. Oder wir verbieten einfach sämtliche Autos, dann ist das leidige Problem mit der
Verkehrssicherheit ein für alle mal gelöst, und niemand muss mehr Punkte in Flensburg fürchten, weil er mit nem Glas Nordhäuser Doppelkorn zu viel
im Magen in seinen Trabanten gestiegen ist.
und für alle Quereinsteiger die Message dieses rätselhaften Postings:
STOP THOSE SAFETY-MANIACS (before they take your life in order to save it from you...)
ich sag dazu nur eins: ich würde lieber einen oldschool-mustand fahren, wo man noch ackern muss für die kurven, anstatt einen mercedes mit esp und den ganzen spielereien.
Sicherheitsvorkehrungen sind sicher nicht falsch. Es gibt aber natürlich auch vieles, was übertrieben oder unsinnig ist. Ich bin zwar kein
Autofahrer, aber ich denke ein gesundheitsbewußter Fahrer weiß, wann er telen kann und wann nicht. An das Handy-Verbot halten sich vermutlich eh nur
diejenigen, welche sowieso gewissenhaft fahren und dieses Verbot gar nicht bräuchten.
Ich denke nicht, dass es wegen so einem Verbot weniger Unfälle gibt.
Ich finde es aber schon gut, wenn das Leben sicherer wird, schließlich häng ich ja an meinem. :P
Ich habe auch nichts gegen Sicherheit.
Aber gegen Sicherheits-Wahn... den Glauben daran, dass man alles kontrollieren muss, am besten sogar noch das Wetter... dieses zunehmende Entfremden
des Menschen von seiner Natur, von seinem Körper und auch den negativen Seiten des Lebens.
Die Menschen werden immer älter...
meine Oma beispielsweise hat schon ewig lang Alzheimer, vegetiert eigentlich nur noch dahin, kriegt nix mehr mit von dem was um sie herum passiert...
ihre natürliche Lebensuhr wäre vermutlich längst abgelaufen. Doch dank Medizin und Herzschrittmacher geht's ihr körperlich gut und so sitzt sie
weiter jeden Tag wie das Gemüse auf ihrem Teller im Altersheim rum.
Die Pharma-Industrie freut's... und wenn man die Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung der nächsten 50 Jahre anschaut, dann wird es bald noch
viel mehr solcher Fälle wie meine Oma geben, und immer weniger, die diese dann mitversorgen müssen.
Es wird immer enger auf diesem Planeten.
Dass sich jeder am liebsten ganz hundertprozentig sicher fühlen will, ist aus seiner individuellen Sicht natürlich bestens nachvollziehbar.
Doch macht uns Menschen diese Sicherheit, diese ganzen Gesetze und Verordnungen, diese Einschränkungen der persönlichen Freiheit, nicht zu etwas,
was wir eigentlich nie hätten sein sollen?
Sorry, aber da kommt dann eben wieder meine alte Krieger-Mentalität durch. Ich würde nunmal lieber in einer freien, etwas gefährlicheren Welt leben
wollen, in der ich der Gefahr ins Auge sehen und mich im Bedarfsfall wehren kann, als in einer sicheren Welt, in der ich und die anderen Menschen
ständig kontrolliert und von einem Heer von Beamten gehegt und beschützt werden wie eine Herde naiver, unselbständiger Schafe.
Aber wer weiss.. vielleicht besiegt unsere westliche Zivilisation bald auch noch den Tod... das Leben davor hat sie ja schon so gut es geht
eingeschläfert und kaputt gemacht.
määääh! 
Es sind zwei Thesen, die Du damit ansprichst:
1. Die Sicherheit im Leben, die tatsächlich zu einer Bedrohung für die gesellschaftliche Gesundheit wird. Als ich jetzt in der Reha war, erzählte
in einem Vortrag eine Psychologin, daß sie davon ausgeht, daß mittlerweile 25% der Bevölkerung depressiv sind. Ich selber hatte nach meiner
Hirnblutung ja auch ´ne kurze einmalige depressive Episode. Die ist zwar schon durch Tabletten ganz erträglich geworden, aber richtig glücklich
fühlte ich mich erst wieder, als mir mein Chef wegen Jointdrehens im Job sagte, das liefe wohl auf eine fristlose Kündigung heraus. Ich war seit
vielen Jahren nicfht mehr so glücklich, hatte ich den Eindruck.
