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Autor Betreff: Der Ich bin so beschissen krank Thread
Calgmoth






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[*] Verfasst am: 9.7.2007 um 00:25


@LW:

Mensch, der Kram bzw. das Inhaltsverzeichnis und das recht früh auftretende Dolphi (sic )-Zitat amüsiert mich ja wirklich. Warum hast mir denn da nie 'nen Link zu geschickt? Sollte doch echt 'mal versuchen, ohne je Metal gehört zu haben, Abhandlungen drüber zu schreiben. Bin ja auch nicht JRRT und hab mehr Plan von seinem Krempel als er selbst.

Hab aber jetzt wenigstens schon die Befriedigung, dass weniger Leute mein Zeugs über JRRT lesen/verstehen, als dass Leute diesen Netzkram lesen. Daher überlass' ich den Metal lieber doch den Idioten, die nichts besseres zu tun haben.
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Benway




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Motto: fire walk with me

[*] Verfasst am: 9.7.2007 um 17:22


Zitat
Ich will nicht päpstlicher als der Papast sein, aber ein Relativismus, der jede ideologische Verirrung unter dem Verweis auf praktische Lebenshilfe bzw. geistiges Antidepressivum legitimiert, führt einfach nur in die Beliebigkeit, von wo aus keine Kritik und damit auch keine (Weiter-)Entwicklung möglich ist.


Tja, und weiter kommen wir wohl nicht, es sei denn du machst mir klar, wie sich Erkenntis definiert, unabhängig davon dass irgendjemand glaubt, irgendetwas erkannt zu haben oder wohin genau geistige Weiterentwicklung führen soll.
Um die These, dass wir aufgrund unvereinbärer Prämissen ziemlich tief in der Scheiße stecken zu belegen, fröne ich mal dem allseits beliebten Usenet-Trend und zitiere meine eigene Signatur:

Wer Willen fixiert, und sei es auf jenes Projekt, welches das Ende allen Leidens an dieser Welt verhieße, der erst setzt das Leiden immer aufs Neue in diese Welt. Und doch streben die Vielen nach Freiheit, Gemeinschaft, Gleichheit wie der ausgehungerte Tiger nach rotem Fleisch. Es könnte sich hier die Wasserscheide der menschlichen Natur auftun. Doch sehen wir ab von weiteren Überlegungen, es sind dies Konstrukte, die uns uns selbst verächtlich machen. [Das Streben nach "Wahrheit" rechtfertigt neu geschaffenes Elend schließlich so wenig wie das Streben nach rotem Fleisch, auchwenn es noch einige Menschenalter dauern mag, bis sich das herumgesprochen hat]

Wie gesagt, die reine Erkenntnis habe ich nicht und kann deshalb auch nicht sagen, ob irgendein beliebiges Weltkonstrukt nun ziemlich nahe dran oder doch ein wenig weiter davon entfernt ist. Alles was ich einigermaßen sicher diagnostizieren kann ist, ob es für den Träger passt, es ihm also erlaubt, sich irgendwie mit dem Dasein zu arrangieren.
Ich kenne einige der Leute, die sich an dem Text beteiligt haben übers Internetz und kann dir versichern, dass es sich dabei um die ärmsten Würstchen handelt, die man sich vorstellen kann, dagegen ist Maverick eine Offenbarung, der traut sich sogar noch in Foren und auf den Fleischmarkt und was weiß ich noch alles. Diesen Leuten nimmt ihre krude Gedankenwelt eine Menge Leidensdruck, wenn sie sich für das Brückenglied zum Übermenschen halten und sich nächtelang mit Absurd beschallen müssen, um morgens die Kraft zu finden, aus dem Bett zu steigen - bitte, sollen sie doch. Wenn ich wirklich anfangen würde zu werten, dann müsste ich erstmal feststellen, dass weitaus "unwürdigeres" und (noch) unreflektierteres Leben überall um mich herum besteht, dass daran sogar unser gesunder Normalzustand festgemacht wird.
Problematisch wäre es für mich dann halt wie geschreibt, wenn von einer aus therapeutischer Sicht legitimierten Weltanschuung ein Leidensdruck bei anderen entstehen würde, damit der Leidensdruck beim Patienten sinken kann. Aber hast du tatsächlich Belege, dass kranke Texte wie dieser auch nur die geringste Resonanz hervorrufen in der NSBM-Szene? Der "ideologische" Unterbau dieser Strömung rekrutiert sich AFAIK aus ganz anderen, viel rustikaleren Konstrukten, die von ganz anderen Kandidaten propagiert werden. Also so gemeingefährlich wie das Grundsatzprogramm der CDU, wo der verursachte Schaden den geminderten Leidensdruck ganz eindeutig völlig unverhältnismäßig übersteigt, ist diese Art Hirnwichse IMO noch lange nicht.
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Calgmoth






