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Autor Betreff: Trouble Shooting
Seraphime






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Motto: Kein Motto

[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 12:51
Trouble Shooting



Hallo Liebe CommUNITY

Bitte rettet mein Weldbild!

Ich habs nie gesehen, immer nur davon erzäht bekommen. Musst es verdrängen um keine Folgeschäden davon zu tragen. Ignoriere es schon eine Weile erfolgreich. Werds hoffentlich auch noch ne Weile packen.... Die Jenigen die mir davon brichten finden´s "voll geil" und unterhalten sich eingehend drüber. Allein das hören der Tatsachen bringt mich an den Rand des Brechreizes.
Hab´s bis jetzt als Modeerscheinung abgetan und an das gute im Menschen gelaubt.

Ja das gut im Menschen...
Der Glaube ging mir neulich verloren als ich einen Blick in die aktuelle Fernsehzeitung warf.

:20: SAW :20: läuft im FreeTV :22: :33: :35: :47:

Bestimmt gibts auch hier Leute die "Voll Geil! Wann? Scheiße schon vorbei."
posten (/Target Kepab /winken), aber bitte hört mich an (oder lest mich aus, wie auch immer).
Der Film selbst stört mich nich wirklich solang ich ihn nich sehen muss.
Was mich dagegen wirklich stört is das Feedback.....
In meiner bis neulich noch nich ganz zerstörten Welt war es mir unvorstellbar das schätzungsweise
75% der 18 bis 28 Jährigen sich das ansehen, wie jeden nomalen Horrorfilm.
Kennt ihr noch die alten Zeiten wo man mit seinem Lebensabschnittsgefärten Horrorfilme sah, sich aneinandergekuschelt und gegruselt hat? M. Meyer schwingt ein Messer (scenenwechselI) Blut an der Wand / und meine Freundin schreit mit dem Opfer im Chor.... Ja ja die alten Zeiten..... Is das noch Gruseln was uns heut angeboten wird? Es wird als "Film" abgstempeln und sich drüber unterhalten wer wie grausam sich was wie abgehackt hat. Desto detailreicher desto besser...
Ich kenn fast alle teile auswendig (wenn man das auf die blutigen Scenen bezieht) abwohl ich noch nix davon gesehen hab. Ich weiß wer sich was und wer wie und das sie ..... und :57:
Ich wollt es nich wissen! Ich glaub mir würds etwas besser gehen wenn ichs nich wüsste. Was mich zu der Vermutung bringt das es auch an denen die es gut finden nich spurlos vorbei gehen kann!
Wie kann mann, wenn mann vohrer weiß was man für Bilder zu sehen bekommt, das sehen wollen?
Sind das normal Menschen, oder leben wir wirklich in einer Rasse von Monstern, wie es einst ein junger Amerikaner nannte, der die Öffnung der Konzentrationslager durch alliierte Truppen im Fernsehn sah?
Oder bin ich nur ein armes paranophrenes(schizonoid? ich weiß nich mehr)) Weichei?

....... Jetzt erstma gute Laune tanken und mir meine durch den Stress verlorenen 2 Wochen Lebenszeit zurückholen.... (/rauchen) Sonst schneid ich mir noch was ab oder zertrümmer mir Gliedmasen oder stech mir Sehvorrichtungen aus oder fall in Crackspritzen und bin im 2. Teil der Psychopat oder sowas....

Diskutiert bitte ohne mich in der Luft zu zerreisen.

Ach ja, neben bei, ich hab die Lösung für alle Saw geschädigten.... Ich hatte ab und zu solche Bilder im Kopf die ich nicht da haben wollte: "An bombe gekettet selbstverstümmeln oder sterben" bis ich raus fand was an einer der stellen der armen Seelen im Film geholfen hätte.....
Es is so einfach !))) Wie sterben alle früher oder später und keiner möchte ertrinken oder vom Hai gefressen werden sprich möglichst wenig Pain, am besten friedlich einchlafen.....
Leute falls ihr mal an bomben oder ähnliches gekettet seid und euch nur diese absurde Wahl bleibt
Chillt und sterbt

mit möglichst viel fassung....

Warum das helfen soll? würd ich in einem anderen Thread klären wenn Bedarf besteht.

Ach ja. Es tut mir leid das ich mich im Forum noch nicht vorgestellt haben ich hoffe das dieses Thread einwig Einblick gibt und mir das "Hallo, ich bin volgendes...." dadurch erspart bleibt.

Ich freu mich auf den ersten "Weichei" post!)

Vielen dank fürs Lesen!
Euer Seraphime
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dian




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Motto: Kein Motto

[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 13:41


Etwas befremdet war ich höchstens, als ich in "Scary Movie 4" in einem Kino saß, das mit lauter vor-pubertären 11- und 12jährigen gefüllt war... und als die dann plötzlich alle im Chor losgelacht haben, als die Jigsaw-Parodie an der Reihe war. Da hat man gemerkt: Die wissen ganz genau, was da gerade parodiert wird. Na gut, ich hab mir in dem Alter damals auch "nightmare on elmstreet" und ähnliches reingezogen... aber damals war ich mit dieser Vorliebe noch ein Außenseiter. Da haben sich vielleicht die zwei oder drei größten Psychos der Klasse dafür interessiert... alle anderen haben lieber über Fußball oder Musik geredet. Heute scheinen Horrorfilme (dank Scream und co.) ja wirklich Events für die Massen geworden zu sein.

Ok, aber jetzt verstehe ich erstmal nicht, was genau dein Problem ist.
Wie ich das aus deinem Posting herauslese, hast du Saw gar nicht gesehen... Du hast einfach nur irgendwelche Leute darüber reden gehört und dann daraus geschlossen, dass der Film eine primitive Abschlacht-Orgie sein muss, in der es um nichts anderes geht als darum, wer sich wann den Fuß abhackt. Habe ich das soweit richtig verstanden?
Dabei ist zumindest der erste Teil von Saw ja wohl einer der intelligentesten Horrorfilme der letzten Jahre... (meines Erachtens auch intelligenter als alle Filme mit Michael Meyers und Jason Vorhees zusammengenommen.)
Dass die Filme immer brutaler werden, sehe ich auch nicht. Klar, zur Zeit boomen gerade wieder solche Filme wie Texas Chainsaw Massacre, The hills have eyes oder Hostel.
Allerdings sind es größtenteils Remakes alter Filme aus den 70ern, die uns da präsentiert werden. Und als Fan muss ich sagen, dass die Filme nicht unbedingt zwangsläufig blutiger geworden sind. Sie sind vielleicht lauter und hektischer geworden... aber rein vom atmosphärischen, und vom Grusel- und Ekelfaktor her, gibt mir ein alter, langsam erzählter Schocker wie "Last house on the left" bis heute mehr als die meisten aktuellen Popcornkino-Remakes.
Von alten Kannibalenfilmen fang ich jetzt gar nicht erst an... Da siehst du, wie die einer Frau die Nippel abschneiden und sie dann auf einen Spieß stecken und anknappern, etc. Im Vergleich dazu ist Hostel ein netter, kommerzieller Familienfilm. Und dabei sind diese Filme teilweise schon über 30 Jahre alt.
Also dass es immer blutiger und perverser wird, kann man, wenn man sich etwas mit der Materie auseinandergesetzt hat, eigentlich nicht behaupten.