Wir leben in einer Zeit, wo alle nach Sicherheit streben und das auch aus dem Grund, weil uns erzählt wird, daß es uns sonst dreckig gehen würde.
Aber es hat kaum noch jemand den Mut, daß mal auszuprobieren. Ich wollte schon mal als 15jähriger einfach weg, hab´s aber nie gemacht. Jetzt, wo
ich arbeitslos bin, fühle ich mich eigentlch ganz wohl, wenn ich auch irgendwann mal wieder arbeiten gehen will. Aber man kommt mit knapp über 1000
€ ALG gut durch und die Neugierde auf das, was ich danach mache, macht mich recht froh. Es geht mir ohne die Sicherheit meines alten Jobs (ich
hätte eigentlich gar nicht rausfliegen können, weil ich unkündbar war) wesentlich besser als wie mit diesem Scheißjob. Aber das man auch ohne
Absicherungen glücklich leben kann, darf natürlich nicht propagiert werden. Denn, wenn alle das täten, würde sich dieses System nicht mehr lange
halten können, denn dann würden die menschen begreifen, daß das Leben angenehmer wird ohne Fremdbestimmung.
2.Du sprichst auch den Autoverkehr an. Den halte ich wiederum für völlig überflüssig. Die sollen gefälligst den ÖPNV ausbauen, dann braucht kein
Mensch mehr Autos, vielleicht noch Krankenwagen und ´n paar LKWs und natürlich Linienbusse. Wenn es wirklich jemanden darum ginge, Menschnelbene
irgendwie schützen zu wollen, wäre das Verbot des motorisierten Individualverkehrs die Lösung. Aber das bringt kein Geld bei Daimler - Chrysler,
deshalb kommen solche Schwachsinnsideeen auf, Schutzwesten und Verbandskästen zu propagieren. Die müssen sich die Leute dann kaufen und das sorgt
für Wirtschaftswachstum in diesem beknackten System. Besonders lustig wird der allgemeine Lebensschutz, den viele vorgeben zu haben, wenn man
bedenkt, was für ein Theater früher gemacht wurde wegen dem Schießbefehl an der deutsch-deutschen Grenze. Im ersten Jahr nach der Grenzöffnung
sind auf dem Gebiet der DDR mehr Menschen im Vergleich zum Vorjahr gestorben als wie es je Todesfälle an dieser Grenze gab. Das zeigt wieder die
Heuchlerischkeit dieser Lebensschutzbestimmungen.
| Zitat |
@dian
Dass es die Pharmaindustrie freut wenn die Leute immer älter werden und damit verbunden viele Medikamente konsumieren müssen, ist ein sehr
interessanter Aspekt. Ich kann dem noch hinzufügen, ich habe mir darüber selbst schon Gedanken gemacht, angeblich hätte Aids schon längst besiegt
werden können, aber da der Markt mit lebensverlängernden bzw. Lebensqualitäts verbessernden Medikamenten für Aidskranke boomt, wäre es
wirtschaftlich gesehen sehr dumm, ein solches Präparat auf den Markt zu bringen.
Es wird immer zuerst wirtschaftlich gedacht, danach menschlich, was bei mir einen ziemlichen Hass entfacht, jedoch ist es wahrscheinlich erforderlich
so zu handeln. Denn was würde passieren, wenn das System nicht mehr funktioniert oder kollabiert? Ich habe mir darüber noch nicht so viele Gedanken
gemacht, aber ich denke die am besten funktionierende Staatsführung ist wohl die Demokratie. Wenn aber jemand eine Idee hat wie er es besser machen
kann, fände ich das gut, jedoch halte ich das für sehr schwierig. Ich wäre ja für Monarchie mit mir als König. :D Sorry, nicht falsch verstehen!