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[*] Verfasst am: 9.7.2007 um 20:03


@LW:

Über deine komische quasi-positivistisch-evolutionäre Weiterentwicklungstheorie, die mich letztes Wochenende schon irritiert hatte, müssen wir bei Gelegenheit wirklich 'mal quatschen. Damit könnten wir ja doch 'n paar Stunden 'rumbringen...
[Und: Gehst morgen mit in 'Stirb Langsam 4.0'? Wahlweise um 19:40 bzw. 20:00 Uhr? Nachdem ich morgen voraussichtlich keinen Bock auf Netz habe,plane ich den Kram schon eben jetzt. Aber gut, könnte dich nachher/morgen auch anrufen, äh...]

@Benway: Du bist so vertraut mit dem Grundsatzprogramm der CDU, dass du dir über daraus vielleicht entstehende Konsequenzen ein Urteil erlaubst ;-)? Mann, bist du krank...
[Da fällt mir ein: Finde doch 'mal 'nen Weg/Link, mir 'Das Lied der CDU' zukommen zu lassen. Das muss ich wirklich mehrmals ganz hören, und michauf schwer nachvollziehbare Weise dran erfreuen ;-).]
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Lonewolf




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[*] Verfasst am: 10.7.2007 um 14:07


Tja, wenn ich mir schon keine Hoffnungen darauf machen kann, mit Hilfe philosophischer Überlegungen in Erfahrungen zu bringen was die Welt im Innersten zusammenhält, so kann ich doch zumindest Erkenntnis über die Gegenstände der Philosophie selbst konstruieren bzw. sie auf ihre innere Kohärenz untersuchen (z.B. Ideen, Ideale, Werte,Überzeugungen, sprich geistige Vorstellungen). Oder ganz einfach ausgedrückt: Man kann schon feststellen, welche Interpretation von Ideengeschichte Geltung haben kann, und welche einfach unsinnig ist. (bzw. welche Überzeugung in sich selbst stimmig ist).

Aber vielleicht bin ich auch in Wahrheit tatsächlich viel sozialdarwinistischer und Nietzsche-infizierter als irgendwelche selbsternannten "Nihilisten", die sich dabei an ideelle Werte wie Volk, Rasse und Nation klammern, die in bester neurechter Tradition im Multikulturalismus Einheitskultur ausmachen und die Gleichschaltung im völkischen Kollektiv als Freigeisterei verkaufen wollen.
Genau darum geht es: Das Konstrukt zur Welterklärung ist nicht mal in sich selbst kohärent (und damit eben, wie gesagt, unkritisch) - wäre es das (wie z.B. Schopenhauers Philosophie), wäre es tatsächlich schwer, außer der reinen Einnahme von Gegenpositionen Argumente dagegen zu finden.
Es ist eine Aneignung und Instrumentalisierung, die sich halt dummerweise in exakt zwei Bereichen bewegt, die mir persönlich nicht ganz unwichtig sind (Musik und Philosophie).

"Ich kenne einige der Leute, die sich an dem Text beteiligt haben übers Internetz und kann dir versichern, dass es sich dabei um die ärmsten Würstchen handelt, die man sich vorstellen kann,"

Es verwundert dich jetzt sicher nicht, dass ich dir das auf Anhieb glaube. ;) Aber da ich hier nun weder zum Hack der Seite noch zur politischen Verfolgung aufrufe, sondern nur Kritik zu einem unkommentierten Link geäußert habe, musst du mir nicht vorwerfen dass ich armen Würstchen ihre Krücke wegtreten will - auch nicht denen, die ihre Lebensuntauglichkeit zur elitären Geisteshaltung verklären.

