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Autor Betreff: Rede zur Lage der Nation...
Tzakahra




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Beiträge: 193
Registriert seit: 14.7.2007
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Motto: Kein Motto

[*] Verfasst am: 9.7.2007 um 05:14
Rede zur Lage der Nation...



...bzw. doch "nur" zu meiner momentanen Lage. Erst einmal: Kebaps Vermutung ich sei wegen Kindergartenniveau in vielen Threads hier ne Weile weg gewesen ist falsch. Allerdings ist es schon so, dass ich nach dem "Überfliegen" der meisten Themen hier keineswegs irgendwie von einer Art "Spannung" erfasst wurde. Vieles erscheint mir wie belangloses Geschwätz und wenn ich an so etwas teilnehmen will, gibt es noch andere Foren. Aber halt, es geht ja um meine Lage:


Also vor 3 oder 4 Wochen sah ich einen Film über Fleischproduktion, Tierhaltung, usw. Seit dem habe ich vllt. noch 2 mal Fleisch gegessen und ca. 6 Kilo abgenommen. Natürlich habe ich niemandem irgendwie mitgeteilt, dass ich testweise kein Fleisch mehr essen mag, sondern das quasi "heimlich" durchgezogen. Irgendwie lief auch nebenbei alles aus dem Ruder. Auf der Arbeit habe ich glaube ich ein paar mal geschlafen (einige male hab ich auch morgens verschlafen, was untypisch für mich ist, da es z.b. in 13 Jahren Schule 0 Mal vorkam) und manchmal sitze ich den ganzen morgen da und tue so als würde ich im Internet was recherchieren. Meine Lust auf soziale Interaktion ist quasi 0 geworden, warmes Essen meide ich glaube ich mittlerweile, Hauptnahrungsmittel: Haferflocken mit Milch und Kakao. Und irgendwie tue ich auch nichts mehr außer am PC zu zocken. D.h. Gitarre spiele ich nicht mehr, ich lese nicht mehr, ich schaue kein Fernsehen mehr und ich kümmere mich auch um nichts mehr (mein Auto ist z.b. eigentlich kaputt und ich müsste bis Dienstag noch etwas wichtiges erledigen. Außerdem hab ich aufgehört zur Sportschule zu gehen und bin nicht zu einem Treffen meiner Studienkollegen bei dem ich meine Teilnahme verbindlich zugesagt hatte). Insgesamt gesehen ist also eigentlich auf großer Knall programmiert aber es passiert nichts. Alles ist einfach total egal.


Lustigerweise geht das alles immer so weiter: Ich stehe morgens auf, mir geht es schlecht. Mittags werde ich kurz fit und arbeite was. Dann, wie im Fluge ist Feierabend, ich fahre nach Hause und zocke. Wieder wie im Fluge ist es 0:00 (mein Vater hat ne Zeitschaltuhr an den Router gebaut, was wahrscheinlich auch mein Leben gerettet hat, siehe nächste Sätze) und ich gehe ins Bett. Eigentlich macht das alles total kaputt und ich bin auch schon einige Male früh morgens im Halbschlaf über die Autobahn gefahren. Doch mir fällt momentan nichts besseres ein, mal abgesehen von 5-15 Minuten Tagträumerei von einem anderen Leben.


Nun zur größten Veränderung:
Ich höre kaum noch "richtig" Musik, d.h. hören mit Genuss, also nicht dieses "Ich schalt mal kurz ein bissl Musik ein." Kann auch sein, dass hier hinzukommt, dass auf Arbeit sehr oft ein Radio läuft und mich dieses Gedudel einfach schon taub gemacht hat. Wer weiß. Aber es liegt auch daran, dass wenn ich zocke auch Teamspeak an ist und ich dort dann ja Leute höre und über das Spiel gelabert wird. Da bleibt kein Platz für Musik.