Was ich hingegen beobachte, ist, dass Filme generell (nicht nur Horrorfilme) von immer mehr Menschen nur noch konsumiert werden um des bloßen Konsums willen. Keine Ahnung, wie das früher war... aber dieses ganze Eventkino- und Blockbuster-Geschwätz der Medien geht mir schon ein wenig auf den Zeiger.
Ich meine zumindest, dass man früher die alten Star Wars-Teile nicht in erster Linie deshalb toll gefunden hat, um mitreden zu können, sondern weil einen das, was man da auf der Leinwand gesehen hat, damals noch wirklich aufrichtig fasziniert hat.
Ich weiß nicht, wie das bei Horrorfilmen war... ob man Kannibalenfilme jemals ernstgenommen hat, oder ob da nicht auch damals schon alle im Kino sturzbetrunken waren und sich einfach nur einen runterholen wollten.
Jedenfalls merke ich als Filmfan, der oft ins Kino geht, dass die wenigsten Menschen sich überhaupt für den Film interessieren, den sie da gerade schauen. Klar, sie nehmen die Explosionen wahr, die Gags, und die ungefähre Handlung... aber sie lassen es nicht so an sich ran, wie vielleicht früher in den 60er Jahren die Kinozuschauer Winnetou an sich rangelassen haben.
Man fiebert heutzutage nicht mal mehr richtig mit, weil ja eh jeder schon alles gesehen hat. (Da ist auch das Überangebot mit dran schuld.) Ich bin ja immer eher einer von denen, die fast an jedem noch so schlechten Film noch irgendetwas Gutes entdecken können, und die einen Film noch als Kunstwerk zu begreifen versuchen, auf das man sich einlassen muss.
Aber ich glaube, die allermeisten schauen sich einen Film nur deshalb an, um entweder die Zeit totzuschlagen, um im Freundeskreis ein Gesprächsthema zu haben, oder um endlich mal wieder einen Eimer Popcorn essen zu dürfen.
Ich finde das schade... und manchmal denke ich, man sollte den Eintritt für Filme fünfmal so hoch ansetzen, vielleicht so hoch, wie bei einem Konzert... damit dann wie bei einem Konzert eben nicht jeder Depp, dem gerade langweilig ist, da hin geht, sondern nur Leute, die sich wirklich für das Gebotene interessieren und die sich darauf einlassen wollen.
Also ich als Filmfan bin strikt gegen diese Eventisierung, die mit Filmen heutzutage betrieben wird. Es schadet letztlich der Qualität der Filme... weil sie oft speziell für ein Publikum gedreht werden, das immer anspruchsloser und manipulierbarer wird. Denen kannst du den letzten Dreck als "Event" verkaufen. Hauptsache, du hast ein ordentliches Werbebudget.

Und ja, ich sehne mich auch ein wenig nach der Zeit, als es noch etwas besonderes war, wenn man sich einen Horrorfilm aus der Videothek ausgeliehen hatte, weil bei ARD und ZDF außer "Poltergeist" und irgendwelchen 60erJahre-Filmen mit Vincent Price nichts in der Art lief.
Heute steht jeder Depp auf Horrorfilme... das ist wie mit den Videospielen.
Ich vermisse die Zeit, als man noch ein Freak war, wenn man ein Mega Drive und ein SNES im Haus hatte. Heute hat doch jeder Depp seine Playstation... auch solche Leute, die sich vor 15 Jahren, als Videospiele noch "uncool" waren, überhaupt nicht für so etwas "Kindisches" interessiert hätten.
Das nervt mich als überzeugter Videospiel-Fan dann schon etwas... und genauso nervt es mich auch als Filmfan, dass sich Leute etwas anschauen, obwohl ihr Herz eigentlich überhaupt nicht bei der Sache ist. (Aber gut, man kann's ihnen ja schlecht verbieten.)
Und als Musikfan nervt mich, dass im Radio Musik gespielt wird, die nur noch dazu dient, den Menschen für den Hintergrund eine Geräuschkulisse zu liefern. Niemand macht sich während des Arbeitens im Büro oder beim Bügeln noch Gedanken darüber, was der Künstler mit seinem Werk eigentlich aussagen will. Darum geht es längst nicht mehr. Das ist wohl der Zeitgeist.
Aber falls es dich beruhigt... genauso ist es diesen blutgeilen "Boah, krass, der hackt sich den Fuß ab."-Partyguckern scheißegal, was sie da eigentlich gerade anschauen. Da steckt keine Ideologie dahinter außer dem puren Konsum. Also dass da die neue Serienkillergeneration von Morgen herangezüchtet wird, braucht man wohl nicht zu befürchten. Da werden lediglich neue Konsumenten für Horrorgames herangezüchtet, wegen denen sie sich dann eine PS3 kaufen müssen. :D
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Seraphime






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[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 14:29


Du hast natürlich recht. Ich darf mir, ohne den Film gesehen zu haben kein Urteil bilden.
Ich hab auch oft gehört das der Streifen inteligent sein soll. Ich bestreite das auch nicht, aber leider hört man das erst wenn man fragt was an dem Blutbad so toll sein soll. Vorher is nur relevant wie detaliert das Blut fliest. Es gibt solche Filme schon lange und schon lange gibt es leute die drauf abgehen, aber wenn bei einem Gespräch unter Erwachsenen der Name "Saw" fällt und ein 12 jähriger liebenswürdiger Mensch fragt "Saw 1 oder 2?" dann fehlen mir einfach die Worte...
Und gerade deine Aussage über das standartmäsige Konsumieren von Fimen aller Art und durch fast jeden Spast, macht bei mir alle Lampen an, in Bezug auf Saw und ähnliches.
Mich stört der Film an sich garnicht. Die Menschen dahinter und davor machen mir Sorgen.

Mal ein Beispiel für meinen Konflikt.
Du als Zocker kennst bestimmt Gand Theft Auto 1 und 2 noch, dieses draufsicht Gangstagame.
Fand ich damals ziemlich gut. Wollt ich mir kaufen dummer weise mit meinem dad.... fsk 16, eine blutige
Autoreifenspur auf der Pakung.... "Das Gibts nich!", "Och Papa" "Nein!".....
Dann kam irgendwann teil 3 raus komplett 3d. Gute Wertungen bekommen und ich wollts zocken.
Dank dem Internet hat Dad keine Kontrolle und da wars das neu Ganstagame.
So Leute erschießen im Drogen krieg und autodiebe zusammenschlagen die ihre Miete nich bezahlen, alles ok, war irgendwie zu erwarten... dann kommt "Bring den Typ um" ok kein Hit! "Mit dieser Kettensäge" Wie echt? "ja und nur damit!"
Das is einfach nich gerechtfertigt, tut mir leid! Eine Spielumgebung zu schaffen in dem man Menschen schnetzelt is ja standart aber es muss doch noch menschlichkeit und verantwortungsbewusstsein geben.
Das Spiel wär nicht unineressanter wenn man den nich mit Kettensäge umlegen sollte. Also Warum? Wofür? Damit die richtig perversen was zum lachen haben? Ich erinner nur an den Flammenwerfen und die brennenden Menschenhaufen die man damit wunderschön in 3d erzeugen konnte.... Muss das so?
Es scheint als wolle man jedes Klieschee auf Teufel komm raus believern. Zu was führt das?
Ich fühl mich irgenwie gut dabei diese Unmenschliechkeit für mich als soche zu werten und das auch damals schon getan zu haben. Aber ich hab Angst um Kinder und um evtl. meine Kinder! Es ist unmöglich zu garantieren das Kinder bzw meine Kinder ein ähnlich humanes Bild entwickeln....
Sobald mein Kind in der Schule ist hab ich keine Möglichkeit mehr einfluss zu nehemen ob´s ein kiffender HipHoper, ein radikaler Nazi, ein eingeschüchtertes Weichei, oder aifach nur Sozialhilfe Empfänger wird...