@Calgmoth:
"Über deine komische quasi-positivistisch-evolutionäre Weiterentwicklungstheorie"

Da gibt es nix zu diskutieren, weil ich über soetwas nicht verfüge. ;) Wir können im Laufe unseres Lebens unser Wissen erweitern und unser Weltbild ändern - sprich die Illusion der "Abgeschlossenheit" aufgeben
und in einen offenen Horizont hinein denken - mehr habe ich meines Wissens nicht behauptet.
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Benway




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Motto: fire walk with me

[*] Verfasst am: 10.7.2007 um 17:36


Zitat
Tja, wenn ich mir schon keine Hoffnungen darauf machen kann, mit Hilfe philosophischer Überlegungen in Erfahrungen zu bringen was die Welt im Innersten zusammenhält, so kann ich doch zumindest Erkenntnis über die Gegenstände der Philosophie selbst konstruieren bzw. sie auf ihre innere Kohärenz untersuchen (z.B. Ideen, Ideale, Werte,Überzeugungen, sprich geistige Vorstellungen). Man kann schon feststellen, welche Interpretation von Ideengeschichte Geltung haben kann, und welche einfach unsinnig ist.


Jo, PHILOSOPHIE sollte halt idealerweise ein ordentliches System mit nicht weniger Geschlossenheit als die andere zentrale Geisteswissenschaft, die Mathematik, sein. Und wenn das so sein sollte, wenn die PHILOSOPHIE ihre Gegenstände tatsächlich klar axiomatisch eingrenzen kann, dann kann man vom Standpunkt der PHILOSOPHIE aus natürlich sagen, was "wahr" ist und was nicht (ich hab eher den Verdacht, dass die PHILOSOPHIE ähnlich wie die GESCHICHTSWISSENSCHAFT sich selbst über ihre Gegenstände noch nicht immer ganz schlüssig ist und durchaus auch völlig abstrus anmutende Interpretationen von Zusammenhängen über die Jahrzehnte zur Lehrmeinung avancieren können - der Theodor Lessing auf dem Gebiet der PHILOSOPHIE steht allerdings noch aus und ich selbst hab viel zu wenig Ahnung von PHILOSOPHIE, um so einen Verdacht irgendwie untermauern zu können).
Von einem anderen geschlossenen Standpunkt aus sind die selben Thesen dann halt vielleicht doch wahr - oder man kann von der im weitesten Sinne logischen hin zu der im weitesten Sinne ethischen Betrachtungsweise switchen und hat dann völlig andere Bezugskriterien. Dann wird halt etwa nicht mehr der "Wahrheits"gehalt einer Weltanschauung zum Untersuchungsgegenstand sondern nur noch die eudämonistische Wertigkeit, aber so weit waren wir ja längst und das bleibt IMO halt der tote Punkt.
Du hast halt deine MUSIK und deine PHILOSOPHIE, aber solange wir uns nicht auf ein Bezugssystem einigen, von dem aus wir die "Musik" und die "Philosophie" etwa des anus-FAQs dann auf ihren spezifischen Wahrheitsgehalt prüfen könnten, spricht nichts dagegen, anderen Leuten ihre "Musik" und ihre "Philosophie" zu lassen, aus ethischen Abwägungen heraus könnte sogar einiges dafür sprechen.
Zusammengefasst: solange dich an dem unkommentiert geposteten Link nicht die Tatsache stört, dass so Kram evententuell über viele Umwege mal zu Körperverstümmelungen, Brandanschlägen und so Zeugs führen könnte, sondern nur, dass deine eigene Vorstellung von PHILOSOPHIE und MUSIK darin (auch noch stümperhaft) mit Füßen getreten werden und du von anderen Leuten nciht mit solchem Quatsch assoziiert werden willst, hast du ja mal gar keinen Grund, hier so rumzuheulen ;)
"Scharlatane" wirds immer geben, solange es den "systembauenden Menschen" gibt, idealerweise geht man mit denen um, indem man sie anders als Schopenhauer einfach ignoriert und dem dummen Haufen seine Befriedigung lässt und wenn es nur aus dem Wissen heraus ist, dass man aus vielen anderen System betrachtet selbst zum dummen Haufen oder dem unwerten Leben oder was auch immer gehört.

Zitat
Wir können im Laufe unseres Lebens unser Wissen erweitern und unser Weltbild ändern


Aber ich habe diese Vorstellung eines immer erweiterbaren Weltbilds doch längst hinter mir gelassen ;)...jedenfalls hat auch dieses "Fortschreiten", auch wenn es kein Voranschreiten mehr ist, seine Axiome oder viel prosaischer einfach Motivationsgründe nötig, es hat genau so blinde Flecken wie jedes in sich geschlossene Welterklärungsmodell, auch wenn man die vielleicht als deutlich kleiner empfinden mag.


Ach ja, On-Topic: Ich kann wieder hören.

Verdammt, das war ja nicht mal On-Topic :(
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