Hm, mich berührt das hier irgendwie gar nicht solche Sachen über mich zu schreiben und ich denke auch nicht, dass ich jetzt schlecht bin oder hasse mich gar, weil ich nicht den von mir mündlich so oft vertretenen Idealen nicht entspreche. (ich bilde mich nicht, ich bin nicht konsequent, ich unterwerfe mich, ich arbeite nicht an meinem Wohl, ich mache vieles blind mit, ich mache viele Dinge nur "halb). Übrigens habe ich einen dazu passenden guten Trost gefunden: Die Vorstellung, dass der Tod das Ende ist, ist überhaupt nicht deprimierend, wie uns das vielleicht einige weiß machen wollen. Denn geht man davon aus, so ergibt sich ja, dass mit dem Tod all das was hier passiert ist verschwindet. Es wird so sein, als wäre es niemals geschehen. Demnach ist es vollkommen egal, was man hier tut und das ist doch irgendwie beruhigend.


Wahrscheinlich ist das hier auch jede Menge Geschwätz und morgen werde ich es bereuen das geschrieben zu haben oder mir werden gleich noch 1000 Dinge einfallen, die ich eigentlich hätte schreiben müssen, usw... Aber wie gesagt, das alles ist trivial...



P.S. Und falls sich jetzt jemand Sorgen macht: Du hast diesen Beitrag nicht verstanden. Noch schlimmer wäre es übrigens mich zu bedauern. (also mMn aber verbieten kann ich es euch ja nicht)



Eigentlich hab ich das alles jetzt nur geschrieben, weil ich im Eltern Thread nichts über meine Eltern schreiben wollte. Fehler bei anderen zu suchen ist mir momentan zu leicht.
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...






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[*] Verfasst am: 9.7.2007 um 06:30


Na, das hört sich doch erstmal alles sehr positiv an.

Wieder einer mehr, der sich Arno Schmidt oder den Kohelet zu lesen, sparen kann.

Glückwunsch.

Nur, darauf zu warten, dass dadurch etwas passiert, halte ich für etwas übertrieben optimistisch. Mein Lover hat auch immer geglaubt, dass sein Leben durch eine längere Alkoholkrankheit mal auf eine Katastrophe hinausläuft, der hat dann mal ein Lied gehört bei mir, das hieß: "Die Bombe fällt nie!"

"Die Nachricht warf mich aus dem Gleis,
mir zittern noch vor Schreck die Knie.
Soeben las ich schwarz auf weiß:
DIE BOMBE FÄLLT NIE.

Hat das nicht schlimme Konsequenzen?
Die Zukunft hatte bislang Grenzen.
Wenn man jetzt wieder planen kann,
was fängt man mit der Zukunft an?"

Tja, Leute, manche Sachen hat man mit 45 hinter sich. :D

Ist doch manchmal supergeil, so'n alter Sack zu sein.
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Ina






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Motto: Kein Motto

[*] Verfasst am: 9.7.2007 um 06:42


Das ist in meinen Augen dein klarster Beitrag seit Langem @Tzakahra

Sonst, hmm, was soll ich sagen, dass es dazu im Grunde nichts zu sagen gibt, weißt du selbst.
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hopeless






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Motto: Kein Motto

[*] Verfasst am: 9.7.2007 um 12:34


tja, und genau das ist doch eigentlich der punkt, an dem man beginnen kann, sich zu "entspannen".
naja. ich zitiere einfach ein bisschen camus, das steht mir noch am ehesten zu gesicht ;)

"Zuerst wissen diese Menschen, und dann geht ihr ganzes Bestreben dahin, diese zukunftslose Insel, die sie angelaufen haben, zu durchmessen, zu vergrößern und zu bereichern. Aber zuerst muß man wissen. Denn die Entdeckung des Absurden fällt mit einer Zeit des Stillstands Zusammen, in der sich die künftigen Leiden entwickeln und ihre Rechtfertigung erhalten. Selbst die Menschen ohne Evangelium haben ihren Ölberg. Und auch auf ihrem Ölberg dürfen sie nicht einschlafen. Für den absurden Menschen geht es nicht mehr um Erklärungen und Lösungen, sondern um Erfahrungen und Beschreibungen. Alles beginnt mit einer scharfsichtigen Gleichgültigkeit."
(aus "Der Mythos des Sisyphos")

ich hoffe es wirkt nicht langsam zu abgedroschen, dass ich immer mal auf dem alten franzosen rumreite, meine spärliche philosophische bildung lässt ausgefeiltere bzw eigene essays nur begrenzt zu :)
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jan91