Ich sehe das ganze als Entwicklung des Menschen und Saw is sowas wie ein Stück Eisberg aber noch lang nich die Spitze....
Vieleicht out ich mich ja aber ich Liebe den Film Fight Club! Kann mir jemand erklären warum dieser in meinen Augen sehr gute Film ein Flop im Kino war? und warum Millionen auf Saw, Hostil, HHE, and stuff abgehen?
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Cass3l




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Motto: Kein Motto

[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 14:31


@dian:
Deine Auseinandersetzung bezüglich des Umgangs mit den heutigen Filmen oder besser gesagt Medien im Allgemeinen hätte ich größtenteils nicht anders geschrieben. Hast mir viel Arbeit abgenommen. :D

@Seraphime:
Also zuerst mal: Willkommen in der Unity. ;)

Los gehts. Warum urteilst du über einen Film, den du ja (anscheinend) noch nicht einmal gesehen hast? Und es ist klar, dass man da nichts Gutes drüber denkt, wenn man den ganzen Tag nur hört, wie sich irgendwelche von diesen Yeah-Ich-Muss-Jeden-Brutalen-Splatter-Horror-Sehen-Kiddies über die ach so brutalen und blutigen Exzesse der heutigen Remake-Regisseur-Fraktion unterhalten. Aber das ist doch totaler Quatsch. Also bevor du sowas schreibst, solltest du dir wirklich erstmal den Film ansehen. Ich selbst war zwar auch nicht begeistert von Saw (Wenn du meine Meinung dazu lesen willst, dann schau dir mal den "Aktuell im Kino"-Thread an, weil ich gerade keine Lust habe, das alles nochmal zu sagen), allerdings muss man Saw objektiv gesehen wenigstens zusprechen, dass man etwas Neues versucht hat.

In der momentanen Remake-Welle überhaupt noch einen guten Horrorfilm(Regisseur) zu finden, ist verdammt schwer und kann ja schon fast zur Lebensaufgabe werden, dank absoluter Marktüberflutung mit überflüssigem Müll wie Texas Chainsaw Massacre. MIch regt dieser Wahn der Filmemacher auf, dass sie einfach nur jeden Film (Sei es nun ein amerikanischer Kult-Horrorstreifen aus den 70ern wie TCM oder gerade mal 3 Jahre alte japanische Schocker wie Ringu oder Ju-On) wieder neu auflegen müssen. Und jedes mal sieht das Erfolgsrezept folgendermaßen aus. Man baut bei Filmen, die früher gar nicht mal so brutal waren, sondern eher subtil gruselig, überall wo es geht brutale Schocksequenzen ein, um für schreiende Kiddies zu sorgen. Ich nehme da nur mal als Beispiel The Texas Chainsaw Massacre. Da war es früher einer der originellsten und vor allem gruseligsten Filme, in dem nur 2 Menschen umkamen. Und heute macht man einen Film, bei dem alle abgeschlachtet werden, natürlich mit tollen Bluteffekten und ultraschnellen Schnitten sowie ausufernder Folterszenen (Im neuen, die Bein-Absäg-Sequenz). Warum? Sensationsgeilheit der Zuschauer. Das Erfolgsrezept ist also einfach nur, dass man aus den 70er Filmen, die meistens eher gruselig statt brutal schockend waren, einfach mal super stylish aussehende Gemetzel und fertig.

Bei den asiatischen Filmen finde ich es aber noch wesentlich schlimmer. Da kommt in Japan oder Korea (Das sind ja meistens die beiden Länder, die mit ihren Film den Stoff für remake-geile Ammi-Regisseure liefern) ein Film wie Ringu raus. und nur 3 oder 4 Jahre später wird der dann als The Ring schön amerikanisiert, noch ein bisschen schockiger gemacht, die Story vereinfacht (Man will das Publikum ja nicht verwirren) und der Gruseleffekt geht aufgrund den Krankheiten dieser ganzen Remakes auch verloren. Es sind doch einfach nur noch seelenlose Schatten der Originale. (Obwohl ich sagen muss, dass mir der japanische Ringu auch nicht gefallen hat, aber objektiv betrachtet wesentlich besser ist als dieser amerikanische Schund)

Das allerschlimmste ist ja meiner Meinung nach, dass wirklich die meisten sich tagtäglich Filme anschauen, in denen Gewalt beschönigt und unterhaltsam gemacht wird. Es wird so in Szene gesetzt, dass der Zuschauer eher Spaß daran hat, dass da auf dem Bidlschirm Menschen abgeschlachtet und gefoltert werden. Ich persönlich finde das eigentlich ganz schlimm, weil wenn dann mal ein guter, intelligenter Film wie Irreversible eine realistische Vergewaltigung und einen realistischen Mord zeigt, dann wird gleich wieder darüber hergezogen, wie man denn so etwas Schlimmes verzapfen kann. Keiner versteht die Aussagen der Filme und haut dann lieber mit Worten wie "Skandalös!!!!" um sich. Es ist doch wesentlich Schlimmer, wenn ein Horrorfilm solche Gewalt enthält, die eben so beschönigt oder verharmlost bzw. stilisiert wird, dass sie zur Unterhaltung dient.
Und das wäre ja nicht mal das Negativste, aber dann im Vergleich zu Filmen, die etwas zeigen, wie es wirklich ist und einfach mal realistische Gewalt ohne hyper-stylische Bilder zeigen, dann wird das gleich als Teufelswerk abgetan, von der Presse, den Zuschauern und so weiter.
Als bestes Beispiel passt da wohl dieses hier:
Kennt jemand "A History of Violence"? Den meiner Ansicht nach schlechtesten Film von Cronenberg? Der wurde auf jeden Fall in Cannes vorgestellt, und dieser Film zeigt nun eben auch mal wieder Gewalt zur Unterhaltung (Was ja an sich nicht so schlimm ist, aber ich finde den Kontrast im Umgang mit realistisch dargestellten FIlmen nicht okay). Da sind am Ende alle aufgestanden und es gab 10 Minuten Standing Ovations. Wahnsinn.
Bei Irreversible war hingegen der Fall, das nach der Feuerlöscher-Szene (bei 10-15 Minuten Laufzeit) schon 200 Leute rausgegangen sind. Bei der Vergewaltigung dann noch mehr. Und die Leute wurden von einem draußen stehenden Kameramann aufgenommen, wie entsetzt sie über so ein teuflisches Machwerk waren, und wie skandalös es doch sei, Gewalt so darzustellen wie sie ist. Nämlich nicht unterhaltsam.