Nur ich finde halt, so jemand wie ich wäre dafür gut geeignet. Ich würde versuchen dafür zu sorgen, dass es allen gut geht und alle so leben
können wie sie es möchten. Ich würde Krankheiten besiegen, den Terror und den Hass beenden, die Erde in einen wunderschönen Garten verwandeln und
mein Utopia entstehen lassen und jeder der mir dabei im Weg steht, wird natürlich vernichtet. :D Okay, genug der Abschweifungen. *g*
Die Sache mit dem Polizeistaat und seinen Schafen, welchen du angesprochen hast, finde ich grundstätzlich nicht nur schlecht. Ich bin zb. auch dafür
bei uns in Unterführungen Kameras zu installieren, da hier öfter mal etwas passiert. Nicht weil ich Angst um mich hätte, nein, ich bin nicht das
typische Opfer, aber Frauen und ältere Leute. Ein Überwachungsstaat hat seine Vorteile, jedoch würde ich es nicht wollen, dass ich zb. im Internet
heimlich überprüft werde, meine emails gelesen, meine privaten Gespräche mit meiner Freundin abgehört werden und ich nichts mehr sagen kann ohne
Angst haben zu müssen, dass irgendwo in meinem Zimmer eine Wanze versteckt ist.
Natürlich habe ich nichts zu verbergen, jedenfalls nichts wofür ich ins Gefängnis kommen würde. Trotzdem hat man doch das eine oder andere kleine
Geheimnis, was trotzdem nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Ich finde es jedenfalls sehr beängstigend, ein gläserner Mensch zu sein. Auch
fällt mir da ein beängstigendes Zitat aus einem Film ein, in dem es auch um einen Überwachungsstaat ging, der lautete so ähnlich wie: "Und wer
überwacht die Überwacher?".
Ich persönlich denke, ein Mittelding könnte funktionieren, wie gesagt, zb. Kameras in der Unterführung sind sicher sinnvoll und greifen wohl nicht
zu sehr ins Privatleben der Menschen ein.
Ein mögliches Problem wäre natürlich, dass es Leute geben würde, welche versuchen würden, diese Cams, aus welchen Gründen auch immer,
kaputtzumachen...
Aber man kann sie ja mit einem MG ausrüsten, das habe
ich schon in Computerspielen wie Half Live 2 und Vampire Bloodlines gesehen. :D
Nagut, vergiss das mit dem MG wieder, du siehst schon, ich bin etwas verrückt, nicht alles so ernstnehmen was ich sage. 
Was die Sache mit dem Tod besiegen angeht, ich würde sehr gerne "unsterblich" sein, dann hätte ich Zeit, alles zu tun was ich möchte und ich
könnte selbst entscheiden, wann und wie oder ob ich überhaupt sterben möchte. (Ich nehme an Unverwundbarkeit ist nicht drin ne?
)
Grundsätzlich würde ich gerne in einem Paradies leben in dem alle Menschen glücklich und in Sicherheit miteinander leben können, so wie sie es
wollen, jedoch darf keiner dem Anderen schaden.
@Arne Kroger
| Zitat |
@Dian:
Sorry, die Formuzlierung war auch unsauber. Ich hatte das schon beim Schreiben bemerkt, daß ich besser einen neuen Satz angefangen hätte. Ich meine
folgendes: Es gab Tote an der deutsch - deutschen Grenze durch den Scjhießbefehl. Da ich auch keine ganz genauen Zahlen habe, nenne wir die Summe der
an der Grenze erschossenen mal X. Es gab auch schon in der DDR Unfallopfer durch Verkehr. Nennen wir das y. Nach der Grenzöffnung, wo die nun alle
statt Plastikauto mit echten konfrontiert waren, gab es aber viel mehr Verkehrstote, also y + z. Und y + z ist viel größer als x (X = an der Grenze
erschossene Menschen). Das heißt, die Grenzöffnung hat mehr Menschen das Leben gekostet, als es der Schießbefehl tat. Das ist das Perverse.
@Vino:
Da gab es mal vor Jahrhunderten einen Lösungsansatz von jemanden, der Marx hieß. Der nannte seinen Lösungsansatz Kommunismus. Leider wurden die
Vorstufen zum Kommunismus, der Sozialismus nur in Staaten praktiziert, die auch vorher schon zentralistisch regiert waren. Z.B. in Rußland oder in
Ostdeutschland nach dem III.Reich. Und so waren dann auch diese Staaten nicht unbedingt die tollsten Staaten. Aber ich glaube immer noch, daß eine
Planwirtschaft besser ist als eine freie Marktwirtschaft.