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[*] Verfasst am: 9.7.2007 um 14:19


Mhm, klingt für mich nach einer Art langwierigen Depression. Ich hatte auch gut 2 Wochen eine ähnliche Situation. Die ist zum Glück dann von alleine weg gegangen... von daher kann ich da jetzt auch nicht ganz so viel dazu sagen.
Wenn dir deine Musik hilft, dann hör doch mal auf zu zocken und genieß mal wieder deine Musik, vielleicht hilft das...
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Benway




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Motto: fire walk with me

[*] Verfasst am: 9.7.2007 um 18:08


Tja, ganz nüchtern würde ich dir empfehlen, zB aus deinem Vegetarismus eine ehernes Prinzip zu machen, dass du dann mit heiligen Ernst unter die Leute tragen kannst. Dann hast du zwar wahrscheinlich ganz schnell auch wieder genug Willen zusammen, um auch Tiere wieder problemlos essen zu können, aber hinterfragt werden muss dann sowieso nichts mehr. Sieh also zu, dass du wieder einen festen Stand kriegst in diesem Dasein, und wenn es Existentialismus, Unity-Gedankengut oder die absolute Gewissheit der allumfassenden Sinnlosigkeit ist - Leben um zu Sterben funktioniert natürlich auch überraschend gut, solange man sich an dieser tröstenden Gewissheit eben ausreichend aufhängen kann, um dem Leben gegenüberzutreten.
Wenn du gar nichts tust, wird sich das wahrscheinlich über kurz oder lang auf der Nulllinie oder ganz knapp darüber einpendeln, richtig scheiße wäre es wenn ich dich richtig verstehe nur, wenn du dir immer noch genug Willen aufsparst, um von jedem Scheiß (zB neue Beziehungen, Millionengewinne, berufliche Perspektiven) aus deiner Ruhe gerissen und ein paar Monate später wieder fallengelassen zu werden, sowas macht Menschen wirklich kaputt und treibt sie zu einem unschönen anstatt einem vernünftigen Selbstmord. *seufz* Na gut, jetzt bewegt mich dein Beitrag sogar dazu, zum ersten und letzten Mal kommentarlos ein Nietzsche-Zitat zu bringen, 'Morgenröte Buch 4, 380.: Erprobter Rath. Von allen Trostmitteln thut Trostbedürftigen Nichts so wohl, als die Behauptung, für ihren Fall gebe es keinen Trost. Darin liegt eine solche Auszeichnung, dass sie wieder den Kopf erheben."
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Hansi




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Motto: Wer nichts weiß, muss alles glauben.

[*] Verfasst am: 10.7.2007 um 00:45


Oh man, *durchatme*, Sätze wie diesen:

Zitat
P.S. Und falls sich jetzt jemand Sorgen macht: Du hast diesen Beitrag nicht verstanden. Noch schlimmer wäre es übrigens mich zu bedauern. (also mMn aber verbieten kann ich es euch ja nicht)