Meinetwegen soll man weiter Filme machen, die Gewalt unterhaltsam machen und schön aussehen lassen. Aber dann sollen diese "Experten" in Cannes oder bei den Oscars oder was weiß ich wo endlich mal realisieren, was für eine verkorkste und idiotische Ansicht die vertreten. Mann, Mann, Mann. Ich könnte über sowas endlos aufregen... Naja... @Seraphime: Weiß jetzt nicht genau, ob du das mit deinem Eingangspost gemeint hast, aber ich denke doch, du solltest trotzdem erstmal Filme ansehen, bevor du von Aussagen irgendwelcher splattergeilen Kiddies deine Meinung bildest. Dian hat schon Recht, Saw (1) war definitiv einer der intelligenteren Horrorfilme der letzten Jahre. Hills Have Eyes aber auch (Ja, das Remake). Alle gehen in den Film, freuen sich über die Gewalt und merken dabei nicht mal, das Alexandre Aja damit einen verdammt Amerika-kritischen Film abgeliefert hat (Alleine der Vorspann spricht schon Bände). Also guck dir die Filme an, und dann reden wir weiter. ;)

EDIT:
@Seraphime: Du hast deinen Post wohl gerade geschrieben als ich auch meinen geschrieben habe. Da muss ich natürlich gleich gleich noch was zu sagen. :)
Also, dass Fight Club im Kino gefloppt ist, hat ein paar ganz einfache Gründe.
1.Die Story ist zu abgedreht und zu intelligent.
2.Es geht um Widerstand gegen die Gesellschaft.
3.Es gibt zwar ein paar brutale Szenen, aber trotzdem fließt nicht literweise Blut wie sonst so oft.
4.Der Hauptgrun: Fight Club ist zu subtil, hintergründig und intelligent für die breite Masse. Die meisten Leute freuen sich ja sowieso nur, dass der Film so "cool gemacht" ist...
Es geht doch bei dem heutigen Kino-Mainstream nur noch um "Style" und "Stylishe Gewalt". Immer muss alles richtig cool aussehen, schnell geschnitten sein und Menschen auf unrealistische Art umgebracht werden, was dann natürlich noch mit Zeitlupe usw. regelrecht zelebriert wird.

Regards
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Seraphime






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[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 14:46


Zitat: "Und jedes mal sieht das Erfolgsrezept folgendermaßen aus. Man baut bei Filmen, die früher gar nicht mal so brutal waren, sondern eher subtil gruselig, überall wo es geht brutale Schocksequenzen ein, um für schreiende Kiddies zu sorgen. Ich nehme da nur mal als Beispiel The Texas Chainsaw Massacre. Da war es früher einer der originellsten und vor allem gruseligsten Filme, in dem nur 2 Menschen umkamen. Und heute macht man einen Film, bei dem alle abgeschlachtet werden, natürlich mit tollen Bluteffekten und ultraschnellen Schnitten sowie ausufernder Folterszenen (Im neuen, die Bein-Absäg-Sequenz). Warum? Sensationsgeilheit der Zuschauer"

Bin ich der einzige der eben jene Sensationsgeilheit erschreckend findet?

Nochmal, ich wollt weniger über den Film urteilen als über den Hype.


Bitte kein "Das haben dir Kiddies gesagt " mehr.
Ich möchte hier nicht meinen Freundeskreis darlegen müssen um das zu unterbinden.

Danke für eure Antworten
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Seraphime






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[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 14:53


Zitat: "3.Es gibt zwar ein paar brutale Szenen, aber trotzdem fließt nicht literweise Blut wie sonst so oft."
Noch eins: "[...] Menschen auf unrealistische Art umgebracht werden, was dann natürlich noch mit Zeitlupe usw. regelrecht zelebriert wird."

Wenn das ein Grund für die Ablenung der breiten Masse gegenüber Fight Club ist, möchte ich am liebsten vergessen das ich zu dieser Rasse gehöre.....


Genau das Zelebrieren ..... Zeitlupe, ........

Gibts noch Leute die auf Sonnenschein, Bäume und Vogelgezwitscher abgehen?
Und was mit all den schönen zwischenmenschlichen Dingen. Das is wohl außer "Ficken" auch alles remaked und konsumfreundlich verpakt.
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Benway




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[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 16:25


Seraphime schrieb:

[QUOTE]Bin ich der einzige der eben jene Sensationsgeilheit erschreckend findet?[/QUOTE]

Eigentlich haben Dian und Cass3l ja schon alles Wesentliche auf den Punkt gebracht, aber da sie auf einem Aspekt für mein Empfinden noch nicht ausreichend rumgeritten sind und da ich dein Post jetzt mal als Erster lese, hier mal mein Senf dazu:
mich widert die Art, wie Gewalt in der darstellenden Kunst (Film, modernes Theater, Comics, Cartoons etc.) dargestellt wird richtig an. Da Gewalt ja nie "Selbstzweck" sein darf, muss sie immer wie eine Nebensache beiläufig in die Handlung integriert werden, und da entwickeln sich innerhalb von einem Jahrhundert natürlich gewisse Spielregeln...man muss sich nur mal einen "Tatort" antun, um sich ein Bild von den Konventionen zu machen, an die sich Gewalt halten muss, damit sie auch im bürgerlichen Wohnzimmer tolerierbar wird: bei Morden mit Schusswaffen hört man einen Knall und das Opfer kippt mucksmäuschenstill gerade nach hinten, bei Vergewaltigungen wird die Kamera zur Zimmerdecke geschwenkt und es ertönen unterdrückte Stöhngeräusche, wenn jemand einen Messerstich in den Bauch abbekommt, stirbt er daran entweder sofort und ohne sichtbar Schmerzen zu leiden oder er lässt sich nicht irritieren und bringt den Oberbösewicht auch mit Handicap zur Strecke, als ob es eine Schürfwunde wäre...wie hygienisch Menschen im den Mainstreammedien um die Ecke gebracht werden ist einfach nur zum Kotzen.
Es hat mich deshalb auch nicht gewundert, was ich vor ein paar Monaten in der Zeitung über eine Studie zum Thema Gewaltverständnis an britischen Vorschulkindern gelesen habe: dass etwa mit einer Pistole Menschen getötet werden, dass war den Kindern natürlich klar, aber wie das genau funktioniert (dass da eine Metallkugel physisch durchs Fleisch schneidet) konnten nur ganz wenige ausdrücken. Dafür meinten viele Kinder, dass der Knall die Leute zum Sterben bringen würde...ganz so wie das im Fernsehen dargestellt wird eben.
SAW ist ein Film, der einigermaßen realistisch zeigt, was passiert, wenn Sehnen und Nerven zertrennt werden...auch wenn die Schauspieler das natürlich niemals wirklich glaubwürdig werden rüberbringen können...aber allein, dass der Regisseur sie anscheinend dazu ermutigt hat, echten Schmerz und nicht die Chuck Norris-Hollywood-Variante davon zu zeigen, rechne ich ihm hoch an.

[QUOTE]Gibts noch Leute die auf Sonnenschein, Bäume und Vogelgezwitscher abgehen?[/QUOTE]

Meinetwegen wirklich nur von physischer Gewalt freie Kunsterzeugnisse konsumieren oder ganz medienabstinent leben, das ist konsequent und respektierbar. Aber Gewalt solange sie wie in GTA 1&2 noch ganz hygienisch auftritt, nicht zu konkret wird und sich wie die normalste Sache der Welt im Hintergrund hält zu tolerieren, während man es ablehnt, sie in der Kunst so gezeigt zu kriegen, wie sie sich im echten Leben zutragen würde, das finde ich irgendwie schizophren.
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dian




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[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 17:30


Ich finde, man sollte das Thema auch mal etwas psychologischer betrachten...
Jetzt nur dem bösen Hollywood an allem die Schuld zu geben, halte ich für etwas arg einseitig. Wenn kein Bedarf an primitiven Horrorstreifen bestehen würde, würden sie vermutlich erst gar nicht gedreht werden... Also stellt sich die Frage: Woher kommt dieser Bedarf?

Denken wir doch zunächst einmal an eine typische Szene aus einem zeitgenössischen Horrorfilm. Eine Gruppe junger Leute kommt an eine dunkle Hütte mitten im Wald, in der massenhaft gehäutete und ausgeweidete Tiere rumhängen. Das reicht dann schon mal für ein halbes Dutzend vorhersehbarer Schockeffekte.
Doch schockt der Anblick eines ausgeweideten Elchs wirklich jeden?
Irgendein Trapper, der tatsächlich in so einer Hütte im Wald wohnt, wird sich den Film wahrscheinlich nur anschauen und denken: "Oh, der Elch ist aber ziemlich schlampig bearbeitet worden. Aber die Hütte sieht gemütlich aus."
Er würde dabei keinerlei Grusel empfinden, weil sowas einfach zu seinem Job gehört. Ebenso wird vermutlich jemand, der in der Schlachterei arbeitet, sich nicht sonderlich vom Anblick von herumliegenden (Plastik-)Gedärmen geschockt fühlen.
Die meisten Horrorfilme funktionieren nur deshalb, weil sie den modernen Menschen mit Ängsten und Möglichkeiten konfrontieren, die dieser aus seinem Alltagsleben nahezu komplett verdrängt hat.
Der Tod findet ja in unserer Gesellschaft quasi nicht mehr statt. Gestorben wird (im Regelfall) im Krankenhaus, vor sich hingemodert wird im Altersheim... fernab von den Augen der Gesunden.
Kein Vergleich zu früher, wo es ganz normal war, dass die tote Oma noch ein paar Tage in der Bude aufgebahrt war und ihr jeder dabei zusehen konnte, wie sie langsam immer steifer wurde.
Heute wird die dagegen ganz schnell abgeholt, mit einem sterilen Plastiksack bedeckt, damit auch ja niemand mehr irgendetwas von dem toten Körper zu sehen bekommt.
Ehrlich gesagt finde ich es da nicht weiter verwunderlich, dass der Anblick eines verschimmelten Toten heutzutage als gleichermaßen "unheimlich" wie "faszinierend" empfunden wird. Denn irgendwann wird ja jeder mal so aussehen... nur verdrängt man das immer ganz gekonnt, bis eben so ein Film daher kommt und einen dazu zwingt, sich diesen verdrängten Ängsten wieder zu stellen.
Oder nehmen wir als Beispiel eine Amputation... In früheren Zeiten war es da ganz normal, dass ein verwundeter Soldat eben dann mit der Säge bearbeitet worden ist, wenn nichts anderes mehr half. Überhaupt gab es früher viel mehr Einbeinige oder Einarmige, sie gehörten (gerade in den Nachkriegsjahren) quasi mit zum öffentlichen Leben dazu.
Heute werden Amputationen immer seltener, und selbst wenn es sie gibt, hat die Medizin inzwischen Prothesen entwickelt, die den Menschen nach außen hin völlig normal erscheinen lassen. Freaks und Missgeburten, die in früheren Zeiten im Zirkus ausgestellt worden wären, werden heute entweder noch im Mutterleib abgetötet oder später durch aufwendige Gesichtschirurgie öffentlichkeitstauglich gemacht.
All die Verstümmelungen, Foltern und Entstellungen, die einem Menschen theoretisch widerfahren können, gibt es quasi nicht mehr. Wir leben, was den "Splattergehalt" angeht, in einer sterilen Krankenhauswelt.
Und faszinierend ist nunmal immer das, was man gerade nicht hat.
Wer sein ganzes Leben lang von Tod und Zerstörung umgeben ist, wird vielleicht wirklich darin die höchste Erfüllung finden, stundenlang eine Blume zu betrachten oder dem Vogelgezwitzscher zuzuhören.
Doch wer in einem keimfreien, künstlichen Blumenfeld voller scheinbar glücklicher Menschen lebt, in dem Gewalt und die Abgründe der menschlichen Seele zumindest nach Außen hin keinerlei Rolle mehr spielen (dürfen), der beginnt ein Interesse an diesen dunklen Dingen zu entwickeln.
Horrorfilme bedienen dieses Interesse... mal niveauvoll, mal primitiv, mal künstlerisch, mal billig.

Und zu GTA:
Ich kann daran ehrlich gesagt nichts verwerfliches finden. Ob jetzt bei einem 2D-Jump´n Run wie "Metal Slug" die von einem Flammenwerfer getroffenen Comicsoldaten brennend aus den Häusern rennen oder man bei GTA irgendwelche Aufgaben mit der Kettensäge absolvieren soll..
was soll's?
In den 80ern hat man "Operation Wolf" gespielt, da hat man ein Fadenkreuz über den Bildschirm gelenkt und damit gleich dutzendweise Soldaten abgeballert. Auch damals haben sich Jugendschützer aufgeregt.. (auch wenn die Grafik nach heutigen Maßstäben ein Witz war)
Ich erinnere mich an ein Spiel namens "Commando Lybia" auf dem C64, wo in der Bonusrunde einfach nur ein paar wehrlose Pixel-Gefangene an der Wand standen, die man dann exekutieren musste. Völlig sinnlos, das ganze. Aber es hat Spaß gemacht, mal der Böse zu sein und so richtig die Sau rauslassen zu können.
GTA San Andreas hat mich ziemlich gelangweilt, aber bei GTA 3 war ich schon sehr begeistert mit dabei.
Ich finde nicht, dass solche Spiele eine Gefahr sind. Gerade dieser Rollentausch, mal nicht den vernunftorientierten, beherrschten Durchschnittsbürger zu spielen, sondern einen richtig fiesen Schlägertypen, der keinerlei Rücksicht auf Gesetze oder die Gefühle anderer nehmen muss, ist doch irgendwie faszinierend.
Wie es nun aussieht, wenn zwölfjährige Möchtegerngangster, die nichtmal richtig deutsch sprechen, so ein Spiel in die Hände bekommen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Vielleicht machen die das dann wirklich auf dem Schulhof nach, was sie im Spiel oder dem Film gesehen haben. Doch ist das dann meines Erachtens kein Versagen der Spielehersteller oder Filmproduzenten, sondern in erster Linie ein Versagen all jener, die in einer Gesellschaft dafür zuständig sind, dem Nachwuchs die nötigen Werte und eine gewisse geistige Reife zu vermitteln.
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Seraphime