kannst du noch so oft schreiben, ich mach mir ja doch welche *bitterernstguck*. Scheiße wenn ich nur wüsste wie man dich da rausreißen kann, aber ich kanns nich, niemand kann das, ausser dir selbst. Nur musst du dafür erstmal irgendwie kapieren, dass du da wirklich raus musst. Ansonsten seh ich dich in ein paar Jahren völlig zu Grunde gerichtet am Boden liegen. So, *Kippegegenstressanzünd* und komm mir jetzt nicht wieder mit der Masche:"Ach, eigentlich ist doch alles super so wie es jetzt und ich freu mich einfach wenn andere glücklich sind bla...", verdammt nochma es ist DEIN Leben und genau deswegen sollte man auch das Beste für SICH dabei rausholen. Auch wenns am Ende letztlich alles egal sein sollte, auch das ist egal. Deswegen kann ich jetzt trotzdem versuchen was draus zu machen, als ständig nur vor mich hin zu vegetieren. Und ja, ich weiß das ich grad wie ein beschissener Motivationstrainer oder sonst ein Spinner klinge, aber scheiße, ich hab einfach nur nen Heidenschiss um dich @Basti. Und ja, eigentlich geht mich das alles nichts an und kannst mir noch so oft erzählen das du mit der Situation doch ganz zufrieden bist wenn du so hoch guckst, bist du aber nicht, da ich im Moment nen völlig anderen @Basti erlebe als vor nem halben Jahr und ich kann nicht sagen, dass mich die Veränderung irgendwie positiv ansprechen würde und ich hoffe, dass ich hier nich der einzige bin, der das so sieht.
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[*] Verfasst am: 10.7.2007 um 05:16


Was schreibt Ihr hier eigentlich alles für 'ne Scheiße, wenn jemand mal das ein oder andere bemerkt? :12:

Was die Arbeitsschilderung von @Tzakahra anbelangt, ist das die normale Arbeitsschilderung, die man mal für so 20, 30 Jahre durchhalten kann.
Okay, Kakao, Haferflocken und Milch führen auf die Dauer zu Mangelernährung. Das merkt man aber früh genug und dann gibt es noch parentale Ernährung, da hab' ich auch schon fast ein Jahr mit überlebt.
Aber ansonsten ist das einfach mal Leben, was @Tzakahra da beschreibt.
Was erwartet Ihr denn? :12:

Ist doch okay.
Ich bin allerdings nicht der Ansicht, @Benway, dass es falsch wäre, das Leben nur als Grundlage zum Sterben zu betrachten. Und auch halte ich eventuelle Erfolgserlebnisse wie Beziehungen, Karriere usw. nicht für hinderlich, das Leben zu genießen oder sonstwie störend. Leben ist eben das, was passiert, während man was anderes erwartet. Und wenn man nichts erwartet, passiert umso mehr. :D

Das Zocken würd' ich mir noch abgewöhnen, @Tzakahra.(Na gut, ich zocke auch, aber um mein reales Leben. Würde mir auch fehlen, wenn ich da nicht einmal am Tag was machen könnte.) Es strukturiert den Tag. Fernsehen ist nun wirklich genau so belästigend wie Radiodauerberieselung. Und Musik? Je seltener man damit sich berieseln läßt, was man wirklich hören will, um so schöner ist es dann mal, wenn man es macht.

Mann, Mann, Mann, habt Ihr Probleme!!!
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Hansi




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Motto: Wer nichts weiß, muss alles glauben.

[*] Verfasst am: 10.7.2007 um 13:56


Nein, dass ist eben kein Leben @Arne. Das ist ein vorsichhin Vegetieren wie es Millionen von Lemmingen tun, nur sind die im Gegensatz zu @Basti wirklich aufrichtig glücklich und zufrieden damit. Und das Ding mit der Ernährung macht mir nochmehr Sorgen eigentlich. @Basti war ja jetzt schon nur ein Strich in der Landschaft und hat jetzt nochmal 6 kg verloren oO.
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HëllRÆZØR




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Motto: Ground Zero - auf ein Neues!

[*] Verfasst am: 10.7.2007 um 14:30


Ach, solche Phasen in denen man kaum was isst habe selbst ich manchmal, und Benway kann da auch ein Liedchen von singen. Aber auf Dauer würde ich zumindest den Kakao weglassen - pah, Süßkram! ^^

...allerdings würde es mich schon etwas beruhigen, wenn du nicht ganz so übermüdet Auto fahren würdest, wenn ich ganz ehrlich bin. :12:
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