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[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 18:48


Jetzt kommen wir langsam dahin...
Eine wunderbare Beschreibung der Zustände in unserer Gesellschafft....
Die Mischung machts... Tausende sitzen vor Fernsehern und schauen was auch immer sie wollen, meistens was man sonst nicht geboten bekommt. Dann kommen Nachrichten in denen radikale Islamisten Schulbusse sprengen, in denen man erzählt bekommt wie ethnische Stammes gruppen in zentral Afrika Kinder zu Soldaten ausbilden, and stuff.....
Und was passiert?
Es is wurst, weil ganz weit weg und ändern kann mans sowieso nich, also noch ein Bier aufmachen und umschalten.....
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Cass3l




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[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 18:59


@dian:
Sicherlich spielt da die psychologische Komponente die Hauptrolle, aber meiner Meinung nach nicht (ausschließlich) so, wie du es dargelegt hast.
Ich denke, dass die Menschen schon so in etwa aus den genannten Gründen sich Horrorfilme ansehen. Und wie gesagt, ich habe ja auch nichts dagegen, wenn sich die Leute solche Filme ansehen, aber ich finde den Umgang einfach nur ganz finster.
Ich würde sagen, dass man sich mit diesen Filmen nicht nur das ansehen kann, was man nicht kennt, sondern dass man sich eine Vorstellung von solchen Dingen mit Hilfe einer rosaroten (Hollywood-)Brille aufbauen kann, um sich zu beruhigen. Nehmen wir als Beispiel Irreversible. Sobald etwas realistisch dargestellt wird, wie in diesem Fall, dann schreckt das die Zuschauer natürlich ab, und die meisten denken, dass das skandalös ist, weil man mit den Konventionen bricht und endlich mal etwas so zeigt, wie es auch tatsächlich ist. Wenn diese Leute nun so etwas sehen, dann wollen sie sich nicht eingestehen, dass sie sich schuldig fühlen, weil sie in normalen Filmen an so etwas Spaß haben und wollen ganz besonders nicht einsehen, dass es wie bei Irreversible auf der Leinwand tagtäglich extrem oft im echten Leben GENAU so passiert. Das will man eben nicht wissen, man fühlt sich sicher, und schlimme Sachen passieren ja sowieso immer nur den anderen.

Ich finde da passt das Zitat aus dem Film doch auch ganz gut:
"Man denkt immer, es passiert nur den anderen. Aber wenn es einen selbst trifft, dann verliert man den Boden."

Ich denke, dass das bei den meisten Zuschauern dann auch so ist, weil sie durch stilisierte Gewaltfilme schon so abgestumpft sind, dass sie diese irgendwann anscheinend wirklich für wirklichkeitsnah halten und dann völlig ausrasten wenn man ihnen mit so einem Film eine reinhaut und mal die Augen öffnet.

Regards
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Tetrarchos






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[*] Verfasst am: 10.4.2007 um 23:08


Gibt heftigere Horrorfilme. Ein hübscher Klassiker ist "The Dentist". 8-)
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Cass3l




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[*] Verfasst am: 11.4.2007 um 00:22


Sehr empfehlenswerte Horrorfilme sind auf jeden Fall auch noch "Audition"/"Odishon" und "Gozu". "A Tale Of Two Sisters" ist auch nicht schlecht. ;)
Und im Vergleich zu Audition ist Saw sowieso Kindergarten, vom Inhalt her, von der Aussage auch und von der Gewalt sowieso. :D

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quaid




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[*] Verfasst am: 11.4.2007 um 00:31


bei saw muss man eher das genie bewundern, als das hollywood-mittel der brutalen umsetzung. wenn der drehbuchautor und die regie es schaffen, den zuschauer bis zum ende im unklaren zu lassen und immer wieder zu überraschen, dann haben sie ihr ziel für einen spannenden film erreicht.

was die brutalen szenen an sich angeht: das ist alles in der tiefen psyche der menschen verankert. der doktor hat sich den fuß abgesägt, weil er in panik war und verzweifelt. seine familie bedeutet ihm alles und er fühlte sich machtlos - alles was ihm im weg war um sich diesem zustand zu entledigen war erstmal die fußfessel.

solange ein film nicht sinnlose abschlachterei zeigt und einen tieferen sinn hat, ist es für mich okay.
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Kebap






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[*] Verfasst am: 11.4.2007 um 02:37


Willkommen Seraphime! :D

Ich sehe deine ganze Kritik. So wie ich den Film verstanden habe, prangert der Drahtzieher Jigsaw genau das an:

Die meisten Menschen leben so ihr Leben vor sich hin, denken nicht groß nach und sind überhaupt nicht dankbar dafür oder sich all der Möglichkeiten bewusst, die sie haben könnten, wenn sie nur mal die Augen aufmachten und aus ihren Gewohnheiten ausbrechen würden...

Diese Botschaft zieht sich durch die ganze Trilogie.

So gibts im ersten Teil zB diese ehemalige Heroinsüchtige, die durch die direkte Konfrontation mit ihrem baldigen Tod erst registriert, wie wichtig ihr Leben ist, und dass sie es schätzen lernen muss. Sie gibt später bei der Polizei zu Protokoll, dass sie dem Jigsaw dafür dankbar ist.

Lustigerweise kann man diesen Blickwinkel ja nun wirklich fast überall in unserer hochspezialisierten Gesellschaft wieder anbringen. Die Leute hängen in ihren Routinen fest und verlieren das große Ganze aus den Augen. Da kommt dann auch die Tankstellen Szene aus Fight Club zum Zuge.

Ich bin mir sicher, wenn SAW ein wenig selbstironischer wäre, würden dort in der nächsten Episode auch ein paar Horrorfilm geile Kiddies auf die Schüppe genommen werden. In etwa so, ehem, tiefe Stimme:


Zitat
Hallo Kinder!
Wollt ihr ein kleines Spiel mit mir spielen?
Ich will!

Ihr liebt es doch, euch möglichst blutige ausgedachte Gewaltexzesse in Film und Fernsehn anzuschauen...
Doch wenn ihr die wirklichen Nachrichten seht, ist euch die ganze Gewalt darin egal, weil sie euch nicht betrifft und nicht schockierend genug inszeniert wird.
Das wird sich heute ändern...

Ich habe hier irgendwo einen Schlüssel versteckt und wenn ihr ihn jetzt nicht innerhalb von 2:30 Minuten findet, werdet ihr selbst die Hauptmeldung der nächsten Nachrichtensendung darstellen.
Mal sehen, ob euch die ganze Gewalt dann auch noch so kalt lässt wie bisher.

Viel Erfolg, die Zeit läuft.



Klingt doch gut, oder?

Hier mal ein allererster Videoentwurf:
http://www.youtube.com/watch?v=ButmJVws8kE

;)
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dian




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[*] Verfasst am: 11.4.2007 um 10:41


Mann, Kebap, ich versuch gerade, den Leuten klar zu machen, dass Horrorfilme keine psychischen Schäden anrichten, und dann kommst du mit so nem Video daher... ;)

@ Irreversible:
Ist mir schon klar, dass der Film viele verstört hat. Allerdings denke ich, lag dies weniger an der realistischen Vergewaltigungsszene als vielmehr daran, dass ein rückwärtsablaufender Film nunmal nicht den Sehgewohnheiten der Masse entspricht. ("Memento" lief zwar auch irgendwie rückwärts ab, aber eben längst nicht so konsequent)
Mir hat der Film übrigens gut gefallen.. allerdings vor allem deshalb, weil es eben mal etwas total anderes war. Wenn nun jeder neue Film rückwärts ablaufen und lange Vergewaltigungsszenen beinhalten würde, wäre Irreversible Mainstreamunterhaltung, die man dadurch ad absurdum führen könnte, dass man den Film richtigherum erzählt und die Vergewaltigungsszene mit lustiger Polkamusik unterlegt. In einer Welt, in der es nur noch "intellektuelle" Filme gäbe, würde ein ganz normaler Softporno plötzlich provokative Kunst sein.
Was ich sagen will: Viele Filme funktionieren auch nur deshalb, weil das Publikum schon von anderen Filmen vor-bearbeitet worden ist.
Scream hätte nicht funktioniert, wenn sich die ganzen Kids nicht davor schon Freitag der 13. und Halloween angeschaut hätten. Und Saw würde ich, ähnlich wie Hostel, in die Kategorie von Filmen einordnen, die dem Horrorgenre dieses von Scream und Co. übergestülpte Teenie-Blödel-Image durch blutige Ernsthaftigkeit wieder austreiben wollten. Irgendwann wird dann das Publikum wieder übersättigt sein von dieser Ernsthaftigkeit, dann gibt's vielleicht endlich mal Braindead 2 oder Bad Taste 2 von Herrn Jackson.
Also ich sehe da wirklich keinen Grund, dass wegen brutaler Horrorfilme die Welt untergehen würde. Und was ist die arrogante reiche Zicke, die von Jason ihre Gedärme herausgezupft bekommt, im Grunde anderes als der antike Prometheus, der seinen Größenwahn dadurch bezahlt, dass ihm jeden Tag irgendein Vieh die Leber (oder sonst was) aus dem Leib reißt?
Horrorfilme sind eben Teil der Mythologie der Moderne... "Urban legends", sozusagen. Und dass die nicht unbedingt intelligenter daherkommt als ihre antiken Vorbilder, ist ja wohl kein Wunder, wenn man sich den allgemeinen Zustand der Welt so anschaut.

Ach ja, und hat da jemand etwas gegen stilisierte Zeitlupen-Gewalt gesagt???
EAT THIS:
http://www.youtube.com/watch?v=pKRz-H4j8h4&mode=related&search=
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Cass3l




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[*] Verfasst am: 11.4.2007 um 20:36


Ich habe nicht direkt was gegen stilisierte Zeitlupengewalt gesagt, sondern den Umgang mit ebensolcher geleckter Gewalt und echter. Mehr nicht. ;) Dass das ganze einen hohen Unterhaltungswert hat (Wenn auch ohne viel Tiefgang... Meistens) streite ich nicht ab.

Hm, und dass du sagst, dass Irreversible den Leuten die ihn mögen nur gefällt, weil er etwas anderes ist... Da würde ich nicht zustimmen. Das trifft zumindest auf mich nicht zu. Ich fand ihn vor allem genial, weil er eine absolut realistische Situation dargestellt hat, bei der ich mir die ganze Zeit die Frage gestellt habe, wie ich reagieren würde an der Stelle von Marcus (Der Freund vom Vergewaltigungsopfer Alex). Und wenn da so ein paar zwielichtige Typen kommen und mich fragen, ob sie mir für ein bisschen Geld helfen sollen den Vergewaltiger zu finden... Ich würde nicht nein sagen. Und am Ende würde es glaube ich auch ähnlich hässlich ausgehen.
Ich fand ihn außerdem so beeindruckend, weil er stark kontrastiert (Anfang und Ende, Ende und Anfang). Dass er zuerst fürchterliche Dinge zeigt und danach wunderschöne, ästhetische, bunte Bilder (Marcus und Alex zu Hause). Einen Film nur gut zu finden, weil er anders ist, da bist du bei mir an der falschen Addresse. ;) Ich geb mich eigentlich überhaupt nicht mehr mit Mainstream ab (Außer letztens 300) und gucke nur "andere" Filme. Finde sie deswegen aber noch längst nicht alle gut. ;)

Regards
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Seraphime






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[*] Verfasst am: 11.4.2007 um 21:11


Jemand meinte mal, "Ich bin, an was ich mich erinnere.".
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Jack




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[*] Verfasst am: 15.4.2007 um 18:48


Hallo Freunde

Ich frag mich auch oft wohin das alles noch fuehren wird. Klar ein Film an sich ist einfach neutral, es kommt stark darauf an wie die Person ihn aufnimmt und das ist von Person von Person unterschiedlich. Doch wenn man es auf eine breite Masse loslässt ist absolut logisch was passieren wird.

1. Es gibt Menschen wie wir, die damit umgehen und es einordnen können und dem Film sogar was positives entnehmen - würde sagen, davon gibt es sehr wenige.
2. Dann Menschen die das kalt lässt, auf die es keine Effekt hat, wie Dian sagte, bei der ganzen Überflutung es nur noch konsumieren.
3. Menschen die ein überdurchschnittliches Einfühlungsvermögen haben und sich während des Filmes in das Opfer hineinversetzen und dadurch schockiert werden. Aber durch das einfühlungsvermögen würde ich sagen, dass sie wie gruppe 2 durch den Film keinen dauerhaften Schaden nehmen oder in die Gesellschaft transportieren.

4. Genauso beeeinflusst so ein film nicht zwangsläufig einen Menschen mit null Einfühlungsvermögen. Aber hier kann man es eben nicht deutlich sagen und es kommt stark darauf an wie sie drauf sind.

Dann gibt es jedoch noch zwei Gruppen:
5. Die, die solche Filme so schockieren, dass sie angstzustände mitnehmen und mit diesen zu kämpfen haben
6. Menschen die das geil finden und nachahmen, die zwar diese Neigung schon immer hatten, aber durch solche Filme insipiert werden, dürften allerdings nicht viele sein.


Und dabei hab ich noch nicht viel über Kinder (bis 18) gesagt..
Falls jemand nicht weiss wie Kinder lernen, zwar besonders in jungen Jahren, aber immer. Und zwar lernt der junge Mensch durch Nachahmung. Er sieht einen Erwachsenen etwas tun und macht es ihm gleich, bis zur Pubertät die gängige Lernmethode, danach aber nicht völlig weg. Vorbilder sind daher immer schon wichtiger gewesen.
Also ich sehe es nicht als Zufall an, dass wir soviele Gewaltfilme und Gewaltvideospiele haben und Kinder eben diese Handlungen vollführen. Klar liegt die Ursache für Amokläufe etc, sicherlich nicht in diesen Filmen und Spielen, aber sie bieten dennoch eine Anregung und Ideen. Die Taten wären weit weniger blutig, wenn die Kinder nicht schon mit 10 wüssten wie man am besten Leute umbringt.
Toll fand ich die Geschichte des ich glaub achtjährigen, der noch nie eine echte Waffe in der Hand hatte aber mit sechs schuss, sechs Menschen tötete, Ein Körpertreffer, fünf Kopfschüsse. Als Vergleich würde ich sagen die Trefferquote aller amerikanischen Polizisten liegt bei etwa 1 treffer auf 10 Schuss. Und ein gewöhnlicher Mensch schiesst auf eine Person solange bis sie umfällt und wechselt nicht sofort die zielperson, geschweige denn handhabung der waffe und zielgenauigkeit. Gelernt hatte das der Junge mit einem Spiel indem es limitierte Munition gab und Kopftreffer mehr Punkte gaben.

Liebe Gruess
Jack
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Tetrarchos






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[*] Verfasst am: 16.4.2007 um 15:40


Naja, bei einem Gefecht würde ich schon aus logischen Gründen dem Gegner bevorzugt ins Gesicht / Kopf schiessen. Etwa um eine kugelsichere Weste zu umgehen.
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quaid




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[*] Verfasst am: 16.4.2007 um 15:45


..ausser man ist ein auftragsmörder. die auftraggeber wollen ja das opfer noch erkennen können ^^
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Tetrarchos






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[*] Verfasst am: 16.4.2007 um 16:23


Das Opfer von "Leon der Profi" trägt meistens keine kugelsichere Weste. Der GSG9-Mann schon eher. Und mit LETZTEREM hätte ich wegen meiner LINKS-Ansichten wohl eher ein Feuergefecht.
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Benway




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[*] Verfasst am: 16.4.2007 um 18:20


Jack schrieb:
[QUOTE]Also ich sehe es nicht als Zufall an, dass wir soviele Gewaltfilme und Gewaltvideospiele haben und Kinder eben diese Handlungenvollführen.[/QUOTE]

Mich machen Fälle wie der geschilderte nun am wenigsten auf einen Film wie SAW wütend...der ist immerhin schon so nah an der Realität, dass er nur noch überzeugten Sadisten Anregungen für irgendwelche Taten oder Rollenspiele liefern könnte. Der Junge hatte die Anregung ja offenbar auch aus einem Spiel, in dem stark abstrahiert wurde (Kopf- und Körpertreffer) und Gewalt damit immer nur Mittel zum Zweck ist, in Deutschland FSK 6-16.
Im Mainstreamkino und der Fernsehunterhaltung ist es nicht anders, da werden gesichtlose "Gegner" im Dutzend durch Einzelschüsse weggefegt, ohne dass dabei ernstzunehmende Schmerzensschreie oder eine mehr als symbolische Menge Blut und Eingeweide vorkommen (positives Gegenbeispiel: die Schlußszene von "Wild At Heart" :D).
SAW ist davon nun wirklich das Gegenteil, weshalb ich mir auch nicht vorstellen kann, dass es einen zuvor nicht auffällig gewordenen Jugendlichen dazu bewegen könnte, den Bruder im Schlaf zu knebeln und ihm das Bein abzusägen. Gerade solche Filme, in denen die Kamera voll auf das Leiden der Opfer von Gewalt draufhält oder es zumindest versucht, können soo schädlich IMO gar nicht sein.
Die anonymsierte, hygienische Gewalt wie man sie in den Medien auch in akzeptierten Formaten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene vorgesetzt bekommt, kann dagegen IMO durchaus psychische Spätfolgen haben, eben weil man sie nicht wie einen extremen Horrorfilm nur mal zwei Stunden konsumiert, sondern sie einen in Form von durchaus anerkannten Videospielen (ich meine weniger CS und mehr WoW), Fernsehserien, Kinofilmen etc. durch den ganzen Alltag begleitet.
Klar, das ist eine monokausale Erklärweise die stark nach CSU stinkt. Und ich bin der Erste, der eingestehen würde, dass solche Filme und Spielchen in einer gesünderen Gesellschaft, in der zielgerichtete Aggression nicht schon in Schule und Beruf als anerkanntes Problemlösungsmittel vermittelt wird, keine ernsthaften Nebenwirkungen haben dürften (anderseits hätten wir in einer anderen Gesellschaft wohl auch keine Filme, die genau dieses Muster bedienen).
Ich kann nur noch mal wiederholen: Filme, die die Folgen von Gewalt aufzeigen, vor allem, wenn sie dann noch zur Unterhaltung dienen sollen, wirken auf den Beobachter natürlich abschreckender, als Filme, in den Gewalt praktiziert wird, ohne dass die Folgen gezeigt würden, aber sie haben IMO alles andere als eine abstumpfende Wirkung.
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Tetrarchos






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[*] Verfasst am: 17.4.2007 um 17:50


Ich spiele zum Beispiel sehr gerne und stundenlang "Silent Hunter 3". U-boot Simulation im Zweiten Weltkrieg. Die Grafik ist fast Filmrealistisch. Natürlich spiele ich das Spiel nicht wegen Identifikation mit Nazis. Es ist einfach nur interessant, technisch anspruchsvoll weil man das gesamte U-Boot unter realen Bedingungen befehligt und benutzt.
Hätte ich jetzt REAL die Möglichkeit ein VII-C U-Boot zu kommandieren, dann würde ich damit zumindest einen Anschlag versuchen. :D Obwohl man gegen moderne Zerstörer nicht den Hauch einer Chance hätte, mit einem antiken VII-C. Aber der Überraschungsmoment würde vielleicht beim ersten Schlag helfen... So ein fettes Kreuzfahrtschiff voller Ausbeuterbonzen, die auf MEINE Knochen Luxus geniessen, daß würde ich gern auf Grund schicken mit paar Aalen. Da treffe ich bestimmt keinen falschen.
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[*] Verfasst am: 18.4.2007 um 20:09


ogott,ogott,ogott, was ne menge postings, die les ich mir mal durch, wenn ich mehr zeit habe, erstma meinen senf zu saw dazu geben:

Saw1: gesehen auf geburtstag vom kumpel; genau die richtige mischung aus historie und blutszenen nämlich 60% zu 40%, ganz nach meinem geschmack;
Saw2:ausschnitte gesehen (natürlich nur die guten^^), da auf rechner vom freund; kann nicht soviel zu sagen, hab ja nur die ausschnitte gesehen,
Saw3:hab ich auf meinem mp3-player (ja mp3, der kann aber filme (umgewandelt) abspielen), gesehen, als bei mir linux installiert wurde; auch gut (vor allem, weil der film übelste grafik war) hier ist inzwischen nur noch fifty-fifty an history und blut, aber unbedingt sehenswert...

besagter kumpel hat mir von Saw3 erzählt, lange, bevor ich ihn gesehen hab, war froh, das sein film schlechte quali war...

die meinung meines 13-jährigen bruders (zu Saw1) (den hat er im tv geguckt): langweilig, kaum blut...
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Seraphime






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[*] Verfasst am: 18.4.2007 um 22:23


so so
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